Frage von FelinasDemons, 348

Wäre es sehr schlimm keinen Abschiedsbrief zu hinterlassen(Suizid)?

Die Familie weiß ja,dass man Depressionen hat und auch einmal über Suizid nachgedacht hat.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 228

Hallo FelinasDemons,

wir hatten ja schon einige Male netten Kontakt hier :) Was macht die Therapie?

Es wäre, ob mit oder ohne Abschiedsbrief, furchtbar für Deine Familie, wenn Du Dich umbringen würdest. Bitte tue ihnen das nicht an. Es würde ihr komplettes Leben ruinieren, sie würden sich Vorwürfe machen, sich immer wieder fragen 'Warum?' und 'Was hätten wir tun können?'. Sie werden sich als Versager fühlen. Nichts würde mehr sein wie zuvor! In gewisser Weise würdest Du sie mitnehmen.

Du bist wichtig für Deine Familie, für alle, die Dich kennen und für alle hier, denen Du immer wieder hilfreiche Antworten gibst. Bitte bleibe bei uns. Jeder einzelne Mensch ist wichtig in seinem Umfeld, in das er/sie gestellt wurde.

Wenn Du magst, schreibe mir gerne.

LG

Buddhisih

Kommentar von FelinasDemons ,

Ich stehe noch in der Warteliste. Bezweifle aber,dass es mir hilft.

Kommentar von Buddhishi ,

Und hast Du Dich schon nach Alternativen umgesehen?

Antwort
von Grimwulf78, 89

Hallo FelinasDemons!

Ich bin in der glücklichen Situation von einer Therapie profitiert zu haben. Lass Dich trösten: zu bezweifeln dass es Dir hilft ist Teil der Natur Deines Leidens. Dein Schmerz mag zwar kein eigenständiges Wesen sein, verhält sich aber oft so ähnlich. 

Vielleicht hast Du schon mal in gewissen Situationen gemerkt, dass ES etwas mit DIR macht? Ging mir häufiger so. Hab mich dann immer gefragt was dieses ES ist, das mir erzählt, dass ich erst DANN glücklich sein kann (darf) wenn Dies oder Jenes zuvor passiert.

Wie jedes "Wesen" möchte auch der Schmerzkörper in uns weiterleben und wachsen. Er wehrt sich also gegen das, was er/es als Bedrohung empfindet. In meinem Fall war es eine Sucht mit der ich mich auseinandergesetzt habe und die tiefes Leid und die Illusion von Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, ja Wunsch-losigkeit in mir erzeugt hat. Ich wollte nichts mehr vom Leben, nur noch möglichst viel Unbewusstheit und Selbstzerstörung bis es dann halt endet. Suizid auf Raten. 

Der "Affe" wie ich ihn zynisch genannt hab, hat mir eingeredet: Ja klar kannst Du es sein lassen aber dann wirst Du nie wieder Genuss am Leben finden. Das Gegenteil war der Fall. Der Genuss war vorher eine Illusion.

Meine persönliche Empfehlung: Lass die Stimme zu die Dir sagt "Das bringt doch eh nix." aber mach die Therapie halt trotzdem. Mit offenem Herzen und nicht mit innerlich verschränkten Armen. Sei einfach DA, das genügt.

Das Schlimmste was Dir passieren könnte wäre, dass Du Dich hinterher so fühlst wie vorher, das also nichts passiert... nichts gewonnen, nichts verloren. Das wird nicht der Fall sein aber wenn Du mit der Einstellung rangehst dann geht Dein Schmerzkörper nicht so sehr auf die Barrikaden ;)

Du musst nicht gut finden was die Therapie anbietet. Du MUSST gar nichts! Das ist auch Teil der Erkenntnis die Du in einer guten Therapie gewinnst. Sei einfach nicht mit aller Macht DAGEGEN, das genügt. 

Du wirst merken, dass sich öfter Widerstände in Dir aufbauen, die z.B. sagen: Alles Bullshit was die mir hier erzählen! Lass diese Gedanken zu aber mache Dir parallel dazu klar, dass dort Dein Schmerz mit Dir spricht. Wenn aber Dein Schmerz mit Dir sprechen kann, wer ist dann dieses DU mit dem der Schmerz spricht? Ahnst Du worauf ich hinaus will? Du bist nicht Dein Schmerz.

