Frage von Eskel3777, 81

Vorherbestimmung, Real?

Interessiert mich einfach, also könnt mal schreiben was ihr zur Vorherbestimmung denkt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andrastor, 81

Vorherbestimmung gibt es nicht, weil sich freier Wille und Vorherbestimmung ausschließen und die Menschen nunmal einen freien Willen haben.

Hätten sie nämlich keinen, würde dies dass ganze System der Vorherbestimmung sinnlos machen.

Kommentar von Eskel3777 ,

Ja, aber wenn egal wie wir uns entscheiden das Resultat vorgegeben ist, es durch die Aktionen der Umwelt so ergeben werden wie es sein muss?

Kommentar von Andrastor ,

Wer sagt denn dass das Resultat vorgegeben wäre?

Wenn etwas "sein müsste", dann würde das einen Plan vorraussetzen, welcher ein sentinentes Wesen, also ein Wesen mit Bewusstsein vorraussetzt, welches die Macht haben muss Das Ergebnis unseres Handelns, ungeachtet unserer Entscheidung zu beeinflussen, bzw. Festzulegen.

Und wenn es das schon kann, was für einen Bedarf hätte es dann noch an uns?

Nehmen wir an der "Plan" würde vorraussetzen dass ich jemanden umbrächte, sagen wir meinen Nachbarn. Ich enscheide aber auszuwandern und sehe diesen Nachbarn nie wieder.

Wenn er von jemand anderen umgebracht werden würde, wofür wäre ich dann nötig gewesen? Wenn er nicht durch mich sterben würde, hätte ich den Plan vereitelt. Und wenn er mich quasi in das andere Land verfolgen würde und ich ihn doch umbrächte, hätten sich die Umstände derart geändert, dass eine Weiterführung des Plans zunichte gemacht worden wäre.

Also ist es völlig sinnlos anzunehmen unser Leben wäre in irgendeiner Form vorherbestimmt.

Kommentar von AaronMose3 ,

und die Menschen nunmal einen freien Willen haben.

Das wurde mittlerweile widerlegt. Wie besitzen diesen freien Willen nicht wirklich. Unser Gehirn entscheidet Dinge schon hundertstel Sekunden bevor wir es bewusst tun. 

Somit frage ich mich, ob man das wirklich derart lösen kann.

Kommentar von Andrastor ,

Nur weil unser Gehirn etwas entscheidet bevor wir es tun, bedeutet das nicht, dass wir das unfreiwillig tun würden. Es bedeutet lediglich was wir schon länger wissen, nämlich dass es eine Verzögerung zwischen Entschluss und Handlung gibt.

Kommentar von AaronMose3 ,

Nur weil unser Gehirn etwas entscheidet bevor wir es tun, bedeutet das nicht, dass wir das unfreiwillig tun würden.

Es macht den freien Willen, wie wir über ihn sprechen, aber zu einer rein subjektiven Sache. 

(...) Demzufolge entsteht eine bewusste Überlegung und Entscheidung erst, nachdem neurale Weichenstellungen unterhalb der Schwelle unseres Bewusstseins zuvor festgelegt haben, was wir wählen werden. Und da unser Gehirn uns damit quasi die Entscheidung abnimmt, ist Willensfreiheit bloß eine Illusion.(...) "Unsere Entscheidungen sind, lange bevor unser Bewusstsein ins Spiel kommt, unbewusst vorherbestimmt", kommentierte Haynes 2008 in der Zeitschrift "New Scientist" und fügte hinzu: "Anscheinend trifft das Gehirn die Entscheidung vor der Person." Für den Evolutionsbiologen Jerry Coyne von der University of Chicago ist eine Entscheidung niemals Folge einer bewussten Wahl; es gebe weder Entscheidungsfreiheit noch freien Willen. Der amerikanische Neurowissenschaftler, Philosoph und Debattenredner Sam Harris hält uns alle für "biochemische Marionetten": 

Q:http://www.spektrum.de/news/wie-frei-ist-der-mensch/1361221

Natürlich sind diese Erkenntnisse durchaus noch anzuzweifeln, da der technische Stand der Neurowissenschaft noch nicht weit genug ist um so etwas zweifelsfrei zu bestätigen. Aber alleine die Tatsache das es dementsprechend geschieht, macht die Diskussion darüber notwendig. Ich halte es nicht für richtig, einfach zu behaupten der Mensch hätte einen Freien Willen, da wir nicht wissen in welcher Art und Weise wir frei handeln, und in welchem Ausmaß wir wirklich frei sind.

