Frage von LinoKamp, 84

Wie ist das richtige Vorgehen im Erbfall?

Ich bin vom Amtsgericht als Testamentsvollstrecker eingesetzt. Dazu habe ich alle Objekte die zur Erbmasse gehören aufgelistet und mehrere Schreiben mit der "Regelungen" des Erbes aufgesetzt. Jedoch wurde von meinen Geschwistern keines der Schreiben akzeptiert. Auch die gesetzliche Erbfolge wurde abgelehnt. Jeglichen Klärungsversuchen wurden mit Desinteresse entgegengetreten. Teilweise werden mir auch bewusst Informationen vorenthalten. Denn jeder versteht den Erbvertrag auf unterschiedliche weise. Nun weiß ich nicht wie ich weiter vorgehen soll. Ich habe dem Amtsgericht eine Rückmeldung gegeben, dass ich als Testamentsvollstrecker keine Klärung erzielen kann. Doch auch hier habe ich keine Antwort von dem Gericht erhalten.

Vielleicht sind hier findige Köpfe die damit Erfahrung haben. Mir ist an einer 'sozialen' Lösung gelegen.

Herzlichen Dank!

Antwort
von sergius, 42

Aufgrund der nur ganz allgemeinen Informationen, die Ihre Frage enthält, kann Ihnen keine tragfähige Beratung gegeben werden. Dazu wäre vor allem der Einblick in das Testament bzw. den Erbvertrag nötig, in dem Sie als TV eingesetzt worden sind. Ferner wären Infos über den "Streitgegenstand". also über Ihre Vorschläge und über die Punkte, die Ihren Vorschlägen entgegengestellt werden, notwendig. Da die Community aber auf solche einem Anwalt obliegende Prüfungen nicht eingestellt ist, sollten Sie sich an einen Fachanwalt für Erbrecht wenden. Hier kann Ihnen nur die Info gegeben werden, dass sich die Rechte und Pflichten eines TV aus den §§ 2197 bis 2228 BGB ergeben. Wichtig für Ihre Funktionen sind die §§ 2203 bis 2205 BGB.

  

Kommentar von LinoKamp ,

Danke. Die § sind mir auch en Begriff. Ich könnte Ihnen nun den Sachverhalt erläutern. Weiß jedoch nicht ob sich dadurch Gelegenheit bietet hier einen Rat zu erteilen. Ich hätte nur gerne zu einem Teilpunkt eine Auskunft wenn Sie mir die geben würden wäre ich schon dankbar.

Im Testament meines Vaters steht meine Mutter als Erbin (Gegenseitige Einsetzung der Ehepartner), die ist jedoch schon einige Jahre vor meinem Vater verstorben.

Dann kommt ein Punk der streitig ist, zumindest bei allen Beteiligten, bei einem gemeinsamen Tod solle ich das Haus erben und meine Geschwister mit dem entsprechenden Teil auszahlen.

Hier sah meine Schwester eine Enterbung, dass nur ich Erbe sei also nur der Pflichtteil Wirkung hat. Mein Bruder sagte jeder bekomme den gleichen Teil der Erbmasse, diese solle ich auszahlen. Mein andere Bruder schaltete einen Anwalt ein und dieser wollte auf einmal einen Erbvertrag für die Kinder meines Bruders beantragen, was für mich völlig unverständlich ist. 

Meine Vorschlag war dann die gesetzliche Erbfolge (da das Testament so undeutlich ist), doch darauf wollten meinen Geschwister nicht eingehen. 

Was ist denn wenn in dem Erbvertrag die rede von einem gemeinsamen Tod ist. Dieser ist nicht eingetreten. Genauer Wortlaut: "Wir die Eheleute Kamp setzen uns gegenseitig im Falle eines Todes als Erben ein. Bei einem gemeinsamen Tod soll unser Sohn Lino Kamp unser Erbe sein und seinen Geschwistern den ihnen entsprechenden Teil entrichten." Das muss doch juristisch auflösbar sein.

Kommentar von imager761 ,

Das muss doch juristisch auflösbar sein.

  1. "Gemeinsamer Tod" meint zeitgleiches Versterben der Testierenden, etwa durch Unfalltod nach Flugzeugabsturz. Insofern wäre der Passus irrelevant, da eure Mutter offensichtlich vor eurem Vater verstarb.
  2. Auch durch gemeinsamen Erbvertrag gibt es zwei Erbfälle, den eures Vaters und eurer Mutter.
  3. Durch Alleinerbeinsetzung des längstlebenden Ehegatten ist euch Kindern erwartungsgemäß Nacherbrecht des vom Erstversterbenden durch Erbe zugefallenem wie eigenem Vermögen des Längstlebenden im Zeitpunkt des Nacherbfalls zugefallen.
  4. Damit aber auch Pflichtteilsanspruch an dem Reinnachlass der erstverstorbenen Mutter in deren Erbfall. Insofern hätte deine Schwester Recht und könnte den zu ihrer gesetzlichen Erbquote von 1/6 hälftigen Anspruch von 1/12 am Reinnachlass der Mutter in Geld fordern, so dies innerhalb von 3 Jahren nach dem Erbfall geltend gemacht würde. Hier wäre zu prüfen, ob sie damit auch auf den zweiten Erbfall auf den Pflichtteil gesetzt wäre. In dem Fall richtet sich letzterer Anspruch über 1/6 in Geld gegen euch beide, die je zu 1/2 als Erben berufen wäre.
  5. Drei Jahre nach dem Tod der Mutter sieht die Erbverteilung so aus: Der Pflichtteilsanspruch am Nachlass der Mutter wäre verfristiet nicht mehr zu stellen
  6. Der Gesamtreinnachlass, also das, was nach Abzug der Verbindluchkeiten und Bestattungskosten des letzten Erblassers verbliebe, fällt euch Kindern anteilig zu je 1/3 zu. Dann hätte dein Bruder recht.
  7. Richtigerweise kann man Nachlassgegenstände wertgleich nach Erbquote verteilen
  8. Erzielt man darüber keine Einigung lässt man den dinglichen Nachlass versteigern und verteilt dessen Barerlöse wie Kontensalden.
  9. Abzüglich aller Verbindlichkeiten und Bestattungskosten sowie einer - je nach Nachlasshöhe 1 - 2,5% des Gesamtnachlasseswertes als - TV-Vergütung an dich stellt man sich und den Geschwistern einen Scheck aus.
  10. Falls ich beim Abzählen der Nacherben durcheinandergekommen bin und es nicht drei, sondern mehr (nacherbende) Geschwister gäbe, berechne die Erb- und Pflichteilsquoten bitte selbst.

G imager761

Antwort
von henkelkoch, 58

Vielleicht sollte das Ganze von einem Anwalt geregelt werden, wenn ihr euch überhaupt nicht einigen könnt.

Kommentar von LinoKamp ,

Einer meiner Geschwister hat einen Anwalt genommen. Leider zeigt das auch nicht wirklich großen Nutzen. Genau gesagt wurde hierdurch einiges noch komplizierter weil eine weitere Sicht auf die Rechtslage hinzugekommen ist, die völlig absurd ist.

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