Frage von Geia7, 129

Wäre eine einzige Weltreligion und Weltsprache die Lösung für unsere Probleme?

Antwort
von OlliBjoern, 20

Es wäre weder realisierbar noch würde es alle unsere Probleme lösen. Man kann keine Religion weltweit "vorschreiben" (wie sollte das denn gehen?), zumal dies mit unserem Verständnis von Religionsfreiheit nicht einhergehen würde. Bei uns hat jeder das Recht, seine Religion (unter vielen verschiedenen) frei zu wählen, dazu zählt natürlich auch die Möglichkeit, gar keine zu haben.

Eine Weltsprache wurde schon öfters versucht, bisher konnte sich aber z.B. Esperanto nicht wirklich durchsetzen, auch wenn es z.B. in China auch chinesische Nachrichten-Websites in Esperanto-Sprache gibt. Es würde nur mit erheblichem Druck gehen, eine "Weltsprache" global durchzusetzen, und das ist auch etwas, was kaum wünschenswert sein kann. Eine Gleichschaltung von oben wird nicht funktionieren.

Systeme, die von oben her eine Gleichschaltung versucht haben, sind allesamt gescheitert, dabei denke ich an die ehemalige Sowjetunion und auch die Kulturrevolution in China unter Mao Tse Tung. Der Kommunismus versuchte sich an der Idee, dass alle gleich sind (oder besser gesagt "gleich sein müssen"), und auch wenn die Basisidee möglicherweise irgendwann mal "gut gemeint" war: was herausgekommen ist, sehen wir.

Unser westliches Verständnis baut auf Religionsfreiheit, Sprachenfreiheit und Gleichberechtigung ohne "gleich-sein-Müssen" auf. Der Schlüssel ist der gegenseitige Respekt, nicht die gegenseitige Angleichung auf allen Ebenen (was der Individualität widerspräche).

Antwort
von Lexa1, 63

Eine Weltsprache könnte ich mir schon vorstellen, aber bestimmt keine Weltreligion.

Und ob das unsere Probleme löst, wage ich zu bezweifeln. Es wird immer eine Opposition geben, und das ist auch gut so, sonst gäbe es Stillstand.

Antwort
von Andrastor, 33

Eher weniger. Religion ist für viele unserer Probleme verantwortlich, sie aus dem öffentlichen Raum zu verbannen wäre die bessere Lösung. So muss niemand seine Religion aufgeben und trotzdem würde sich niemand an der Religion eines anderen stören können.

Unser Problem ist der Kapitalismus, welcher versagt und die Weltwirtschaft in den Untergang reitet. Ein anderes System müsste her, entweder eines welches ohne Geld auskommt oder eines welches Geld nicht als wertvollsten Besitz verkauft.

Antwort
von Mondhexe, 18

Ich fürchte nein. Sprache ist meiner Meinung nach sowieso kein Problem. Und Religion?

Religion ist und war leider schon immer für viele Tote verantwortlich und ich selbst habe oft den Gedanken verfolgt, ob eine generelle Abschaffung von Religion viele Probleme lösen könnte.

Aber - so wie ich die Menschheit kenne - würde sie garantiert einen anderen Grund finden, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Wenn es nicht um religiöse Weltanschauung geht, könnte man überall fündig werden, um sich weiterhin zu hassen, zu unterdrücken, auszubeuten.

Es gibt ja sogar Menschen, die andere zusammenschlagen, weil sie einem anderen Fußballverein zujubeln....

Antwort
von Dhalwim, 62

Nicht wirklich. Im Gegenteil, denn so geht doch die Individualität sämtlicher Kulturen verloren. Ok Ich befürworte zwar das Werk, des "Glasperlenspiel's" aber alle anderen verdrängen und nur ein einzige's.

Sowas lehne Ich dankend ab, Vielfalt ist ja gerade das war wichtig ist auf der Welt. Woher sonst kämen soviele besondere Arten, Menschen, Tiere, Individuelle Eigenschaften usw.

Jedes Problem ist auch Indidivuell, man hat ja auch nicht nur eine Art von Schraubenzieher sondern mehrere und vorallem in verschiedenen Größen und Normen.

Gleichschaltung wird höchstwahrscheinlich niemals 100%ig funktionieren.

Das hat damal's nicht geklappt (Autokratien wie das Dritte Reich, Römisches Reich, das Christliche Imperium) und das wird es auch heute nicht tun [zumindest nicht auf Dauer] (Islam heißt es wird die Welt dominieren, USA spielt Weltpolizei, anderer Kulturimperialismus).

Es wird immer Menschen geben die alte's gegen neue's ersetzen.

LG Dhalwim ;) :D <3

Kommentar von Dummie42 ,


denn so geht doch die Individualität sämtlicher Kulturen verloren.

