Frage von kazon500, 80

Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?

Denn:

  1. In der Demokratie wird immer über das für und wieder gestreitet und niemand kommt zu Potte
  2. Wenn man mal eine dringende Entscheidung fällen muss, wird hin und her diskutiert bis es zu spät ist.
  3. Lobbyismus wäre kein Problem mehr
  4. Bei kriegerischen Fragen wäre kein Gutachten vom Auschuss des bla.. nötig, über den dann dort abgestimmt werden muss, und was dann von dem und dem abgesegnet werden muss (Sprichwort: "Luxemburg überrennt uns")
  5. Bei moralisch heiklen Fragen können auch unangenehme Entscheidungen (die richtig sein können) gefällt werden, weil niemand um seine Wählerstimmen fürchten muss
  6. Machtspiele und das "für dumm Verkaufen" der Wähler (Stichwort; Wahlversprechen) gäbe es nicht mehr.
  7. So ne k wie die AfD würde niemals entstehen
  8. usw.

Die Quintessenz meiner Argumente ist, dass der Entscheidungsweg deutlich verkürzt würde und auch Meinungsmanipulation (z.B. durch Medien) keine Auswirkung auf wichtige Fragen hätte, was beides heutzutage schwerwiegende Probleme sind.

Das dies nicht passieren wird und auch nicht optimal wäre weil zu viel Macht bekanntlich korrumpiert ist mir klar. Aber dieses ewige für und wieder besonders in den derzeitigen Debatten um IS und Flüchtlinge (siehe Punkt 1) gehen mir halt heftig auf den Sack. Denn im Endeffekt tut sich so und so nichts.

Auch so Bauernopfer wie der Rücktritt des Kölner Polizeipräsidenten Silvester würde nicht passieren, weil die oberen Etagen nicht davor Angst haben müssten ihre Macht zu verlieren, obwohl eindeutig die es waren, die hier was verbockt haben.

MFG

P.S.: Am besten wäre wohl ein vom parlament kontrollierter Monarch, der jedoch uneingeschränkte gesetzesvollmacht hat, das parlament jedoch genau so. So dass sie sich Gegenseitig kontrollieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 41

Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?

Du stellst die Frage falsch, weil du von falschen Voraussetzungen ausgehst.

Der wichtigste Fehler: Du glaubst, das, was wir haben, wäre eine Demokratie, nur weil es sich Demokratie nennt.

Das ist jedoch ein Irrtum. Tatsächlich lebst du in einer "befristeten Aristokratie". Nicht "das Volk", wie in einer DEMO-kratie eigentlich notwendig, sondern "Berufs-Politiker" (= Aristokraten) sitzen an den Hebeln der Macht. 

Sie entscheiden, was getan wird, wann es getan wird, wie es getan wird, wo es getan wird und ob es überhaupt getan wird.

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Und um wenigstens den Anschein von Demokratie zu erwecken, darfst du alle vier Jahre unter diesen Aristokraten einige auswählen, die dein zukünftiger Vormund sind.

Einfaches Beispiel: Angenommen 100% der Deutschen fänden, dass die CDU leidlich gute Arbeit macht, wollten aber Frau Merkel nicht mehr als Kanzlerin haben, weil sie ihrer Meinung nach einen schlechten Job macht. 

Frage: Wie können diese 100% der Wähler nun wählen, dass dieses Ergebnis eintritt? Die CDU bekommt die (Allein-)Regierung; aber Frau Merkel bekommt keinen Posten mehr; weder als Abgeordnete, noch als Kanzlerin, Ministerin oder sonstwas.

Auflösung: Es geht nicht. Es gibt keinen Weg, das durch Wahl zu erreichen.

Die Stimmen von 100% des Volkes sind ... verpufft. Denn die Aristokraten bestimmen selbst, wen sie zu ihrem und deinem Oberhaupt machen. 

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Doch wenn ein Volk nicht einmal imstande ist sich seine Regierung selbst zu wählen, was ist das dann für eine Demokratie?

Ja, man versucht, sie dir als "parlamentarische Demokratie" zu verkaufen, weil du ja wenigstens einige Abgeordnete "direkt wählen" kannst. Doch dagegen haben die Aristokraten längst ein wirksames Mittel: Den Fraktionszwang. Er ist zwar verfassungswidrig, doch er wird einfach als "Fraktionsdisziplin" getarnt, um sich auch hier den oberflächlichen Anschein von "demokratischen Strukturen" zu geben...

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Mit anderen Worten: Das, was du "fehlerhafte Demokratie" nennst, ist in Wahrheit GAR KEINE Demokratie, sondern eine "pseudo-demokratische Aristokratie, die stark anokratische Züge trägt". 

Insofern tritt deine Argumentation auch nicht gegen die Demokratie selbst an.

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Das wiederum führt notwendigerweise dazu, dass einige deiner Argumente irrig sind:

Argument (1, 2, 5, 6): Der Streit, den du beobachtest, ist kein "demokratischer Streit um den Weg", sondern vor allem ein "Macht-Streit unter den Aristokraten". Es geht ihnen nicht um das Ergebnis, sondern um die Frage, wie viel Macht man aus dieser Sache schlagen kann bzw. dadurch verlieren wird.

Das kannst du leicht erkennen, wenn wieder mal eine Partei "mehr Profil" zeigen oder "sich abgrenzen" will. Denn bei solchen "Profil- & Abgrenzungs-Aktionen" geht es NIE um Inhalte, sondern immer nur um die eine Frage: "Wie kann ich mich so gegen die anderen Aristokraten profilieren, dass das Wahlvieh beim nächsten Mal mir die Stimme gibt?"

Argument (3): In einer Demokratie muss Lobbyismus auch kein Problem sein. Man verbietet ihn einfach. Punkt.

Dass er nicht verboten wird, ja, dass die "Abgeordneten" sich sogar straffrei weigern dürfen, dem "Souverän" ihre Nebeneinkünfte - und damit ihre Abhängigkeiten - lückenlos offenzulegen, ist erneut ein Indikator für "fehlende Demokratie"; nicht für "schlechte Demokratie". Denn in einer Volks-Herrschaft (= Demo-kratie), sollte doch wohl der Chef sagen, wo es lang geht; und nicht dessen bezahlte Beauftragte, nicht wahr?!

Argument (4): Wohin es führt, wenn ein Diktator, Kaiser, König oder Fürst die Entscheidung allein trifft, kannst du in Tausenden Beispielen in den Geschichtsbüchern nachlesen.

Es ist auch ein Verdienst der Tatsache, dass wir "wenigstens in einer pseudo-demokratischen Aristokratie leben", dass Europa gerade die längste friedliche Phase seit Beginn der Geschichtsschreibung(!) erlebt. Nimm das nicht auf die leichte Schulter! Es ist schneller verspielt, als du dich umschauen kannst. 

Argument (7): Wie viele und welche "Interessengruppierungen" entstehen, ist in einer Demokratie gleichgültig. Gerade die zunehmende Meinungsfreiheit, aber auch die zunehmende Bildung waren es, die viele positive Dinge ermöglicht haben. Und erst die Verknüpfung mit pseudo-demokratischer Aristokratie offenbart das schädliche Potenzial.

