Frage von HerrUnsichtbar, 122

Wäre es möglich, dass es Planeten gibt, die drei mal so groß sind wie die Sonne?

Antwort
von Samy795, 80

Theoretisch gesehen wäre es möglich, wenn der "Planet" entsprechend wenig Masse hat.
Praktisch gesehen macht uns dabei aber die Gravitation einen Strich durch die Rechnung.
Es wäre lediglich eine instabile "Wolke" möglich (und davon gibt es ja auch sehr viele). Formt die Gravitation daraus einen Planeten, würde der irgendwann so weit verdichten, dass ein Kernfusionprozess einsetzt und damit eine Sonne entsteht.
Es kann so ein Gebilde also im Grunde geben, er wäre aber nicht stabil und würde irgendwann zünden.
Ein Planet wäre es aber wohl auch im Protozustand nicht, denn das müsste voraussetzen, dass sich der Protostern um eine andere Sonne dreht. Das kann zwar sein, aber nicht als ein festes Objekt, sondern wie gesagt als "Staubwolke", aus der irgendwann ein weiterer Stern oder eben ein paar Planeten entstehen.

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Theoretisch gesehen wäre es möglich, wenn der "Planet" entsprechend wenig Masse hat.

Es wäre lediglich eine instabile "Wolke" möglich

Es kann so ein Gebilde also im Grunde geben, er wäre aber nicht stabil und würde irgendwann zünden.

Diese Aussage ergibt leider keinen Sinn. Es ist, als wenn du fragst "Kann eine Hauskatze größer als ein Blauwal sein?" und dann als Antwort gibst "Theoretisch ja, wenn die Katze ein 100 m langer Mammutbaum ist."

Eine Katze ist nunmal kein Mammutbaum. Und auch wenn du mit der Aussage richtig liegst, dass es Staubwolken gibt, die wesentlich größer sind  als die Sonne, so sind dies doch keine Planeten. Das es größere Objekte gibt als die Sonne bezweifelt wohl kaum jemand, aber Planeten gehören nicht dazu.

Die Ausdehnung eines Objekts hängt von seiner Masse und seiner Temperatur ab. Da Sterne durch Kernfusion ihre eigene Energie erzeugen und der Strahlungsdruck  mit  zunehmender Masse exponentiell, die Kraft der Gravitation aber nur linear ansteigt, werden Sterne mit steigender Masse immer größer.

Ein Planet erzeugt keine Energie. Sollen zwei gleichschwere Planeten mit gleicher Zusammensetzung  unterschiedlich groß sein, so muss der größere einer Strahlungsquelle ausgesetzt sein. Ein Planet kann dabei niemals heißer sein, als die entsprechende Strahlungsquelle, die in diesem Fall wohl ein Stern wäre.

Es ist zwar denkbar, einen Planeten soweit aufzuheizen, dass er größer wäre als der kleinste Stern (dessen Größe aufgrund von Unsicherheit irgendwo bei 120 000 km - 150 000 läge), aber nicht dreimal größer als die Sonne.

Gesetzt dem Fall, dass der Planet die obere Massengrenze von 13 Jupitermassen erreicht hätte und sein Durchmesser der dreifache der Sonne wäre, so betrüge die mittlere Dichte 17,5 kg/m³, der "Planet" befände sich in einem Prozess der Auflösung, da es kein Material gibt, das bei diesen Bedingungen noch fest oder flüssig wäre. Die vollständig gasförmige Planetenwolke würde vom Sternenwind schlicht weggeblasen werden. Deswegen kann es keine Planeten geben, die 3x größer als die Sonne sind.

Bemerkenswert ist aber, dass du sagst:

Ein Planet wäre es aber wohl auch im Protozustand nicht,

Dir ist also offensichtlich bewusst, dass du gar nicht von Planeten sprichst. Warum schreibst du dann zuerst, dass es theoretisch möglich ist, wenn du doch weißt, dass Staubwolken keine Planeten sind? Statt einfach zu sagen, dass Planeten größer als die Sonne nicht existieren können, weil alles, was größer ist, zwangsläufig kein Planet sein kann, würfelst du die Begriffe Planet und Staubwolke wild durcheinander und sagst am Ende "Ja".

Aber genausowenig, wie Katzen Mammutbäume sein können, können Planeten Gaswolken sein. Von der Aussage, dass die Gaswolke zu einem Planeten wird, bei dem dann Kernfusion einsetzt oder dass sich das Ding um einen anderen Stern drehen muss, damit es überhaupt ein Planet sein könne, fange ich besser gar nicht erst an, weil das hier sonst wieder zu einem Monstertext mit 5000 Zeichen mutiert.

