Frage von Dromaeosaurus, 59

Wäre es wahrscheinlich, dass Dinosaurier bunt waren?

Und Das Die Meisten Federn Hatten sogar große Fleischfresser Wie Spinosaurus oder Giganotosaurus oder sogar Pflanzenfresser? Weil Vögel Haben Federn Und Viele von ihnen sind Bunt

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusPK, 17

Inwieweit alle Dinosaurier gefiedert gewesen sind, herrscht noch Unklarheit und zum Teil auch ein großes Zerwürfnis unter den Wissenschaftlern. Wie bereits gesagt sind Federabdrücke sehr selten und nur bei einigen wenigen Arten direkt nachgewiesen. Trotzdem können wir anhand einer wichtigen Regel zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass innerhalb einer Dinosaurier alle Mitglieder gefiedert waren, wenn eine sehr basale Gattung (bzw. ein früherer Vorfahre einer nahe verwandten Linie) gefiedert war und die Befiederung auch bei einem sehr späten Vertreter der Familie nachgewiesen wird. Dieses Prinzip nennt man phylogenetische Umklammerung: Alle dazwischenliegenden Gattungen haben dieses Merkmal dann mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls getragen.

Das Prinzip der phylogenetischen Umklammerung verrät uns, dass echte, vogelähnliche Schwungfedern bei ALLEN Maniraptoren und Ornithomimusauriern vorgekommen sein müssen. Somit waren Velociratptor, Oviraptor, Troodon, Alvarezsaurus und Gallimimus trotzdem alle gefiedert, auch wenn wir bei diesen Gattungen keinen direkten Nachweis für Federn gefunden haben - denn sie alle hatten gefiederte Vor- oder Nachfahren.

Basalere Coelurosaurier haben höchstwahrscheinlich ebenfalls ein Federkleid zumindest aus Daunenfedern getragen. Auch bei großen Theropoden wie Yutyrannus sind diese Federn nachgewiesen, weshalb also höchstwahrscheinlich auch sein entfernter Nachfahre Tyrannosaurus diese Federn getragen haben wird. Auch kleine Jäger aus dem Jura wie Compsognathus waren bereits mit diesen Daunenfedern ausgestattet.

Ob andere, basalere Gattungen der Theropoden wie Allosaurus oder Spinosaurus oder auch die Sauropoden gefiedert gewesen sind, wissen wir dagegen nicht mit Sicherheit beziehungswerise können es in manchen Fällen sogar ausschließen. Bei vielen Arten sind nämlich keine Federn, dafür aber schuppige Haut nachgewiesen worden. Ob sich die Entwicklung der Feder bei diesen Linien der Dinosauriern nicht vollzog und nur bei "moderneren" Theropoden stattfand, ist aber nicht geklärt: Es kann durchaus sein, dass viele große Dinosaurier ihre Federn sekundär auch wieder verloren, da eine Isolierende Federschicht eher hinderlich als nützlich (wegen Wärmestau für sie gewesen wäre. Auch heutige Großsäugetiere wie Nashörnen und Elefanten, die in warmen Regionen leben, tragen kein Fell mehr, auch wenn ihre Vorfahren noch eines gehabt haben.

Die Theropoden und Sauropoden gehören zu einer der beiden großen Gruppen der Dinosaurier, den Echsenbeckendinosauriern (Saurischia). Unter ihrer Schwestergruppe, den Vogelbeckendinosauriern (Ornithischier) wurden jüngst Belege gefunden, dass auch einige ihrer Vertreter federartige Strukturen auf dem Körper trugen. Einige frühe Vertreter der Ceratopsier trugen über der Hüfte und entlang des Schwanzes nämlich sogenannte Filamente, die sehr an Federkiele erinnern, und auch einige Ornithopoden hatten eine mit diesen Strukturen bedeckte Haut. Allerdings kann man nicht genau sagen, ob sich diese Filamente homolog zu den Federn der Theropoden (und Vögeln) entwickelt haben, sie also den gleichen genetischen Ursprung haben - es könnte genau so gut sein, dass sich diese Filamente auch unabhängig von ihnen in analoger Evolution entwickelt haben und sie nichts über eine mögliche Befiederung der gemeinsamen Vorfahren von Saurschiern und Ornithischiern aussagen. Jedoch könnten die genetischen Anlagen für Schwungfedern, Daunen und Filamente bereits bei den frühesten Dinosauriern und sogar noch bei deren Vorfahren angelegt worden sein. Auch viele Pterosaurier (Flugsaurier) trugen nämlich eine Art Fell, das evolutionär den gleichen Ursprung wie die Federstrukturen der Dinosaurier haben könnte. Diese Theorie ist allerdings nicht unumstritten. Genaueres werden - wie immer - nur neue Fossilfunde klären können.

