Muss eine unschuldige Person trotzdem zur Vorladung wegen Sachbeschädigung gehen, auch wenn der Täter gesteht?

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4 Antworten

1. Einer Vorladung zur Polizei muss nicht Folge geleistet werden. Die Polizei kann dich nicht zwingen, zu kommen und auszusagen. Nur, wenn der Staatsanwalt vorlädt oder du vom Gericht zurVerhandlung geladen wirst, musst du kommen - sonst drohen Bußgelder. Die Frage, ob du denn trotzdem zur Polizei gehst, ist natürlich eine andere - du solltest es auf jeden Fall tun, um deine Glaubwürdigkeit und Kooperationswilligkeit unter Beweis zu stellen. Falls du unsicher bist, kannst du auch zuerst mit einem Anwalt sprechen und mit diesem zusammen zur Polizei gehen - er ist dann bei der Vernehmung mit dabei und kann dich beraten,

2. Wenn feststeht, dass eine Sachbeschädigung begangen wurde, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Die Staatsanwaltschaft kann Anklage erheben, dann entscheidet das Gericht darüber, ob die Klage zugelassen wird und anschließend kommt es zur Hauptverhandlung, die meist mit dem Urteil endet. Die Staatsanwaltschaft hat aber auch die Möglichkeit, das Verfahren einzustellen (z.B. gegen Auflagen) oder einen Strafbefehl zu erlassen (d.h. sie beantragt beim Gericht diesen Strafbefehl, der eine Geldstrafe enthält, und schickt diesen dem Beschuldigten. Wenn der bezahlt, ist alles gut; zahlt er allerdings nicht, kommt es zur Hauptverhandlung).

3. Ob die andere Person auch bestraft wird, hängt davon ab, was sie getan hat. Hat sie den Haupttäter angestiftet, ihn unterstützt, oder war sie sogar selbst an der Tat beteiligt, indem sie etwa Schmiere gestanden hat? Dann kommt eine Mittäterschaft oder Anstiftung oder Beihilfe in Betracht. Stand sie nur daneben, hat aber nichts getan, wird sie auch nicht bestraft. Eine andere Frage ist natürlich, was nachgewiesen werden kann. Bei Zweifeln gilt immer in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten. Sollte der eine gestehen, dass er allein der Täter war, ist der andere aller Voraussicht nach aus dem Schneider.

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Kommentar von FachGoldAnwalt
13.01.2016, 13:21

Anmerkung zu Punkt 1.) :  Ein Rechtsanwalt als Verteidiger hat bei einer Polizeivernehmung kein gesetzliches Anwesenheitsrecht.

Er kann aber zugelassen werden.

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1. Zur Anhörung muss man (sollte man) auf jeden Fall gehen.

2. Wenn einer gesteht, wird der andere nur noch gefragt, ob das so war wie geschildert.

3. Wenn der Schaden nicht zuhoch ist, kann der Staatsanwalt keine Anklage erheben, sondern statt dessen einen Strafbefehl erlassen soundsoviel Tagessätze. Wird der bezahlt, gibt es keine Verhandlung.

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Kommentar von Artus01
12.01.2016, 16:08

Wenn der Schaden nicht zuhoch ist, kann der Staatsanwalt keine Anklage erheben, sondern statt dessen einen Strafbefehl erlassen soundsoviel
Tagessätze.

Ob der Staatsanwalt Anklage erhebt hängt nicht unbedingt von der Schadenshöhe ab.

Zudem erläßt der Staatsanwalt keinen Strafbefehl. Das tut immer noch ein Richter, auf Antrag der Staatsanwaltschaft.

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Kommentar von FachGoldAnwalt
13.01.2016, 13:23

Man muss weder zu einer polizeilichen Anhörung gehen, noch sollte man dort auf jeden Fall hin gehen.

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beide werden angehört, egal ob einer gesteht und der andere es nicht war. ob es zu einer gerichtsverhandlung kommt, klärt sich nahc der anhörung.

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Kommentar von Dysbr0
12.01.2016, 14:04

Also kann es zur Gerichtsverhandlung kommen, trotz eines Geständnisses ? 

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Zu einer polizeilichen Vernehmung muß man nicht gehen und sollte es in den meisten Fällen auch nicht tun, vor allem in so einem Fall nicht.

Geh also nicht hin, sondern warte ab was passiert.

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Kommentar von Dysbr0
14.01.2016, 14:09

Aber mache ich mich dadurch nicht extra verdächtig und denken die dann nicht, dass ich nicht kooperieren will und etwas verheimliche oder soetwas ? Danke für die Antwort übrigens

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