Frage von annawillfragen, 109

Vorwarnung vom nicht zahlenden Kunden, wenn ich über sie schlecht reden sollte?

Eine Kundin, die einen Auftrag seit einem Monat nicht bezahlt und auf Zahlungserinnerung nicht reagiert, verlangt eine Verschweigungserklärung im Nachhinein. Sonst werde sie nicht zahlen. Zudem warnt sie mich schriftlich vor, wenn ich imageschädigende Informationen über sie verbreiten sollte (!), dann wolle sie einen Rechtsweg suchen. ???

Wie reagiert man auf so was außer dass man eine zweite Mahnung wegen der offenen Rechnung schickt? Ich meine, wie kann sie mich wegen so was vorwarnen?

P.S. Danke für eure Antworten, eine wahre Unterstützung!

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 78

Eine Kundin, die einen Auftrag seit einem Monat nicht bezahlt und auf Zahlungserinnerung nicht reagiert, verlangt eine Verschweigungserklärung im Nachhinein.

Ich verlange Einhörner. Pinke, flauschige Einhörner, sofort!

Sonst werde sie nicht zahlen.

Vertrag ist Vertrag (Pacta sunt servanda) und gilt es einzuahlten. Da kann nicht hinterher einseitig was verändert werden. Dass du diskret mit der Thematik umgehst versteht sich als ehrbahrer Kaufmann von selbst.

Zudem warnt sie mich schriftlich vor, wenn ich imageschädigende Informationen über sie verbreiten sollte (!), dann wolle sie einen Rechtsweg suchen. ???

Warum solltest du dich in die Gefahr einer Straftat begeben wollen?

Wie reagiert man auf so was außer dass man eine zweite Mahnung wegen der offenen Rechnung schickt?

Welchen Sinn hätte denn die zweite Mahnung. Wäre die Kunden dann noch in verzuger...gibt es gar nicht. Man ist entweder in Verzug oder nicht und sie ist es.

Mahnbescheid hin!

Antwort
von Interesierter, 109

Die beste Reaktion darauf ist die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Die Sache sieht sehr danach aus, dass die Dame schlicht und einfach nicht bezahlen will. 

Im Übrigen kann dir die Dame gar nichts, so lange deine Aussagen Anderen gegenüber wahr und nicht ehrverletzend sind. 

Die Tatsache, dass die Dame eine offene Rechnung hat und diese trotz Mahnung nicht bezahlt, darfst du jedem erzählen. Dagegen kann sie gar nichts machen. Eine eventuelle Anzeige könnte sie nur auf § 186 (Üble Nachrede) beziehen. Schau einfach mal hier rein: 

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__186.html

Kommentar von mepeisen ,

Im Übrigen kann dir die Dame gar nichts, so lange deine Aussagen Anderen gegenüber wahr und nicht ehrverletzend sind.

Man sollte es trotzdem nicht in die Welt hinausposaunen. Denn das könnte Nötigung sein ;-)

An dieser Stelle ergibt die Einschaltung eines Inkassounternehmens exakt aus einem einzigen Grund Sinn: Wenn das Inkasso Schufa-Mitglied ist und einen Schufa-Eintrag veranlassen kann. Denn auch wenn ich ansonsten Pro-Schuldner eingestellt bin und auf Inkassos wettere: Ein kleiner Gewerbetreibender (der ich auch unter anderem bin) hat gerade bei solchen "Warnungen" von Schuldnern eigentlich durchaus Waffen, dem zu begegnen.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 61

Wie reagiert man auf so was

Gelassen, aber in der Sache konsequent und per Einwurf-Einschreiben:

"... eine Rechnung ist schnell übersehen oder kann verlegt werden. Daher hatten wir auf zulässige rechtliche Schritte verzichtet und nach eingetretenem Verzug an unsere offene Forderung erinnert.

Es ist enttäuschend, wie sie unser Entgegenkommen mit Erklärung einer Nichtzahlungsabsicht quittieren. Völlig inakzeptabel hingegen, dass sie verlangen, unsere geschäftlichen Kontakte vorsätzlich über ihre Zahlungsmoral zu täuschen!

Holen Sie nunmehr die Überweisung bis zum [Datum] nach. Das erspart Ihnen weitere Kosten, uns zusätzliche Arbeit und allen Verdruss.

