Frage von Lumina86, 100

Vorstellungsgespräch während Arbeitszeit?

Hallo mein Befristet Arbeitsverhältnis läuft bald aus. Nun habe ich bald ein Vorstellungsgespräch muss mein Arbeitgeber mich dafür bezahlt Freistellen?

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von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 52

Wie Du ja selbst weißt, gibt es den § 629 BGB (Freizeit zur Stellungssuche).

Die Freistellung muss der AG Dir auf alle Fälle geben, ob sie bezahlt wird oder nicht hängt davon ab was im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag geregelt ist.

In Tarif- oder Arbeitsverträgen wird oft geregelt dass ein AN bezahlten "Sonderurlaub" bei eigener Heirat, Niederkunft der Ehefrau, Tod naher Angehöriger, Umzug, etc. bekommt. Wenn die Bezahlung anderer Freistellungen ( wie etwa der § 629 BGB) nicht vertraglich "abgedungen" sind, bekommst Du diese benötigte Zeit für ein Vorstellungsgespräch auch bezahlt.

Oft steht aber im Arbeits-/Tarifvertrag dass außer den aufgezählten Ereignissen andere Freistellungen nach § 616 BGB "abgedungen" sind. Das bedeutet dass man Dich zur Stellungssuche zwar freistellt aber für die Zeit der Freistellung nicht bezahlt.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen, ich hoffe es klappt mit dem Job.

Antwort
von ichausstuggi, 44

Hallo Lumina86,

wenn du keinen Urlaub mehr hast und nicht krank machen willst - wieso vereinbarst du nicht ein Vorstellungsgespräch am späten Nachmittag?

Denn der/die Personaler/in der Firma, bei der du dich bewirbst, weiß ja, dass du berufstätig bist, wenn du ihm das sagst.

Und dann kann der / die ja einen späten Termin machen.

Viel Erfolg und alles Gute!

ichausstuggi

Kommentar von heyheymymy ,

Auch ne Option.

Antwort
von heyheymymy, 44

Nein. Nimm dir einen Tag Urlaub oder schau ob du deine sowieso freien Tage darauf legen kannst.

Kommentar von Lumina86 ,

Die Freien Tage sind Wochenende und Urlaub habe ich keinen mehr. Gibt es da kein Recht drauf?

Kommentar von heyheymymy ,

Nein leider nicht, da hilft dann wohl nur ne Krankmeldung, alles andere wäre Vertragsbruch und kann teuer werden.

Kommentar von Lumina86 ,

Wieso teuer werden? Krank machen, mache ich nicht.

Kommentar von heyheymymy ,

Naja, ne Vertragsstrafe kann bis zu einem Bruttomonatsgehalt gehen. Das nenne ich schon teuer. Wenn du quasi einfach nicht auftauchst mit dem Argument du hast nen Termin, begehst du Vertragsbruch und dieser kann mit einer Vertragsstrafe bestraft werden. Bei einer Krankmeldung hingegen kann dir das nicht passieren.

Kommentar von Lumina86 ,

Sehr Interessant wusste gar nicht das es so etwas gibt. Vielleicht sollte man nicht immer auf etwas Antworten wo man sich nicht sicher ist bzw aus kennt. Trotzdem Danke für die Unterhaltung

Kommentar von heyheymymy ,

Ich bin mir sicher, ich weiß es aus Erfahrung, Kleines;) Deshalb sage ich es dir ja, damit dir das nicht auch passiert, ist ziemlich blöd, wenn einem dann mal z.B. 350 € abgezogen werden. Und ja, das ist leider auch rechtens.

Kommentar von Lumina86 ,

Du bestehst also auf dein unwissen. Da du ja Schreibst es ist Rechtens, dann nenn mir doch das Gesetz dazu damit ich es mir selber durchlesen kann.

Kommentar von heyheymymy ,

https://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin.wordpress.com/2009/10/09/vertragsstrafe-i...

Da hast du was zum lesen, Mäuschen. ich weiß, wovon ich rede und ich weiß was mir passiert ist. Brauchst hier nicht rumzicken, weil ich Recht habe.

Kommentar von Lumina86 ,

Okay das es Arbeitsverträge mit Vertragsstrafen gibt wusste ich nicht. Ich habe so etwas in meinen Verträgen nie gehabt. Zu dem Thema bei Nicht zur Arbeit kommen zitat: Vertragsbruch (grundsätzlich zulässig; problematisch bei Nichtantritt zur Arbeit und Kündigung vor Arbeitsaufnahme) Nun gut wir einigen uns darauf das es Vertragsstrafen gibt! Aber das wenn man unentschuldigt nicht zur Arbeit er scheint (was ich niemals tun würde) es mit einer Strafe Problematisch wird.

Kommentar von heyheymymy ,

Nun, eigentlich ist das schon sehr verbreitet, steht auch nicht gleich auf der ersten Seite, sondern weiter hinten beim Kleingedruckten. Bei meinem letzten Vertrag steht sogar, dass eine maximale Strafe von einem gesamten Bruttomonatseinkommen machbar ist. Und unentschuldiges Fehlen bei der Arbeit ist ein Vergehen, also ein Vertragsbruch. Ich würde das nicht riskieren, sondern liebr mich krankmelden, je nachdem, wie wichtig das Vorstellungsgespräch ist, bzw. ob es sein kann, dass es keinen weiteren Termin gibt.

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