Das würde ich als einen unschätzbaren Vorteil sehen, dividieren uns Kulturen doch genauso auseinander, wie Religionen, wenn nicht noch mehr. Stammeskulturen empfinde ich als ganz besonders rückständig.

Im römischen Reich wurden die unterschiedlichen Kulturen eingeebnet?

Kommentar von OlliBjoern ,

Man kann aber nicht eine private Empfindung verallgemeinern. Diese Menschen werden eine andere Meinung haben, und wenn jemand sich die Sache "von oben" anschaut, muss dem "rückständigen" "Stammeskultur-Menschen" dasselbe Recht auf Meinung einräumen wie deiner Meinung auch.

Die Kulturen sind schon seit Anbeginn der Menschheit sehr verschieden, das ist keine neue Entwicklung. Die Menschheit wächst heute mehr zusammen, und das eröffnet Chancen, und birgt zugleich gewisse Risiken.

Heute sieht man z.B. in den Bewohnern des brasilianischen Regenwalds wertvolle Mithelfer, die die Bewahrung dieses Naturraums fördern (zumindest sieht der WWF das so). Man sollte nicht unterschätzen, wie viel Wissen und Kultur dadurch verlorengeht, wenn diese Völker sich der "Mainstream"-Kultur (das ist dort die brasilianische) angleichen.

In den USA gab es auch ein Umdenken, heute ist man froh, dass die Navajo oder die Cherokee noch einen Teil ihrer Kultur bewahren konnten. Und dies ist nicht gleichbedeutend mit Problemen. Diese Erkenntnis hat sich aber erst spät durchgesetzt (übrigens in Australien ähnlich).

Natürlich gibt es Vorteile, wenn man sich auf einer gemeinsamen Basis verständigen kann. Ich habe heute 2 Iraker (und 2 Algerier) an einer KZ-Gedächtnisstätte getroffen, wir haben uns auf Englisch unterhalten, und ich war überrascht, wie gut er das (nicht nur sprachlich, sondern auch geschichtlich-inhaltlich) verstanden hat (die anderen 3 haben eher zugehört).

Dazu braucht es aber keine gemeinsame Religion, und es spricht auch nichts dagegen, weiterhin Deutsch und auch Arabisch als Sprachen zu pflegen. Ich sehe Individualität schon auch als einen Grundwert an, das ist eine Basis des modernen Europa (gemeinsam handeln, aber die individuellen Besonderheiten schützen, solange sie der Gemeinschaft nicht schaden).

Kommentar von Dhalwim ,

Obwohl meine Meinung nicht zu 100% mit deiner Übereinstimmt, muss Ich doch sagen, dass genau das so sein sollte wie es ist.

Es wurde ja damal's auch in Europa von einem Germanenstamm (oder mehreren) deren alter Glauben zerstört und durch das Christentum ersetzt.

Damit sollte weder das Christentum noch die Christianisierung kritisiert oder in Frage gestellt werden, aber das barbarische handeln war genau das!

Unmoralisch, denn ein gewisser Respekt gehört einfach dazu. Kulturen können sich austauschen und voneinander lernen, wachsen, gedeihen oder getrennt leben ABER sich respektieren.

Vorallem, das Wissen und Kultur verlorengeht ist schade und zwar sehr schade. Genau das sollte bedacht werden, denn einen Fakt gibt es der aber immer wieder vergessen wird.

WIR SIND MENSCHEN!

Antwort
von Ichthys1009, 25

Wenn wir durch die gemeinsame Sprache und Religion dann alle ähnlicher würden, wäre ein gegenseitiges Verständnis vielleicht leichter.

Aber so eine Normsprache und Normreligion würde allein schon daran scheitern, dass es in dieser einen Sprache dann ebenfalls viele Dialekte geben wird und in dieser einen Religion wieder viele Konfessionen.

Auch müsste man sich dann zunächst mal einigen, welche Sprache und welche Religion denn diesen ehrenwerten Vorzug bekommt, Weltsprache und Weltreligion zu werden. Bei dieser Einigung könnte es tatsächlich eine Menge Tote geben, so dass die Entscheidung hinterher wieder leichter ist, weil weniger Leute mitzureden haben.

Das Problem einer solchen Normierung ist auch noch, dass wir ja schon bei all den anderen EU-Normen, die es bisher für Dinge gibt, schon genug Probleme feststellen. Wenn wir Menschen uns nun auch noch selber normieren und alles, was an Vielfalt entstanden ist, unterdrücken, nehmen wir uns viel an Lebendigkeit und Individualität weg.

Hinzu kommt noch, dass sprachliche Missverständnisse und verschiedene religiöse Vorstellungen nicht der wahre Auslöser für Kriege sind, sondern meist nur vorgeschoben werden.

