Frage von Ttanjja, 53

Während der Kündigungsfrist lässt Arbeitgeber mich nicht arbeiten?

Hallo, mein Sohn wurde in der Probezeit einer geringfügigen Beschäftigung fristgerecht ( 14 Tage) gekündigt. Im Vertrag ist schriftlich festgehalten, dass er 12 Stunden die Woche arbeiten soll/darf. Nun wurde er vom Arbeitgeber während dieser Kündigungsfrist nicht mehr fürs Arbeiten eingeteilt. Darf der Arbeitgeber das so einfach machen, denn dadurch fehlen ihm ja doch 24 Stunden, beziehungsweise 200 Euro.... Ausserdem stehen ihm für ein Jahr 10 Urlaubstage zu.... er hat dort 2 1/2 Monate gearbeitet, steht ihm dann nicht auch noch mindestens ein Urlaubstag zu?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SebaWee, 21

Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit muss der AG dem AN vergüten, selbst dann, wenn AG den AN nicht einsetzt. Voraussetzung ist natürlich, dass keine anderweitige Vereinbarung getroffen wurde.

Beim Urlaubsanspruch gilt das BUrlG und danach hat der AN bei einer 6 Tage Woche einen Jahresurlaubsanspruch von 24 Tagen. Bei weniger Tagen wird der Anspruch entsprechend gekürzt.
Bei zwei vollen Anspruchsmonaten rechnet man einfach 24 / 6 x Anzahl Wochenarbeitstage / 12 x 2

Geht am Besten zum Anwalt, wenn ihr dem AG das Geld nicht schenken wollt.

Bitte die Klagefrist nicht vergessen (3 Wochen ab Fälligkeit).

Kommentar von Ttanjja ,

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort! Wie du es im ersten Absatz schreibst, haben wir es uns auch gedacht! Wir wollen dem AG auf keinen Fall das Geld schenken, weil die Kündigung wie folgt ablief: Am 2.9. erschien mein Sohn zum Dienst und er wurde aufgrund angeblicher Missverständnisse im Schichtplan wieder nach Hause geschickt. An dem Nachmittag hat er drei Vorgesetzte angetroffen, mit Zweien hat er sogar gesprochen und keiner hatte die Courage ihn über die Kündigung zu informieren! (Im Gegenteil er sollte abends noch eine Mail mit neuem Schichtplan erhalten) und zwei Stunden später bringt der Postbote die Kündigung per Einschreiben!

Kommentar von SebaWee ,

So ein Verhalten ist leider keine Ausnahme sondern eher die Regel bei den meisten Führungskräften. Das Gesetz steht aber definitiv auf eurer Seite!

Antwort
von 19Alina86, 20

Soweit ich weiß, muss er die Stunden, die im Vertrag stehen, dennoch zahlen. Schließlich stellt dein Sohn seine Arbeitskraft ja zur Verfügung. 

Mit dem Urlaub ist das so. Hat er unter 6 Monate in diesem Betrieb gearbeitet, stehen sie ihm nicht zu. 

Hat er mehr im Betrieb gearbeitet, ist das wie folgt. Kündigt der Arbeitgeber nach dem 31.7., was ja jetzt der Fall ist, muss er den Urlaub gewähren. 

So war das jedoch bei einem "normalen" Angestellten, in dem Fall mein Mann. Ich würde es aber einfach mal so sagen und schauen, wie er reagiert. Oft reicht es schon, einen wissenden Eindruck zu machen. Ansonsten empfehle ich dir auch mal zu googlen. Viele Rechtsanwälte haben div. Tipps zur freien Verfügung auf deren Website gestellt.

Kommentar von Ttanjja ,

Ja, das, was du im ersten Absatz sagst, dachten wir nämlich auch! Denn uns ärgert auch die Art und Weise der Kündigung: am Freitag, den 2.9. ist er zum Dienst erschienen, daraufhin wurde er wieder nach Hause geschickt, angeblich hätte es im Schichtplan einige Missverständnisse gegeben.... an diesem Nachmittag hat er 3 Vorgesetzte gesehen, mit zweien sogar gesprochen und keiner spricht von Kündigung, und zwei Stunden später kommt die Kündigung per Einschreiben nach Hause!

Kommentar von 19Alina86 ,

Den ersten Absatz hatten wir neulich im Bekanntenkreis. Sie war stundenbasiert eingestellt in der Pflege. Der Patient kam ins Krankenhaus. Sie hat natürlich weiterhin ihre laufenden Kosten. Der Chef wollte die Stunden nicht zahlen. Ein Anwalt beriet uns, dass er die Stunden zahlen müsse, da unsere Bekannte ihre Arbeitskraft ja zur Verfügung stelle.

Kommentar von Familiengerd ,

Hat er unter 6 Monate in diesem Betrieb gearbeitet, stehen sie ihm nicht zu.

Wie kommst Du denn da drauf?!?! Das ist völliger Unsinn (jedenfalls nach deutschem Recht)!

Selbstverständlich hat man auch Urlaubsanspruch und darf den bis dahin erworbenen Urlaub in der Zeit auch nehmen, wenn man weniger als 6 Monate im Betrieb ist!

Urlaubsanspruch entsteht für jeden vollen Monat der Beschäftigung!

Kommentar von Ttanjja ,

Vielen Dank! Familiengerd! Mein Sohn hat gestern nochmal schriftlich seine "Arbeitskraft zur Verfügung gestellt" - und wenn er seine Ansprüche geltend machen wird, dann auch die Urlaubstage...

Antwort
von Wiesel1978, 18

1 Jahr = 10 Urlaubstage /// 10/12 = 1,2 Tage pro Monat Urlaubsanspruch. Wenn der AG ihn freistellt, muss bei einem festen Gehalt das Geld weiterfließem, bei geringfügiger Beschäftigung meines Wissens nicht

Kommentar von Familiengerd ,

bei geringfügiger Beschäftigung meines Wissens nicht

Dann weißt Du es falsch!

Selbstverständlich auch dann für die vereinbarte Arbeitszeit.

Auch geringfügig Beschäftigte sind arbeitsrechtlich "ganz normale" Arbeitnehmer.

Kommentar von Wiesel1978 ,

Danke ;)

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