Kommentar von Andrastor ,

Gut, ich stimme dir zu, dass derartige Erkenntnisse den freien Willen bedingt in Zweifel stellen, aber noch wissen wir zu wenig über dieses Thema um tatsächlich darüber diskutieren zu können.

Erst wenn diese Zusammenhänge unmissverständlich geklärt sind, können wir den Begriff "freier Wille" richtig definieren und unser Handeln verstehen, bis dahin befinden wir uns jedoch in einer rein spekulativen Ebene und würden mit Diskussionen über dieses Thema nur geistige Onanie betreiben.

Worauf ich hinaus will ist, dass es kein Schicksal als solches gibt. Keine kosmische Macht, welche einen "Plan" mit uns hat, den wir unfreiwillig ausführen würden.

Selbst wenn wir, biologisch gesehen keinen freien Willen hätten, würde das die Existenz einer derartigen kosmischen Macht nicht beeinflussen.

Kommentar von AaronMose3 ,

aber noch wissen wir zu wenig über dieses Thema um tatsächlich darüber diskutieren zu können.

Das ist klar.

dass es kein Schicksal als solches gibt. Keine kosmische Macht, welche einen "Plan" mit uns hat(...) Selbst wenn wir, biologisch gesehen keinen freien Willen hätten, würde das die Existenz einer derartigen kosmischen Macht nicht beeinflussen.

Das ist mir bewusst und ich würde auch nicht gegenteiliges behaupten. 

Ich wollte lediglich darauf hinweisen, das es nicht richtig ist, uneingeschränkt zu behaupten wir hätten einen freien Willen. Wir wissen einfach nicht ob es so ist, oder eben nicht. 

Kommentar von Andrastor ,

danke für das Sternchen :)

Kommentar von Dhalwim ,

Eine Frage Andrastor. Was wenn Ich dir sage, dass wir doch keinen freien Willen haben?

Wenn du mal bedenkst, basiert alles in unserem Universum auf Naturgesetzen oder? Sprich Protonen, Elektronen, Neutronen, Elementarteilchen, Atome, Moleküle, Strahlung, Anziehung etc.

D. h. diese Dinge können eigentlich nichts anderes tun, als das was sie tatsächlich tun. Gehen wir noch einen Schritt weiter, du hattest als Kind eine Erziehung hinter dir, hattest Schule, Freunde, Familie, Bekannte etc. also sämtliche Einflüsse miteingeschlossen.

Wenn du jetzt bedenkst, dass du evtl. Unterbewusst all diese Faktoren nach und nach bearbeitest, und vorallem selbst deine Neuronen im Zentralen Nervensystem Naturgesetzen unterliegt, wo ist denn da die freie Entscheidung?

Du hättest keine andere Möglichkeit, denn schließlich sind sämtliche Gedanken, Handlungen, Worte etc. von dir vorherbestimmt, du kannst also folglich nichts anderes tun, als das was du tatsächlich tust, da du ja den Naturgesetzen unterliegst.

Natürlich sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass das nicht sein kann, aber du hast es doch eigentlich so mit der Beweislast. Also was ist?

Kommentar von Andrastor ,

Deine These ist recht nett, nur vergisst du einen wichtigen Punkt, die Chaostheorie.

Auch wenn alles den entsprechenden Naturgesetzen folgt, so ist doch immer Raum für Chaos.