Insofern gibt es in einer "echten Demokratie" viele Möglichkeiten, gewissen Auswüchsen entgegen zu treten. Und dennoch sollte man eines nicht vergessen: Wenn sich auf demokratischem Wege "AfD-Mehrheiten" finden ließen, dann wären es immer noch demokratische Mehrheiten; auch, wenn sie dir und einigen anderen vielleicht nicht gefallen sollten.

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(Tatsächlich wäre es meines Erachtens viel interessanter, die Frage umzuformulieren und zu sagen: "Seht diese Fehler im System! Wie kann man sie INNERHALB EINER DEMOKRATIE beseitigen?")

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Die Quintessenz meiner Argumente ist, dass der Entscheidungsweg deutlich verkürzt würde und auch Meinungsmanipulation (z.B. durch Medien) keine Auswirkung auf wichtige Fragen hätte, was beides heutzutage schwerwiegende Probleme sind.

Dafür gibt es auch demokratische Mittel, darunter etwa das Verhindern der Konzentration und Verfestigung von Macht (in den Partei-Eliten). Dir sollten sich die Nackenhaare sträuben, wenn sich Partei-Bosse zusammensetzen und beispielsweise den kommenden Bundespräsidenten ausklüngeln, der dann - um den demokratischen Anschein zu wahren - von der Bundesversammlung noch legitimiert werden darf.

Denn damit HAST DU BEREITS deine "Monarchie" bzw. "Diktatur". Nur eben, dass es nicht einen Monarchen bzw. Diktator gibt, sondern eine sehr überschaubare Gruppe, die diese Machtverteilung unter sich ausficht (und das zumeist nicht annähernd so böse, wie du wahrzunehmen glaubst; denn auch hier ist viel "Theater für den Pöbel" dabei).

P.S.: Am besten wäre wohl ein vom parlament kontrollierter Monarch, der jedoch uneingeschränkte gesetzesvollmacht hat, das parlament jedoch genau so. So dass sie sich Gegenseitig kontrollieren.

Und an dieser Stelle hast du den Weg zum Grundgesetz gefunden. ;)

Tatsächlich ist dein "vom Parlament kontrollierter Monarch" sehr weitgehend in der Regierung abgebildet. Also zumindest theoretisch. Denn in der Praxis - s. "Aristokratie", "Fraktionszwang", "geheime Ausschüsse", etc. - verhindert das Machtgefüge diese "parlamentarische Kontrolle" sehr wirkungsvoll. 

Insofern bräuchtest du nur eine einzige Forderung zu stellen: Transparenz!

Damit würden viele der von dir aufgezeigten Fehler im System (und noch ein ganzer Haufen mehr, die du hier nicht erwähnt hast), sehr effektiv bekämpft werden können...  

Kommentar von kazon500 ,

Okay krasse Antwort, hab mir das jetzt öfters durchgelesen und finde deine Argumentation echt heftig... Ob das auch meine Meinung ist weiß ich jetzt noch nicht xD Aber ansonsten klingt das echt stichhaltig.

Das Diskussionsergebnisse und "Abgrenzungen" in Parlamenten oft Machtspiele sind ist mir allerdings klar, ich war nur der "Illusion verfallen" dass es ja sein könnte das es manchmal wirklich um "das Thema" geht und nicht um die eigene Macht... aber das ergebnis des nicht zu potte kommens bleibt ja gleich.... [Ich denke/hoffe aber trotzdem dass es bei vielen Debatten (30%) vllt doch um Inhalte gehen könnte]

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ob das auch meine Meinung ist weiß ich jetzt noch nicht xD

Yep. :) Denke nur gründlich darüber nach! Mehr will ich nicht erreichen.

Das Diskussionsergebnisse und "Abgrenzungen" in Parlamenten oft Machtspiele sind ist mir allerdings klar, ich war nur der "Illusion verfallen" dass es ja sein könnte das es manchmal wirklich um "das Thema" geht 

Nein, das gesamte politische Gefüge, und dazu gehören auch die politischen Diskurse, dreht sich IMMER zentral um Macht und haben als Abfall-Ergebnis die Themenausrichtung.

In jedem anderen Fall müsste man annehmen, dass "alle Wege richtig" sind. 

Doch das ist nachweislich nicht der Fall. So hat sich beispielsweise der Liberalismus, dem man in den 90er und 2000er Jahren nahezu bedingungslos gefolgt ist, als ausnahmslos(!) problematisch für Demokratie und Volk erwiesen und nur einigen wenigen wirklich genutzt; war also, insgesamt betrachtet, vollständig anti-demokratisch; damit verfassungsfeindlich ... und müsste daher, würde man in einem wirklich demokratischen Umfeld leben, zu einer gesellschaftlichen Randerscheinung werden. 

(Nicht verwechseln: Liberalismus ist als Diskussions-Argument wichtig! Und wenn er der GESAMTEN GESELLSCHAFT nutzt, sollte er auch in Betracht gezogen werden. Doch ihn "überzustülpen" ist nichts anderes als an Faschismus grenzende Diktatur - und zwar gemäß der geltenden Definitionen für die Begriffe "Faschismus" und "Diktatur".)

Insofern müsste also ZWINGEND bei jeder Themen-Entscheidung auch eine "Ergebnis-Diskussion" stattfinden; also analysiert werden, ob die momentane Entscheidung auch wirklich in 5, 10 oder 15 Jahren das erwartete Resultat bringen wird bzw. was auf dem Weg hemmend wirken kann.

Auch hier ein Beispiel: "Riester-Rente". Es war bereits zu Zeiten der Einführung dieser "Privat-Rente" absehbar, dass große Teile der Sparer damit abgezockt werden würden: Hohe Abgaben an Banken und Vermittler; lange bevor sich erste Renditen niederschlagen können würde. Doch in der Zwischenzeit änderten sich die Spielregeln auf dem Markt. Das kam wenig überraschend; war aber für die Sparer enorm nachteilig. Heute können nach einschlägigen Schätzungen von Experten rund 80%(!) der Sparer bestenfalls noch hoffen, dass sie wenigstens ihr eingezahltes Geld zurückbekommen. 

Dass diese Privat-Rente dennoch eingeführt wurde, hatte ALLEIN MACHTPOLITISCHE GRÜNDE. 

Entsprechendes kannst du an zahllosen anderen Stellen beobachten: Etwa beim Mindestlohn. Alle Parteien wissen, dass rund 50% aller lohnabhängig Erwerbstätigen (= "Arbeitnehmer") ab 2030 in Altersarmut gehen werden. Nicht nur die "faulen Arbeitslosen", sondern auch fast jeder zweite Arbeitnehmer, der sich 40 Jahre lang den Buckel krumm geschuftet hat und jeden Morgen brav aufgestanden ist.

Ein System, das ABSICHTLICH 40% der Bevölkerung in Armut schickt und dabei noch nicht einmal den restlichen 60% wirklich nutzt, ist ... irrational. 

