Frage von Aw1234, 111

Vorladung als beschuldigte wegen Verkauf von Fälschungen erhalten. Habe eine Vorstrafe. Ist Haftstrafe ohne Bewährung möglich?

Ich habe eine Vorladung als Beschuldigte in der hierzu bearbeitenden polizeilichen relevanten Angelegenheit erhalten, eine gefälschte Michael Kors Tasche für 140 Euro verkauft zu haben. So steht es in dem schreiben. Zudem habe ich noch zeitgleich eine zweite Vorladung wegen Verkauf einer Fälschung im Wert von 85 Euro. Kurz zum Hintergrund: ich Habe einst eine Vorliebe für kors Taschen und tiffany schmuck gehabt und habe in den letzten drei Jahren etwa 25 kors Taschen und etwa 15 Schmuckstücke verkauft, die ich alle über privatverkauf (Kleinanzeigen, Trödelmarkt,etc) für mich eingekauft und nach einiger Zeit dann wieder privat verkauft habe. Nun habe ich die besagten Vorladungen erhalten, da zwei Käufer eine Anzeige gemacht haben, dass es sich um Fälschungen gehandelt haben soll. Das war mir nicht bewusst, da ich selber von Originalen ausging und eine Einigung mit den Käufern bezüglich Rückerstattung leider nicht möglich war. Da ich zum Zeitpunkt das Konto von meiner Mutter für jeglichen Zahlungsverkehr mitbenutze (was ich der Polizei gesagt habe) da ich kein eigenes hatte und die Polizei alle Auszüge des Kontos geprüft hat, steht in der Vorladung noch:

"Aus aktenkundigem kontostatus ergeben sich Hinweise auf ausschließliche wirtschaftliche Nutzung des Kontos durch die Beschuldigte"

Nun meine Frage: was meint die Polizei damit, bezieht sich das auf alle anderen Verkäufe? Gehen die etwa davon aus das alle anderen Verkäufe ebenfalls Fälschungen waren??

Werden die anderen Verkäufe überhaupt berücksichtigt und geprüft oder nur die beiden die Anzeige erstattet haben?

Falls alle geprüft werden und ich nicht widerlegen kann dass es ebenfalls Fälschungen waren, was für eine Strafe könnte mich erwarten? Meine größte Angst ist, dass ich ins Gefängnis muss, weil ich ein kleines Kind habe.

Ich bin 40 Jahre und habe eine Vorstrafe wegen Betrug die nicht mehr im Führungszeugnis steht ( es war eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen von 2880 Euro).

Kann mir da jemand eine einigermaßen in Betracht kommende Antwort geben? Ich danke für alle vernünftige Beiträge.

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Antwort
von Turbomann, 54

@Aw1234


Nun habe ich die besagten Vorladungen erhalten, da zwei Käufer eine
Anzeige gemacht haben, dass es sich um Fälschungen gehandelt haben soll.

Das war mir nicht bewusst, da ich selber von Originalen ausging und
eine Einigung mit den Käufern bezüglich Rückerstattung leider nicht
möglich war.

Also bei aller Liebe, bei deinem Fall wirst du besser von einem Anwalt für Strafrecht beraten sein.

Hier kennt keiner den kompletten Vorgang und die Beweislage.

Du hast leider aus der Vergangenheit nicht viel gelernt und dass du nichts gewusst hast, dass die von dir gekauften "Marken" nur Fake sind, wird dir keiner so schnell abnehmen.

Heute weis man, wenn man Markenware im Internet kauft, dass man die dann prüfen kann um sicher zu sein, dass man keine Fake-Waren oder evtl. sogar Hehlerware weiterverkauft.

Meine größte Angst ist, dass ich ins Gefängnis muss, weil ich ein kleines Kind habe.

Das kannst du leider nicht immer aus Ausrede geltend machen, denn erstens solltest du aus vorherigem Fall gelernt haben und zweitens weiss heute jeder, wie man vorsichtig sein muss im Netz, wenn man Markenware seeeehr günstig angeboten bekommt und die dann weiterverkauft, um Geld zu machen. Bei dir geht es hier nicht nur um eine Verfehlung.

Besonders klug scheinst du nicht zu sein, was die Kontoführung betrifft.

Da ich zum Zeitpunkt das Konto von meiner Mutter für jeglichen Zahlungsverkehr mitbenutze

Du hast deine Verkäufe mit der gefälschten Ware über das Konto deiner Mutter abgewickelt. Wenn es nur eine Tasche wäre, aber.................. denke mal darüber nach, du bist keine 13 mehr.