Um es in einem Beispiel zu verdeutlichen:

Stell dir vor man markiert alle Sauerstoffmoleküle in einem Luftballon und bringt diesen in einem normalen Raum zum Platzen. Die Moleküle verteilen sich und interagieren mit dem Umfeld entsprechend der Naturgesetze.

Wie sie das jedoch machen, wohin welches Molekül unterwegs ist und mit welchen anderen Molekülen diese interagieren, entspricht rein dem Chaos. Es ist nicht vorhersehbar, nicht berechenbar, nicht planbar.

Dasselbe gilt für unseren freien Willen. Wenn ich dich um eine zufällige Aktion bitten würde, irgendetwas was du im Moment tun kannst, dann ist deine Aktion nicht das unterbewusste Produkt deiner Vergangenheit, sondern eine frei, nach dem Chaosprinzip, ausgewählte Handlung.

Innerhalb der Naturgesetze, wohl wahr, aber dennoch mit genügend Spielraum um unvorhersehbar zu sein.

Kommentar von Dhalwim ,

Innerhalb der Naturgesetze, wohl wahr, aber dennoch mit genügend Spielraum um unvorhersehbar zu sein.

Ich stimme dir zu, es gibt unvorhersehbare Dinge, wie z. b. dein Luftballon Beispiel. Oder wenn du mich um eine zufällige Aktion bittest, aber dennoch

spielt es innerhalb der Naturgesetze, und auch wenn diese Dinge nicht (oder extremst schwierig, beinahe unmöglich) vorhersehbar sind, basieren sie auf den Naturgesetzen.

Sie können nichts anderes machen, als das was sie tatsächlich tun, und da du selbst auch aus Materie bestehst, die auch auf äußere Einflüsse interagiert bzw. mehr oder weniger von ihnen beeinflußt, oder deine Angewohnheiten, launen etc.

Sind größtenteils unvorhersehbare Dinge, und angenommen es hätten Wissenschaftler jetzt alle informationen gehabt (natürlich ist das absurd, denn solch eine große mühe macht sich keiner),

die sie brauchen würden, von deinem psychologischen Profil bis hin zu dem letzten kleinen Elektron, hätten sie es geschafft zu berechnen, dass du z. b. in's Café gehen würdest.

Du hättest also folglich keinen freien Willen (Determinismus). Es sei denn, du könntest mich vom Gegenteil überzeugen (Transzendenz?) Dinge die außerhalb der Naturgesetze existieren vllt?

Du müsstest aber dann zugeben, dass es Dinge auch außerhalb unserer Natur gibt (Gott, Seelen, Geister, Dämonen, Engel!)

LG Dhalwim

Kommentar von Andrastor ,


Dinge die außerhalb der Naturgesetze existieren vllt

Nein, es muss keine Dinge ausserhalb der Naturgesetze geben um einen freien Willen zu ermöglichen.


und angenommen es hätten Wissenschaftler jetzt alle informationen gehabt

Bleiben wir bei diesem Beispiel. Wissenschaftler hätten alle Informationen gehabt und würden dich nun um eine zufällige Aktion bitten.

Deine Gedanken sind (trotz aller Naturgesetze) nicht an ein vorgefertigtes Schema gebunden. Es gibt eine unendliche Menge an Gedanken, unendlich viele Möglichkeiten.

Dadurch das man alle Daten von dir hätte, könnte man gewisse Prognosen treffen, aber diese sind nicht mehr als Wahrscheinlichkeitsrechnungen und auch wenn die Chance 1:1.000.000 ist, kannst du dich dennoch für die 1 entscheiden.

Denn mit jedem Gedanken, den du denkst, veränderst du die Basis für neue Gedanken, veränderst sozusagen die Topographie deines Gehirns.

Damit sind die Gedanken und damit der Wille wieder frei.

Aber ich denke, das war jetzt genug der geistigen Onanie.

Kommentar von Dhalwim ,

Nein, es muss keine Dinge ausserhalb der Naturgesetze geben um einen freien Willen zu ermöglichen.