Wenn Sie das neue Zahlungsziel allerdings nicht einhalten, müssen wir Ihnen leider unsere Kosten des gerichtlichen Forderungseinzugs zusätzlich in Rechnung stellen. Das titulierte Forderungsausfälle bei der schufa eingemeldet werden, ist Ihnen sicherlich bekannt."

G imager761


Kommentar von annawillfragen ,

ok! Sollte ich "wir" schreiben oder kann ich nur von mir ausgehen, also "ich"? ich bin ja selbstständig ohne Angestellte..

Kommentar von imager761 ,

Ein Geschäftsbrief wird im Namen des Unternehmens geschrieben, deshalb in der Wir-Form.

Es wirkt natürlich persönlicher, wenn du es anders handhaben möchtest, keine Einwände :-)

Viel Erfolg :-)

G imager761

Antwort
von pilot350, 83

Bereits mit der ersten Mahnung ist sie in Verzug. Jetzt musst Du ihr das volle Programm geben, Dich nicht beeindrucken lassen. Gebe Deine Mahnungen an einen Rechtsanwalt. Da sie in Verzug ist muss sie auch die Kosten des Anwalts tragen. Also los.

Kommentar von kevin1905 ,

Da sie in Verzug ist muss sie auch die Kosten des Anwalts tragen.

Nur wenn der Anwalt klagt bzw. das Mahnverfahren einleitet und die Kosten als Nebenforderung mitttituliert werden.

Ansonsten gilt auch für Anwaltskosten, es muss zahlen, wer den Anwalt beauftragt.

Kommentar von pilot350 ,

Das ist falsch. Bereits die inanspruchnahme im verzug eines rechtsanwalts ist für den schuldner kostenpflichtig, nicht für den vrrkäufer.

Kommentar von mepeisen ,

Per Se zahlt ganz grundsätzlich IMMER der Gläubiger die Kosten des Anwalts. Alles andere ist grundsätzlich unmöglich. Ein Vertrag zwischen A und B, der besagt, dass C etwas zu zahlen habe, verstößt gegen unser schönes Grundgesetz (Stichwort: Vertrag zu Lasten Dritter bzw. Privatautonomie).

Bitte also informieren, bevor du etwas schreibst.

Die wichtige Frage ist nicht, wer den Anwalt zahlt, sondern die wichtige Frage ist: War die Einschaltung zweckdienlich und wenn ja, muss der Schuldner den Schaden "Anwaltskosten" begleichen.

Ich höre beim TE raus, dass er eher selbständig ist und kein großer Konzern. In solchen Fällen wird die Einschaltung eines Anwalts und die Kosten nach RVG ganz grundsätzlich von Gerichten als zweckdienlich angesehen. Aber auch nur dann sind sich Gerichte einig.

Natürlich wird der Anwalt die Kosten seiner Beauftragung gleich mit einfordern. Das macht er aber nicht mit der Begründung, dass die Kosten zu zahlen sind, sondern mit der Begründung "Schadensersatz". Dazu muss man die Anwaltsmahnungen oder die darin referenzierten Gesetze nur mal aufmerksam lesen ;-)

Ich hoffe mal, das nächste Mal bist du etwas schlauer und schreibst nicht solche pauschalen und völlig falschen Sätze daher.

Kommentar von pilot350 ,

Kritiken schreiben aber dein kommentar ist nicht richtig da der schuldner sich bereits in verzug befindet.

Kommentar von kevin1905 ,

Kritiken schreiben aber dein kommentar ist nicht richtig da der schuldner sich bereits in verzug befindet.

Natürlich ist der richtig.

Wenn ich zum Anwalt gehe und will dass der etwas für mich tut, muss ich den Anwalt bezahlen. Anwälte dürfen nicht auf Erfolgsbasis arbeiten.

Der Anwalt macht dann die von mir bezahlten Gebühren als Verzugsschaden beim Schuldner geltend. Hat der Schuldner aber keinen Bock die zu bezahlen bleibt nur diese gerichtlich feststellen (titulieren) zu lassen.

Einen Titel gibt es über das gerichtliche Mahnverfahren, vorausgesetzt der Schuldner widerspricht dem Mahnbescheid nicht (fristgerecht) und legt auch keinen Einspruch gegen den folgenden Vollstreckungsbescheid ein.

Ansonsten bleibt nur das streitige Verfahren, also die Zivilklage. Für alles was ich anrufen, sei es das Mahnverfahren, den Anwalt oder das Gericht selbst muss ich selbst in Vorleistung gehen, wenn ich für den Fall keine Rechtsschutzversicherung habe, die mir eine Deckungszusage gibt.

