Frage von Pipistrellus, 123

Vorbereitungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung für privat Versicherte - wie bekomme ich die vollständigen Gesundheitsnachweise?

Ich möchte eine BU bei einem Direktversicherer anfragen. Bin privat versichert. Ich mag keinen Fehler machen und wahrheitsgemäß alle Zipperlein angeben. Nachweise vom Arzt habe ich eigentlich auch noch alle (Rechnungen).

Prüft der Versicherer diese alles nach? Und - gibt es eine zentrale Stelle, wo alle Diagnosen irgendwo gelistet sind zur Sicherheit?

Es geht mir hier um die Vollständigkeit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DolphinPB, 65

Die Rechnungen sind ja OK, da stehen ja auch die Diagnosen daruf. Ich rate aber ggf. dazu beim (Haus)Arzt sich Kopien der Patientenakte (da haben Sie einen Anspruch drauf, Kopierkosten o.ä. müssen Sie natürlich tragen) zu besorgen. Nur so können Sie sicher sein was der oder die Ärzte tatsächlich diagnostiziert haben.

Ein grundsätzlicher Punkt: ich kenne im Bereich BU keinen Direktversicherer der günstigere Beiträge oder vor Allem bessere Bedingungen hat als Versicherer die mit Vermittlern (Makler u.ä.) zusammen arbeiten. Selbst wenn der Beitrag ein wenig günstiger sein sollte, das ist garantiert der falsche Schwerpunkt bei einer BU.

Außerdem: wenn Sie größere gesundheitliche Einschränkungen haben, sollten Sie auf keinen Fall selbständig bei irgendwelchen (Direkt)Versicherern anfragen. Ein solches Vorgehen stellt nur sicher dass sofort Alles in der zentralen Wagbnisdatei landet.

Auch wenn es andere Risikomerkmale gibt (Hobbies, finanzielle Risikoprüfung, Tätigkeitsbild, usw.) macht m.E. eine Anfarge bei einem bestimmten Versicherer keine Sinn. Lieber breiter gestreut mit Hilfe eines Fachmannes bzw. -frau anfragen.

Die korrekte Beantwortung der aller Antragsfragen ist sehr wichtig, warum wollen Sie da unbedingt einen Alleingang wagen. Was aber noch viiiieeeel wichtiger ist, ohne fachlich versierten Vermittler sind Sie im Leistungsfall alleine auf sich gestellt oder müssen, gegen Honorar, einen entsprechenden Dienstleister nutzen. Im Leistungsfall alleine "herum zu wurschteln" ist definitiv gefährlich und nicht ratsam.

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 42

Hallo, Pipistrellus,

der Antwort von DolphinPB gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen.

Sicher ist der Hinweis auf die Kopie deiner Patientenakte ein guter Tipp. Darauf hast du einen Anspruch bei deinem Arzt. Viel wichtiger finde ich aber den Hinweis auf eine ordentliche Beratung durch einen qualifizierten Versicherungsvermittler, denn nicht nur bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen kann man Fehler machen, sondern auch bei der Leistungshöhe und den zu Grunde liegenden Versicherungsbedingungen.

Wenn wir dir dabei helfen können, melde dich gerne.

Viele Grüße

Saskia vom Barmenia-Team

Kommentar von wolfgang1956 ,

Und wenn dann die Versicherung eine Behandlung während einer Mutter-Kind-Kur findet, die frau völlig vergessen hat, drückt sich der Versicherer vor sämtlichen Leistungen, die ggf. kommen könnten.

Außerdem könnten durchaus Nebenwirkungen von Medikamenten unterschätzt werden (Autounfall …) …

Nicht umsonst sind im „Kleingeschriebenen“ so viele Haken versteckt …

Antwort
von tatsachenindex, 79

Versuchen Sie es bitte direkt über Ihre Krankenkasse und/oder Hausarzt, wo alles an gesundheitsspezifischen Daten von Ihnen zusammengefügt sind.

