Frage von Balurot, 44

Wäre es nicht eine gute Idee, Tschechien anzubieten, gratis ein Solarkraftwerk für eine ganze Stadt hinzustellen?

Ich bin Österreicher. Unser Land hat im Jahr 1978 bei einer Volksabstimmung beschlossen, auf Atomkraftwerke zu verzichten. Tschechien will wieder Atomkraftwerke bauen und plant, sie nahe der Grenze zu Österreich zu errichten. Mir gefällt das gar nicht. Meine Frage ist: Würde Tschechien auf das Atomkraftwerk verzichten, wenn Österreich sich bereit erklärte, in Tschechien gratis ein Solarkraftwerk für eine ganze Stadt zu bauen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ffrancky, 24

Eine interessante Idee. 

Aber ich glaube es ist weder für Tschechien und erst recht für Österreich ein guter Plan. 

Österreich hat kein Interesse für Tschechien Kraftwerke zu bauen und auf keinen Fall will man sich erpressen lassen. Stell dir vor Österreich würde auf den Deal eingehen - bereits am nächsten Tag würden alle anderen Nachbarländer drohen ein Atomkraftwerk an der Grenze zu bauen.

Nebenbei ist es nicht so einfach ein Solarkraftwerk zu bauen - aus vielen Gründen. 

Auch mir gefällt es nicht, dass auf dieser Welt noch Atomkraftwerke gebaut werden sollen. Österreich wird sicher nicht untätig zusehen und politischen Druck erzeugen 

Antwort
von skalap, 13

Deine Frage ist ein Produkt deiner Weltanschauung, "Wishfull thinking". Was ist generell Problematisch, das solche Leute können nicht Rechnen...

Im Mitteleuropa, mit dem Sonnenscheindauer von ca. 1400-1500 Stunden pro Jahr, mit der Sonnenenergie im Sommer ca. 1000 W/m2, im Winter ca. 300 W/m2, wenn es Wolkig ist, dann 100 W/m2... Plus Effektivität und Preis von den Sonnenkollektoren, Effektivität und Preis von den Batterien...

Wirklich willst du ganzen Energieverbrauch von dem Solarkraftwerk saturieren??? Versuche die gesamte Fläche den Sonnenkollektoren selbst kalkulieren, dann mal der Preis und plus Preis von Batterien. Plus Lebensdauer von den Kollektoren und Batterien, die Effektivität von beiden sehr schnell runter geht.

Mathe ist unerbittlich.

Und weißt du, wo Österreich den Strom kauft und wovon der Strom wirklich kommt?

Kommentar von Balurot ,

Ich habe in den Radionachrichten des ORF gehört, dass das Burgenland (ein Bundesland ganz im Osten Österreichs) mit Windkraft 120% seines Strombedarfes deckt. Also umöglich ist es nicht, mit natürlichen Ressourcen Strom zu schaffen.

Kommentar von ffrancky ,

Das Burgenland ist auch kein Industrieland, es benötigt verhältnismäßig wenig Energie und hat gleichzeitig den Vorteil die erneuerbaren Energien gut nutzen zu können da quasi ständig ein starker Wind weht und das Land recht dünn besiedelt ist. 

Tirol nutzt vornehmlich Wasserkraft um seine Energieprobleme zu lösen.  

Kommentar von skalap ,

Und verstehen die Radionachrichten von ORF unterschied zwischen Tag und Nacht? Und verstehen, das der Verbrauch größte ist, wenn es dunkel (keine Sonne = keine Kraft) und kalt ist?

Ja ja, die Journalisten, Leute der Geisteswissenschaften, Leute die können nicht Rechnen, die wollten jeder Universität studieren, wo gibt es keine (Prüfung von) Mathematik, Leute die haben keinen wirklichen technischen und wissenschaftlichen Kenntnissen, Leute die verstehen nicht den unterschied zwischen Viren und Bakterien und können das in einer Reportage mischen... Das ist wirklich eine tolle und vertrauenswürdige Quelle... (Ironie)



Kennst du überhaupt den Jahresverbrauch deines Haushaltes? Und Industrie, die bringst tatsächliches Geld, hat auch eigene Bedürfnisse, sehr sehr sehr sehr hohe.
Nimm den Taschenrechner und rechne, das ist der einige Rat, der kann ich dir geben. 1+1 war 2, ist 2 und immer wird 2 sein, egal, was einige Leute (Tschechen sagen "Sluníčkáři", Deutsche sagen "Gutmenschen") sich wünschen...



Antwort
von Manioro, 22

Frommer Gedanke.   Funktioniert dann, wenn Österreich zukünftig alle Energieprobleme des Nachbarlandes löst.  

Hm vielleicht sollte die BRD bei so interessanten Optionen doch schon mal proforma ein A-Kraftwerk im Berchtesgaden planen. 

Antwort
von Dxmklvw, 19

Langfristig dürfte das eine grottenschlechte Idee sein, den wenn sie verwirklicht wird, dann führt das dazu, daß viele Staaten dies als Schwäche interpretieren und sich von ihren Nachbarn erpresserisch das "schenken" lassen, für das sie anderenfalls sehr viel eigene Arbeitsleistung erbringen müßten.