Weshalb denn nicht? Sie würden ja außerhalb unserer Naturgesetze existieren, das würde wiederum bedeuten, dass sie darauf nicht angewiesen sind.

Was das andere Beispiel betrifft:

Bleiben wir bei diesem Beispiel. Wissenschaftler hätten alle
Informationen gehabt und würden dich nun um eine zufällige Aktion
bitten.

Deine Gedanken sind (trotz aller Naturgesetze) nicht an ein
vorgefertigtes Schema gebunden. Es gibt eine unendliche Menge an
Gedanken, unendlich viele Möglichkeiten.

Das stimmt zwar, dass sie nicht an ein vorgefertigtes Schema gebunden sind, das sind Protonen, Elektronen, Neutronen auch nicht, da wären wir wieder bei der Chaostheorie, allerdings kann das alles vorhergesagt werden,

denn sie werden sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, folglich ist es auch so mit den Gedanken, sie sind nicht unbedingt festgelegt, aber sie entwickeln sich in eine bestimmte Richtung, und es gibt auch unendlich viele Möglichkeiten

wie, und vorallem welche Protonen, Elektronen und Neutronen sich zusammensetzen werden, da sie den Naturgesetzen unterliegen. Es könnte rein theoretisch vorhergesagt werden.


Dadurch das man alle Daten von dir hätte, könnte man gewisse Prognosen
treffen, aber diese sind nicht mehr als Wahrscheinlichkeitsrechnungen
und auch wenn die Chance 1:1.000.000 ist, kannst du dich dennoch für die
1 entscheiden.


Denn mit jedem Gedanken, den du denkst, veränderst du die Basis für neue
Gedanken, veränderst sozusagen die Topographie deines Gehirns.

Klar, das tut man, aber wie gesagt es verändert sich in eine bestimmte Richtung. Neuronen bilden ja Synapsen, allerdings unterliegen auch selbst diese Naturgesetzen. Und selbst diese Synapsen könnten vorhergesagt werden,

(und wie gesagt "könnten", weil wer macht sich solche mühe?), von daher könnte bereits noch bevor du an eine Sache gedacht hättest es berechnet werden.


Damit sind die Gedanken und damit der Wille wieder frei.

Aber ich denke, das war jetzt genug der geistigen Onanie.


Die Gedanken sind daher auch nicht frei, Gehirn => Gedanken => Neuronen / Synapsen (Nervenzellen) => Moleküle (Aminosäuren, Kohlenhydrate etc.) => Atome => Protonen, Elektronen, Neutronen => Elementarteilchen (vllt. Quark oder so, nicht ganz sicher) => Naturgesetze, das sagt und, dass das festgelegte GESETZE sind die immer und überall eingehalten werden.

Selbst wenn's nur "Wahrscheinlichkeitsrechnungen", sind angenommen die Wissenschaftler hätten einen solch genauen PC, der es exakt vorhersagen könnte. Was wäre dann? Eine determinierte vorhersage.

Sie können nichts tun als das, was sie tatsächlich tun. Es sei denn (Transzendenz).

Und, genug der geistigen Onanie? Ich bitte dich, selbst das Leben ist ein hochkomplexer Vorgang, daher könnte man auch sagen, dass Leben lediglich die "Synergie von Nährstoffen bzw. Molekülen" ist. Alle einzelnen Teilchen sind "tot", aber das perfekte Zusammenspiel (kurz: Synergie), schafft letzten endes ein Bewusstsein.

Solche Gedanken habe Ich täglich.

PS: Eine organische Maschine, den Menschen, haben wir übrigens.

Kommentar von Eskel3777 ,

Noch Danke Speziell an Andrastor und natürlich allen anderen beteiligten an der Diskussion!

Kommentar von Andrastor ,

In solchen Momenten find ich es echt schade, dass man nur den Beitrag eines Users auszeichnen kann, die anderen hätten ebenfalls eine Auszeichnung verdient...

