Waarum werde ich immer so behandelt?

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3 Antworten

Also ich sehe zwei mögliche Gründe, die ineinander greifen könnten:


1. Du hast ein paar solcher Situationen erlebt, bist jetzt sehr empfindlich und reagierst daher "unangemessen" (aber subjektiv verständlich!) indem du z.B. schnell aggressiv oder bockig wirst, ins Gespräch platzt, ununterbrochen redest (in der Angst, dann erst mal wieder ignoriert zu werden), dich in den Mittelpunkt stellst (weil es kein anderer tut) - und so die Leute quasi dazu treibst, dich mehr zu ignorieren. Dazu würde das Verhalten deines Bruders passen, denn Leute, die schnell hochgehen, kann man "gut" ärgern.


2. Du wirst übersehen. Das kann verschiedene Gründe haben, z.B. dass man mit anderen einfach mehr anfangen kann. Dies muss nicht bedeuten, dass du selbst langweilig oder so bist, also dass du es nicht wert bist, dass man sich mit dir auseinander setzt, sondern eher, dass vielleicht alle eine oder mehrere Gemeinsamkeiten haben (Gesprächsthemen, Hobbys/ Interessen, ähnlicher Humor etc.), die du nichts teilst, so dass es schwer fällt, dich ins Gespräch einzubeziehen. Auch hier muss man aufpassen, den unter 1 genanten Kreislauf aus Frust, Aggression und dann "berechtigter" Ablehnung (der anderen) wegen Aggression zu umgehen.

Was kannst du machen?


Einmal in einer ruhigen Minute bei allein das Problem ansprechen.


An dir selbst arbeiten, d.h. darauf achten, wie die anderen kommunizieren und wie du kommunizierst: Art (des Sprechens, z.B. ruhig, lebhaft, laut, leise, zurückhaltend, aufdringlich etc.), Art der Kontaktaufnahme (Blickkontakt, "Spiegeln" des Gesprächspartners, Eingehen auf seine vorherigen Punkte etc.), Art der Interaktion (redet einer schneller/ lauter/ mehr als der andere, redet man über ein gemeinsames Thema oder lenkt einer immer das Gespräch auf seine Themen, die nicht alle anderen interessieren), Wissensstand (können alle über das gleiche Thema reden? Z.B. alle reden von Fußball, du hast keine Ahnung davon und kannst daher nicht mitreden; du redest von deiner Lieblingsband, die aber keiner kennt), Redezeit (in Minuten; mal auf die Uhr schauen). 


Versuche mal, dich ins Gespräch einzubringen, aber KURZ. Das fällt anfangs schwer. Also von "ich sage gar nichts" nicht zu "ich dominiere das Gespräch" (das möchte man meist gerne, weil man sich so lange ausgeschlossen gefühlt hat), sondern zu "ich bringe mich mal sinnvoll mit einer passenden Aussage oder Frage ins Gespräch ein und belasse es anfangs dabei".


Auch interessant: Das, was man möchte, anderen geben. Fällt auch schwer, klappt aber langfristig. Oma fragt nie nach deinem Befinden? Frage nach ihrem! Aber ehrlich interessiert, gehe darauf ein mit Nachfragen, Anteilnahme etc. 

Bruder provoziert dich? Nimm ihn - bei anderen Sachen - vor anderen (Eltern) in Schutz. Schenke ihm etwas (nicht unedingt materiell, sondern tue etwas, über das er sich freut, aber eine Kleinigkeit. Z.B. falls ihr Tischdienst habt, decke einmal den Tisch für ihn, räume einmal die Spülmaschine für ih ein etc., "weil du ja sicher etwas Wichtiges (konkret! Film sehen, Hausaufgaben machen etc.) machen musstest und in Zeitnot bist!"). Mache ihm ein (ehrliches) Kompliment. Frage ihn mal, wenn er gerade nicht provoziert, wie er mit Leuten umgeht, die ihn ärgern wollen.