Antwort
von LetsDR, 15

Ich denke ein Problem ist alleine die anzahl an photovoltaikanlagen, die benötigt wird um ein atomkraftwerk zu ersetzen.
Ich bezweifele das viele tschechen es freuen würde an jeder ecke solarzellen zu haben.

Kommentar von Balurot ,

Es können von mir aus auch Windkraftanlagen sein. Es würde eine Ausschreibung in Österreich geben, und ein österreichisches Unternehmen würde die Anlage(n) bauen. Das würde auch Arbeitsplätze schaffen.

Kommentar von LetsDR ,

Auch bei windkrafträdern müsste.man meineswissens tausende bauen.um ein Atomkraftwerke auszugleichen. Hinzu kommen Verordnungen die es schwer machen so viel windkrafträder zu instalieren ( entfernung zur nächsten wohnung und auch zwischen den windkrafträdern)

Antwort
von ocin1, 1
Vorteile der Kernenergie

Eines der wichtigsten Vorteile der Kernenergie ist die höchste Energie-Dichte, welche dem Menschen gegenwärtig zugänglich ist. Man darf nicht vergessen, je höher die Energie- und Leistungs-Dichte einer Maschine ist, desto geringer ist der Material- und Flächen-Aufwand, um z.B. Strom zu erzeugen.

1-gegenwärtig höchste technisch mögliche Energiedichte
de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte

Bsp.: Blei-Akku = 0,11 MJ/kg;Schwungrad-Speicher = 0,18 MJ/kg;
Lithium-Akku = 0,9 MJ/kg;Braun-Kohle = 20 – 28 MJ/kg; Stein-Kohle =
30 MJ/kg; Benzin = 43MJ/kg; Wasserstoff = 142 MJ/kg;
Radioisotopengenerator = 5 000MJ/kg; Abbrand KKW = 3 801 000
MJ/kg; ...

Diese vergleichbar sehr hohe Energie-Dichte macht weiter eine wirkliche Raumfahrt erst möglich.Mit chemischen Antrieben allein,ist wohl bei Mond schluss (en.wikipedia.org/wiki/Nuclear thermal rocket ,de.wikipedia.org/wiki/Radioisotopengenerator)

Wegen der hohen Energiedichte des Brennstoff Uran hat die Kernenergie die geringste Menge an endzulagernden Abfall pro generierte Elektrizitätsmenge (Strom), im Vergleich zur Kohle-, Wind- oder Sonnen-Kraft.

Die Endlagerung wird nicht nur durch die Kernenergie verursacht. Jede Energietechnik benötigt für unsere Umweltschutzgesetze die Endlagerung, ob nun chemisch oder nuklear. Aus diesem Grund sind in der BRD auch 16 chemische Endlager, von denen 6 in alten Salzbergwerken untergebracht sind, wie die nuklearen Endlager Morsleben und Asse.

2- höchster gegenwärtig technisch erreichbare Erntefaktor
(ww.science-skeptical.de/energieerzeugung/die-energiewende-und-der-energetische-erntefaktor/0010717/,
de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor)

Bsp.: Photovoltaik = 3,0 – 5,4;Windkraft an Küsten = 16 – 51; Wasser-Kraft = 50; Gaskraft GuDBioGas = 3,5 ; Gaskraft GuD Erdgas = 28; Stein-Kohle in Untertageohne Transport = 29; Braun-Kohle mit Tagebau = 31;Druckwasser-Reaktor mit 85% Zentrifugenanreichung =80, Druckwasser-Reaktor mit 100% Zentrifugenanreicherung = 120,...

3- gegenwärtig geringster Schadstoffausstoß
(/de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung#Erzeugungskosten)

4- gegenwärtig geringste Anzahlvon Toten pro erzeugter Strommenge (de.wikipedia.org/wiki/Stromerzeugung#Auswirkungen auf die Gesundheit)

 

Unfall-Tote der Öffentlichkeit proTWh: Braun-Kohle, Stein-Kohle, Erdgas = 0,020; Erdöl = 0,030;

Kernenergie = 0,003

Unfall-Tote in der Belegschaft pro Twh: Braun-Kohle, Stein-Kohle = 0,100; Erdgas = 0,001; Kernenergie =0,019

Natürlich ist auch die Kernenergienicht 100% sicher, wie man an den KKW-Unfällen von Tschernobyl oder von Fukushima-Daiichi gesehen hat. Jedoch ist bei besser gebauten KKW nicht mit hohen Opferzahlen zu rechen, wie der 3'fache GAU des KKW Fukushima-Daiichi 2011 gezeigt hat (Strahlentote NULL, im Gegensatz zum KKW-Unfall Tschernobyl).

Weiter schau doch mal unter 100-gute-antworten.de/

Wie sieht das bei gegenwärtig politisch akzeptierten Techniken
aus?

Antwort
von Keana, 26

Ich würde an Deiner Stelle mich an die Regierung von Tschechien wenden .-).

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