Kommentar von Dhalwim ,

Stimmt, schließlich haben die anderen auch in gewisser Hinsicht Recht.

LG Dhalwim

Kommentar von Eskel3777 ,

Dafür hat es ja die Pfeile nach oben und den Danke Butten ;P

Aber verstehe schon was ihr Meint.

Antwort
von AaronMose3, 42

also könnt mal schreiben was ihr zur Vorherbestimmung denkt.

Sie ist im bekannten Sinne nicht real. Aber ich denke durchaus, das Ereignisse, würde man Sie zurückspulen und noch einmal abspielen, immer wieder auf die selbe Art und Weise gesehen würden aufgrund des fehlenden freien Willens. Der bereits wissenschaftlich bestätigt wurde. 

Wenn ich z.B die Straße entlang laufe und stolpere und wir das nun zurückspulen und noch einmal abspielen, gäbe es keinen Faktor der dafür sprechen würde, das ich mich auf einmal entscheide stehen zu bleiben, oder etwas anderes zu tun. 

Ich würde wieder hinfallen.

Friedrich Nietzsche ging sogar soweit zu sagen:

„Die Lehre von der Freiheit des Willens ist eine Erfindung herrschender Stände.“

Antwort
von Philipp59, 10

Hallo Eskel3777,

wenn es eine Vorherbestimmung oder eine Schicksal geben soll, dann muss es auch einen Lenker des Schicksals geben, nicht wahr? Viele bringen daher Gott mit dem Schicksal in Verbindung.

Es stimmt, Gott hat schon oft künftige Entwicklungen vorausgesagt, das heißt aber nicht, dass er sie auch bestimmt hat. Denke dabei einmal an einen Meterologen; auch wenn seine Wetterprognose zutrifft, bedeutet das natürlich nicht, dass er das Wetter so beeinflussen konnte, dass seine Vorhersage eintrifft. In ähnlicher Weise hat Gott manchmal Dinge lange im Voraus bekanntgegeben, deren Eintreffen er jedoch nicht bestimmt hat. Andererseits hat Gott in bestimmten Situationen sehr wohl in das Weltgeschehen eingegriffen und sogar den Lauf der Geschichte beeinflusst. Das hat er jedoch meistens nur dann getan, wenn es um sein eigenes Vorhaben ging, nicht um eine einzelne Person. In der Bibel gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt dafür, dass Gott das Leben jedes einzelnen Menschen vorherbestimmt.

Wäre es jedoch zutreffend, dass Gott der Lenker des Schicksals jedes Einzelnen wäre, dann müsste man sich fragen, welch ein grausamer und ungerechter Gott wohl dahinter steht. Denn die einen wachsen in großem Wohlstand auf, während viele andere in eine Welt voller Armut hineingeboren werden. Die einen führen ein Leben in relativer Sorglosigkeit, während die anderen von der einen in die nächste Katastrophe geraten. Die einen werden steinalt, ohne jemals ernsthaft krank zu sein, während viele Kinder bereits sterben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Wie ungerecht und grausam müsste Gott sein, wenn er die unterschiedlichen Geschicke der Menschen bestimmen würde!

Du siehst also, der Glaube an ein Schicksal lässt sich wohl kaum mit einem liebevollen und gerechten Gott in Einklang bringen. Über Gott heißt es jedoch in der Bibel: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4). Warum aber passieren dann so viele schlimme Dinge?

Wenn jemand in einen schweren Unfall verwickelt wird oder eine lebensbedrohliche Krankheit bekommt, mag er denken: "Warum gerade ich?" Manche Dinge geschehen einfach, weil sich jemand zur falschen Zeit am falschen Ort befindet oder weil gewisse Umstände zu bestimmten Ereignissen führen. Die Bibel sagt: "Denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle" (Prediger 9:11). Wenn jemand schwer krank wird, dann kann das teilweise auf seinen eigenen Lebensstil, bestimmte Umwelteinflüsse oder genetische Veranlagungen zurückzuführen sein. Und ein großer Teil des Leides der Menschheit geht auf die Böswilligkeit und Ungerechtigkeit derer zurück, die Macht und Einfluss haben.