Damit sollten Sie Erfolg haben.

Ich spreche von eigener Erfahrung.

Viele liebe Grüße

Antwort
von constein, 20

Hallo, die BU für einen Selbständigen ist sehr wichtig. Deshalb ist gerade hier auf Feinheiten in den Bedingungen für Verweisungen eines Selbständigen zu achten. Ich kenne Ihren Beruf/Tätigkeit nicht, deshalb es gibt dafür gute Versicherer. (Direktversicherungen???) Bedingungen lesen. Weiterhin würde ich bei gesundheitlichen Problemen anders an die Sache rangehen. Füllen Sie den Antrag für sich genau aus und nur wo Unstimmigkeiten oder Erklärungen notwendig sein sollten sie Arztberichte eventuell mit zulegen. Wenn Krankheitsbilder vorhanden sind, dann keinen Antrag stellen, sonder nur eine Voranfrage. Bei nicht Annahme kommt das nicht in die Wagnisdatei. Die Rechnungen sollten Ihnen gut helfen alle Frage richtig zu beantworten. Entscheidend ist das die Gesundheitfragen richtig beantwortet werden. Sollten Sie echt damit Probleme haben, dann lassen Sie sich von unabhängigen Berater, Versicherungsmakler sollten eine gute Adresse sein, helfen! Auch kann dann bei mehrern Anbieter eine Voranfrage erfolgen. Es gibt Ausschlüsse oder Beitragszuschläge und Ablehnungen. Man kann mit Arztberichten und Gesprächen in der Risikoabteilung der Versicher als Makler oft mehr erreichen. Ein gute Fachmann ist da viel Wert! Viel Glück. constein

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 44

Vor einer "BU Marke Eigenbau" im Internet kann man nicht deutlich genug warnen.

Im Prinzip musst du aber nur die Fragen im Antragsbogen wahrheitsgemäß und VOLLSTÄNDIG beantworten.

Antwort
von Dickie59, 13

HAllo,

Kopie der Patientenakte vom Hausarzt, das steht dir rechtlich zu. Achtung hat der Hausarzt von allen Fachärzten durch Arztbriefe Kenntnis? Du brauchst ja als Privatpatient keine Überweisung. Somit gehst du die grobfahrlässige Anzeigepflichtverletzung in der Gesundheitsprüfung. Es gibt Rechtsprechungen die sehr weit für den Versicherten gehen, aber die können ja auch verändert werden.

Beste grüße

Dickie59

Antwort
von wolfgang1956, 28

Das ist herausgeworfenes Geld!

Wenn du auch das winzigste Zipperlein zu deinen Angaben bezüglich deines Gesundheitsstatus vergessen hast, findet die Versicherung dies. Die klappern alle deine Ärzte ab, bei denen du warst und finden das Haar in deiner Suppe.

Vergiss' diese Versicherungsart schnellstens.

Außerdem rate ich dir dringlichst, sofern du nicht verbeamtet bist, die PKV zu verlassen. Auch dort sind die Leistungen nicht immer die, die du erwartest. Auch als Selbständiger kann man sich in der GKV versichern.

Leider komme ich aus meiner PKV nicht mehr heraus. Sonst würde ich das schnellstens machen …

Kommentar von DolphinPB ,

Für den Fragesteller sicherlichein sehr wertvoller, völlig subjektiver (und sachlich teilweise grob falscher) Beitrag, welcher die Frage überhaupt nicht streift oder gar beantwortet.

Kommentar von wolfgang1956 ,

Sagt der „ehrliche“ Versicherungsvertreter, der natürlich sein Nest niemals beschmutzen würde.

