Frage von Rossi39, 266

Vor dem Antrag auf Eu Rente erstmal viel ins krank?

Meine Mutter (59) hat wirklich starke Arthrose im Knie, Hüfte und Schulter. Sie arbeitet im Büro ( Vollzeit) und hat vom langen Sitzen ( Hüfte, Knie) und Schreiben ( Schulter) immer extreme Schmerzen. Nun hat sie auch noch Impingementsyndrom was operiert werden muss und ist ( vor lauter Stress wegen der Schmerzen) abends nur noch am weinen und verzweifelt. Nun will sie in Eu Rente, aber ich sagte sie sollte doch erstmal ins Krank und all ihre Gelenke machen lassen. Das Krankengeld ist auch fast doppelt so hoch wie Rente. Wie sieht denn das aus? Was soll sie tun? Es geht ihr nicht ums Geld, mein Vater verdient genug, aber sie möchte mit den großen Schmerzen nicht mehr arbeiten gehen .

Antwort
von dieter273, 212

Hallo,

ich würde deiner Mutter raten, sich Arbeitsunfähig schreiben zu lassen. Da wohl keine große Verbesserung des Krankheitsbild zu erwarten ist, wird sich irgendwann die KK sich melden. Sie wird einen Termin beim medizinischen Dienst bekommen. Der untersuchende Arzt wird in der Regel eine Reha vorschlagen. Diese kann sie ablehnen. Von da an hat sie nur noch ein eingeschrängtes Widerspruchrecht. Die KK wird sie dann in die Rente schicken wollen. Das ganze Procedere wird über ein Jahr dauern und während der Zeit werden noch Beiträge zur RV abgeführt. Bei mir ist es so gelaufen. Hauptsache ist, das ihr Arzt mitspielt. Da sie vor dem 01.01.1961 geboren ist, käme für sie auch eine Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit in Frage.

Alles Gute

Kommentar von Rossi39 ,

Ok, vielen Dank!

Antwort
von baindl, 183

Vor der Bewilligung der EU Rente wird eigentlich immer erst versucht die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Also Therapie, Reha usw. Sie soll sich also erst einmal vom Arzt ihres Vertrauens entsprechend behandeln und notfalls auch krank schreiben lassen.

Kommentar von Rossi39 ,

Da stellt sie sich noch irgendwie stur. War aber auch mein Reden. Danke also

Kommentar von baindl ,

Es gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“

Das heißt: Zunächst prüfen wir, ob Ihre Erwerbsfähigkeit durch
medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden
kann und Sie danach wieder in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt
selbst zu bestreiten.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

Expertenantwort
von Konrad Huber, Experte für Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung, 89

Hallo Rossi39,

Sie schreiben:

Vor dem Antrag auf Eu Rente erstmal viel ins krank?

Antwort:

Die
Bewilligung der Erwerbsminderungsrente hängt in der Regel davon ab, in
wieweit die Leistungsfähigkeit auf Dauer beeinträchtigt ist!

Grundsätzlich
muß die Leistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stundenh pro
Arbeitstag, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt,
abgesunken sein und dies muß an Hand der eigenen Krankenakte glasklar nachgewiesen werden!

Von
dieser Regel gibt es nur sehr wenige Ausnahmen im Zusammenhang mit
Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit für vor dem 2.1.1961 Geborene!

Siehe hierzu auch unter:

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

Dauerhaft
heißt in der Regel mindestens 6 Monate ununterbrochene
Arbeitsunfähigkeit ohne Aussicht auf Besserung in den kommenden Monaten!

Krankengeld ist in der Regel auf maximal 78 Wochen einschließlich Lohnfortzahlung befristet, dann erfolgt Aussteuerung und es bleibt dann nur noch das ALG 1, welches ebenfalls zeitlich befristet ist!

Die
Krankenkasse wartet aber in der Regel keine 78 Wochen tatenlos, sondern
wird meist schon nach wenigen Monaten an Betroffene herantreten und
diese, je nach Aktenlage, zu einer REHA-Maßnahme bzw. zu einem Antrag
auf Erwerbsminderungsrente auffordern!

Die zeitliche
Befristung des ALG 1 kann nur im Zusammenhang mit einem Verfahren auf
Erwerbsminderungsrente aufgehoben/verlängert werden!

Stichwort:

Nahtlosigkeitsregelung!

