Frage von Champi19, 75

Von der Versicherung bestellter Gutachter zählt als Schadenregulierung?

Hey! Wir hatten einen Wasserschaden an unserem im rohbau stehenden Haus durch eine geplatzte Wasserleitung im Winter. Wir sind bei der Allianz versichert gewesen: diese hatte uns einen Gutachter Vorbeigeschickt und sind am Ende auf den Schluss gekommen, keinen einzigen Cent zu bezahlen. Nun haben wir die Versicherung gewechselt und bekommen eine höhere beitragsstufe, weil angeblich ein vorheriger Schaden von der Allianz reguliert wurde. Als wir bei denen anriefen meinten sie, sie hätten ja schließlich den Gutachter bezahlt. Somit gilt der Schaden als reguliert. Stimmt das? Machen sich das Versicherungen rechtmäßig so einfach oder haben wir da Chancen auf Erfolg mit einem Anwalt?

Hoffe ihr könnt mir helfen! Liebe Grüße

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 46

Der Schaden wurde reguliert, auch wenn ihr selbst kein Geld bekommen habt.

Ihr hattet wahrscheinlich "nur" die Rohgebäudefeuerversicherung. Diese schließt natürlich keine Frostaufbrüche ein.

Diesen Schaden hättet ihr ja selbst ohne weiteres verhindern können.

Die Allianz ist hier tätig geworden, und ihr müsst diesen Vorschaden bei JEDEM Neuantrag angeben. Wenn ihr das nicht tut, ist das eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung, und der neue Versicherer ist von der Leistung frei.

Sprichwörtliches EIGENTOR

Gegen Vorauskasse wirst du sicher einen Anwalt finden. Aber der wird an der Rechtslage auch nichts ändern können.

Kommentar von Champi19 ,

Danke für die Antwort!

Es ar eben nur sehr verwirrend, weil in der Begründung stand, dass wir mehr zahlen, weil dort ein vorschaden reguliert wurde. Das Haus wurde 1905 gebaut. Vorschäden sind dort so oder so nicht auszuschließen.

Aber gut zu wissen! 

Wir wussten von dieser Regulierung eben nichts und haben uns gewundert, wie das zustande kommen kann 

Kommentar von DerHans ,

Bei einem Altbau von 1905 kann es dir sogar passieren, dass die Leitungswasserversicherung gar nicht gezeichnet wird. 

Dann musst du schon Rechnungen vorlegen, dass das Leitungssystem vollständig saniert wurde.

Das gleiche gilt natürlich für die Sturmversicherung, wenn das Dach nicht saniert wurde.

Antwort
von schleudermaxe, 10

Es ist üblich, für solche Schäden nicht zu leisten. Zudem wurde sicherlich in der Bauphase gar keine Sparte Leitungswasser abgesichert, warum auch?

Es kommt auch nicht auf die Summe an, es wird nur der Schaden berücksichtgt.

Weil diesen die Kunden selber zu vertreten haben, sind sie eben ein höheres Risiko für die neue Versicherung, ist doch sicherlich ganz einfach.

Meine erhebt bei einem Schaden zudem keinen Zuschlag.


Antwort
von JuliaHutarm, 44

Hey,

also prinzipiell haben sie recht, dass sie reguliert haben. Regulierung ist ja erstmal nur der Prozess der Entscheidung über eine Zahlung.
Vgl: Gabler Wirtschaftslexikon

Wenn die Sendung eines Gutachters hier notwendig war/ist, dann sind das mMn prozessuale Kosten. Ich finde das ziemlich unprofessionell, denn dann hätte man euch darüber informieren müssen. Und nicht ihr habt entschieden, den Gutachter zu holen, oder?

Das würde ja bedeuten, dass man bei jeder Schadensmeldung im der Prämie hochgestuft wird.

Sollte die Versicherung hier Recht haben, kann man vielleicht noch umswitchen: ihr zahlt den Gutachter und dafür lauft ihr weiter als schadenfrei.

Aber: gute Frage!

VG

Kommentar von DerHans ,

Natürlich ist dieser Leitungswasserschaden bei einem Neuantrag meldepflichtig. Ob da Geld gezahlt wurde ist dafür unerheblich.

Die Frage lautet ja nach Vorschäden. Nicht nach bezahlten Vorschäden

Wer will den garantieren, dass nicht an anderen Stellen im Leitungssystem Haarrisse eingetreten sind?

Kommentar von JuliaHutarm ,

bezahlt wurde er ja auch nicht :) aber warum fürt ein Schaden ohne Zahlung zu einer Erhöhung der Schadenklasse?

Kommentar von Champi19 ,

Die Versicherung hat den Gutachter gewollt und auch bestellt! 

Die Begutachtung an sich war auch der reinste Witz 

Gefühlt 2 Minuten mit 3 Fotos. 

Nun ja, mal sehen was man dort noch machen kann

Auf jeden Fall danke für die Antwort!!

Kommentar von DerHans ,

Der Gutachter musste zu eurem Bau raus fahren und muss anschließend einen Bericht abgeben.

Da kommen schnell 3 Arbeitsstunden zusammen.

Sein Urteil war natürlich schnell gefällt: Winter, Rohbau, Haupthahn nicht abgestellt, Frostschaden

Gutachten fertig.

