Frage von Daniel565, 162

Vorteil Compoundarmbrust?

Hallo, was ist der Vorteil einer Compoundarmbrust gegenüber einer klassischen Recurvearmbrust? Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von peace1287, 112

Vorweg! Sry das die Antwort solange geworden ist. Aber ich wollte dir eine gute sachliche Beratung geben. Daher ging es nicht kürzer.. ;-)


Der Vorteil liegt zum einen beim Spannen. Ein teil des Auszugsgewicht wird auf die Cams übertragen. Dadurch ist sie etwas einfacher zu spannen. 

Nun. Ich würde sagen mehr wesentliche Vorteile gibts gar nicht. Mit einer GUTEN Recurve bist du besser bedient. Den Compounds sind wesentlich Wartungsintensiver. Das Wechseln der Sehne funktioniert nur mit einer Bogenpresse. 

Den Wechsel selbst, solltest du auch nur dann machen, wenn du weist was du tust. Denn du musst darauf achten, dass die Cams dannach wieder auf den Millimeter genau, parallel zueinander stehen. 

Außerdem sind Compounds um einiges anfälliger für Schäden. Recurves sind da um einiges robuster. 

Ich empfehl dir eine Excalibur. Ich hab mittlerweile alle meobe Armbrüste verkauft und schieße nur noch Excalibur! Die Matrix 380 zb. Absolut präzise. Ich treff ohne Probleme bis auf 100 Meter+ eine 40cm Scheibe. Wartung hält sich auch in Grenzen. Hin und wieder mal die Mittelwicklung erneuern und die Armbrust reinigen. (Eine Gute Auswahl an Qualitativ hochwertigen Armbrüsten und Equipment, inklusive guter Fachlicher Beratung, bekommst du bei Armbrustmarkt.de)

Und jetzt zur Antwort von Bogenfreund:

Das schießen ist in DE NICHT nur auf Schießstätten erlaubt! Im Grunde darfst du überall damit schießen, solange du sicher stellen kannst, dass keine Gefährdung für andere besteht. Außerdem benötigst du die Erlaubnis des Grundstückbesitzers, sofern du kein eigenes passendes Grundstück besitzt. 

Ich weis aber das eine ziemlich große Unwissenheit diesbezüglich herrscht. Ich weis von anderen Armbrustschützen, denen sogar schon die Armbrust weg genommen wurde. Und sie, sie erst zurück bekamen, nachdem sie, sie mit einem Anwalt frei klagten. 

Ich hatte vor einiger Zeit wegen der Rechtssituation auch eine Diskussion. (Ich glaub das war sogar mit Bogenfreund)

Danach war ich selbst verunsichert. Ich kontaktierte daraufhin den deutschen Schützenbund und bat um Aufklärung bezüglich der Rechtlichen Situation. Diese bestätigten mir, dass ich richtig liege. Und dass du auf deinem eigenen Grundstück bzw. Mit Erlaubnis des Grundstückbesitzers, schießen darfst.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, rief ich auch bei der Örtlichen Polizei an. Dort sprach ich mit dem zuständigen Waffensachbeauftragten. Dieser bestätigte mir ebenfalls nochmal, dass das schießen ab dem 18. Lebensjahr nicht nur auf Schießständen erlaubt ist. Ich glaube was die Verwirrung verursacht, ist der Paragraph dazu. Dieser ist etwas unpraktisch formuliert! Die Stelle, in der es heißt, dass das schießen nur auf zugelassen Schießstätten erlaubt ist, bezieht sich rein auf minderjährige Schützen! Dies wurde mir auch so vom Waffensachbeauftragten der Polizei so erklärt!

Ich geb dir den Tipp beim schießen immer in Richtung einer natürlichen Erhöhung zu schießen. Zum Beispiel in Richtung eines Erdhügels. Außerdem achte darauf, dass du IMMER freies Schussfeld hast. Der Finger bleibt wie bei jeder anderen Waffe auch, lang am Abzug gehalten. Der Finger berührt den Abzug erst, nachdem du dein Ziel ins Visir genommen hast. Solange bis du schießt, bleibt die Armbrust selbstverständlich gesichert. (Ein paar Sicherheitshinweise. ;-) )

Hoffe ich konnte etwas weiter helfen..?

