Frage von lxxely, 219

Von Ausbindern/Thiedemannzügel weg kommen?

Hallo, Hoffentlich kann mir jemand helfen. ich reite momentan mit Thiedemannzügel ('sanftere' Variante der Schlaufzügel), was natürlich keine Lösung auf Dauer ist. Wir sind Anfang Dezember von Dreieck auf Thiedemann umgestiegen und unser Pferd läuft seitdem viel zufriedener. Das ist natürlich super, wir merken langsam das der Thiedemannzügel nur noch eine 'Begrenzung' ist und keine Hilfe mehr zum Rundreiten. Lassen wir ihn aber weg, geht unser Pferd gegen die Hand und hebt sich nach wenigen Metern aus der Anlehnung! Sie ist gesund,alles passt und somit vermute ich das es an der Gewohnheit liegt. Mit Thiedemann schwingt sie schön mit, man kriegt sie nur rund und über den Rückenschwingend wenn die ganze reiterliche Komposition passt, also kann es nicht daran liegen das unser Pferd nur platt auf der Vorhand rum latscht und durch die Zügel 'rann gezogen' wird! Jetzt meine Frage, wie kommen wir am besten davon los, dass unser Pferd so zu Frieden auch ohne den Zügel läuft? Liebe grüße.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 149

Wow - und ich denke schon immer ich bin besonders hart mit meinem Pferd, wenn ich mal kurz die Zügel anhaltend anstehen lasse.

Mit so einem Folterwerkzeug geritten zu werden kann für eurer Pferd ja wohl kaum angenehm sein. Nur weil der Kopf runter kommt, heist das noch lange nicht das die auch gut untertretend und mit  aufgewölbten Rücken daher kommt.

Lassen wir ihn aber weg, geht unser Pferd gegen die Hand und hebt sich nach wenigen Metern aus der Anlehnung!

Das liegt daran, das sie nur in Position gezogen war und nicht geritten war. Vielleicht sollte man erst mal lernen, wie man ein Pferd zur weichheit reitet nicht wie man es weichklopft. Eurer Pferd war dann logischer weise in absolut keiner Anlehnung.

Wer sein Pferd so in Haltung ziehen muß - der reitet sein Pferd nicht in freiwilliger Selbsthaltung.

Nr. 1 was ich euch vorschlagen würde: Einen guten Longenkurs machen wo absolut keine Ausbinder und Folterinstrumente benutzt werden, sondern nur Kappzaum, Longe und Longierpeitsche.

Nr. 2 sucht euch einen anderen Reitlehrer der Pferde nicht nach unten zieht sondern sie selbst nach unten kommen lässt.

Nr. 3 reitet das Pferd im Gelände vorwärts/abwärts bis es nichts mehr anderes tun will.

Nr. 4 arbeitet an der Verfeinerung und an einer weichen leicht führenden Hand und feinen Hilfen evtl. eher Impulshilfen.

Kommentar von lxxely ,

Tut mir leid aber dieses Kommentar finde ich frech. Unser Pferd wird sehr sanft geritten kein anderes Hilfsmittel ausser der Thiedemann und dieser setzt sich selbst nur dann ein wenn sie ihren Kopf wie eine kleine Giraffe hält;-) Ich lege sehr viel Wert darauf das mein Pferd über den rückenschwingt und untertritt, was sie tut. Sie bietet sich an ohne ziehen,drücken,pressen! Wir haben es anders versucht, Trainer Wechsel und weiteres. Wir bieten unserm Pferd ein tolles Programm, im Gelände geht sie am Zügel und geht auch 1a V/A nur in der Halle nicht! Ich finde es frech, dass einem vorgeworfen wird ein Tierquäler zu sein, wenn man sich Hilfe sucht. 

Kommentar von friesennarr ,

Bitte beschreibe mal dein Programm mit dem Pferd.

Wo liest du da etwas von Tierquälerei?

Kommentar von lxxely ,

''...und ich denke schon immer ich bin besonders hart mit meinem Pferd...'' ''...Mit so einem Folterwerkzeug geritten zu werden kann für eurer Pferd ja wohl kaum angenehm sein...''

sie kommt regelmässig ins Gelände, wir machen viel bodenarbeit, longieren oder lassen Laufen, sie hat tägl. Koppel/paddoggang, wir springen sie und haben 2-3 x die Woche Dressur stunde, ein Tag ist Pausetag wo sie ganz Pferd sein kann:-) Sie hat also ein abwechslungsreiches Pferdchenleben. Die Hilfszügel kommen hierbei 1-2 x die Woche zur Benutzung!

Kommentar von friesennarr ,

Sie hat einen Tag wo sie Pferd sein kann? Wie geht das?

Ist sie Boxenhaltung? Wieviele Stunden ist sie wo.

Ein Abwechslungsreiches Pferdeleben ist eine Herde mit 24 Stunden Offenstall und Pferdegesellschaft.

Kommentar von lxxely ,

Tagsüber steht sie draussen bis auf 2 stunden in denen sie bewegt wird, Nachts in der Box. Also ca. von 9-18:30 ist sie draussen, bewegt von uns wird sie immer ca. 1-2 Stunden je nach dem was wir machen. an einem tag wird sie gar nicht bewegt, nur gefüttert und gekuschelt.

Kommentar von friesennarr ,

Von 24 Stunden verbringt dein Pferd rund 15 in einer Box, fast 2/3 seines Tages bzw. Lebens.

Was du beschreibst, ist kein abwechslungreiches Leben, sondern Gefängnis mit kontrolliertem Ausgang.