LG, NA

Kommentar von Samy795 ,

Ich geb zu, dass die Formulierung etwas ungenau ist, die jeweiligen Punkte sollten aber doch deutlich werden:
1. Wenn es soetwas geben würde, wie müsste das aussehen und wo lägen die Probleme
2.  Wie sieht etwas, das ähnliche Eigenschaften hat aus
3.  Hinweis darauf, dass so ein Gebilde niemals "Planet" genannt wird, weil für diese Geschichte hier nicht relevante Planeteneigenschaften ebenfalls fehlen.

Natürlich kann man auch einfach mit "nein" antworten, weiterhelfen tut das aber nicht. Übrigens genauso wenig, wie das sture festhalten an Definitionen. Klar ist es unterm Strich   richtig, es bringt aber nichts.
Stell Dir einfach mal vor, jemand fragt ob es in unserem Sonnensystem einen Exoplaneten xyz geben kann. Die einfache Antwort wäre nein, da es dann kein Exoplanet mehr wäre, wenn aber klar wird, dass es dem Fragensteller nicht in erster Linie um das Wort "Exoplanet" sondern viel mehr um das "xyz" geht, macht es durchaus Sinn, auf das Konstrukt selbst einzugehen - egal wie es dann bezeichnet wird.

Kommentar von Roderic ,

Doch Samy: Man kann diese Frage mit einem kurzen und knappen Nein beantworten.

Ein Objekt dieser Größe kann alles andere sein - aber kein Planet!

Entweder es ist eine Sonne.

Oder es ist ein schwarzes Loch.

oder es ist eine Gaswolke.

Aber kein Planet.

Kommentar von Samy795 ,

Genau dieses Fazit wird doch am Ende auch gezogen...

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Eine Begründung zu schreiben verbietet dir ja auch keiner. Statt einfach "Nein!" kannst du auch eine Begründung hinzufügen und sagen:

"Nein, denn ein Exoplanet ist per Definition ein Objekt außerhalb des Sonnensystems. Ein Objekt xyz kann/kann nicht in unserem Sonnensystem existieren weil..."

Und statt wie oben zwischen Planeten und Gaswolken hin- und herzuspringen schreibst du schlicht:

"Planeten dreimal größer als die Sonne könne nicht existieren weil...(Begründung). Aber Planeten entstehen aus Gaswolken, die größer sein können als die Sonne. In diesem Zustand handelt es sich aber noch nicht um Planeten."

Kommentar von Samy795 ,

Rate mal, warum ich Planet in "" gesetzt hab...
Wie gesagt, ich sehe durchaus ein, dass mein Beitrag etwas wirr erscheint. Die Quintessenz daraus, sollte aber erkennbar sein und schlägt ins gleiche Horn wie Dein Kommentar dazu. Ich hab überhaupt kein Problem damit, wenn mich jemand verbessert, Dinge ergänzt, anschaulicher darstellt etc.
Ich gehe aber auch davon aus, dass jemand, der sich mit der Materie auskennt meine jeweiligen Denkschritte nachvollziehen kann. Wenn dem so ist, bietet die Diskussion hier darüber weder einen Mehrwert, noch bringt es dem Fragensteller irgend etwas, sondern hat lediglich was von "ich weiß es aber besser und will das jedem hier beweisen". 😜

Antwort
von weckmannu, 69

Die Frage wurde schon mal gestellt. Falls mit groß die Masse gemeint ist, gilt: große Körper sind allein wegen der Gravitation im Inneren glühend. Ob sie 'brennen' hängt von ihrer stofflichen Zusammensetzung ab. Alle Elemente unterhalb Eisen führen zur Kernfusion.

Da der große Körper glühend ist, spricht man nicht von Planeten, sondern es wäre ein Doppelstern und davon gibt es Milliarden.

Antwort
von BurkeUndCo, 29

Nein, denn die Sonne besteht schon aus dem leichtesten Material Wasserstoff (mit etwas Helium).

Undd wenn Du die 3-fache Menge davon auf einen Haufen kippst, dann ist die Gravitation dieses Gases so stark, dass im Zentrum ein extrem hoher Druck und eine Temperatur von mehreren Millionen Grad entsteht und dann zündet automatisch die Kernfusion und Du hast statt eines Planeten doch wieder eine Sonne (= Stern)

Kommentar von HerrUnsichtbar ,

Und wie sähe das bei erdähnlichen Planeten aus?