Das klärt sich erst auf, wenn man sieht, dass dieses System tatsächlich einigen nutzt: Den obersten 10% der Bevölkerung. Den "reichen Erben und den Schwerverdienern". 

Wenn aber ein System 40% der Bevölkerung WISSENTLICH in Armut schickt, um 10% der Bevölkerung einen Nutzen zu bringen, dann ist es ... nun, wohl kaum ein "Mehrheits-System", kann also vieles sein, aber keine Demokratie, nicht wahr?!

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[Ich denke/hoffe aber trotzdem dass es bei vielen Debatten (30%) vllt doch um Inhalte gehen könnte]

Setzen wir mal eine Sache voraus: NIEMAND - weder die Rechten, noch die (nicht existierende) "Mitte", noch die Linken - ist im Besitz des Steins der Weisen.

Dann wären "Inhalts-Debatten" zwingend davon getragen, sich ALLE ARGUMENTE anzuhören, ganz egal, wie verwegen sie einem selbst zunächst erscheinen mögen.

Doch das genaue Gegenteil findet in unserer "parlamentarischen Vertretung" statt: Die Regierungspartei verteidigt - übrigens verfassungswidrig - alle Aktivitäten der Regierung und boxt in ihrem Sinne kraft Mehrheiten Gesetze durch. Nicht, weil diese "sinnvoll" sind, sondern weil die Regierung - bzw. genauer: die Partei-Elite - es sich so wünscht.

Gleichzeitig werden alle Einlassungen des "politischen Gegners" (schon das ist in einer Demokratie Quatsch!) auf oft persönlichem Niveau verhöhnt und diskreditiert ... und zwar OHNE ZUZUHÖREN. OHNE DARÜBER AUCH NUR NACHZUDENKEN. 

... einfach nur, weil es der "politische Gegner" ist, der einen um die Macht bringen will.

Beweis: AUSNAHMSLOS JEDE Bundestags-"Debatte" (auf Phönix beliebig nachvollziehbar) Das sind keine "Debatten", denn hier werden keine Argumente ausgetauscht und bedacht. Das sind reine Machtdemonstrationen...

Kommentar von oelbart ,

Wie können diese 100% der Wähler nun wählen, dass dieses Ergebnis
eintritt? Die CDU bekommt die (Allein-)Regierung; aber Frau Merkel
bekommt keinen Posten mehr; weder als Abgeordnete, noch als Kanzlerin,
Ministerin oder sonstwas.

Du verkennst, dass auch die CDU eine demokratische Partei ist (Parteien, die beispielsweise nach dem Führerprinzip funktionieren, sind in Deutschland nicht zugelassen). Demokratische Teilhabe der Bürger heißt eben nicht nur, einmal in vier Jahren von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch zu machen, sondern auch, sich selbst in Parteien zu engagieren und aktiv Politik zu gestalten. Auf diese Weise sind die Spitzenkandidaten einer Partei demokratisch legitimiert.
Und um Deine Frage zu beantworten: Wenn wirklich die Mehrheit der Deutschen für das Programm der CDU aber gegen Frau Merkel wäre, müsste eben irgendjemand aus dieser Volksmehrheit sich bereiterklären, eine Partei zu gründen, die das Programm der CDU kopiert aber Frau Merkel nicht Mitglied werden lässt. In Deinem Szenario müsste diese Partei dann ja aus dem Stand in die Landtage und den Bundestag einziehen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Demokratische Teilhabe der Bürger heißt eben nicht nur, einmal in vier Jahren von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch zu machen, sondern auch, sich selbst in Parteien zu engagieren und aktiv Politik zu gestalten. Auf diese Weise sind die Spitzenkandidaten einer Partei demokratisch legitimiert.

Du glaubst also "Partei-Zwang" (wie in der DDR) sei die Lösung?

Gut, machen wir auch dazu ein Gedankenexperiment

Angenommen, ich bin ein "ökologischer, sozialer Unternehmer"; also ein Mensch, der sich eine Welt wünscht, die sozial ausgerichtet ist (etwa Einkommen, von denen die Mitarbeiter bequem leben können),  in der "Ökologie" nicht nur ein Nischenwort ist; die aber dennoch "wirtschaftliche Schwerpunkte" trägt. 

Frage: Welche Partei käme für mich in Frage?

  • Die CDU, als relativ wirtschaftsnahe Partei, übertreibt es an vielen Ecken und lässt insbesondere "Ökologie" und die "soziale Komponente" (s. Mindestlohn) hinten runterfallen. 
  • Die FDP entfällt als pseudo-liberale Sparten- & Lobby-Partei völlig.
  • Ebenso die AfD. (So reich ist unser Unternehmer noch nicht.)
  • Die GRÜNEN setzen zwar "ökologische Schwerpunkte", tun sich aber mit "sozialen Schwerpunkten " schwer; sie sind "grüne Liberale", entfallen also auch.
  • Die SPD steht der CDU so nahe, dass die Parteien schon verschmelzen und Unterschiede nur noch am Namen des Äußernden erkennbar sind. 
  • Bliebe noch Die LINKE, doch deren "wirtschaftliche Schwerpunkte" sind zu wenig kristallin ...

Mit anderen Worten: Es gibt KEINE Partei, die diese Zielrichtung allein vereint. Jede Partei hat einige Fragmente der Ziele unseres Unternehmers. Doch KEINE der Parteien bildet die gesellschaftlichen Wünsche so weit ab, dass sie als "alleinige Vertretung" unseres Unternehmers fungieren kann und soll.

Bezug zum ersten Gedankenexperiment:

Angenommen, ich entscheide mich trotzdem für eine Partei. Sagen wir, es werden nach dem Auswürfeln die GRÜNEN.

Frage: Wie kann ich aus dieser Partei heraus bewirken, dass Frau Merkel aufgrund ihrer Schwäche nicht Bundeskanzlerin, Ministerin, etc. wird, aber die CDU mit ihrer relativen Wirtschaftsnähe durchaus eine Führungsposition innerhalb des Parlaments inne hat?

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Du siehst: Das "Führer-Konzept durch Parteieliten" ist schlicht veraltet und untauglich, um komplexe Gebilde, wie gesellschaftliche Ausrichtungen, innerhalb einer Demokratie abzubilden.

Es taugt für junge, unfähige Demokratien gerade noch, um der Zerfaserung entgegen zu wirken. Doch unser Unternehmer stellt ja nun wahrlich keine besonders abwegigen Forderungen, wenn er sagt: "Sozial muss es sein, damit die Menschen die Gesellschaft auch nutzen können. Ökologisch muss es sein, damit auch die Kinder noch etwas von diesem Planeten haben. Und wirtschaftlich orientiert muss es sein, denn als Unternehmer möchte ich zumindest noch ein paar Jahre Gewinne abschöpfen, um mir meinen Wohlstand im Alter zu sichern."

