Frage von tomderfragt, 51

Vorstrafe vor 26 Jahren relevant für heutige Gerichtsverhandlung?

Ein Freund hatte 1982 eine Verurteilung bei dem er eine Haftstrafe von 4 1/2 Jahren bekam, er kam nach 2/3 der Strafe aus dem Gefängnis. Die Reststrafe von 18 Monaten wurde ihm mit einer Bewährungszeit von 4 Jahren erlassen. Seine Bewährung lief 1989 ab. Nun schwebt ein Gerichtsverfahren über ihm. Unsere Frage: wird diese Verurteilung bei einem jetzigen Verfahren mit gewertet oder verlesen? Oder ist dieses Urteil komplett gelöscht?

Antwort
von Deepdiver, 23

Das kommt immer auf das Delikt an, weswegen er verurteilt wurde.

§ 34 BZRG – die Fristen für die Löschung

Nach § 34 BZRG gelten folgende Löschungsfristen:

Löschung nach 3 Jahren:

Verurteilungen wegen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von nicht mehr als 3 Monaten

Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr bei Strafaussetzung zur

Bewährung (wenn die Bewährung nicht widerrufen und keine weiteren

Eintragungen vorhanden sind)

Jugendstrafe bis zum einem Jahr

Jugendstrafe bis 2 Jahre, wenn Bewährung

Löschung nach 5 Jahren:

bei allen übrigen Fällen, also bei Freiheitsstrafen über 1 Jahr oder

Jugendstrafe über 2 Jahre ohne Bewährung mit Ausnahme der folgenden

Fälle

Löschung nach 10 Jahren:

Freiheitsstrafen oder Jugendstrafe von mehr als einem Jahr bei

Verurteilungen wegen §§ 174 bis 180 oder 182 StGB (Sexualstraftaten)

https://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2010/11/13/loeschung-fuehru...

Nun kommt es darauf an, weswegen er Verurteilt wurde und ob diese Straftat noch eingetragen ist. Wenn diese Noch eingetragen ist, fließt dieses natürlich mit in die Urteilsfindung mit ein.

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