fourseasons am 28.04.2008 um 13:42 Uhr
Ich stelle in der Schule oft fest, dass Kinder beim Rechnen ein Problem mit der deutschen Zahlensprache haben.
Z.B. sagen wir vier-und-fünfzig, schreiben aber zuerst fünf(zig) und dann vier. Das ergibt bei den Kindern oft "Zahlendreher".
Wäre es nicht möglich, oder ist es für Euch unvorstellbar (im Zeichen der Globalisierung), wie so vieles Andere, auch die Zahlensprache dem Englischen anzupassen.

Klar wäre das möglich, aber ich als Verfechter der eigenen Sprachkultur, die schon mit den neuen Rechtschreibregeln den dummen Kindern Tribut gezollt hat, sehe es nicht ein, auch noch die Sprache an sich zu verändern. Schließlich gibt es seit mehreren Jahren auch Kinder, die genug Grips haben, die komplizierte Zahlensprache zu verstehen ;-)

Es mag sein, dass wir ein sprachlicher Aussenseiter sind.
Ich stelle die Frage mal umgekehrt:
Kannst du dir vorstellen, dass die Engländer ihren Autoverkehr auf Rechts fahren umstellen.
Es wird alles so bleiben, wie es ist
butz1510 am 28. April 2008 13:54 DH
fourseasons am 28. April 2008 14:01 Fortschritt gibt es nur durch Veränderung,
aber nicht jede Veränderung ist Fortschritt!
Raimund1 am 28. April 2008 14:11 sehr gut, fourseasons
ja definitiv, wäre zwar erst schwer für "die alten" aber denke das wird sich wie beim Euro einspielen... mein Burder ist jetzt 9 und er weiß nichtmal wie viel Euro eine Mark wert wäre

Dann sollte man auch gleich die französichen Zahlen vereinfachen.
Das werden die nie machen.

Warum sollten wir uns der englischen Zahlenbezeichnung anpassen. Dafür gibt es keinen Grund. Auch im Spanischen wird es wie bei uns gemacht. Muss man immer etwas ändern, wenn es nicht begriffen wird? Das hatten wir doch nun gerade mit der Rechtschreibung.
fourseasons am 28. April 2008 14:15 Es geht mir weniger ums Begreifen sondern darum ob es sinnvoll wäre. Es hat auch sehr wenig mit Sprachkultur zu tun.
Eine derartige Vereinheitlichung könnte generell genauso sinnvoll sein, wie eine Vereinheitlichung der Maßeinheiten, des Verkehrs, der Sommer/Winterzeit u.a.m.
Es ist ja nur ein "Denkansatz".
HerrLich am 28. April 2008 14:24 Generelle Vereinheitlichung ja. Anpassung ans Englische nein. Denke mal an mein Beispiel. Dann müssten die Spanier auch umstellen.
eteknete am 28. April 2008 15:06 Die Spanier sagen die Zahlen so wie die Engländer, nicht wie die Deutschen (54 = "cincuenta y cuatro" = "fünfzig und vier"). Aber gegen die Anpassung der Zahlenbezeichnung bin ich auch!
HerrLich am 28. April 2008 17:10 Hm, das meinte ich eigentlich auch so ;-)
Eine Änderung der deutschen Zahlensprache ist denkbar. Da in ihr keine einheitliche duchgehende Befolgung einer festen Reihenfolge Tausender-Hunderter-Zehner-Einer stattfindet, gibt es einen echten Grund, darüber nachzudenken. Damit ist noch nicht festgelegt, wie das Ergebnis der Überlegungen sein wird.
Allerdings wäre dann eine einfache Anpassung an die englische Sprache nicht die richtige Vorgehensweise. In ihr gibt es auch ein paar Unregelmäßigkeiten, z. B. "eleven" und "twelve" als vermutliche Reste eines Duodezimalsystems und die Reihenfolge von 13 - 19 (Einer zuerst). Daher wäre ein nach rein logischen Grundsätzen aufgebautes System der Zahlennamen die in Betracht zu ziehende Neuerung.
Der Vorteil einer kleinen Erleichterung, die ein Zuwachs an Logik und eine Abnahme von Verständnisschwierigkeiten bringen könnte, wäre gegen den Aufwand einer einmaligen Umstellung abzuwägen, bei der alle umlernen müssen und die bei einer großen Menge an Geschriebenen als Erklärung einen Hinweis auf das vorherige System erforden würde. Möglich wäre dies, aber keine dringend gebotene Änderung.
fourseasons am 29. April 2008 02:11 Mit dem "englischen" meinte ich auch nur die logische Dekaden-Reihenfolge. Wird sich, wie du sagst, so schnell nicht durchsetzen lassen.
Es stört wahrscheinlich hauptsächlich so unheilbare Perfektionisten wie mich, aber es soll auch ein Komitee geben, daß sich damit befasst.
DH! für deine interessante Antwort.
es wäre möglich, aber unwahrscheinlich.
Man müsste das gesamte Sprachsystem dafür ändern, enschl. Systeme, die auf Spracherkennung basieren.
Glaube kaum, dass das jemand durchsetzten kann. Wir mussten es auch lernen, die Kinder von heute werden das shcon schaffen!