Innerhalb gewachsener demokratischer Vorstellungen ist das "Parteien-Führungs-Konzept" für die Ziele unseres Unternehmers völlig unbrauchbar.

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Und unser Unternehmer ist nicht allein: In Deutschland sind nicht einmal 1,5 Millionen von gut 80 Millionen Menschen - also gerade einmal 1,9 Prozent bzw. 2,4 Prozent aller Wahlberechtigten - in Parteien organisiert. ( http://goo.gl/dxcJ9O

Ganz offensichtlich wünscht sich die Bevölkerung - immerhin 97,6%; und damit die absolute "Mega-Mehrheit" - mit eindeutigem Votum andere Vertretungsprinzipien, als die bisherige "Parteien-Führer-Vertretung". 

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... und wieder sind es die Parteien, die nicht imstande - und vor allem NICHT WILLENS - sind, den Willen der Bevölkerung abzubilden...

Kommentar von oelbart ,

Du könntest Dir das Parteiprogramm der ÖDP ansehen, oder aber bei den Grünen eintreten und für Deine Positionen werben oder eine eigene Partei gründen, in der Du für die Positionen wirbst.

Klar, wenn Du nicht bereit bist, für Deine Positionen zu werben, wirst Du auch niemanden damit überzeugen - aber welches System schwebt Dir denn vor, in dem man ohne Überzeugungsarbeit überzeugen kann?

Kommentar von Unsinkable2 ,

Du verkennst, dass auch die CDU eine demokratische Partei ist (Parteien, die beispielsweise nach dem Führerprinzip funktionieren, sind in Deutschland nicht zugelassen).

Sicher doch. Genauso, wie es in Deutschland keinen "Fraktionszwang" gibt, Nazis verfolgt und bestraft wurden (beispielsweise mit dem Titel "Bundeskanzler") und Korruption etwas für Bananen-Republiken ist.

Du hast ein sehr schlechtes Beispiel gewählt, oelbart: CDU und CSU sind per definitionem die undemokratischsten Parteien der gesamten Parteienlandschaft (einschließlich der NPD) der Bundesrepublik. 

Hättest du "LINKE" gesagt, könntest du immer noch auf "Basis-Diskurs" zeigen; doch CDU und CSU verweigern diese Art der Teilhabe VÖLLIG und ABSOLUT.

Hättest du "SPD" oder "GRÜNE" gesagt, könntest du wenigstens auf "Basis-Befragung" i.S.v. "gelegentlichen Referenden" tippen; doch CDU und CSU verweigern diese Art der Teilhabe VÖLLIG und ABSOLUT.

Hättest du "FDP" gesagt, könntest du wenigstens auf fundamental-demokratische Prinzipien in den mittleren Ebenen der Partei verweisen; doch - du ahnst es sicherlich schon - CDU und CSU verweigern diese Art der Teilhabe VÖLLIG und ABSOLUT.

Zusammenfassung: CDU und CSU sind die größten Demokratie-Verweigerer in der gesamten Parteienlandschaft der Bundesrepublik. Es gibt kaum ein demokratisches Mittel, das diese Parteien nicht zum Vorteil und zur Festigung der Macht ihrer eigenen Partei-Eliten beugen oder brechen.

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Parteien, die beispielsweise nach dem Führerprinzip funktionieren, sind in Deutschland nicht zugelassen

Das ist unwahr, oelbart. Richtig ist: Sie müssen sich demokratischen Prinzipien, etwa Wahlen, beugen. Ein "gewählter Führer" der Partei ist nicht nur erlaubt, er ist sogar vorgeschrieben.

Und - offensichtlich weißt du auch das nicht - selbst der "GröFaZ" war in seinem amtlichen Titel nichts anderes als ein "Parteivorsitzender". Zum "GröFaz" machte ihn erst der Volksmund...

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Doch wenn wir schon bei "Wahlen" sind: 

Schaue dir mal anlässlich von Wahlen innerhalb der Parteien die Schlagzeilen an! Da wirst du Begriffe lesen, die dich erstaunen lassen, wenn du sie mit wachem Verstand und wenigstens fundamentalen Kenntnissen von demokratischen Anforderungen liest:

  • Man nennt es "Wahl", wenn sich EIN (vorher im Hinterzimmer ausgeklüngelter) Kandidat auf einen Posten bewirbt.
  • Man nennt es "Kampf-Kandidatur", wenn sich ZWEI Leute auf einen Posten bewerben.
  • Man sieht "die Partei zerbrechen", wenn sich MEHR ALS ZWEI Leute auf einen Posten bewerben.
  • Man "erwartet" Wahlergebnisse von 90+ Prozent, die sozialistische Wahlen mindestens einholen.
  • Man "ist schockiert", wenn ein Gewählter "nur 80+ Prozent" der Stimmen bekommt.
  • Man "ist erschüttert" und sieht die Grundfesten der Partei in Gefahr, wenn ein Gewählter "nur 70+ Prozent" der Stimmen bekommt.

Nein, das ist kein Scherz. Sowas kannst du dir nicht ausdenken. Das ist "Führer-Kult" in Reinkultur und traurige Realität in einem Land, das sich "demokratisch" nennt und an "demokratische Wahlen" glaubt.

Und das Einzige, was sie jetzt noch vom "GröFaZ"-Kult trennt, ist ... nichts. Gar nichts, außer der Tatsache, dass man heute im Regelfall niemanden mehr mal eben physisch ums Leben bringt. Doch vor einem politischen Mord (der Volksmund nennt es "kaltstellen" und "in die Wüste schicken") schreckt niemand - auch und gerade die Führerin der CDU - nicht zurück. Denn selbst die "Vorwahl-Diskussionen" innerhalb der Partei stellen auf "Wähle unseren Führer, oder stirb (politisch)!" ab.

Selbst die Kriegstreiberei der Partei-Führer-Eliten lässt sich - wie einst in der Weimarer Republik und im Dritten Reich - leicht nachvollziehen: Aus einer "Armee-freien Bundesrepublik" wurde ein "Land mit reiner Verteidigungsarmee" wurde ein "Land, das seine Grenzen am Hindukusch und in Mali verteidigt" ... wurde ein Land, das seine Enkel mit der Waffe in der Hand weiter schickt, als die Großväter jemals kamen...

Kommentar von ollesgemuese ,

Tja, erstaunlich wie wenig sinnvolles oder richtiges man in soviel text finden kann...

Kommentar von oelbart ,

Ich kenne mich mit den genauen Strukturen innerhalb der Union nicht aus, aber soweit ich weiß, gibt es auch dort Ortsverbände, Landesvertretungen, Interessenverbände (zb Junge Union, Frauenunion,...), Klausurtagungen, Abstimmungen etc. Alles Möglichkeiten, auf die Parteiausrichtung Einfluss zu nehmen.

Und alle diese Möglichkeiten gibt es in einer Partei nach dem Führerprinzip nicht, auch wenn der Führer einer solchen Partei gewählt wurde.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 12


Wäre eine Monarchie mit einem gutwilligen und intelligenten Herrscher mit fähigen Beratern nicht ein besseres System als die Demokratie?