Kommentar von Daniel565 ,

Hey, zu erst einmal danke für deine Antwort!

Ist es sehr viel leichter eine Compound Armbrust zu spannen, bin nämlich nicht der stärkste;-)

Danke;)

Kommentar von peace1287 ,

Naja das kommt auch immer ein Stück weit aufs Modell an. Zb. Meine Compound (welche ich mittlerweile verkauft habe), hatte ein Auszugsgewicht von 185 Pfund. Meine Excalibur kommt auf 260 Pfund. Die Compound war etwas einfacher zu spannen. Man merkt auf jeden Fall einen Unterschied. Aber gefühlt sind es keine 75 Pfund! 

Hinzu kommt, dass meine Matrix 380 eine der Stärksten Modelle von Excalibur ist. Es gibt auch schwächere Modelle mit geringeren Auszugsgewicht. Ist, glaub ich so von der Firma konzipiert, damit auch Frauen oder schwächere Männer sie nutzen können. 

Außerdem sollte man ohnehin eine Spannhilfe nutzen. Damit ist das Spannen nochmal um einiges einfacher. Und die Sehne wird auch präziser und gleichmäßiger gespannt. 

Gerade Excalibur hat viel Erfahrung was Armbrüste angeht. Und man bekommt im vergleich zu manch anderen Herstellern auch deutlich leichter Ersatzteile bzw. Equipment. 

So zb. Auch einen Kurbelspanner, der nochmal das spannen vereinfacht. 

Ich will dich nicht dazu drängen die eine Excalibur zu holen. Nur hab ich bisher die besten Erfahrungen damit gemacht. 

Wenn du dir doch eine Compound zulegst, würde ich ne Tenpoint oder wahlweise eine Darton nehmen. Das sind auf dem Gebiet der Compounds die wohl ambitioniertesten Hersteller. 

Schau dir auf Armbrustmarkt mal die Modelle an und lass dich dort nochmal beraten bevor du sie kaufst.

Kommentar von peace1287 ,

Ps. Schau dir mal die Terminator 2 von Darton an. Die hat "nur" ein Auszugsgewicht von 165lbs und bekommst für 500 Euro. 

Wäre sicher ne anständige Armbrust um mit dem Sport zu beginnen.. ;-)

Oder doch ne Excalibur.. :)

Weis ja auch nicht was du ausgeben willst. Aber so 500 bis 600 sollten es schon sein. Was darunter liegt, ist in der Regel nicht so berauschend, was die Qualität anbelangt...

Kommentar von peace1287 ,

Ach und da fällt mir nochwas ein.. ;-)

Wenn du nen vernünftigen Pfeilfang brauchst. Vergiss die gekauften, teuren Dinger! Besorg die stattdessen einen Bauschuttsack oder ähnliches. Diesen stopfst du fest, mit Altkleidern, Stoffresten etc. voll. Dann noch vorne eine Scheibe drauf, und fertig. Hast einen wunderbaren, mobilen Schießsack.. Ich garantiere dir, dass das selbst den stärksten Armbrüsten stand hält. 

Du musst nur hin und wieder etwas neu nachstopfen, weil der Stoff irgendwann durchgeschossen ist, wenn du immer wieder auf die selbe Stelle schießt.. 

Kommentar von Bogenfreund ,

Hallo peace1287,

ich möchte auf ein paar Dinge gleich mal antworten.

Zum Hintergrund: da gab es Armbrustschützen, die auf unserem Gelände schießen wollten, einer war sogar schon Mitglied (zuerst Bogen). Daher unser Angagement in dieser Sache.

- Zitat  "Das schießen ist in DE NICHT nur auf Schießstätten erlaubt! Im Grunde darfst du überall damit schießen . . . "

Damit liegst du eindeutig falsch. Hier steht geschrieben, wo Armbrüste geschossen werden dürfen, bzw. welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen http://www.dsb.de/media/PDF/Schiessstaende/Schiessstandrichtlinie_23Juli2012_BAn...

Das Ding ist enorm umfangreich, hier ist der Abschnitt 8 maßgebend. Ab dem Punkt 3.2 ist zu lesen, wie Schießstände auszusehen haben.