Gott hat jedoch beschlossen, all das Böse und Schlechte nur für eine gewisse Zeit zuzulassen. In der Bibel finden wir Erklärungen dazu, welche Gründe Gott dafür hat. Doch schon bald wird Gott dafür sorgen, dass es weder Ungerechtigkeit noch irgendwelche Schlechtigkeit mehr geben wird. Über die herrliche Zeit, die dann anbrechen wird, heißt es in der Bibel: "Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen" (Jesaja 14:7). Und in den Psalmen steht mit Blick auf die gleiche Zeit: "Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden" (Psalm 145:16).

Wenn auch Gott nicht das Leben jedes Einzelnen vorherbestimmt, so wird es doch letztendlich dafür sorgen, dass es eines Tages allen Menschen gut geht und niemand mehr leiden muss. Wer das erleben möchte, der sollte keine Zeit verlieren, Gott und seine Wege kennenzulernen.

LG Philipp

Antwort
von Cid873, 46

Vorsehung im Christentum

Die Vorsehung (lat. providentia) kommt dem allmächtigen und allwissenden Gott
zu, insofern er den Verlauf des Welt- und Heilsgeschehens ordnet und
schon im Voraus weiß. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: gemäß
den Naturgesetzen, durch Wunder, durch zuvorkommende Gnade, durch
Mitwirkung mit dem freien Willen vernunftbegabter Geschöpfe oder durch
Zulassung der Sünde, die aber jedes Mitwirken ausschließt. Insoweit von
der Vorsehung vorgesehen ist, welche Menschen das ewige Leben erreichen,
spricht man von Vorherbestimmung oder Prädestination.[1]
Vor allem wo die Vorsehung in einen Bezug auf Ereignisse gebracht wird,
die man als Übel erlebt, obwohl man sich Gott darin doch unterwirft,
ist der geradezu volkstümliche[2] Begriff vom unerforschlichen Ratschluss gebräuchlich, zum Beispiel was die Zulassung der Sünde, die conditio humana,
oder Unglücks- bzw. Todesfälle betrifft. Als eher im katholischen Raum
gebräuchliche Vokabel gehörte das Wort auch dem Wortschatz Adolf Hitlers an, der sich für ein Werkzeug der Vorsehung hielt. Andere Naziführer sprachen eher vom Schicksal; in der Form des Schicksalsglaubens fand diese Vorstellung eine förmliche lehramtliche Verurteilung der katholischen Kirche,[3] wobei über die Vorsehung festgestellt wird, dass sie „‚kraftvoll und gütig von einem Ende der Welt zum anderen waltet‘ (Weish 8,1 EU) und alles zum guten Ende leitet.“

Vorsehung in der antik-römischen Mythologie

In der römischen Mythologie war Providentia die Göttin der Vorsehung, die über dem Kaiser und damit allen Bürgern waltete.

Vorsehung im Islam

Die göttliche Vorsehung ist einer der sechs Glaubensartikel im Islam.

Das arabische Wort Qadar wird normalerweise mit den Wörtern Schicksal oder Bestimmung
übersetzt. Trotzdem hat der Mensch nach Ansicht der Mehrheit der
Gelehrten einen freien Willen. Er kann frei wählen, ob er sich für oder
gegen ein Leben mit Gott entscheidet. Diese Entscheidung hat jedoch im Jenseits Konsequenzen.