Diese sehr theoretische Frage ist ziemlich realitätsfern!

 -    Dass eine Monarchie einen fähigen Monarchen und auch noch fähige Berater hat, mag vorkommen, aber die Beispiele in der Vergangenheit sind ziemlich rar. In einer Monarchie wird der Thron vererbt, sodass die gewünschte Kombination reiner Zufall wäre. Ein schlechter Monarch, der sich schlechte Berater zur Seite stellt, könnte durch die Länge seiner Regierungszeit den Bestand des Landes gefährden. Nur unter sehr problematischen, meist bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen könnte ein Volk einen schlechten Monarchen loswerden. Dieser müsste also durchaus "Angst" davor haben, seine "Macht zu verlieren", weshalb er - aber nur, wenn er gut beraten wäre! - seine Entscheidungen entsprechend sehr wenig willkürlich ausrichten sollte! In Deutschland haben wir Erfahrungen mit schlechten Monarchen machen müssen, zuletzt mit Wilhelm II., der sich vorallem von seinen Hofschranzen beraten ließ und ihrer "Meinungsmanipulation" hoffnungslos ausgeliefert war - mit entsprechenden Folgen für den Monarchen, sein Volk und ganz Deutschland.

-     Die Frage unterstellt zudem, dass eine Demokratie keinen fähigen "Herrscher" mit fähigen "Beratern" haben könnte. Das ist aber historisch widerlegt! Zwar wird jede Demokratie auch einmal eine schlechte Regierung haben, die aber nach relativ kurzer Zeit vom Volk abgewählt werden kann. Damit hat die Demokratie klare Vorteile vor einer Monarchie!

-     In Deutschland wie anderen Demokratien wird die Stelle eines starken regierenden Monarchen entweder von einem starken Präsidenten oder einem starken (Bundes-)Kanzler bzw. Ersten Minister eingenommen. Die Bundesrepublik hat sich für einen starken Bundeskanzler entschieden, der die Richtlinien der Politik bestimmt. Seine Berater sind teils persönliche Vertraute, die in der Tat nur beraten, teils Kabinettsmitglieder, Minister, die beraten und mitbestimmen. Das Staatsoberhaupt, der Bundespräsident, das Parlament und die Hohe Gerichtsbarkeit kontrollieren - und unterstützen damit, was gerne mal vergessen wird! - die Arbeit der Regierung. Auf diese Weise wird i. d. R. eine effektive Regierung das Staatswesen leiten.

-     Der Vorwurf der Langsamkeit, in einer Demokratie Entscheidungen zu fällen, geht in die Irre. Die rasche, schnelle Entscheidung ist selten die beste! Es ist für viele Entscheidungen gut und sinnvoll, dass in einem umfassenden Meinungsaustausch von Politikern in Bund und Ländern untereinander und mit der interessierten Öffentlichkeit der Inhalt solcher Entscheidungen abgewogen, ggf. korrigiert und verändert wird. In besonderen Situation kann die Bundesregierung selbständig handeln und die Zustimmung des Parlamentes nachträglich einholen. Ein "Gesetzgebungsnotstand" kann unter bestimmten Voraussetzungen erklärt werden. Auch ist bei wichtigen Gesetzen eine Verabschiedung innerhalb weniger Tage möglich. Kurz: eine Demokratie kann in dringenden Fällen nicht weniger rasch reagieren als eine Monarchie.

-     Was den "Lobbyismus" angeht, so gibt die Geschichte zahlreiche Belege dafür her, dass keine Staatsform mehr vom "Lobbyismus" bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen abhing als die Monarchie! Gerade mittelmäßige und schlechte Monarchen waren immer von ihren Beratern und gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich hinter diesen verbargen, abhängig und haben sich von ihnen lenken lassen - oder sich überhaupt nicht um die Regierungsgeschäfte gekümmert. Beispielsweise hat Bismarck immer dafür gesorgt, seine Gesellschaftsklasse, die preußischen Junker, zum Nachteil des Staates politisch und ganz besonders wirtschatlich zu bevorzugen. Und im damaligen Vergleich war das Gespann Wilhelm I. - Bismarck ein Modell für eine einigermaßen funktionierende starke Monarchie.

-     Ein "parlamentarischer Monarch" kann keine umfassenden Gesetzgebungskompetenzen haben! Hätte er die, wäre er ein Monarch, aber kein parlamentarischer. Ohne Zweifel käme es zwischen Monarch und Parlament irgendwann zu unüberbrückbaren Gegensätzen. Das gab es z. B. im 17. Jahrhundert in England, wo man das Problem auf die Weise gelöst hat, dass der König im wahrsten Wortsinn seinen Kopf verlor. Auf so blutige Schauspiele sollten wir verzichten! :-))

Bei der Frage: Monarchie oder parlamentarische Demokratie als Staatsform fällt das Urteil eindeutig aus, nämlich für die parlamentarische Demokratie!

MfG   

Arnold    

  







Antwort
von Ansegisel, 74

Jedes System wäre perfekt, wenn die Menschen darin perfekt wären.

Da das aber niemals eintreten wird, ist ein System, in dem möglichst viele Bevölkerungs- und Interessengruppen zu Wort kommen können, der beste Schutz vor einseitigen und nachteiligen Entscheidungen.

In deiner Liste (Punkte 1,2, 5,6) gehst du davon aus, dass es immer eine objektiv richtige Entscheidung gibt, die ein "guter Tyrann" erkennen und 1:1 umsetzen würde. Solche eindeutig richtigen Entscheidungen gibt es jedoch nicht, denn die Menschen in einem Staat sind völlig verschieden, was ihre Interessen angeht.

Der einzige Weg, die Menschen auf eine Interessenlinie mit dem Herrscher zu bringen, ist eine völlige Gleichschaltung sämtlicher Medien und letztlich ein staatlich gesteuerter Propagandaapperat. Dieser stützt sich dann aber einzig und allein auf das, was die Regierung für notwendig erachtet, nicht auf das, was tatsächlich notwendig ist.

Die gute Diktatur ist ein nettes Gedankenspiel, aber sie hat, genauso wie der Kommunismus, in der Geschichte noch nie funktioniert. Und Versuche gab und gibt es wirklich genug.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Jedes System wäre perfekt, wenn die Menschen darin perfekt wären.

"Perfekt für wen"? ... Kapitalismus hat die Kapitalakkumulation zum Ziel. In einem "perfekten Kapitalismus" hat also einer ALLES, und der Rest NIX. Wäre das für dich auch "perfekt"?

Und Versuche gab und gibt es wirklich genug.

Über den Zeitraum von ca. 70 Jahren, wenn man es großzügig bemisst, um die gesamte Spanne abzudecken.

Der Kapitalismus sucht, bemessen wir vorsichtig, seit rund 170 Jahren, also rund 2,5 Mal so lange, seinen Weg. Immer wieder führte der Weg in Kriege, Krisen, Hunger, Elend und Tod. Ist es ihm gelungen, einen "guten Weg" zu finden, braucht er noch eine Chance; oder "gibt es nun genug Versuche"?

