Frage von HanzeeDent, 37

Wäre es nicht besser für das Allgemeinwohl, mit Firmenbesitz wie in untenstehendem Link umzugehen?

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/jaguar-restaurator-chef-verschenkt-firma-a...

Ich finde, dass unser hierarchisches Firmensystem zum größten Teil zur sozialen Scherung der Gesellschaft beiträgt.

Ich bin auf diesen Artikel gestoßen und bin erstaunt, dass es Unternehmer wie Peter Neumark gibt, denen das Wohl der Firma anscheinend so sehr am Herzen liegt, dass er es an seine Mitarbeiter verschenkt.

Mein Gedanke ist nun, dass es dieser Scherung entgegenwirken würde, wenn vor Allem große Firmen die Marktanteile in ähnlicher Weise unter den Mitarbeitern aufteilen. Auch wenn das vermutlich nicht geschehen wird, weil der Mensch in erster Linie auf sein eigenes Wohl achtet...

Würden die Firmen noch funktionieren?

Antwort
von AlexChristo, 7

Aktien sind nichts anderes und viele Firmen vergeben auch Aktien an die Mitarbeiter.

Peter Neumark gibt, denen das Wohl der Firma anscheinend so sehr am Herzen liegt, dass er es an seine Mitarbeiter verschenkt

In einem  kleinen Betrieb kann sowas funktionieren. Die Frage für mich ist, wer eigentlich konkret das Sagen hat.

Man kann sich ja an ähnlichen Modellen wie in der Politik orientieren.

Eine Firma kann es sich meiner Meinung nach nicht leisten, wie in der Politik zu handeln. Politik funktioniert über Kompromisse. In einem Unternehmen kann sowas schnell kritisch werden. Da sind eher kurze Entscheidungswege gefragt.

Also Mitarbeiter Unternehmenanteile zu geben, ist keine wirkliche neue Idee. Ihnen auch eine gewisse Entscheidungsgewalt zu geben, sehe ich eher kritisch.

Antwort
von VeryBestAnswers, 24

Es ist einfacher, ein Unternehmen zentral zu steuern, als wenn viele Leute ein Mitsprachrecht haben. Ich vermute, dass dieses Modell v.a. bei größeren Unternehmen nicht sehr gut funktioniert.

Eigentlich ist das fast schon Sozialismus, wenn die Firma det ganzen Belegschaft zu gleichen Teilen gehört :)

Kommentar von HanzeeDent ,

Das ist alles eine Frage der Organisation. Man kann sich ja an ähnlichen Modellen wie in der Politik orientieren. Den Sozialismus hast du ja angesprochen.

Ich halte die Idee dahinter jedoch nicht für so verkehrt, wenn sie richtig ausgeführt wird. Die DDR ist ein sehr schlechtes Beispiel, so sollte man nicht über Kommunismus denken. Das System kann wunderbar funktionieren, wenn Wohlstand und Produktivität vorhanden sind. Durch die Automatisierung wird die Produktivität noch weiter ins Unermessliche steigen. Das jetzige kapitalistische System lässt mich an ordnungsgemäßer Umsetzung der Distribution zweifeln.

Intern könnte man das Problem der Führung möglicherweise mit demokratischen Mitteln lösen. Vielleicht würde die Arbeitsmotivation steigen, wenn sich die Mitarbeiter die Vorstandsmitglieder aussuchen können, sie müssen ja nicht über jede Geschäftsentscheidung direkten Einfluss haben.

Naja, das sind nunmal Ideen und Träume. Hilft nicht viel, sich darüber Gedanken zu machen, wenn man keine Ahnung von der Umsetzung hat...

Kommentar von berkersheim ,

Aus einer Kette von Illusionen wird keine Lösung. Aus einer Sammlung von "könnten" und "sollten" wird noch keine umsetzbare und gelingende Praxis. Es bleiben: Man hätte, man hätte gesollt!

Kommentar von ThommyGunn ,

Funktioniert in einer AG auch, man muss eben einen Geschäftsführer berufen.

Antwort
von berkersheim, 20

Siehe Wikipedia "Photo Porst": "83 Jahre nach seiner Gründung war das ehemals „größte Photohaus der Welt“ am Ende." Die Welt fordert wirtschaftlichen Umgang mit knappen Gütern und ist keine Sozialstation und schon gar kein Paradies. Manche wollen immer noch nicht wahrhaben, dass wir bereits zu Beginn der Menschheit daraus vertrieben wurden. Wenn an der Bibel eines wahr ist, dann das!

Antwort
von ThommyGunn, 8

Viele Firmen befinden sich in Streubesitz (AGs) und funktionieren, nur warum sollte jemand unter normalen Umständen sein Eigentum an völlig fremde verschenken und mit welchem Recht wolltest du ihn dazu zwingen?

Kommentar von HanzeeDent ,

Ich finde es manchmal unnötig, wieviel Besitz einzelne Menschen und Familien haben. Verschwenderischer Luxus und Geldhortungen, während andere es dringend nötig hätten, passen einfach nicht zu einer entwickelten Sozialstruktur.

Kommentar von ThommyGunn ,

Solange sie es ehrlich erworben haben spricht nichts dagegen. Durch Luxus und Verschwendung kommt das Geld ja auch wieder unter die Leute, die Yachten werden ja auch wieder von normalen Leuten gebaut, der Kaviar gezüchtet etc., den Armen würde es nicht besser gehen, wenn es keine Reichen mehr gäbe. Und inwiefern die Reichen den Armen helfen ist ihre eigene Sache.

Kommentar von VeryBestAnswers ,

Das Problem ist doch, dass ein großer Anteil der Reichen ihr Vermögen geerbt haben. Solche Leute haben nie in ihrem Leben einen Finger gerührt, das ist die Ungerechtigkeit. Und auch Reiche, die ihr Geld ehrlich verdient haben, arbeiten keineswegs härter als Handwerker.

Würden alle ungefähr gleich viel arbeiten und verdienen, ginge es den Armen durchaus besser, genauer gesagt gäbe es dann keine Armen mehr!

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