Ich würde eine Lösung eher dahingegehend sehen, dass man sich - angefangen beim Umgang mit kleinen Kindern - mehr Mühe gibt, dem anderen gegenüber Respekt und Mitgefühl zu zeigen. Und dass wir in der Gesellschaft verlässlichere Strukturen bekommen, damit sich die Menschen wieder sicherer fühlen. Kriege und Gewalt sind nämlich häufig auch ein Ausdruck von Angst.

Mit verlässlichen Strukturen meine ich, dass Arbeitsplätze sicherer sein sollten und man nicht permanent vor Arbeitslosigkeit Angst haben muss bzw wegen der Arbeitssuche immer mal wieder wo ganz anders hin ziehen muss und sein soziales Umfeld zurücklässt.

Und ich meine, dass Familien wieder stabiler sein sollten. Kinder sollten sich darauf verlassen können, dass beide Eltern für sie da sind, mindestens bis sie erwachsen sind. Kinderaufbewahrungsanstalten und Trennungen der Eltern wirken da sehr kontraproduktiv.

Antwort
von peace1287, 14

Sicher würde es dazu beitragen.. aber eigentlich wäre ja gar nicht so viel nötig um frieden zu schaffen auf erden.. 

Jeder mensch oder jedes kollektiv müsste lediglich das eigene bestreben zu eigennützigkeit etwas zurück setzen. Und stattdessen etwas mehr empathie für andere menschen und auch kollektive entwickeln.. im grund nach einem einfachen motto, leben und leben lassen, aber dabei mit respekt und toleranz allem gegenüber was nicht meiner meinung ist oder meine ziele verfolgt..

Ich finde das, das doch eigentlich gar nicht so viel ist. Vor allem wenn man bedenkt das der Lohn ein friedlicher planet ist. Auf welchen wir, unsere Kinder  und Kindeskinder in harmonie mit der natur leben könnten..

Mir fällt es schwer zu verstehen, warum der Menschheit das so schwer fällt... 

Das stimmt mich regelrecht melancholisch bis hin zur destruktiven Depression... und das obgleich ich weis das ich einer der wenigen bin, die nicht an der kollektiven, narzisstischen Persönlichkeitstörung erkrankt sind. An welcher unsere spezies seit jeher leidet. Und die verantwortlich ist für all so viele kriege, für all so viele tode, für all das leid, welches die spezies sich selbst und anderen angetan hat.. 

Mhh.. ich denke dir probleme werden nicht ende.. auser die Menschheit lernt die oven genannten Dingedoch noch. Und begibt sich endlich auf die nächste stuf, geistiger evolution.... 

Antwort
von Dummie42, 20

Eine Weltsprache für alle von Geburt an, ach wäre das schön...

Das würde zumindest mit der Religion nicht funktionieren. Religionen  bieten ein enormes Streitpotenzial, weil es da immer um "Wahrheit" geht und die beanspruchen gern ganz viele Menschen für sich und sprechen sie anderen ab, deshalb sind Schismen (Spaltungen) sozusagen vorprogrammiert, die liegen quasi in der DNA der Religionen, ganz besonders, wenn es auch noch um Monotheismus geht.


Antwort
von Spirit528, 46

Ja und am besten noch eine verdammte Weltwährung,  Weltregierung und Weltmischrasse. Ein Volk, ein Reich, ...!?
Wo hast Du die Idee für eine Weltreligion her? Aus dem Fernsehen?

Es ist doch die Vielfalt, die die Schönheit dieser Welt ausmacht.

Eine Plan-Weltsprache wurde schon einmal entworfen: Esperanto. Das hat bisher noch nicht so ganz funktioniert und wird es wohl auch nie. Denn Sprachen entwickeln sich selbst - durch ihren Gebrauch.

Antwort
von DonkeyDerby, 66

Natürlich nicht. Denn Missverständnisse wird es dennoch geben.

Antwort
von Accountowner08, 8

nein! du streitest ja auch zuerst mit deinem Bruder, nicht mit einem chinesen in China...

eine einheitssprache und -religion verordnen wäre ein schlimmer Rückschritt, man würde damit wichtige Grundrechte aufgeben 

Antwort
von josef050153, 7

Sprache wäre keine Lösung und Religion auch nicht, da dann der Streit um die 'richtige' Auslegung losgeht.

Antwort
von Hardware02, 42

Nein, weil sich kein Mensch von dir vorschreiben lassen wird, an welche Religion er glauben und welche Sprache er sprechen soll!

Kommentar von Geia7 ,

Ich hab mir Gedanken über eine Lösung gemacht und niemanden etwas vorgeschrieben :-)

Antwort
von Maeeutik, 16

Weltreligion ist im 21. Jahrhundert der "Raubtierkapitalismus",

Weltsprache ist Englisch, weil fast alle wichtigen Veröffentlichungen in dieser Sprache üblich sind.

Löst das Probleme?

Offensichtlich Nein!

Antwort
von sandra01, 41

nein, die probleme liegen in den köpfen der menschen

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