Frage von FloPinguin, 44

Vorsteuer bei einem Unternehmen?

Kann mir jemand erklären wieso die Vorsteuer eine Forderung gegenüber dem Finanzamt ist? Das macht für mich keinen Sinn: Wir (Unternehmen) kaufen etwas, der Verkäufer zahlt Umsatzsteuer ans Finanzamt. Und wir forderen das dann wieder als Vorsteuer? Dann macht das Finanzamt ja keinen Gewinn xD Stehe bisschen aufm Schlauch

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Traveller24, 44

Du hast recht, dein Verkäufer zahlt und Du holst es Dir wieder. Hier macht das Finanzamt noch keinen Gewinn. Aber Du verkaufst es ja weiter und zahlst diese Steuer dann an das Finanzamt und wenn Du es an einen privaten Verbraucher verkaufst hast, dann kann der sich das dann nicht wiederholen. In dem Moment mach das Amt dann den "Gewinn". Die Umsatzsteuer zahlt somit komplett der Endverbraucher.

Antwort
von schwarzwaldkarl, 38

Nun ein Unternehmen bezahlt bei den Lieferanten Vorsteuer und gleichzeitig berechnet er seinen Kunden die Umsatzsteuer, die Differenz wird ans Finanzamt abgeführt... Nachdem wir doch alle hoffen, dass die Waren teurer verkauft als eingekauft werden, kann das Finanzamt auch etwas "Gewinn" machen... 

Antwort
von Sabrin80, 44

Du verkaufst es ja als Unternehmer mit Gewinnabsicht nicht zum gleichen Preis. Der "Gewinn" für das Finanzamt ist die versteuerte Differenz.

Beispiel du kaufst etwas für 100 netto, zahlst 19% Vorsteuer also 19 Euro, die Du vom Finanzamt "zurückkriegst". Du verkaufst es für 238 Euro weiter (200 Euro netto + 19 MwSt) . Du führst 38 Euro Umsaztsteuer ab, hast 19% zurück und das Finanzamt hat 19 Euro  mehr von Dir bekommen. Der private Endkunde kann diese nicht geltend machen, also verbleiben sie beim Finanzamt.

Erst beim Verkauf an eine Privatperson oder einen Unternehmer nach §16 Umsatzsteuergesetz, der die Vorsteuer nicht geltend machen kann, macht das FA seinen "Gewinn".

Kommentar von Sabrin80 ,

Nicht §16, sondern §19. Gemeint ist die Kleinunternehmerregelung.

Antwort
von ciubacka, 40

Wenn der Unternehmer etwas kauft, worauf er seinem Lieferanten natürlich Umsatzsteuer bezahlen muß, und diese Ware oder sonstwas nicht weiterverkauft, kann er die gezahlte Vorsteuer dem Finanzamt gegenüber geltend machen und kriegt das Geld vom FA zurück.

Der "Gewinn" des FA ist die Mehrwertsteuer: wenn das Unternehmen die gekaufte Ware weiterverkauft, schlägt es seine Gewinnspanne auf den Einkaufpreis und berechnet dem Kunden hierfür die Umsatzsteuer. Diese istz natürlich höher als die vorher gezahlte Vorsteuer. Die Differenz zwischen Vorsteuer und erlöster Umsatzsteuer ist die Mehrwertsteuer und der "Gewinn" des FA.

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