Antwort
von clemensw, 35

Das Strafmaß liegt immer im Ermessen des Richter - daher können wir hier nur Mutmaßungen treffen.

Insgesamt muß man aber sagen: Es schaut nicht gut für dich aus.

Nachfolgend versuche ich mal, dir die Sichtweise der Staatsanwaltschaft zu erläutern:

Da ich zum Zeitpunkt das Konto von meiner Mutter für jeglichen Zahlungsverkehr mitbenutze

Wait, what? Wieso kein eigenes Konto? Konten sind wie Schlüpfer: Jeder hat mindestens eins. Kann die Beschuldigte kein Konto eröffnen? Sind Schulden, Schufa-Einträge oder sonstige finanzielle Zwangslagen vorhanden?

Vermutung: Du steckst finanziell in der Klemme.

Motiv gefunden.

habe in den letzten drei Jahren etwa 25 kors Taschen und etwa 15 Schmuckstücke verkauft, die ich alle über privatverkauf (Kleinanzeigen, Trödelmarkt,etc) für mich eingekauft und nach einiger Zeit dann wieder privat verkauft habe.

Na toll, d.h. es gibt keine Rechnungen oder Quittungen für die Herkunft der Ware, die Vorbesitzer sind vermutlich unbekannt.

Und Kors- und Tiffany-Produkte findet man ja wirklich jeden Tag auf dem Trödel - NICHT!

Vermutung: Du hast bewußt Fälschungen in Tschechien oder Polen gekauft und hier als Originale weiterverkauft.

Tathergang geklärt.

Das war mir nicht bewusst, da ich selber von Originalen ausging

Du willst also Dutzende von echten Taschen und Schmuckstücken gehandelt haben und dann fallen dir 2 Fälschungen nicht auf? 

Extrem unglaubwürdig.

Ich bin 40 Jahre und habe eine Vorstrafe wegen Betrug die nicht mehr im Führungszeugnis steht ( es war eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen von 2880 Euro).

Nicht mehr im Führungszeugnis, aber im Zentralregister - und da schaut die Staatsanwaltschaft nach - wird der Eintrag erst nach 15 Jahren gelöscht.

Wiederholungstäterin.

weil ich ein kleines Kind habe.

Kindsvater bekannt? Dann muß er eben das Sorgerecht übernehmen.

Brief ans Familiengericht.

So ähnlich wird zumindest die Staatsanwaltschaft argumentieren. Ich hoffe, daß du an einen milden Richter kommst, aber ich kann dir nur empfehlen:

Geh zum Anwalt!

Kommentar von Aw1234 ,

Ich bin mit dem Kindesvater verheiratet. Er ist berufstätig und hat keine Vorstrafen. 

Antwort
von dandy100, 39

 "Aus aktenkundigem kontostatus ergeben sich Hinweise auf
ausschließliche wirtschaftliche Nutzung des Kontos durch die
Beschuldigte"

Nun meine Frage: was meint die Polizei damit, bezieht sich das auf alle anderen Verkäufe?"

Ja, ganz genau, es wurde festgestellt, dass das Konto nur für die Zahlungseingänge der Käufer von Dir genutzt wurde.und nicht um z.B noch Deine Miete zu bezahlen.

Schwer zu sagen, ob Du ins Gefängnis kommst, man wird bei der Urteilsfindung mit Sicherheit berücksichtigen, dass Du ein kleines Kind hast.

Entscheidend wird sein, wie Du Dich vor Gericht präsentierst und wie glaubwürdig Deine Geschichte ist, nicht gewußt zu haben, dass es sich bei den Taschen um Fälschungen handelt.

Immerhin bist Du schon mal wegen Betrug vorbestraft, da entsteht natürlich schnell der Eindruck, Du machst sowas gewohnheitsmässig.

Ganz ehrlich: ich finde Deine Geschichte auch ein bißchen seltsam und wenn da irgendwas dran ist, kann ich Dir nur raten vor Gericht absolut ehrlich zu sein, zuzugeben, was geschehen ist, Dich auf keinen Fall rauszureden und die Verantwortung zu übernehmen - ganz egal, ob Du gewußt hast, dass die beide Taschen um die es jetzt geht, Fälschungen waren. Du hast sie weiterverkauft und trägst die Verantwortung.

Geh mal davon aus, dass auch alle anderen Verkäufe überprüft werden und nicht nur die zur Anzeige gekommenen - falls da auch was nicht stimmen sollte, dann gib es lieber gleich zu und erkäre vor allem, warum Du es getan hast, vielleicht aus Angst vor wirtschaftlicher Not.
Auch wenn man Dir im Zweifelsfall nicht beweisen kann, dass Du absichtlich Fälschungen verkauft hast, geht es hier im Wesentlichen um Glaubwürdigkeit, und Du bis immerhin vorbestraft.