Kommentar von Ansegisel ,

Kapitalismus ist keine Regierungsform, sondern eine Wirtschaftsform.

Auch eine Diktatur kann kapitalistisch sein und ist dies in meinen Augen sogar in noch größerem Ausmaße als eine Demokratie. In der Demokratie besteht immerhin die Möglichkeit der Einflussnahme der Bevölkerung auf die wirtschaftliche Ausrichtung des Staates, in einer Diktatur ist dies praktisch ausgeschlossen, da die Bevölkerung grundsätzlich von politischen Entscheidungen ausgeschlossen ist.

Bestes Beispiel ist Nordkorea: Eine Diktatur, die dem Selbstverständnis nach kommunistisch ist, jedoch in ihrer Ausprägung kapitalistischer kaum sein könnte: Eine kleine Elite vereint praktisch den gesamten Wohlstand auf sich selbst  und greift zur Erhaltung der wirtschaftlichen und politischen Vormachtstellung auf härteste Repressalien gegenüber der Bevölkerung zurück.

Kommentar von Unsinkable2 ,

In der Demokratie besteht immerhin die Möglichkeit der Einflussnahme der Bevölkerung auf die wirtschaftliche Ausrichtung des Staates, in einer Diktatur ist dies praktisch ausgeschlossen, da die Bevölkerung grundsätzlich von politischen Entscheidungen ausgeschlossen ist.

... dir ist bewusst, dass du gerade die Bundesrepublik als Diktatur verkaufst? 

Kommentar von Ansegisel ,

Und zwar weil...?

Man kann in Deutschland zu hundertausenden Demonstrieren (etwa gegen TTIP), man kann Parteien wählen, die eine andere wirtschaftliche Ausrichtung einschlagen wollen und man kann sich zu guter Letzt auch selbst politisch engagieren, um seine eigenen Vorstellungen zu vertreten.

Auf diese Möglichkeiten dürften die Menschen, die in einer tatsächlichen Diktatur leben, ziemlich neidisch sein.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Man kann in Deutschland zu hundertausenden Demonstrieren

Das kann man. Und es gab in der Bundesrepublik auch schon mehrere Hundert Großdemonstrationen zu allen möglichen Themen. 

Da aber die allermeisten wohl kaum demonstrieren gehen, weil sie gerade Langeweile haben, sollte man mal auf die Ergebnisse solcher Demonstrationen schauen, nicht wahr?!

Und da sieht es zappenduster aus:

  • Bundesrepublik: Mehrere Hundert Großdemonstrationen zu allen möglichen Themen (von Aufrüstung bis Zivildienst) Ergebnisse: Nahe Null; die Parteien machten einfach ihr Ding weiter, als wäre nie etwas geschehen.
  • DDR: 2 - in Worten: Z-W-E-I - Großdemonstrationen zu zwei Themen. Ergebnis 100 Prozent Erfüllung (bei der zweiten Demonstration sogar 100 Prozent Übererfüllung, denn aus "Wir sind DAS Volk" wurde für die meisten Demonstranten und Beobachter völlig überraschend "Wir sind EIN Volk".)

Willst du mir jetzt also sagen, dass die DDR das demokratischere Land sei, weil Demonstrationen dort mit dem Faktor 100 fruchtbarer sind? Oder möchtest du mir verkaufen, dass "Demonstrationen mit Null-Ergebnis" typische demokratische Elemente sind?

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man kann Parteien wählen, die eine andere wirtschaftliche Ausrichtung einschlagen wollen

DAS ist mal eine neue Information: Welche "andere wirtschaftliche Ausrichtung" denn?

Man kann zwischen "ein bisschen neoliberal und viel konservativ" und "viel neoliberal und ein bisschen konservativ" wählen. Gibt es noch mehr Optionen?

Machen wir dazu ein Gedankenexperiment:

Du sitzt in der Kneipe. Der Wirt bringt dir die Karte. Dort findest du folgende Gerichte:

  • Bratkartoffeln mit Zwiebeln und viel Speck (CDU)
  • Bratkartoffeln mit Zwiebeln und etwas weniger Speck (CSU)
  • Bratkartoffeln mit viel Zwiebeln und ohne Speck (FDP)
  • Bratkartoffeln mit sehr viel frischen Zwiebeln (AfD)
  • Bratkartoffeln mit Zwiebeln und wenig Speck (GRÜNE)

... und dir steht der Appetit nach einem Schnitzel. Mit Salzkartoffeln, denn Bratkartoffeln verträgst du wegen des vielen Fetts partout nicht. 

Frage: Welche "Wahl" hast du? Für welches Gericht entscheidest du dich? Oder verlässt du hungrig die Gaststätte?

Erweiterung: Angenommen immer mehr Kunden dieser Gaststätte steht der Sinn nach "Für eine Weile keine Bratkartoffeln, bitte!". Die Gaststätte droht Pleite zu gehen, weil die Kunden einfach nix essen wollen.

Frage: Wessen Schuld ist die drohende Pleite? Die des Gastes, der sich ja die Bratkartoffeln trotzdem reinzwängen könnte, um so die Gaststätte vor der Pleite zu schützen? Oder die des Wirtes, der am Geschmack der Kunden vorbei einen Markt, den es nicht gibt, zu bedienen versucht?

Willst du mir also verkaufen, dass "Variationen der gleichen Bratkartoffeln" sowas wie "Wahl" darstellt?

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man kann sich zu guter Letzt auch selbst politisch engagieren, um seine eigenen Vorstellungen zu vertreten.

Sorry, Ansegisel, dieses Statement zeugt davon, dass du nicht die geringste Erfahrung auf diesem Gebiet hast. Es ist schlicht deiner (jugendlichen?) Naivität geschuldet.

Doch es ist KEINE ENTSCHULDIGUNG für deine Naivität!

  • Dir ist bekannt, wie man die Grünen (einst eine fast schon kommunistische Partei(!)) geschliffen und "verkonservativiert" hat, bevor man sie das erste Mal in tragenden Ebenen "zuließ"? Diese Partei hat mit den "Ur-Grünen" nichts, aber auch wirklich GAR NICHTS, mehr gemein, sieht man vom Namen der Partei ab.
  • Dir ist bekannt, wie die Piraten geschliffen und bis auf persönliche Ebene hinunter diskreditiert wurden, um sie von den Trögen der Macht fernzuhalten?
  • Dir fällt auf, wie die AfD nicht einmal im Ansatz inhaltlich, sondern vor allem anderen PERSONELL DISKREDITIERT wird?
  • Dir ist bekannt, wie man Varoufakis (Syriza, Griechenland) PERSÖNLICH DISKREDITIERT hat, um ihm bloß nicht zuhören zu müssen? Und dieser Mann hatte EIN GANZES VOLK HINTER SICH - kraft Wahlen und Referendum.