Wenn sie raus kommt, ist das dann wenigstens mit anderen Pferden, auf der selben Koppel-Paddock?

Ein bis 2 Stunden Arbeit mit euch ist dann auch ein bisschen sehr wenig.

An einem Tag wo nicht gearbeitet wird gibts auch kein Futter (außer vielleicht Mifu).

Wenn man mit solchen Hilfsmittel reitet, dann muß man sich schon gefallen lassen, das man kritisiert wird.

Ein Hilfsmittel ist für kurze Zeit bestimmt, nicht um immer so zu reiten und es immer so zu machen.

Wenn dein reiterliches Können, das Pferd nicht in eine gute Selbsthaltung locken kann, dann brauchst du noch dringend Unterricht.

Und dein Pferd mal einen Termin beim Osteopathen - denn ein Pferd das wie eine Giraffe läuft drückt den Rücken weg und Pferde die den Rücken weg drücken haben da auch ein aua.

Aber das wäre keine Wunder bei solchen Hilfsmitteln.


Kommentar von Dahika ,

mit einem Thiedemannzügel kann man nicht sanft reiten. Das ist ein Hilfzügel für sehr schlechte Reiter und sollte, genau wie der andere Schlaufzügel, verboten werden. Wenn man zum Thiedemannzügel greift, signalisiert man damit allen einigermaßen fähigen Reitern sein Bankerott der Reiterei.
Der Kommentar ist nicht frech, sondern richtig.

Wenn ich das schon lese: unser Pferd wird sehr sanft geritten.

Man kann mit Schlaufzügeln, und der Thiedemann ist ein Schlaufzügel, nicht sanft reiten.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 102

Du bist zu ungeduldig. Das Korrigieren eines Schlaufzügelpferdes, und der Thiedemann ist ein Schlaufzügel, dauert lange. Wenn du schreibst, dass dein Pferd ohne Th. zügel  - d.h. ohne den Zwang -  schlechter läuft, dann zeigt das, dass das Pferd jedes Vertrauen in die Hand verloren hat.

Das zu korrigieren dauert. Monate, vielleicht Jahre.

Wir im Stall hatten ebenfalls ein Thiedemannpferd gehabt. Ohne diesen tierquälerischen Zügel ging das Pferd GRAUENVOLL. Rücken weggedrückt, Kopf in Hallendecke gehalten. Die RL, die der Besitzerin ohne Thiedemannzügel  Unterricht gab, stöhnte, als sie die beiden zuerst sah. Da heißt es: GEduld, GEduld, Geduld.
Es hat bei diesem Pferd mehr als zwei Monate gedauert, bis es eine einzige Zirkelrunde mal mit langem Hals laufen konnte.

Wenn du erwartest, dass das Pferd sofort korrekt laufen soll ohne diesen Sch**eißzügel, dann ist das Pferd verloren, bevor du angefangen hast.

Dem/Der Reitlehrer/IN, die dir diesen Zügel empfohlen  oder in seinem/ihrem Unterricht nicht verboten hat, sollte man die Berufserlaubnis entziehen.

Ich halte es mit Dr. Heuschmann: Verbieten, ohne Wenn und Aber verbieten.

Antwort
von LyciaKarma, 90

Friesennarr hat absolut Recht.  

Wenn ihr euer Pferd nicht ohne Zwang richtig reiten könnt, dann geht es zurück an den Boden. Stichwort Longenkurs. 

Antwort
von Lele28Helli24, 130

Ich glaube da hilft nur reiten;)
Ihr könnt den Hilfszügel kurz vor Ende ab machen und mit Auskauen ohne Hilfszügel anfangen. Dann immer weiter steigern;)

Antwort
von Spiky2008, 110

Ich gebe 1. Friesennarr vollkommen recht:

2. suche dir mal einen neuen Trainer,lass die Ausrüstung überprüfen

Antwort
von DCKLFMBL, 134

gute/n Trainer/in holen ;-)

Kommentar von lxxely ,

ist da, deswegen sind wir umgestiegen und auch sie ist verzweifelt ;) denn meinem Pferd fehlt nichts und es schwingt locker über den Rücken, nur ohne Thiedemann eben nicht. Weder Reiter noch 2 verschiedene Trainer wissen woran es liegt:-)

Kommentar von friesennarr ,

Das Pferd ist schon seit langer Zeit daran gewöhnt so geritten zu werden, ohne diese Hilfszügel blickt das Pferd gar nicht mehr was es tun soll.

Ein reelles Reiten dieses Pferdes hat entweder noch nie bestanden, oder es so lange her ist, das das Pferd es nicht mehr erinnern kann.

Es ist also schlichtweg verloren ohne seine Krücken.

Kommentar von DCKLFMBL ,

Pferde Vergessen Nie!

DH! sonst hast du Recht! ;-)

Kommentar von friesennarr ,

Oh, doch Pferde vergessen. Besonders Bezugsmenschen vergessen sie recht schnell.

Ich weis das will man nicht war haben, ist aber so.

Kommentar von DCKLFMBL ,

woran das wohl liegt...;-) (Menschen die Gut zu ihnen waren Vergessen sie auch nicht!) sie haben ein Außergewöhnliches Gedächtnis!

mein Pferd hat mich noch NIE Vergessen!

https://tiertelepathie.wordpress.com/2011/11/23/pferde-vergessen-menschen-nie-di...

Antwort
von Viowow, 97

auch ich stimme friesennarr vollkommen zu. die antwort ist nicht frech, sondern schlicht die wahrheit...

Antwort
von Gothictraum, 96

 friesennarr  hat recht

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