Ist die Forderung dann mit den ganzen Nebenforderungen tituliert kann ich sie vollstrecken lassen. Hat der Schuldner keine Kohle hab ich eben Pech. Aber ich kann es ja 30 Jahre lang versuchen. Jeder Versuch lässt die 30 Jahre von vorne beginnen.


Auch wenn du noch 10 Kommentare schreibst, wird deine Antwort nicht richtiger.

Kommentar von mepeisen ,

Kritiken schreiben aber dein kommentar ist nicht richtig da der schuldner sich bereits in verzug befindet.

Du hast meine Kritik nicht wirklich gelesen und verstanden, oder? Dass sich der Schuldner in Verzug befindet ist eine absolute Grundvoraussetzung, dass überhaupt die Kosten des Anwalts ERSTATTUNGSFÄHIG sind. Die deutsche Sprache ist doch gar nicht so schwer. Erstattungsfähig bedeutet, dass der Schuldner die Kosten, die grundsätzlich immer der Gläubiger bezahlt, erstatten muss.

Der Verzug ist aber nicht die einzige Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit. Neben der Frage der Höhe, die das RVG klar regelt je nach Beauftragung gibt es exakt eine weitere Frage: ist in der Einzelfallabwägung hinsichtlich §254 BGB die Schadensminderungspflicht des Gläubigers berücksichtigt worden.

Wenn der Schuldner mich auffordert, zu klagen, da er die Zahlung verweigert und gerichtlichen Mahnbescheid sowieso widersprechen wird und auch ein Anwalt die Haltung nicht ändern würde, dann ergibt die Beauftragung des Anwalts, ihm einen Brief zu schicken, keinen Sinn. Dann schickt der Gläubiger den Anwalt mit Klage vors Gericht, nur das ergibt noch Sinn oder in Wortlauten der Gerichte "Nur diese Maßnahme ist zielführend".

Beispielsweise vereinbare ich als Gläubiger mit meinem Anwalt ein Honorar deutlich über dem RVG. Das ist erlaubt und mein persönliches Privatvergnügen. Erstattungsfähig ist das Ganze dann trotzdem ganz grundsätzlich nur unter den Spielregeln des RVG. Weil höhere Gebührensätze gegen §254 BGB verstoßen.

Kommentar von annawillfragen ,

Welche Frist setzt man bei der zweiten Mahnung - eine Woche?

Kommentar von kevin1905 ,

Du willst da ernsthaft noch eine belanglose zweite Mahnung versenden?

Antwort
von Ellen9, 105

Frag doch einfach mal bei einer Polizeidienststelle in deiner Nähe nach, ob das Verhalten der Kundin überhaupt rechtens ist. Erkläre ihnen die Sachlage, und lass dich beraten, was indem Fall zu tun ist. Viel Erfolg

Kommentar von annawillfragen ,

Polizei? Oh, es kann richtig spannend werden) Danke.

Kommentar von Ellen9 ,

Wenn ich mir bei gewissen Dingen unsicher bin, und nicht weiß, wie ich am Besten reagieren soll, frage ich auch gerne mal die Polizei um Rat, damit ich nicht fehlgehe.

Kommentar von kevin1905 ,

Ich wusste gar nicht, dass die Polizei neuerdings zu den rechtsberatenden Berufen gehört.

Hier liegt keine Straftat vor und auch keine (Verkehrs)ordnungswidrigkeit. Also sollte man die Beamten nicht von der Arbeit abhalten.

Kommentar von Ellen9 ,

Das lass mal meine Angelegenheit sein, kevin1905☝, die Beamten werden sicher nicht von ihrer Arbeit abgehalten. Ich würde deren Unterstützung nicht in Anspruch nehmen, wenn ich wüsste, dass ich da fehl am Platz wäre.✌ 

Kommentar von mepeisen ,

Polizisten sind keine Rechtsberater. Vergiss es. Da es hier aber durchaus eine strafrechtliche Komponente geben könnte, kann der Gang zur Polizei dennoch Sinn ergeben (Nötigung). Zudem könnte es hier sogar nur unterschwellig einen Eingehungsbetrug geben. Denn das alles riecht förmlich danach, dass die Kundin nie zahlen wollte oder konnte.