Wenn nicht einmal Wahlen und Referenden helfen, sich Gehör verschaffen zu können; wenn auf sehr persönlicher Ebene diskreditiert, diffamiert und mundtot gemacht wird, wenn man zu zahllosen Tricks und Kniffen greift, um dich in die Ecke zu drängen, ...

.... dann wünsche ich dir viel Spaß bei deinem "politischen Selbst-Engagement".

Wollen wir Wetten darauf abschließen, wie lange DU es aushalten würdest, derart infam behandelt und ständig persönlich, aber nur selten inhaltlich angegriffen zu werden? 

Ich tippe auf "keine 2 Jahre"...

Kommentar von Ansegisel ,

Interessant, dass du dich gegen die Diskreditierung politischer Ansichten auf persönlicher, nicht inhaltlicher, Ebene aussprichst, mir aber im gleichen Atemzug Naivität und mangelnde Erfahrung unterstellst, weil ich eine andere Ansicht als du vertrete.

Unter den Voraussetzungen ist mir irgendwie mein Feierabend zu schade, um mich hier noch weiter auf die Diskussion einzulassen.

Antwort
von voayager, 32

Deine Sicht der Herrschaftsformen ist ausgesprochen naiv. Wo soll es je eine segensreiche Herrschaft für die Beherrschten gegeben haben? Davon mal abgesehen, ist deine Auflistung mehr als fragwürdig, da klemmt es von "Vorne bis Hinten".

Es gibt Fälle, wo eine Monarchie mit antidemokratischer Stoßrichtung besser als eine übliche Demokratie war, siehe röm. Reich. Dann isses von obermies, hinführend zu mies, das gibt es auch.


Kommentar von kazon500 ,

Das Ziel der Frage war ja u.a. naiv zu sein, um eine Diskussion anzuregen....

Es gibt einige Beispiele für "segensreiche Herrschaften":

Augustus für die Römer

Englishe Monarchen für die Engländer während der Kolonialzeit

Otto für "Alt-Deutschland"

Nebukadmeza für Persien

Alexander für Makedonien (bis zu seinem Tod xD was danach passierte war eher Selbstzerstörung)

Das Ding ist halt, dass sie nur "segensreich" für das eigene Volk waren, aber das ist bei von Kapitalismus geprägter Demokratie ja nicht anders [frag mal Taiwanesen oder Kongolesen was sie davon halten].

Das die Auflistung hapert sehe ich nicht so, denn was ich schreibe sind ECHTE Probleme, die Demokratie hat.

Kommentar von voayager ,

Stimmt schon, eine Demokratie, so wie sie meist installiert ist, kann fürchterlich sein. Da gehen wir durchaus d`accord. Allerdings vertrete ich nicht die ansicht, dass eine Monarchie die Alternative für eine verkommene Demokratie ist. Das entspräche dem Prinzip: Satan mit Beelzebug austreiben.

Doch nun mal ein Bezug zu deinen Beispielen:

- Augustus war tatsächlich einer der besten Herrscher des röm. Reiches

- die Kolonialzeit war nicht nur für die Konialvölker ein Fluch, auch für alle Armen, die es recht zahlreich gab, sowie auch für viele Lohnabhängige. Ich empfehle da mal ein paar Romane von Charles Dickens zu lesen (Olliver Twist, David Copperfield usw.) und schon geht dir ein Kronleuchter auf, welche Armut, welche Unmenschlichkeit gegenüber Armen, unehelichen Kindern, Arbeitslosen usw. verfahtren wurde.

- Gemeint ist wohl Bismarck, der Mann der Dutschland einte, aber dafür sorgte, das Oben der Adel nicht wirklich entmachtet wurde und der nur widerwillig ein bloßes Minimum an Sozialleistungen einführte, um so der SPDden Wind aus den Segeln zu nehmen

Bei den beiden letzten Beispielen müßteman die Lage der sogenannten "einfachen" Leute kennen, dann ließe sich erst was dazu sagen. Der Glanz eines Staates, dessen Größe, dessen Macht, dessen Erweiterung ist jedenfalls kein Maßstab für was Positives, denn davon hat die bgreite Masse grade mal garnichts davon.

Kommentar von kazon500 ,

Ich meinte nicht Bismarck.... Ich meinte Otto der so im Jahr 600 oder so regierte xD und die Ungarn aus "Deutschland" vertrieb.

Bei Makedonien/Persien gebe ich dir Recht, bei England jedoch nur bedingt. Wenn man die Umstände im Kolonialreich mit den Verhältnissen im Mittelalter vergleicht, waren die doch auch für Arbeiter/Arme deutlich besser, auch wenn wie du sagst die Aristrokatie ungleich Priviligierter war. Unterdrückung der Arbeiter/Armen zieht sich jedoch meiner Meinung nach wie ein roter Faden durch menschliche Geschichte (mal mehr, mal weniger schlimm), auch heutzutage.

MFG

Kommentar von voayager ,

Es gab mehrere Otto-Könige, man spricht daher von den Ottonen, also welcher Otto?

Im Mittelalter lebten zahlreiche Städter sowie etliche Bauern nicht mal so schlecht, sofern keine Seuche, Ernteausfälle oder Kriege vor Ort tobten. Der Fleichkonsum war in etwa so hoch wie der heutige! Der Bauernkrieg zu Beginn der Neuzeit, war ja der Wunsch, wieder den Lebensstandard von zuvor zu erreichen.

Mit dem Beginn der Neuzeit wurden erstmalig Armen, - und Arbeitshäuser eingerichtet, so was gab es vorher garnicht.

Antwort
von Schnoofy, 32

Das Problem Deines fiktiven Szenarios liegt leider in der Lösung der Frage, was denn ein gutwilliger und intelligenter Herrscher ist, und nach welchen Maßstäben die sogenannten Berater zu beurteilen sind.

Wer entscheidet darüber und bestimmt diese Leute.

Ich vermisse darüberhinaus ein wirksames Kontrollsystem, das bei einem nicht auszuschließenden Machtmissbrauch greift.

Deine Idee von einem gleichberechtigten Herrscher und Parlament würde bei gegenteiligen Entscheidungen zu einem totalen Chaos führen.

Ferner ist die Entscheidungskompetenz für den Nachfolger Deines Herrschers völlig offen.

Es gäbe noch weitere Scwächen Deines Systems, die allerdings alle hier aufzuzählen würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

Finde Dich mit der Erkenntnis ab, dass ein demokratisches parlamentarisches System zwar seine Schwächen hat, es aber trotzdem leine bessere Staatsform gibt.

Antwort
von Ursusmaritimus, 42

Selbst wenn dein Herrscher und seine Entourage guten Willens und Wollens sind (sowie auch die Fähigkeiten hierzu haben) so würde doch durch die Weiterentwicklung der Welt sich die Problemstellung verändern (und möglicherweise nicht richtig erkannt werden) oder auch durch Veränderung (Generationenwechsel im Königshaus) und Austausch in der Entourage Personen an die Macht kommen welche mental ungeeignet oder einfach nur Machtgeneigt sind. Du hast aber als Volk keine Möglichkeit diese Auswahl zu beeinflussen.