Dass Dinosaurier aber sehr farbenfrohe Geschöpfe waren, ist unabhängig von ihrer Körperbedeckung dagegen sehr wahrscheinlich. Die nächsten Verwandten der Dinosaurier, die Vögel, sind von allen Wirbeltieren am besten imstande, Farben wahrzunehmen. Wir Menschen können dies nur dank einer Mutation der Sehzäpfchen, denn wir haben drei verschiedene Typen davon, mit denen wir Farbkontraste wahrnehmen können (rot, grün und blau), aus denen sich unser Gesamtbild zusammensetzt. Ein Hund hat dagegen nur zwei Typen und sieht wie die meisten anderen Säugetiere nur in einem kontrastarmen Spektrum, also benahe nur schwarz-weiß. Viele Vögel haben dagegen ganze sechs verschiedene Typen von Sehzäpfchen, Raubvögel können damit sogar Ultraviolette Farbspektren erkennen (die ihnen bei der Jagd nach Mäusen zugute kommt, denn sie erkennen damit Urinspuren ihrer Beute).

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Dinosaurier keine Farben erkennen konnten, also werden Dinosaurier diese Fähigkeit auch gebraucht und sich in ihrer Entwicklung eine Vielzahl unterschiedlicher Farbmuster gezeigt haben. Wie bei vielen Vögeln könnten die Männchen auffällige Signalfarben getragen haben, vor allem während der Paarungszeit, um damit den Weibchen zu imponieren. Jedoch haben viele sicher auch unauffällige Farbzeichnungen gehabt, um in ihrem Lebensraum nicht aufzufallen. Ein Jäger konnte sich mit einem Tarnmuster besser an seine Beute heranpirschen, ein Fluchttier unter seinen Feinden Verwirrung stiften, wenn es gestreift war (wie heutige Zebras) oder mit der Umgebung verschmelzen, um vom Feind unentdeckt zu bleiben.

Von einigen Dinosauriern wissen wir sogar, wie sie farblich ausgesehen haben. Zwar sind fossile Haut- und Federabdrücke sehr selten und noch seltener lassen sich darin Pigmentzellen finden, doch ist dies bei einigen Arten bereits gelungen. Von Edmontosaurus, einem Hadrosaurier, wissen wir, dass zumindest der hintere Teil des mit ledrigen Schuppen bedeckten Schwanzes eine gelbliche Grundierung mit abwechselnd hellen und dunklen Streifen hatte, von Sinosauropteryx, einem Compsognathiden ist ein bräunlich-hell gebändertes, dünnes Gefieder aus Protofedern bekannt, von dem Dromaeosauriden Sinornithosaurus wissen wir, dass er rötlich-braune sowie gelbliche und schwarze Konturfedern hatte, und auch von Archaeopteryx ist bekannt, dass er zumindest an den Flügelspitzen schwarz gefärbt gewesen ist.

Kommentar von Dromaeosaurus ,

Vielen Dank

Antwort
von thisgirl0, 32

Es wurde schon bewiesen dass Dinosaurier nicht wirklich wie Reptilien waren sondern auch Fell oder Federn hatten. Bunt kann bei Dinosauriern, die Federn hatten, auf jeden Fall der Fall sein, ja.

Antwort
von Bibliothikar, 30

Wirklich nachweisen welche Farbe die Haut oder das Fell oder die Federn hatten kann man heutzutage nicht mehr,aber möglich wäre es.

Kommentar von MarkusPK ,

Doch, bei einigen Arten ist dies tatsächlich schon gelungen. Man fand in fossilen Haut- und Federabdrücken auch die mikroskopisch noch sichtbaren Melanome und Pigmentzellen, deren Struktur uns etwas über die Färbung des Tieres verraten kann. Allerdings sind solche Funde sehr selten. Doch von einigen wenigen Spezies wissen wir tatsächlich, wie sie an einem ganz bestimmten Körperteil gefärbt gewesen sind.

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