Gott ist laut islamischer Auffassung allmächtig. Er ist völlig unabhängig (vgl. Koran
112:2). Damit hat er auch die Möglichkeit, in die Zukunft zu sehen. Er
weiß bereits, dass ein Ereignis eintreten wird, bevor es überhaupt
passiert. Als die Schöpfung des Menschen begann, wurden alle zukünftigen
Geschehnisse bereits in einem Buch niedergeschrieben. So heißt es im
Koran:

„Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch stünde, bevor Wir es erschaffen.“

Koran

: Sure 57, Vers 22.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Mensch keinen freien Willen besitzt. Würde er nicht frei über sein Schicksal entscheiden können, hätte ein gerechter Gott keine Möglichkeit über ihn zu richten.

Trotzdem muss es auch Ereignisse gegeben haben, welche von Gott
vorherbestimmt waren. Ein Beispiel für ein solches Ereignis ist die
Verbannung des Menschen aus dem Paradies. So heißt es bei Muslim:

„Abu Huraira berichtete, dass Gottes Gesandter sagte: Es gab einst
einen Streit zwischen Adam und Moses. Moses sagte zu Adam: Du bist unser
Vater. Du hast uns Schaden zugefügt und warst der Grund für unsere
Verbannung aus dem Paradies. Darauf sagte ihm Adam: Du bist Moses. Gott
erwählte dich und schrieb für dich mit Seiner eigenen Hand das Buch (Torah). Trotzdem gibst du mir die Schuld für eine Tat, die Gott bereits 40 Jahre vor meiner Schöpfung bestimmt hat.“

Sahīh Muslim

: Die Vorherbestimmung, Buch 33, Überlieferung 6409.

Dies zeigt, dass nach islamischem Glauben wichtige Ereignisse in der
Menschheitsgeschichte bereits vorherbestimmt sind. Zusammenfassend soll
hier noch von einer Allegorie Alis,
dem Sohn des Abu Talib, berichtet werden. Er verglich den menschlichen
Lebensweg mit der Reise eines Schiffs. Dieses Schiff fährt von einem Ort
zum anderen, der Mensch hat darauf keinen Einfluss. Dies ist die
göttliche Vorherbestimmung. Jedoch kann sich der Mensch in dem Schiff
frei bewegen, hat somit freien Willen.

Siehe auch

Freier Wille

Prädestination

Schicksal

Zufall

Literatur

Einführung

Hermann Deuser, Johann Maier:

Vorsehung I. Systematisch-theologisch II. Judentum

. In: Theologische Realenzyklopädie 35 (2003), S. 302-327

Quellen und historische Überblicke

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Vorsehung Gottes? Zur Rede von der providentia Dei in der Antike und im Neuen Testament

. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn 2005 ISBN 3-7887-2088-3

John Alvis:

Divine Purpose and Heroic Response in Homer and Virgil. The Political Plan of Zeus

. Rowman & Littlefield, Lanham u.a. 1995 ISBN 0-8476-8014-2

Lucius Annaeus Seneca:

De providentia = Über die Vorsehung

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De otio. Lateinisch/deutsch

. Reclam, Stuttgart 1996

Ursel Wicke-Reuter:

Göttliche Providenz und menschliche Verantwortung bei Ben Sira und in der frühen Stoa

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Vorsehung II: Religionsgeschichtlich (griechisch und römisch)

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Arnulf von Scheliha:

Der Glaube an die göttliche Vorsehung. Eine
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theologiegeschichtliche Untersuchung

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Herausgeforderter Vorsehungsglaube. Die Lehre von der Vorsehung im Horizont der gegenwärtigen Theologie

. EOS-Verl., St. Ottilien 2. Aufl. 1999 ISBN 3-88096-985-X

Reinhold Bernhardt:

Was heißt „Handeln Gottes“? Eine Rekonstruktion der Lehre von der Vorsehung

. Gütersloher Verlagshaus Kaiser, Gütersloh 1999 ISBN 3-579-00403-4

Hans Christian Schmidbaur:

Gottes Handeln in Welt und Geschichte. Eine trinitarische Theologie der Vorsehung

. Münchener theologische Studien 2/63. EOS-Verl., St. Ottilien 2003 ISBN 3-8306-7175-X