Kommentar von BurkeUndCo ,

Ganz einfach: Es gibt keine erdähnlichen Planeten in dieser Größe. PUNKT!

Auch die erdähnlichen Planeten in unserem Sonnensystem sind aus der gleichen Ansammlung von Gas und Staubteilchen entstanden, wie unsere Sonne und unsere Gasplaneten. Sie sind und waren nur zu klein, um ihren Anteil an Gas festzuhalten.

Und auch die Gasplaneten und unsere Sonne besitzen ihren Anteil an "Metallen" (so bezeichnen Astronomen alle Stoffe die schwerer sind als Helium), nur beträgt deren Anteil halt viel weniger als 1%.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Natürlich könntest Du theoretisch einen solchen riesigen Gesteinsplaneten erschaffen. Da die Sonne solche schweren Elemente nur zu einem geringen Prozentsatz enthält, müsstests du so die Ursbstanz von ca. 1000 (eventuell auch etwas mehr9 Sonnensystemren zusammentragen, dann allen Wasserstoff und alles Helium und die zusättzlichen leichten Gase entfernen.

Dann bekämst Du einen erdähnliche Riesenplaneren, dessen Material durch Kernfusion nicht mehr verdichtet werden kann, da zumindest bei der Fusion von Eisen mit Eisen keinerlei Energie mehr frei wird. Demzufolge würde dieses Gebilde dann nicht zu leuchten anfangen, wäre also zumindest keine Sonne oder keinj Stern im klassischen Sinne.

Aber es wäre natürlich mehrfach so schwer wie unsere Sonne, also praktisch eine dunkle Sonne mit riesiger Anziehungskraft auf ihre Planeten.

Und natürlich auch mit riesiger Gravitationswirkung auf sich selbst. Deshalb würde dieeses Gebilde dann schnell zum Neutronenstern zusammenschrumpfen, oder sogar gleich zu einem schwarzen Loch konvertieren (denn wenn die Masse eines solchen Himmelskörpers groß genug ist, und es keine Kernfusion im Inneren gibt, die dem Zusammenbruch entgegenwirkt, dann bleibt nur noch das Schwarze Loch als letzter Entwicklungszustand übrig).

Aber auch diese künstliche Riesengebilde ist alles nur eben kein Planet.

Antwort
von Buckykater, 86

Nein weil ab einer gewissen Masse die Kernfusion einsetzt und somit ein Stern entsteht. Himmelskörper die zu klein sind damit die Kernfusion einsetzt aber zu groß für einen Planeten werden als braune Zwerge bezeichnet. Gesteinsplaneten zb können nicht beliebig groß werden weil sie ab eine gewissen Größe zu einem Gasplaneten werden. Und ein Gasplanet wandelt sich ab einer bestimmen Größe und Masse zu einem Stern. Sobald ein genügend Masse und Hitze besitzt setzt die Kernfusion ein und er wird zu einem Stern.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Größe, 10

Hallo! Das geht nicht - er wäre dann eine Sonne. Alles Gute.

Antwort
von Roderic, 41

Nein.

Ein Objekt mit einer derartigen Größe und der Dichte und Konstistenz eines Planeten (Stein oder Eisen) wäre nicht stabil.

Es würde unter dem eigenen Gewicht in sich zusammenstürzen und dann ist es nicht mehr drei mal so groß wie die Sonne.

Antwort
von zalto, 84

Nein, denn schon Planeten, die "nur" mehrere Jupitermassen haben, werden schon nicht mehr als Planet, sondern als brauner Zwerg klassifiziert. 

Kommentar von YStoll ,

Eigentlich das beste Argument: mit unserer Definition von "Planet" arbeiten :D

Kommentar von MonkeyKing ,

Genau, weil sie Energie abstrahlen und daher nicht mehr der Definition von "Planet" entsprechen.

Antwort
von Schwoaze, 75

Du meinst größer als unsere Sonne?  Da es viel, viel, viel, viel größere Sonnen auch gibt, warum sollte es nicht auch größere Planeten geben. Aber wir stehen ja erst am Anfang  was die Erforschung des Weltalls betrifft.

Antwort
von MrsGinger, 120

Nein. Ab einer bestimmten Masse setzt die Kernfusion ein und es entsteht ein Stern, da dann durch die Gravitation der Druck und die Temperaturen im Inneren so hoch sind.

Antwort
von YStoll, 122

Sehr sehr unwahrscheinlich. Ihre Masse müsste dementsprechend größer sein als die der Sonne und dann würde eine Kernfusion in ihrem Innern starten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community