Es ist sehr wichtig, dass Du Dich als verantwortungsbewußter Elternteil darstellst, mit einem klaren Unrechtsbewußtsein und ehrlich - ansonsten wird man Dich nicht als geeignet ansehen, ein Kind zu erziehen und dann wird Dich Deine Elternrolle nicht mehr vor dem Knast schützen









Kommentar von Aw1234 ,

Das Konto habe ich auch für mietzahlungen genutzt und auch für Arbeitslohn Eingänge und auch für Eingänge vom Arbeitsamt, eben für alle Zahlungsverpflichtungen, den ganz normalen Zahlungsverkehr. Natürlich nicht nur für Eingänge aus Verkäufen. 

Kommentar von AnglerAut ,

Kommt stark darauf an, ob du Reue zeigst, geständig bist und zur Aufklärung des Falles beiträgst.

Wenn du dies tust, sieht es besser aus.

Antwort
von AnglerAut, 58

Wenn das ganze auf gewerbsmäßigen Betrug hinausläuft, wenn sie also die anderen Taschen auch unter die Lupe nehmen und dies ebenfalls Fälschungen sind, dann ist hier mit einer Haftstrafe zu rechnen.

Kommentar von Aw1234 ,

Danke für die Antwort. Wie hoch könnte die sein und ist Bewährung eventuell möglich?

Kommentar von kevin1905 ,

Konkrete fallbezogene Rechtsberatung darf in Deutschland nur durch Rechtsanwälte erfolgen. Frage also deinen Strafverteidiger.

Antwort
von dresanne, 24

"Aus aktenkundigem kontostatus ergeben sich Hinweise auf
ausschließliche wirtschaftliche Nutzung des Kontos durch die
Beschuldigte"


Das bedeutet, dass Du mit diesen Verkäufen als gewerblich, und nicht als Privatverkäufer eingestuft wirst. Das widerum bedeutet, das Klauseln wie "Privatverkauf - keine Garantie - keine Rücknahme" oder dgl. nicht gelten.

Kommentar von Doesig ,

Und dass Steuern gezahlt werden müssen, oder?

Antwort
von rukkk, 46

Mit wirtschaftlicher Nutzung ist gemeint, dass du das Konto nicht privat, sondern eben geschäftlich genutzt hast, mit Betrug hat das erstmal nichts zu tun.

Der Vorladung der Polizei musst du keine Folge leisten. Ich würde da auch nicht hingehen ohne vorher mit einem Anwalt gesprochen zu haben. Wenn du nicht hingehst, solltest du aber den Termin absagen. Begründen musst du das nicht.

Kommentar von Aw1234 ,

Danke für Ihre Antwort! Wie hoch könnte eine Haftstrafe ausfallen und gibt es Aussicht auf Bewährung oder eher nicht?

Kommentar von kevin1905 ,

FRage deinen Strafverteidiger.

Kommentar von Turbomann ,

@Aw1234

Mit dieser Frage werden dir hier Laien keine Antwort geben können, da kann dir höchstens dein Anwalt eine ca. Prognose geben.

Ich bin mit dem Kindesvater verheiratet. Er ist berufstätig und hat keine Vorstrafen. 

Dann wäre zumindest dein Kind in guten Händen, falls es bei dir hart auf hart kommen sollte.

Antwort
von Herb3472, 45

Dass Du dieses Zeug für Dich privat gekauft hast im guten Glauben, es handle sich um echte Stücke, und ohne die Absicht, es weiterzuverkaufen, wird Dir wohl niemand abnehmen - nicht einmal ich.

"Die Katze lässt das Mausen nicht". Als Wiederholungstäterin kann es Dir schon passieren, dass das Strafmaß entsprechend ausfällt.

Antwort
von Charlybrown2802, 58

wird keine Haftstrafe geben

Kommentar von PatrickLassan ,

Bei einer Wiederholungstat? Dann müsste der Richter aber schon extrem gute Laune haben.

Antwort
von kevin1905, 19

Bitte frage dazu deinen Strafverteidiger.

Antwort
von DerPate19811, 30

Du bist 40 Jahre und nutzt das Konto deiner Mutter? 🤔

Antwort
von Griesuh, 56

Die Katze lässt das Mausen nicht.

Anscheinend unbelehrbar.

Bist du Wiederholungstäter wird es eine Haftstrafe geben.

Kommentar von Aw1234 ,

Wie hoch kann die sein und ist Bewährung möglich?

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