Lehner, Ulrich L., Kants Vorsehungskonzept auf dem Hintergrund der

deutschen Schulphilosophie und -theologie (Leiden: 2007) (Kant's Concept

of Providence and its background in German School Philosophy &

Theology) 18

Kempf, Larsen: Schicksal, Vorsehung und Kontingenz als politische Motive, in: Zeitschrift für Politik Nr. 1/2012, München 2012

Allgemeinverständlich

Klaus Berger:

Wer bestimmt unser Leben? Schicksal - Zufall - Fügung

. Quell-Verlag, Stuttgart 2002 ISBN 3-579-03311-5

Weblinks

Hugh J. McCann: 

Divine Providence.

. In: Edward N. Zalta (Hrsg.):

Stanford Encyclopedia of Philosophy

Linda Zagzebski: 

Foreknowledge and Free Will.

. In: Edward N. Zalta (Hrsg.):

Stanford Encyclopedia of Philosophy

Einzelnachweise

Zum Verhältnis von Vorherbestimmung und Vorsehung nach heutigem calvinistischen Verständnis siehe Website des Calvinistischen Bundes.

„Der unerforschliche Ratschluß, ihr wißts es scho“ im Brandner Kaspar

Mit brennender Sorge

11

Kommentar von Eskel3777 ,

Das hat nichts damit zutun was du denkst aber dennoch Witzig ;P

gut kopiert :D

Kommentar von Cid873 ,

Danke hatt mich 10sec meinerLebenszeit gedauert

Antwort
von JTKirk2000, 14

Zumindest in der Bibel steht einiges über Menschen mit einer Vorherbestimmung. Nehmen wir beispielsweise Johannes, den Täufer, oder Jesus Christus. Im weitesten Sinne sind auch die Nachkommen Jakobs im Alten Testament entsprechend der Verheißung der 12 Stämme Israels entsprechend dem Bund zwischen Abraham als auch Jakob und JHWH gewissermaßen vorherbestimmt gewesen, und damit auch die Nachkommen Jakobs.

Zudem glaube ich, sofern etwas an den geistigen Gaben die kurz im 1. Korintherbrief Kapitel 12 zusammengefasst sind dran ist, dass im Sinne einer Vorherbestimmung das entsprechende Wissen mit ins irdische Dasein mitbekommen hat, um entsprechend der eigenen Bestimmung handeln zu können, sofern man nicht nur das Wissen, sondern auch das notwendige Vertrauen erlangt hat, diese im Sinne der damit verbundenen Bestimmung nutzbar machen zu können.

Antwort
von Heywasgehtyo, 39

Wenn du mit Vorherbestimmung das Schicksal meinst, dann glaube ich nicht an sowas. Du allein bestimmst darüber, ob bewusst oder nicht.

Ich habe einen in der Klasse, der meint, dass alles von einem Gott vorhergesehen ist und niemand sein Schicksal ändern kann. Ich glaube er nutzt diese "Theorie", um Misserfolge und schlechten Erlebnisse wie z.B. schlechten Noten besser verarbeiten zu können. Das macht für ihn alles um ein vielfaches einfacher. Schließlich kann er nichts dafür, dass er nicht für die Mathearbeit gelernt hat. Gott hat es so für ihn gewollt.

Totaler Quatsch

Kommentar von Eskel3777 ,

Wusstest du das Leute eher Gläubig sind wen es ihnen schlecht geht und sobald es ihnen wieder gut geht sie aussteigen aus der Kirche? Deswegen verliert die Kirche so viele Anhänger heute.

Kommentar von Heywasgehtyo ,

Ja ich finde allgemein dass das mit der Kirche für die heutige Zeit viel zu ernst genommen wird. Würde die Kirche auch nur die Hälfte ihrer jährlichen Einnahmen in wohltätige Zwecke spenden, würde heute sicher einiges besser aussehen. Aber nein, lieber noch mehr Geld für sinnlose Anschaffungen ausgeben, um einen Gott anzubeten, der vielleicht existiert 

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