Sogar für Bögen gibt es Auflagen, die auf den meisten eigenen Grundstücken nicht einzuhalten sind. Das fängt von der pauschalen Aussage an, dass auch versehentlich fehlgeschossenen Pfeile das eigene Grundstück nicht verlassen können, allein das ist  bei den meisten nicht einzuhalten. Die Bestimmungen für einen Bogenplatz findest du hier:  http://www.dsb.de/media/PDF/Schiessstaende/Sicherheitstechnische_Regeln_310315.p...

Hiervon kann jeder ein Lied singen der einen Platz für einen neuen Verein zulassen will. Und für AB soll das Grundstück reichen, wenn der Schütze 18 ist ??? Unglaublich.

-Zitat       "Ich weis von anderen Armbrustschützen, denen sogar schon die Armbrust weg genommen wurde, . . . "

Hmm, weggenommen? Bestimmt nicht, weil sie auf einem ganz sicheren Grundstück geschossen haben, vermute ich mal . . .

- Zitat "
Ich kontaktierte daraufhin den deutschen Schützenbund und bat um Aufklärung bezüglich der Rechtlichen Situation. ..."

Das war auch gut, nur die Auskunft war Mist. Das gleiche haben wir (der Verein) auch gemacht, es herrschte zuerst große Unsicherheit. Ein Rückruf brachte uns da die Auskunft, beim Landesverband Ndrs., dem NSSV nachzufragen. Hier wurde uns bestätigt, dass wir mit unserem Handeln richtig lagen. Auf dem Gelände des NSSV gibt es Bogensport und Armbrustschützen, hier sollten die Betroffenen vorbei kommen, nach einem Eintritt könnten sie dort legal schießen. Nicht zugelassene Bogenplätze seien von der sofortigen Schließung bedroht ! Der Witz war: von Seiten der AB-Schützen gab es merkwürdigerweise keine großen Diskussionen. Warum nur? Die kannten sich aus.

-Zitat "
Um auf Nummer Sicher zu gehen, rief ich auch bei der Örtlichen Polizei an."

Das ist allerdings der Hammer schlechthin. Auch wenn es ein Polizist war, ehrlich, mir kann niemand weißmachen, dass die Einstufung einer Waffe in eine bestimmte Gefährdungsklasse vom Alter der schießenden Person abhängig sein soll. Im ganzen Waffengesetz gibt es darauf absolut keinen Hinweis.

Armbrüste sind den Schusswaffen gleich gestellt, daher sind auch solange die selben Regeln anzuwenden, solange AB nicht explizit von etwas ausgenommen sind.

Ich meine auch, dass diese Aussage dich auch etwas stutzig hätte machen müssen, auch wenn sie zugegebener Maßen von einer Vertrauensperson kommt. Aber als Betroffener nimmt man das natürlich erstmal gerne so hin, das verstehe ich schon (ehrlich, keine Ironie).

Von dieser ganzen Misere sind nur die Feldarmbruste ausgenommen, diese dürfen tatsächlich auf Bogenplätzen geschossen werden (auf dafür zugelassenen Bogenplätzen). Und dafür gibt es dann auch Meisterschaften.http://www.dsb.de/sport/disziplinen/feldarmbrust/

So, dass war jetzt sogar für meine Verhältnisse recht lang. Ich möchte auch noch betonen, dass ich mit meinen Ausführungen niemanden zu nahe treten will. Aber wir haben uns mit dieser Materie zu lange befassen müssen, als das ich mir jetzt sagen lassen müsste, dass ich falsch liege.

MfG Bogenfreund

Kommentar von peace1287 ,

Laut BMI wurde die Armbrust nur in das WaffG aufgenommen, um ein verbindliches Erwerbsalter von 18 Jahren festzulegen. Das WaffG nimmt die Armbrust ausdrücklich von allen weiteren Erlaubnispflichten für Schußwaffen aus, unter die es als gleichgestellter Gegenstand fallen würde. Erwerb/Besitz, Handel, Herstellung sowie Verbringen und Mitnahme in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes und auch das Führen sind ausdrücklich frei. 

Das Schießen ist für die Armbrust per Definition nicht durch das WaffG geregelt (was nicht heißt, daß man es überall darf oder tun sollte). Da die Armbrust zwar eine Waffe, aber keine Schußwaffe, sondern nur ein gleichgestellter Gegenstand ist, fällt sie eben nicht automatisch unter die üblichen Erlaubnispflichten (wie oft fälschlich angenommen wird). 

