Vor und Nachteile bei Barhuf und Eisenbeschlag? sinvoll?

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5 Antworten

Hufeisen sind ungesund und haben keine Vorteile, die man nicht mit Hufschuhen erreichen könnte, ohne dem Pferd die Nachteile von Eisen dauerhaft anzutun.  

Weil das Eisen den Huf anhebt und der Hufrand das komplette Pferdegewicht tragen muss. Wichtige Hufstrukturen wie z.B. der Strahl als Stoßdämpfer verlieren ihre Funktion und bilden sich zurück. Das Pferd läuft also ungedämpft, das Eisen verstärkt den Aufprall noch zusätzlich. Du kannst dir sicher vorstellen, wie ungesund das für die Gelenke ist! 

Der Beschlag schränkt den natürlichen Hufmechanismus ein. Dadurch wird die Durchblutung herabgesetzt. Die Beinstrukturen bleiben unterversorgt mit Nährstoffen (Blut ist das Transportmedium), es treten eher Sehnen-, Gelenkprobleme auf als bei unbeschlagenen Pferden und die Regenerationsphase dauert massiv länger!

Zudem findet keinerlei Abrieb mehr an der Hufsohle statt. Da jeder Huf versucht, sich ins natürliche Gleichgewicht zwischen Abrieb und Wachstum zu bringen, produziert er weicheres, dünneres Horn, damit es sich möglichst schnell doch noch abreibt, was es aber durch das Eisen nicht kann!
Kein Wunder also, dass die Hornqualität unter einem Beschlag leidet und immer schlechter und bröseliger wird. 
Werden nun die Eisen abgenommen, wird das Pferd fühlig oder gar lahm gehen. Der Huf erfährt dann plötzlich den Bodengegendruck an Strahl und Sohle, die dafür aktuell überhaupt nicht ausgelegt sind und vor allem den Abrieb, der er nicht erwartet hätte. Es reicht nicht das Pferd mal eine Beschlagsperiode ohne Eisen zu lassen, dann aber wieder welche rauf zu nageln, weil das Pferd ja sooo empfindlich ist und ohne Eisen nicht zu Recht kommt. Das ist falsch. Der Huf braucht lediglich Zeit und damit sind mehrere Monate, bis hin zu einem Jahr gemeint!

Vorteile von Barhuf: Das Pferd kann den Boden wieder spüren, es kann besser laufen, es hat mehr Halt (kein Rutschen mehr auf Asphalt oder Schnee) und das Horn passt sich dem Abrieb an. Ich gehe mit meinem 3-5 Mal die Woche raus, über Asphalt, Kies, harte Böden, quer durch den Wald rauf und runter und das jedes Mal 2 Stunden oder länger - und er hat keine Probleme, mit dem Hornwachstum nachzukommen. 

Ich würde ganz dringend raten, die einen Huforthopäden zb von difho.de oder dhgev.de zu holen. Die lernen m. E. n. deutlich mehr über den Huf als ein Schmied, denn Schmiede stellen meist so um: Eisen runter, fertig. Damit ist es aber nicht getan.

Schmiede verkaufen Eisen und können entsprechend mit Eisen umgehen. Huforthopäden "verkaufen" gesunde und funktionale Hufe.   

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Kommentar von Punkgirl512
01.11.2015, 09:12

Super geschrieben - und genauso ist es auch!

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Barhuf ist auf jeden Fall gesünder, aber auch hier brauchst du einen guten Barhufbearbeiter, damit alles gut läuft.

Ich habe erst die hinteren Eisen runter gemacht und nach ca. 3 Monaten auch die vorderen. Meine Jungstute hatte aber nur für ca. 2 Jahre Eisen drauf, weil sie nach dem anreiten vollkommen platt war. Heute würde ich Hufschuhe kaufen, aber man lernt ja immer dazu.

Hufschuhe sind eine echt tolle Sache - früher waren die schrecklich, aber heute halten die 100 % ig am Huf und mit wie vielen Hufschuhen man ausreiten gegangen ist kommt man auch wieder.