Suche dir Alternativen. Wenn du wirklich längere Zeit vom Gespräch ausgeschlossen bist, und Zuhören nicht reicht, nimm dir eine Zeitschrift mit! Wenn dann jemand fragt, was du da machst, sage, dass du zur Zeit nicht ins Gespräch eingebunden bist, keinen stören wolltest aber auch nicht nur warten und zuhören wolltest. So denken die anderen vielleicht mal über ihr Verhalten nach! Oder entschuldige dich z.B. nach dem Essen, wenn die andern noch reden wollen und mache etwas alleine. Aber eben ohne zu schmollen, sondern nur mit der Idee, "hier sitze ich nur und warte darauf, dass ihr mit Reden fertig seid, in meinem Zimmer kann ich schon mal (Hausaufgaben machen, meinem Hobby nachgehen etc.)."


Sprich Leute direkt an. Also wenn Oma alle fragt, wie es ihnen geht, "Oma, wie geht es dir denn so? Wie war deine Woche?" - so wirst du eher wahrgenommen. Auch am Tisch oder in größerer Runde: Statt einfach etwas zu sagen, das überhört wird, konkret einen ansprechen: "Lukas, wie findet du denn....?"

Oder nimm erst mal Augenkontakt auf, wenn du öfter ignoriert wirst. Warte, bis jemand dich ansieht, bevor du sprichst (es ist ein ziemlich blödes Gefühl etwas zu sagen, auf das dann keiner reagiert...).


WICHTIG: Suche dir Gesprächspartner außerhalb der Familie, und sei es im Internet (Foren, Chats, Blogs) oder rufe notfalls mal die Telefonseelsorge an oder gehe zum Psychologen (der dich wieder aufbaut und dir evtl. noch Tipps zur effizienten Kommunikation mit der Familie geben kann). Oder schreibe deine Gedanken auf (nur für dich oder im Blog, um sie mit anderen zu teilen). Bleibe nicht stumm, nur weil dort keiner mit dir redet, suche dir Gelegenheiten, mit anderen Menschen über für dich wichtige Themen zu reden!

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Auf keinen Fall das Leben nehmen!! Ich kann dich sehr gut verstehen, obwohl ich nicht so eine Familie habe, aber wie du das hier geschrieben hast, fühle ich mit dir. Am besten du sprichst deine Familie mal darauf an, was das soll und wenn sie dich dann weiter runter macht, würde ich erst mal Abstand von ihnen halten. Falls du noch nicht ausgezogen bist, frag doch einfach deine Freunde, ob du vielleicht erst mal bei ihnen bleiben kannst. Es tut dir auch gut, wenn du darüber mit deinen Freunden sprichst. Und bitte komm nicht mehr auf Suizidgedanken, du hast noch so viel schönes vor dir und falls du doch wieder auf die Gedanken kommst, kannst du ja auch mal mit einem Arzt darüber sprechen, was aber hoffe ich nicht notwendig ist. Bleib stark! ;)

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Ich sehe keinen richtigen gemeinsamen Nenner zwischen den von Dir angesprochenen Situationen - die anderen tun jeweils etwas, das nicht Deinen Vorstellungen entspricht. Es sind aber ganz unterschiedliche Situationen. Insofern kannst Du Dir die Frage stellen, ob Deine Wahrnehmung, was andere tun, so tatsächlich richtig ist. Das gilt auch für die möglichen Motive - fragt die Oma selten (wenn sie es denn wirklich nur selten tut), weil sie Dich nicht leiden kann oder weil sie vielleicht den Eindruck hat, dass Dich die Nachfragen stören könnten? Überleg Dir mal, was der "Anwalt" der Oma sagen könnte, wenn er ihr Verhalten vor einem fiktiven Gericht verteidigen müsste. Da gibt es sicherlich andere mögliche Erklärungen, die nicht zwingend darauf hinauslaufen, dass es gegen Dich gerichtet ist.
Generell könnte es gut sein, dass Du eine innere Unzufriedenheit mit Dir selbst (s. andere Fragen Deinerseits) in die Reaktionen der anderen hinein interpretierst. Dann wäre die Lösung auch eher an dieser Stelle zu suchen.

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