Kommentar von JuliaHutarm ,

Hallo derHans, es steht außer Frage, das ein Gutachter für seine Leistungen bezahlt werden soll. Meine Frage zum Verständnis ist aber: sind das nicht prozessuale Kosten, die man intern verrechnet und nicht als Kosten an den Endkunden verrechnet? Vielleicht hat der Mitarbeiter am Telefon auch nur ungünstig argumentiert. (ich weiß, daß führt recht weit, aber ich würde es gerne verstehen)

Kommentar von Champi19 ,

Ja ich hab es auch "gelernt": wer den agitacjtwr bestellt, der zahlt auch. Umso verwunderlicher ist es für uns, dass uns das quasi "angelastet" wird 

Antwort
von BenniXYZ, 9

Keine Chance, für das Gutachten sind Kosten angefallen und die Allianz ist froh, daß sie einen mit Schäden behafteten Vertrag los ist.

Im Bereich Wohngebäudeversicherung gibt es zahlreiche Veränderungen. Natürlich zum Nachteil der Kunden. Geschuldet ist das eigentlich den veränderten Witterungseinflüssen, oder verständlicher den vielen Schäden durch Gewitter, Hagel, Hochwasser, Tornados.....

Die Versicherer fragen sich gegenseitig nach der Schadenquote ab (ähnlich KFZ Versicherung). Verträge mit Schäden sollten nicht vom VN gekündigt werden!!!

In den Verträgen ist regelmäßig festgelegt, daß im Winter in unbewohnten Objekten der Hahn am Wasserzähler geschlossen sein muß. Wenn so ein Wasserschaden bezahlt wird, dann auf Kulanz.


Antwort
von Apolon, 18

Wir hatten einen Wasserschaden an unserem im Rohbau stehenden Haus durch eine geplatzte Wasserleitung im Winter.

Nachdem es sich ja hier um ein Gebäude handelt das bereits 1905 gebaut wurde, müssen solche Umbaumaßnahmen dem Versicherer gemeldet werden. Steht so auch in den Versicherungsbedingungen.

Ich vermute allerdings, dass dies nicht gemeldet wurde und somit wurde ein Gutachter wegen einem Wasserschaden vorbeigeschickt.

Woher sollte der Versicherer dies auch wissen.

Machen sich das Versicherungen rechtmäßig so einfach

In diesem Fall hat sich vermutlich der Versicherungsnehmer es sich einfach gemacht. 

Bedeutet er hat die Umbaumaßnahmen (vermutlich Leerstand des Gebäudes) dem Versicherer nicht angezeigt, denn sonst hätte der Versicherer erst gar keinen Gutachter vorbeigeschickt und die Schadenserstattung sofort abgelehnt.

Der Rest wurde ja schon ausgiebig beantwortet!

Kommentar von MoechteAWissen ,

DH!“

Bisher ist keinem anderen aufgefallen, das der FEHLER bei
dem Versicherungsnehmer lag. Hierbei handelt es sich eindeutig um eine Obliegenheitsverletzung.

Sofern der Hinweis auf Risikoveränderung ausblieb, reagierte die Allianz richtig!

Spannend wäre jetzt zu wissen, ob dem Versicherungsvermittler der Umstand bekannt war?!.

Antwort
von tapri, 24

Regulierung ist der Weg zur Entscheidung und dabei ist der Gutachter natürlich ein Kosten Punkt. Somit ist das korrekt.

Die neue Versicherung kann selber entscheiden, ob sie euch höher einstuft auf Grund dieser Kosten bei der Vorversicherung oder weil sie euren Rohbau/Hausbau als Risiko ansieht und deshalb dieses Baurisiko höher bewertet

Antwort
von teutonix1, 37

Anwalt lohnt sich hier sicher, den Versicherungen fällt doch immer wieder was Neues ein, weshalb sie nicht zahlen wollen.

Kommentar von DerHans ,

Eine geplatzte Wasserleitung im Rohbau ist einfach grob fahrlässig. 

Da braucht der Versicherung nichts einzufallen.

Kommentar von Champi19 ,

Danke für die Antwort!

Es war eben nur sehr verwirrend, weil in der Begründung stand, dass wir mehr zahlen, weil dort ein vorschaden reguliert wurde. Das Haus wurde 1905 gebaut. Vorschäden sind dort so oder so nicht auszuschließen.

Kommentar von schleudermaxe ,

Was denn jetzt, 1905 warum immer noch Rohbau?

Antwort
von mepeisen, 30

Relevant ist nicht die Frage, ob ein etwaiger Vorschaden von einer Versicherung entschädigt wurde oder nicht.

Relevant für die Einstufung ist die Frage, ob es Vorschäden gab.

Kommentar von Champi19 ,

Danke für die Antwort!

Es ar eben nur sehr verwirrend, weil in der Begründung stand, dass wir mehr zahlen, weil dort ein vorschaden reguliert wurde. Das Haus wurde 1905 gebaut. Vorschäden sind dort so oder so nicht auszuschließen. 

Kommentar von mepeisen ,

Im Endeffekt sind es nur Textbausteine. Ob die nun vom Wortlaut richtig sind oder nicht. Fakt ist: Es gab einen Vorschaden und das ist als einziges relevant.

Kommentar von teutonix1 ,

Meines Erachtens ist es schon relevant, ob ein Vorschaden bestand oder ein Vorschaden reguliert wurde.

Kommentar von mepeisen ,

Relevant ist nicht, ob reguliert wurde oder nicht.

Relevant ist, was das für ein Schaden war, wie hoch und ob der behoben wurde. Ob aus Versicherungstasche oder aus eigener Tasche, ist für die Einstufung nicht relevant.

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