Frage von CVenest, 15

Vorfahre des Menschen?

Hallo! Ich habe mich gefragt, wie viele Vorfahren kann ein Mensch haben (Stammbaum-mäßig). Angefangen bei den direkten Eltern (2 Personen) haben diese wiederum auch Eltern (4 Personen), diese auch usw....immer doppelt so viele...also schon bei 10 Generationen zurück kommt man auf 1.024 Menschen, von denen man abstammt. Aber wenn man immer so weitergeht, müsste die Zahl logischerweise unendlich groß werden, da ja jeder Vorfahre IMMER zwei Elternteile hat usw. aber damals gabs doch noch garnicht so viele Menschen...als Beispiel sinds in der 30. Generation schon über 1 Milliarde direkte Vorfahren... Ich finde das zeimlich interessant und würde gern mal eure Theorien hören :) Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusPK, 15

Deine Rechnung ist auf jeden Fall interessant! Ein kleines Detail, dass die Rechnung aber enorm beeinflusst: Du darfst nicht davon ausgehen, dass die Vorfahren immer jeweils "neue" Familienmitglieder sind. Beseonders in ländlichen Gebieten und dem Adel waren innerfamiliäre Heiraten eher die Regel als die Ausnahme. Ein Mann, der seine Großcousine oder sogar seine Cousine heiratet, hat mit ihr dann logischerweise eine ziemlich große Anzahl an gleichen Vorfahren, was die Gesamtzahl an Ahnen dann drastisch reduziert.

Aufgrund dieser Variablen, die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb des Stammbaumes zu berücksichten, wird die Rechnung unmöglich, weil das Chaosprinzip greift.

Um zu errechnen, wie viele Menschen es jemals gegeben hat, müsste man anders vorgehen. Zuerst muss man die Generationen zurückrechnen, die es seit der Trennung des Homo sapiens vom Homo ergaster ungefähr gegeben hat. Diese erfolgte vor ungefähr 200.000 Jahren. Wenn wir davon ausgehen, dass eine junge Frau jetzt auf die gesamte Geschichte betrachtet (der Großteil der Menschehitsgeschichte besteht aus dem Jäger- und Sammlertum) ungefähr das erste mal mit 18 Jahren ein Kind bekam, ergäbe das 11.111 Generationen. Wenn wir weiterhin davon ausgehen, dass es in jeder Generation fünf Kinder eines Elternpaares gibt, ergibt das eine stattiche Anzahl von Menschen, die sich kaum beziffern lässt (Mein Taschenrechner hat bei der Aufgabe 5hoch11111 nur Infinity angezeigt).

Allerdings muss man nun auch noch weiter berücksichtigen, dass nur die wenigstens Kinder in der Menschheitsgeschichte das Erwachsenenalter erreicht haben, um sich ebenfalls fortzupflanzen. Wenn wir den Kindstod mit einbeziehen, verringert sich die obige Zahl wieder erheblich. Ein weiterer Faktor, den man auf jeden Fall berücksichtigen muss, sind Kriege und Naturkatastrophen. Wenn eine große Anzahl von Menschen plötzlich stirbt, hat dies gewaltige Auswirkungen auf ihre Nachkommen, die ja nun niemals mehr geboren werden können.

Wissenschaftler haben errechnet (wie auch immer sie das gemacht haben), dass die Gesamtzahl aller bisherigen Menschen bei nur schlappen 108 Milliarden liegt. Ich halte diese Zahl für höchst spekulativ und eher geraten als errechnet. Das Chaosprinzip greift hier nämlich noch sehr viel früher.

Einen interessanten Artkel findest du hier:

http://www.spektrum.de/frage/wieviele-menschen-lebten-auf-der-erde/1253576

Antwort
von Lycaa, 11

Rein rechnerisch hast Du natürlich recht. Diese Rechnung vernachlässigt aber, dass es immer wieder vorkommt, dass Vorfahren miteinander verwandt sind. Bei diesen verwandten Vorfahren ist der Stammbaum ab einem gewissen Punkt deckungsgleich und die Anzahl der tatsächlichen Vorfahren reduziert sich entsprechend.

Kommentar von CVenest ,

Ah jetzt verstehe ich auch Tyconderogas Argument. Danke Lycaa!

Antwort
von Tyconderoga, 6

Der Irrtum deiner Rechnung liegt darin das ab einer gewissen Anzahl Generationen die Personen ( also die dazugerechnetetn weiteren "Eltern" ) dieselben Personen sind.

Stel dir den Stammbaum nicht wie eine Pyramide mit dir als Spitze vor, sondern mit einem Paar irgendwann in der Vergangenheit und mit Dir selbst als einer der Personen am "breiten Ende"

Kommentar von CVenest ,

Danke! Aber dieses Paar in der Vergangenheit muss ja auch von woher kommen - ist ja nicht einfach so entstanden oder sehe ich das falsch?

Kommentar von Tyconderoga ,

Das ursprüngliche Paar ist freilich kein einzelnes Paar das sich heute noch ermitteln lässt. Die Menschheit hat sich aus ihren Vorfahren heraus entwickelt, wenn Du bis ganz an den Baginn des lebens auf der Erde zurückgehst beginnt dein Stammbaum mit einer Zelle in einem Haufen Ursuppe ;-)

Antwort
von Susanne88, 9

Der Fehler in der Rechnung ist, dass du immer nur jeweils ein einziges Kind annimmst, das die Eltern bekommen.

Kommentar von Lycaa ,

Wieviele Kinder die Vorfahren haben, ist unerheblichen. Es ist egal, ob es ein Einelkind ist oder es zwanzig Geschwister gibt. Die Anzahl der Vorfahren bleibt gleich, da dazu immer nur Vater und Mutter zählen.

Kommentar von Susanne88 ,

Ja, du hast recht! Ich ahbe die Frage nicht richtig gelesen....

Kommentar von MarkusPK ,

So ganz unerheblich zum errehcnen der Gesamtzahl aller Vorfahren ist die Anzahl der Geschwister aber doch nicht. Wenn einer deiner Vorfahren nämlich eine Verwandte wie eine Cousine oder Großcousine geheiratet hat, spielt das Geschwisterverhältnis doch wieder eine Rolle.

Antwort
von Sachsenbruch, 5

Ich habe einmal fast dieselbe Frage gestellt und sehr spannende Antworten bekommen: https://www.gutefrage.net/frage/wie-viele-ahnen-habe-ich-wirklich?

Antwort
von Wippich, 7

Inzest wurde erst später erfunden.

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