Mach es nicht gegen Deine innere Pessimistin sondern MIT ihr. Sie ist eh ein Teil von Dir, eine Mitbewohnerin im Haus Deiner Identität, die nervige, ungeliebte Stänkerin, die einem alles madig macht.

Irgendwann wird es Dir gelingen ihr klarzumachen, dass ihr nicht das Haus gehört. Dann wird sie sich in halbwegs friedlicher Koexistenz mit den anderen Gesichtern Deines Wesens einreihen, dann kannst Du sie sogar liebevoll umarmen, als der Teil von Dir, der sie nun mal ist.

Versuche aber nicht sie zu verdammen, zu verteufeln oder zu ersticken. Sie wird sich als Reaktion darauf aufbäumen und mit neuer Kraft zurückschlagen, denn sie ernährt sich von Konflikt. Dein Schmerz hat das Recht zu Wort zu kommen aber er hat nicht das Recht die Show allein zu gestalten!

Ich wünsch Dir Momente der Freude!!

Antwort
von Anduri87, 142

Wir können dich nicht davon abhalten...

.... aber wir können versuchen auf dich einzureden es nicht zu tun! Es gibt so viele Menschen die du damit in tiefste trauer stürzen würdest! Auch wenn dun das jetzt nicht denkst aber es ist so.

Zu deiner Frage: ein Abschiedsbrief (sollte solch ein schlimmer Fall auftreten) wäre noch einmal die Möglichkeit für den Selbstmörder sich und seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Ausserdem kann man den Verwandten und nahen angehörigen sogar Selbstvorwürfe ersparen wenn man ihnen klar sagt das sie keine Schuld tragen.

Lg, Anduri87

Antwort
von einfachichseinn, 145

Ja irgendwie schon.

Es ist dann leider oft so, dass Betroffene sich bis zum Ende ihres Lebens Vorwürfe machen. Das kann zwar auch mit einem Abschiedsbrief nicht 100%ig verhindert werden, aber es mindert diese Vorwürfe eventuell.

Antwort
von TheAllisons, 134

Du solltest aber vorher zuerst mal zu einem Arzt gehen und dich untersuchen lassen, das Problem kann doch nicht so groß sein

Kommentar von FelinasDemons ,

Ich war schon in psychologischer Behandlung, sonst würde ich ja nicht darüber nachdenken.

Kommentar von TheAllisons ,

da würde ich an deiner Stelle nochmal hingehen, die können dir helfen

Kommentar von FelinasDemons ,

Na dann..

Kommentar von TheAllisons ,

Kopf hoch, das wird schon wieder. Alles Gute für dich

Kommentar von FelinasDemons ,

Danke:)

Kommentar von TheAllisons ,

Wenn du möchtest, dann kannst du mir auch schreiben, ich nehme gerne deine FA an, wenn du es möchtest :)

Antwort
von LittleMistery, 121

Beim ersten Mal habe ich das gemacht, aber jetzt vor kurzem beim zweiten Mal, habe ich nur einen für die Sanitäterinnen geschreiben, dass sie mich nicht retten sollen.

Tut mir Leid, dass ich dir nicht helfen konnte.

Schlimm würde ich persönlich es aber nicht finden, allerdings schwer.

Antwort
von darkCharm, 55

Es macht keinen Unterschied ob mit oder ohne Abschiedsbrief. Schwer ist es für die die zurück bleiben immer.

Kommentar von FelinasDemons ,

Aber mit einem Abschiedsbrief wissen sie ja wenigstens warum. Ich denke,ich werde eins schreiben.

Kommentar von darkCharm ,

Mir hat es nicht geholfen das warum zu wissen, aber da ist jeder anders. Die Entscheidung ob du einen Brief schreibst oder nicht musst letztendlich du treffen.

Antwort
von Kimi10122002, 101

Mm ich würde sagen ja!

Lass es am besten gleich dann musst du auch keinen Brief schreiben.

Antwort
von asta311, 88

Also erstmal ist es schlimm, nicht mehr leben zu wollen. Gibt es keine Hilfe für dich?

Antwort
von Masterchuckler, 94

Es wäre schlimm Selbstmord zu begehen. Mit oder ohne Abschiedsbrief.

Kommentar von FelinasDemons ,

Also macht das keinen Unterschied.

Antwort
von honigtopf3239, 90

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