Wie wäre es damit, dass wir endlich mehr Selbstvertrauen entwickeln würden, und sich die anderen mal uns anzupassen hätten?
aber vier-und-fünfzig ist schon recht sinnfrei oder? fünfzig-vier würde es etwas simpler machen ein punkt an dem wir nicht erwarten können das sich andere anpassen
fourseasons am 28. April 2008 13:51 Es geht hier nur um Sinn oder Unsinn in der Sprache, es soll sich niemand jemandem anpassen.
Außerdem waren gerade wir Deutschen lange das "Herrenvolk" dem sich alles anzupassen hatte.
Schon vergessen? Reste davon kannst du häufig noch in Urlaubsländern feststellen.
ImGampi am 28. April 2008 13:52 Ich bin da anderer Meinung! Eshatstarkgebessert

Davon halte ich überhaupt nichts!
Generationen lang, ganze Zeitalter, hat sich das so herausgebildet, warum ändern?
Schließlich muß nicht immer das Allereinfachste auch das Beste sein!
(----> neue Rechtschreibung: schauder!)
Andere Völker haben auch ihre "Zahlendreher", und jeder, der Fremdsprachen lernt, muß sich damit abkrampfen (siehe auch Italienisch!).
Das Land der Dichter und Denker, Physiker und Mathematiker versinkt im Sumpf der Dummheit... und jetzt sollen auch noch die Zahlen dran glauben, nee, nee
ImGampi am 28. April 2008 14:03 Bravo! DH
fourseasons am 28. April 2008 14:31 Hallo @Arwen45, hab gerade in deinem Profil gesehen, daß du zu den wenigen Erwachsenen hier gehörst.
Da hätte ich mir doch eine etwas weniger polemische Antwort erhofft.

Und irgendwann fahren wir dann noch auf der falschen Seite! Ne ne, laßt das mal so wie es ist! Das haben schon Generationen vor uns überlebt! Und die haben auch einige heute unentbehrlichen Dinge geschaffen!
fourseasons am 28. April 2008 18:25 Aber leider auch entbehrlich!:-))
RBMannheim am 28. April 2008 18:49 Die Errungenschaften an sich waren nicht verkehrt! Nur das, was man teilweise daraus gemacht hat!
fourseasons am 28. April 2008 19:45 Solange der menschliche Geist forscht, wird es Entdeckungen geben. Leider lassen sich die Folgen nicht von Anfang an erkennen.

Im Zeichen der Globalisaierung....
Wie wär's denn mit Chinesisch? (inklusive Küche)
fourseasons am 28. April 2008 20:44 Das chinesische Zahlensystem ähnelt eher dem Englischen und ist eigentlich sinnvoll aufgebaut, - aber leider nicht durchgehend. Es gibt mir da zu viele Ausnahmen. Die Schriftzeichen sind, Globalisierung sei Dank, auch in arabisch verfügbar und üblich.
Küche ist interessant, aber ich bevorzuge indonesisch :-))

Wäre sicher sinnvoll, die Zahlendreherei im Deutschen ist einfach Blödsinn. Aber angesichts der Heerscharen von Anglizismennörglern ist es schwer vorstellbar dass sich das durchsetzt.

Was soll Deiner Meinung nach geschrieben und gesagt werden:
Fünfzig-Vier oder lieber gleich Fifty-Four
Für ersteres gibt es in Deutschland bereits Vereinigungen, die die Sprechweise von Zahlen von Links nach Rechts durchsetzen wollen.
Ich selber fände es auch nicht so verkehrt die Sprechweise anzugleichen. In der Tat haben damit viele Grundschüler extreme Probleme.
fourseasons am 28. April 2008 22:49 Ich finde, dass Fünfzig-und-vier auch eine Alternative wäre. Mit dem Englischen stehe ich etwas auf Kriegsfuß, seit es solche Auswüchse wie "Bratwurst-Point" bei uns in Nürnberg gibt ;o))
DH
Für einen Weltverbesserer etwas polemisch und konservativ, finde ich.
deinen Kommentaren entnehme ich, dass ein junger Mensch keine beachtungswürdige Meinung haben kann. Das ist Polemik pur. Es tut mir leid, dass ich nicht deiner Meinung bin, aber dass macht meine Äußerung längst nicht polemisch.
Wieder einmal DH von mir.
Das habe ich doch nicht behauptet, - und das ist doch schon wieder polemisch! Kinder im Zusammenhang mit der Rechtschreibreform pauschal für dumm zu erklären finde ich unüberlegt und polemisch.
"Hallo @Arwen45, hab gerade in deinem Profil gesehen, daß du zu den wenigen Erwachsenen hier gehörst.
Da hätte ich mir doch eine etwas weniger polemische Antwort erhofft."
Aufgrund des Alters Rückschlüsse zu ziehen, inwieweit der User zu einer weniger polemischen Antwort fähig ist, ist nicht unbedingt etwas, was ich als "überlegten" Kommentar bezeichnen würde. Daher sind wir uns beide doch sehr ähnlich, nicht wahr? ;-)
Na ja, ab einem gewissen Alter haben doch einige Menschen die Fähigkeit zu denken.
Ich wünsche mir auf meine Frage schon eine sinnvolle- nicht "verallgemeinernde" Antwort.
Der erwähnte Kommentar ist sehr wohl überlegt. Es könnte doch sein, dass ich damit etwas erreichen möchte, - oder? ;-))