Pro Barhuf: Hufmechanismus kann sich voll entfalten, die Entgiftungsstation Huf ist offen und kann arbeiten. Es ist natürlich. Der Huf lernt Abrieb mit Neuaufbau zu kompensieren und auszugleichen. Gesündere Hufe. Und nicht zuletzt weniger kosten.

Contra Barhuf: eigendlich nur eines und das ist Abrieb extrem stärker als Aufbau. Z.B. Kutschpferde. Alle anderen können m.M.n. über Hufschuhe geschützt werden.

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Hallo, wies hat dein Pferd den Eisen? Zu fühlig? Strahlfäule? Viel auf hartem Boden? Und wieso willst du sie runter machen? Bespreche das mal mit deinem Hufschmied;)

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Kommentar von ilovetinker
01.11.2015, 09:48

Sie hat seit 6 jahren eisen. als ich sie gekauft habe hatte sie schon eisen. keine Strahlfäule top hufe aber die eisen habe ich nicht sehr gerne da ich sie in eine grosse herde integrieren werde . und für die stallbesitzer das risiko zu gross ist

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LyciaKarma hat da bereits eine hervorragende Antwort geliefert.

Ich möchte noch etwas zur Zeit "danach" hinzufügen. Je nachdem, wie lange das Pferd auf Eisen ging, läuft es ganz klar fühlig oder lahm, besonders auf hartem Boden. Lass dich bitte nicht davon abschrecken - das ist völlig normal. Wenn dein Bein eingeschlafen ist, trittst du auch anders auf als wenn es voll durchblutet wird. 

Dagegen hilft: Möglichst viel harter Boden. Bekommt der Huf viel harten Boden geboten, hat er auch die Chance, das kommende Horn in "hart" zu produzieren, sodass der Huf sich selbst anpasst. Das kann unter Umständen bis zu einem Jahr dauern - die meisten gehen nach 3-6 Monaten schon deutlich klarer. 

Lass dich auch nicht in die irre führen mit "der geht auf hartem Boden lahm, also gehen wir jetzt nur auf weichem Boden" - das bringt nämlich nix. Der Huf wird so hart, wie er auch Antwort bekommt. Es muss ja nicht lange auf hartem Boden sein - täglich 10 bis 15 Minuten auf glattem Asphalt sollten erstmal reichen, das macht schon einen großen Unterschied. Außerdem tut das den Sehnen auch gut. 

Das Hauptproblem bei Eisen ist nunmal, dass sie den Huf taub machen, im Prinzip wie eingeschlafen, weil der Huf nicht mehr richtig durchblutet wird, weil kein vernünftiger Gegendruck mehr da ist und auch kein richtiger Hufmechanismus. 

Ich würde auch zu einem DIfHO-Hufbearbeiter raten - ruhig auch die, die kurz vor der Anerkennung stehen. Die meisten machen sehr gute Arbeit, schauen sich den Huf wirklich gut an und bearbeiten dann so, wie es das Pferd braucht - nicht so, wie es hübsch aussieht!

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Denke es ist am Besten wenn du das mit deinem Hufschmied besprichst. Der wird dir dann sagen ob das sinnvoll ist. Denn ich denke er hat ja nicht umsonst Eisen..

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Kommentar von ilovetinker
31.10.2015, 23:41

Hab den schon gefragt er sagt es wäre okey sondt würde ich nicht fragen :) Mich interessieren vorallem die vor und nachteile von Barhuf

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Kommentar von Tinker2000
31.10.2015, 23:43

Ach so, ok. Ich dachte du fragst einfach so ohne Absprache mit deinem Hufschmied :)

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Kommentar von ilovetinker
31.10.2015, 23:47

Nee alles besprochen bis auf die vor und nachteile damit ich meinen Vater auch noch überzeugen kann :)

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Kommentar von Tinker2000
31.10.2015, 23:48

Ein gutes Argument ist aufjedenfall, dass es billiger ist!!

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