Also immer die Fische beim Fischer lassen. Zivilrecht ist etwas für Anwälte und Zivilgerichte, Strafrecht etwas für Polizisten, Staatsanwälte und Strafgerichte, sowie Strafverteidiger.

Kommentar von mepeisen ,

Hier liegt keine Straftat vor

Das Verhalten, nämlich das Erzwingen einer nachträglichen Verschwiegenheitserklärung mit einem notwendigen Übel (=Nichtzahlen) könnte Nötigung sein ;-)

Antwort
von pumka2, 103

Ohne konkrete Namen zu nennen kannst du über alle reden wie du willst. Ansonsten würde ich ihre Bestellung einfach stornieren.

Kommentar von Interesierter ,

Die Fragestellerin darf sogar mit Namen, Betrag und Fälligkeit alle Daten einem Dritten erzählen. Wichtig dabei ist, dass es die Wahrheit ist. Dagegen kann die Kundin gar nichts machen. 

Die Forderung nach einer Verschwiegenheitserklärung ist schon richtig dreist.

Kommentar von mepeisen ,

Wichtig dabei ist, dass es die Wahrheit ist

Und dass er es nicht gerade in der Bildzeitung annonciert...

Antwort
von Jewiberg, 76

Volles Programm, zweite Mahnung und dann an Inkassobüro geben. Diesen Wisch in der Rundablage platzieren.

Antwort
von Steffile, 73

Das ist ja absurd, schick ihr die zweite Mahnung und sag ihr dass du gerne die NDA unterschreibst nachdem sie gezahlt hat.

Antwort
von ZuumZuum, 78

"Verschweigungserklärung"...interessanter neuer Begriff.

Natürlich kann die Kundin verlangen das über ihre Zahlungsmodalität Stillschweigen bewahrt wird. Aber das mal so im Voraus ins Blau zu schicken halte ich auch für übertrieben. Eine solche Erklärung zu unterschreiben bindet dich für alle Zeiten daran. Wenn Du nichts dergleichen an irgendwelche dritte Personen weitergegeben hast brauchst Du darauf gar nicht zu reagieren. Viele Leute verschicken sowas um Eindruck zu machen. Einfach den Weg des gerichtlichen Mahnverfahrens weiter verfolgen.

Kommentar von Interesierter ,

Verlangen kann die Kundin vieles. Machen muss es die Fragestellerin noch lange nicht. Solange es wahr ist, darf die Fragestellerin selbstverständlich jedem sagen, dass die Kundin eine Rechnung offen hat und trotz Mahnung nicht bezahlt hat. 

Kommentar von ZuumZuum ,

darf sie nicht, siehe unten..§186 oder 187 StGB

Kommentar von mepeisen ,

Üble Nachrede/Verleumdung impliziert, dass die Informationen falsch wären. Wenn die Kundin nicht zahlt, ist das Verbreiten der Tatsache, dass sie nicht zahlt, völlig korrekt und demnach keine üble Nachrede.

Man sollte es nicht überall inserieren, also aktiv hinausposaunen. Aber Schufa-Einträge und ähnliches sind völlig in Ordnung bei einer Kundin, die nicht zahlt. Dagegen kann sie exakt nichts tun, weder auf zivilrechtlichem, noch auf strafrechtlichem Wege.

Solange die Forderung des TE gerechtfertigt ist.

Und da kannst du anderer Meinung sein, wie du willst.

Kommentar von annawillfragen ,

Hm. Gibt es vielleicht eine schlaue juristische Formulierung als Antwort auf so eine Frechheit?...

Kommentar von Interesierter ,

Da gibt es keine schlaue Formulierung. Wollte sie dagegen vorgehen, könnte sie sich nur auf die §§ 186 und 187 STGB berufen. 

Nach diesen Paragraphen ist jedoch nur das Verbreiten von unwahren Äusserungen verboten. Du kannst die Sache einfach umdrehen und ihr sagen, dass du es Anderen sagen wirst, wenn sie nicht innerhalb einer Woche die Rechnung beglichen hat.

Kommentar von ZuumZuum ,

Bin ich nicht einer Meinung

§ 186 StgB wahre Behauptung (üble Nachrede)

§ 187 StGB unwahre Behauptung (Verleumndung)

Kommentar von Interesierter ,

"§ 186 Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird,

wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist,

mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Ich denke doch, du bist hier im Irrtum. Lies den Paragraphen einfach mal durch. Den wichtigen Satzteil habe ich fett markiert. 

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