Ich kenne mindestens einen Fall, und es gibt deren sicherlich tausende, wo sich die BU-Versicherung mit diesen miesen Tricks aus der Schlinge zog und Leistungen verweigerte – natürlich alles legal; es steht ja im „Kleingedruckten“ – aber moralisch wohl eher Grauzone … :-)

Kommentar von DolphinPB ,

Das "ehrlich" in Anführungsstrichen ist eine Unverschämtheit die ich mit verbitte.

Zum Rest: ohne Worte

Kommentar von wolfgang1956 ,

Das ist einfach nur die Wahrheit. Nur kannst du sie offenbar nicht vertragen!

Den Klinkenputzer zeigst du mir mal, der „ehrlich“ ist. Als Angestellter einer Versicherung muß man ja seinen AG loben …

Kommentar von wolfgang1956 ,

Da fühlt sich aber jemand angesprochen …

Getroffene Wauwaus bellen …

Antwort
von Sporadic, 53

mach die BU bloß net beim Direktversicherer, bei sowas willst du im Fall der Fälle einen Ansprechpartner haben!

Und wichtig: Verzicht auf Abstrakte und Konkrete Verweisung sollte in der Versicherung drinne sein.

Kommentar von DolphinPB ,

Bitte nicht mit unverstandenen Schlagwörtern umherschmeißen.

"Verzicht auf Abstrakte und Konkrete Verweisung sollte in der Versicherung drinne sein."

Verzicht auf abstrakte Verweisung ist klar. Verzicht auf konkrete Verweisung gibt es gar nicht und ist auch völlig überflüssig. Es gibt nur einen Versicherer (HDI) der bei der Erstprüfung auf die konkrete Verweisung verzichtet, und das wie gesagt, auch nur für die erstmalige und nicht für weitere Prüfungen.

Im Übrigen, wenn jemand konkret eine andere als die versicherte Tätigkeit ausübt und auch noch genügend dort verdient (da gibt es u.a. die allseits bekannte 20 %-Regelung), warum sollte er dann eine BU-Rente beziehen ?

Kommentar von Sporadic ,

Weil man sonst gegebenenfalls umschulen muss und nicht jeder Arbeitgeber sowas mitmacht, somit wäre man dann BU und Arbeitslos

Kommentar von DolphinPB ,

Ich denke Sie haben das Prinzip und die Regelungen bez. der konkreten Verweisung bei BUs nicht ganz verstanden. In guten Bedingungen ist man (verinfacht dargestellt), wenn man eine andere Tätigkeit konkret ausübt nur dann nicht BU wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehört u.a. ein vergleichbares Einkommen (i.d.R. werden 20 % Mindereinkommen als akzeptabel angesehen) und verschiedene andere Gesichtspunkte, es ist sowieos immer eine Einzelfallbetrachtung.

Außerdem, nochmal: selbst wenn die HDI bei der Erstprüfung darauf verzichtet, bei einer natürlich stattfindenden Nachprüfung wird nicht mehr darauf verzichtet. Insofern können Sie den Verzicht auf die konkrete Verweisung als nicht möglich abhaken.

Antwort
von Kuestenflieger, 28

eine BU bietet auch ihre PKV , da sind sie besser aufgehoben .

Kommentar von kevin1905 ,

Ein guter PKV Anbieter muss nicht zwingend auch eine gute BUV haben.

Das eine ist Krankensparte das andere Leben.

Kommentar von Kuestenflieger ,

bitte hinter die fassade sehen . gibt doch nur drei versicherer in deutschland , mit allen übernommenen namen der ehemaligen .

Kommentar von DolphinPB ,

Häää ?

Unsinn - warum: siehe kevin1905

Und wenn Sie den ggf. problematischen Übergang von privatem Krankentagegeld zu BU meinen, da haben nur wenige PKV-/BU-Versicherer (z.B. Hallesche/Alte Leipziger, Nürnberger, ARAG) entsprechende Regelungen die weiter helfen. In einem solchen Fall gibt es ja inzwischen bei einigen BUs schon Leistungen bereits bei AU.

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