Eine aktuelle Entwicklung in der Monarchie wäre z.B. Thailand. Der König (welcher viel für sein Land erreicht hat) ist sehr krank und alt. Sein Sohn ist aber "nur" ein Lebemann welcher sich lieber durch die Welt vögelt......

Antwort
von koten, 52

Bei zu vielen politischen Fragen, gibt es keine eindeutig vernünftigste Lösung. Ein Beispiel: Der Staat hat nie genug Geld, um alles bezahlen zu können, was sinnvoll wäre. Sollte der Staat also die Unis besser ausstatten oder für Grundschulklassen mit maximal 12 Schülern sorgen? Anderes Beispiel: Wie soll dieser "gute Diktator" Sterbehilfe regeln?. Da kommt es mehr auf ethische Normen als auf Vernunftgründe an.

"In der Demokratie wird immer über das für und wieder gestreitet" Das ist gerade de große Vorteil der Demokratie, neben der Suche nach Kompromissen.

Antwort
von Loris64, 39

Ein Problem - nebst der Idealisierung eines "gutwilligen und intelligenten" Monarchen - hast du vergessen : die Machterhaltung.

Sogar die "lieben freundlichen" demokratischen Regierungen wollen eines, an der Macht bleiben. Da werden auch udemokratische bis kriminelle Mittel eingesetzt. bei einem Alleinherrscher wäre das noch viel extremer. = Ende der Gutwilligkeit.

Übrigens dient das Mitreden, Mitbestimmen, Wählen... der Motivation des "Fussvolkes". Wer ernst genommen wird, wer respektiert wird, wer das Gefühl des Mitregierens hat, der arbeitet auch motiviert mit....

Antwort
von kazon500, 43

Edit: Im römischen Reich hat das ja auch halbwegs gut funktioniert (zumindest bei Caesar und Augustus), danach wars ja eher wechselhaft.

Antwort
von Infomercial, 31

Das ist eine Frage, die schon vielfach (philosophisch) diskutiert wurde. Wenn wir also deine Voraussetzungen als fortwährend gültig annehmen und dazusagen, daß der "Herrscher" alle nötigen Eigenschaften mitbringt, um ethisch-moralisch, fachlich, gerecht usw. auf Dauer entscheiden zu können, dann wäre das definitiv der bessere Weg.

Die Demokratie krankt nicht vordergründig an den langen Entscheidungswegen, sondern an der fachlichen Unfähigkeit und charakterlich-moralischen Verkommenheit der Menschen in den Ämtern.

Antwort
von soissesPDF, 9

Nein, das wäre nicht besser.
Wem Gott ein Amt gibt den schlägt er auch mit Blindheit.
Macht neigt dazu mißbraucht zu werden.

Demokratie hat ein Korrektiv, die Oposition und das Bundesverfassungsgericht.
Wahlen nicht zu vergessen.

Antwort
von Dahika, 4

bei einem guten Monarchen und sehr guten Beratern wäre das sicher ganz gut. Was aber ist, wenn der Monarch stirbt. Wer wird der Nachfolger? Der älteste Sohn, die älteste Tochter? Und wenn das Deppen sind? Ist oft genug vorgekommen.

Ein österr. Kaiser, nach Franz V, glaube ich, hat mal gesagt: "Das Regieren ist schon leicht, wenn nur das Lesen nicht wäre." Zugegeben, er wurde dann abgesetzt, weil er halt ein Depp war.

Und dann ist die Frage: wer setzt den depperten Monarchen ab? Das hätte man mal mit Kaiser Wilhelm ll machen sollen....

Ne, die Demokratie hat viele Fehler, ist aber immer noch die beste Regierungsform.

Antwort
von Artus01, 14

Glücklicherweise haben wir ein Grundgesetz, das dies in Art. 20, klar nicht zuläßt.

Zudem waren die Väter des Grundgesetzes so klug und vorausschauend das sie in Art. 79 Abs. 3  (Ewigkeitsklausel genannt) dafür gesorgt haben das sowas nicht mehr möglich ist.

Weitere Diskussionen erübrigen sich dadurch.

Kommentar von kazon500 ,

Digger ein Grundgesetz ist jetzt nicht gerade das unumstößlichste was es gibt (s. Türkei)... Wäre ja nicht das erste mal, dass Verfassungen über den haufen geworfen werden.

(Ich finde es eh lächerlich, dass sich die Menschen so stark durch Gesetze in ihrer Selbstbestimmung einschränken lassen [Stichwort: staatliche Bevormundung {effektives Beispiel: Drogenproblematik}], dass sie das Gesetz für das "Amen in der Kirche" und unumstößliches heiliges, göttliches (man füge weitere dazupassende Adjektive hinzu :D) "Manifest" halten)

Darüber hinaus ist das hier ein fiktives Szenario, also stellt sich die Frage gar nicht nach gesetzlicher Legitimation garnicht.

lG

(Das das Grundgesetz großteilig eine gute Sache ist bezweifle ich übrigens nicht)

Kommentar von Artus01 ,

Digger ein Grundgesetz ist jetzt nicht gerade das unumstößlichste was es gibt

Doch, die Artikel 1 und 20 sind es. Ich habe es doch in meiner Antwort klar ausgedrückt (Art. 79 Abs. 3) einfach mal nachlesen. Daran kann nur etwas geändert werden wenn eine neue Verfassung durch das deutsche Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist (Art. 146).

Von daher sind Diskussionen über Deinen Vorschlag vollkommen überflüssig und sinnlose Diskussionen willst Du ja durch Deinen Vorschlage eben auch abschaffen.

Antwort
von Apfelkind86, 21

Das beste System wäre eine totalitäre Diktatur mit einem perfekten Herrscher.

Da es den nicht gibt, ist eine Diktatur kein anzustrebendes System.

Antwort
von siggiiii, 43

Demokraten sind einfach nur Leute die die Vorzüge einer gepflegten Diktatur nicht zu schätzen wissen. ^^

Antwort
von Odenwald69, 47

?? Wohin soll das führen ? Siehe Hitler, siehe Honecker, siehe Türkei, siehe Russland .. Die Demokratie hat doch was gutes..

Kommentar von kazon500 ,

Naja vielleicht hat Erdogan genau das vor, was ich hier schreibe und die Türkei übernimmt :D Weil Erdogan scheint ein sehr intelligenter und "nicht böser" Mensch zu sein.

Vor allem dem Islam würde so ein System gut stehen, weil Demokratie ist bei denen ja eher "survival of the fittest" ;)

Kommentar von Infomercial ,

Ja, ein sich verschlechterndes Bildungssystem, ein langsam kollabierendes Versorgungssystem für Kranke, Alte und Pflegebedürftige, den Ausverkauf ureigenster und nationalstaatlicher Interessen der Bevölkerung als Staatsträger, die übermächtige Durchsetzung des Willens von Minderheiten zu Lasten des Wohles der Mehrheit,....

p.s.: Nein, hiermit relativere ich keineswegs die Folgen von Diktatur und Despotie in der Vergangenheit.

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