Die Schießstättenpflicht besteht ebensowenig wie die 7,5 Joule-Grenze oder die für Schußwaffen geltenden Kennzeichnungspflichten. --- Es wäre ja auch unlogisch, das Führen zu erlauben, aber das Schießen auf Schießstände zu beschränken.

Diese Rechtsauffassung findet sich auch in der GdP-Faltkarte "Waffenrecht" sowie in den mir bekannten Infobroschüren der Landeskriminalämter (LKA) wieder: Erwerb/Besitz, Führen und Schießen bleibt erlaubnisfrei. Dazu gibt es auch schon gleichlautende Gerichtsurteile.

http://www.gdp.de/gdp/gdpcms.nsf/id/DE_Neue_GdP-Faltkarte_Waffenrecht_2008_zum_D...

Kommentar von Bogenfreund ,

Ich habe nie behauptet, dass es eine Erlaubnispflicht für das Schießen, Erwerb/Besitz, Handel, Herstellung sowie Verbringen und Mitnahme gibt. Das Anführen dieser GdP-Faltkarte bringt hier also nichts.

Die Schießstättenpflicht besteht nicht? Lies nochmal den Punkt 8.

"Es wäre ja auch unlogisch, das Führen zu erlauben, aber das Schießen auf Schießstände zu beschränken."   Unlogisch??? Das eine schließt das andere nun wirklich nicht aus. Ein Jäger darf seine Waffe auch führen, aber nur in seinem Revier benutzen. Was sind das für Argumente?

Ich werden jetzt hier aussteigen. Das ganze führt zu nichts, was ich hätte wissen müssen. Jeder der etwas bestimmtes tun will und merkt, dass es legal sehr schwierig ist, wird auf Biegen und Brechen eigene Definitionen "zusammenargumentieren".

Aber trotzdem nichts für ungut. Jeder muss das tun was er meint und eben manchmal seine Armbrust mit Hilfe eines Anwalts wieder frei bekommen (dein Beispiel). Jedem das seine . . .

Kommentar von peace1287 ,

Eigene Definitionen!? Also wenn die Polizei kein Problem damit hat.  Und selbst die Gewerkschaft der Polizei diese Informationen raus gibt. Weshalb denkst du dann, dass du recht hast und jeder andere nicht!? 

Es wäre sicher ein fataler Fehler mit großem, medialen Interesse, würde die Gewerkschaft der Polizei falsche Informationen veröffentlichen... 

Antwort
von Bogenfreund, 94

Hallo Daniel565,

das eine Compoundarmbrust leichter zu spannen ist, wie schon geschrieben wurde, kann man so pauschal auch nicht sagen. Das Compoundsystem erleichtert zwar den Auszug (Armbrust wie Bogen), aber ein Stück weit muss man eben das volle Zuggewicht ziehen. Die Zugerleichterung wirkt nicht ganz von Anfang an.

Daher sind auch bei Compoundarmbruste Spannsysteme entweder integriert oder für den Spannvorgang anzusetzen.

Einen großen Vorteil haben Compoundarmbruste aber auf jeden Fall. Ihre Besitzer brauchen sich keine großen Gedanken über den Einsatzort zu machen. Diese Dinger sind in dieser Hinsicht lt. dem gültigen deutschen Waffengesetz den Schusswaffen gleichgestellt und dürfen wie diese auch nur auf zugelassenen Schießständen geschossen werden.

Mit jedem Herumballern außerhalb eines Schießstandes macht man sich strafbar. Also nur bei einem Schützenverein anfragen und mit ein bisschen Glück hat man auch eine legale(!) Schießmöglichkeit.  Wenn das kein Vorteil ist . .  ;-)

Ist übrigens tatsächlich so, wir hatten da in unserem Verein auch so unsere Erfahrungen sammeln können. Armbrustschützen haben ihre liebe Not, einen geeigneten Verein zu finden.


Kommentar von peace1287 ,

Les meine Antwort, wenn du wissen willst warum ich negativ bewertet habe.

Antwort
von Deniz4514, 95

Leichter zu spannen

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