Frage von Autolover, 96

Vom Unterricht ausgeschlossen, was darf der Lehrer?

Hallo Leute,

Der Hintergrund:

heute morgen kam ich ca 5 min zu spät zu meinem Leistungskurs. Ein anderer Schüler stand schon in der Tür, ich kam dazu, alles, was ich noch hörte, war: "Das gilt auch für dich, ihr könnt gleich wieder gehen. Entweder ihr kommt pünktlich, oder gar nicht!" Mein Mitschüler erzählte dann, der Lehrer habe ihm vorgeworfen, dass er verschlafen aussehe und eine Dose Cola in der Hand hat. Deshalb und der Verspätung wegen habe er uns des Unterrichts verwiesen. Davon mal abgesehen, es war bei uns beiden nicht das erste Mal, ich kann mit der Strafe umgehen.

Meine Frage:

Was darf der Lehrer nun? Ziemlich sicher darf er beide Stunden nicht als unentschuldigte Fehlstunden eintragen, da ich ja beabsichtigte, zum Unterricht zu gehen. Darf er überhaupt Fehlstunden, entschuldigte, aufschreiben? Eigentlich hab ich ja am Unterricht teilgenommen, er hat nur entschieden, uns vom Rest der Stunde freizustellen. Und: darf er diese Stunde überhaupt benoten? Er würde ja dann das Zuspätgekommenen mit einer 6 bewerten, da die Nichtteilnahme am Unterricht nicht meine Entscheidung war.

Da der Lehrer auch im sonstigen Unterricht sehr stark danach handelt, ob ihm ein Schüler sympathisch ist, oder nicht, wüsste ich mich gerne angemessen zu "wehren". Deshalb wäre es super, wenn ihr euren Antworten Paragraphen oder zumindest konkretere Angaben hinzufügen könntet, da ich mich dann nicht nur auf Behauptungen stützen kann.

LG,
Tom

Antwort
von kgsbus, 39

Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer kann eine Schülerin
oder einen Schüler von der laufenden Unterrichtsstunde ausschließen, wenn der
Unterricht gestört wird (erzieherische Maßnahme).

https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Eltern/Rechtliches/Fragen-und-Antwor...

Es ist durchaus eine Störung des Unterrichts, wenn
Schüler*innen nicht pünktlich sind. Jede Person, die nach Unterrichtsbeginn den
Raum betritt, lenkt ab und wenn es auch mehrere sind, erst recht.

Den versäumten Inhalt muss die Schüler*in selbstverständlich
selbst nacharbeiten.

Formal hat also die Lehrkraft durchaus korrekt gehandelt.
Ein Gespräch sollte aber geführt werden – am besten entschuldigt sich die
Schüler*in für das Fehlverhalten und gelobt Besserung.

Ob die Lehrkraft sonst sich nicht pflichtgemäß verhält, ist
ein anderer Punkt. Jedes Verhalten muss gesondert gesehen werden. Es gibt ja
sonst noch Klassenlehrer, Vertrauenslehrer, SV und Schulleitung.

In einem ruhigen Gespräch können die meisten Probleme gelöst
werden.

Lehrkräfte sind heute sicher stark im Fokus, weil Kinder und
Eltern sich dauernd beschweren oder auch den guten Ton nicht treffen.

Kommentar von Autolover ,

Danke für die Antwort, ich wusste bereits, dass das Handeln an sich völlig korrekt war und schrieb ja auch, dass ich das einsehe. Es ging mir hauptsächlich darum, ob die Fehlstunden eingetragen werden dürfen, wenn ja ob auch unentschuldigt, und wie es mit der Benotung der Stunden aussieht.

Antwort
von Akka2323, 21

Der Lehrer handelt korrekt, der Schüler nicht. Man ist einfach pünktlich und stört nicht den Unterricht der anderen durch sein Zuspätkommen. Im Arbeitsleben bekäme man eine Abmahnung für die Verspätung, mehrmalige Abmahnungen führen zur Kündigung.

Kommentar von Autolover ,

Ja, das hab ich doch auch geschrieben. Lest doch bitte meine Frage, besonders den letzten Absatz. Es geht um die Eintragung der Fehlstunden und um die Benotung, die Konsequenz an sich ist in Ordnung, meine Schuld, wenn ich zu spät bin

Kommentar von Akka2323 ,

Wenn Du nicht teilgenommen hast, kannst Du auch nicht benotet werden.

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