Meine Mutter (59) hat wirklich starke Arthrose im Knie, Hüfte und
Schulter. Sie arbeitet im Büro ( Vollzeit) und hat vom langen Sitzen (
Hüfte, Knie) und Schreiben ( Schulter) immer extreme Schmerzen. Nun hat
sie auch noch Impingementsyndrom was operiert werden muss und ist ( vor
lauter Stress wegen der Schmerzen) abends nur noch am weinen und
verzweifelt.

Antwort:

Es
genügt auf gar keinen Fall, nur Krankheiten und Symptome aufzuzählen,
sondern aus den Arzt- und Entlassungsbrichten muß glasklar und
detailliert ersichtlich sein, wie sich einzelne gesundheitliche
Gebrechen genau auf die Leistungsfähigkeit auswirken!

Nun will sie in Eu Rente, aber ich sagte sie sollte doch erstmal ins Krank und all ihre Gelenke machen lassen

Antwort:

Es sagt sich so leicht "all Ihre Gelenke machen lassen!"

Die
Praxis sieht aber oft ganz anders aus, denn Operationen sind
grundsätzlich immer mit Risiken verbunden und so manche Beschwerden
lassen sich auch mit humaneren Methoden in den Griff bekommen!

Der
Wunsch Ihrer werten Mutter, eine Erwebsminderungsrente anzustreben,
sollte von Ihnen ernst genommen werden, denn die Schinderei im
Hamsterrad verschlimmert Ihre Leiden ggf. und damit ist letztendlich
niemandem geholfen!

Es gilt also, die eigene Krankenakte konsequent laut dem Roten-Faden auf Vordermann zu bringen:

google>>

erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

google>>

youtube.com/user/hubkon/videos

Das Krankengeld ist auch fast doppelt so hoch wie Rente. Wie sieht denn das aus? Was soll sie tun?

Antwort:

Klar
ist das Krankengeld höher als die Erwerbsminderungsrente, das
Krankengeld ist aber, genausowenig wie das ALG 1, ein Dauerzustand!

Ein
Antrag auf Erwerbsminderungsrente ist die eine Sache, die Dauer des
Antragsverfahrens ist aber eine andere Sache und in jedem Einzelfall
anders!

Es gilt also in erster Linie, die eigene Krankenakte auf
Vordermann zu bringen, Rechtsschutzversicherung und Rechtsbeistand
sicherzustellen und dann den Antrag auf Erwerbsmindeurngsrente bei der
DRV einzureichen!

Hier gilt ohnehin:

REHA geht vor Rente!

Die
DRV prüft an Hand der eingereichten Krankenakte, ob eine REHA in
Betracht kommt oder ggf. eine Erwerbsminderungsrente! Beides zusammen
funktioniert in der Praxis nicht!

aber sie möchte mit den großen Schmerzen nicht mehr arbeiten gehen .

Antwort:

Dies macht auch überhaupt keinen Sinn und damit ist niemandem geholfen!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Rente, 77

Das kann man sich eigentlich nicht aussuchen.

Der Arzt bestimmt, ob man arbeits- oder erwerbsunfähig ist. Bzw. lässt die Krankenkasse das durch den medizinischen Dienst feststellen.

Antwort
von webya, 83

Die Rentenversicherung wird sie erst mal zum Arzt schicken. Der wird der Versicherung erst mal die nötige OP mitteilen. Danach kann sie über eine EU-Rente nachdenken. Ohne Krankschreibung klappt eine EU-Rente nicht. 

Wann wird sie denn operiert?

Kommentar von Rossi39 ,

Sie muss an Hüfte und Schulter operiert werden und in 2-3 Jahren auch am Knie! Wenn Sie jedesmal bis zum Schluss kg bekommt braucht sie keine Eu Rente mehr

Kommentar von webya ,

Die Impingementsyndrom dauert max. 3 Monate. Eine neue Hüfte in etwa die gleiche Zeit. Sie wird also kaum auf 2-3 Jahre kommen.

Kommentar von Rossi39 ,

Ah ok ... Gut der Doc sagte, bei der Schulteroperation braucht sie 1 Jahr mindestens, Hüfte so schnell... Ok! Gut dann soll sie wohl erst beide Operationen incl Reha machen und dann, nach der Reha der Antrag auf EU Rente? Oder?

Kommentar von webya ,

das würde ich auch sagen.

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