Frage von Mirade, 36

Vom Hauptgewerbe zum Nebengewerbe umsteigen - weiterhin Umsatzsteuerpflichtig oder nicht - Und lohnt es sich überhaupt oder wäre ein Kleingewerbe besser?

Ich bin Selbstständing ohne Mitarbeiter und habe seit 5 Jahren ein eigenes Geschäft das ich zusammen mit meinem Mann geführt habe. Muß Alle 3 Monate UsSt zahlen usw. Muß aber nun mein Geschäft in ca. 2 Monaten aufgeben, weil es finanziell nicht mehr tragbar ist und mein Mann Arbeitet jetzt wieder Vollzeit seit 4 Wochen und hat ca. 1200 Euro Netto.

Ich könnte mein Gewerbe auch von zu Hause aus weiter führen, übers Internet. Würde damit aber mehr als 450 Euro verdienen und müsste dann wohl somit auf ein Nebengewerbe umsteigen.

Auf der AOK wurde mir gesagt, das ich dann zwar keine 260 Euro mehr zahlen muß um mich zu versichern, aber 165 Euro wenn ich mehr als 405 Euro verdiene bis maximal 945 Euro und der Lebensunterhalt vom Mann bestritten wird. Dies wäre dann ja der Fall.

Die frage ist dann nur, muß ich dann auch weiterhin alle 3 Monate meine UsSt. zahlen auf das was ich verdient habe, so wie im großen Gewerbe? Oder fällt die dann bei unter 1000 Euro weg?

Möglicher Verdienst von Zuhause aus: ca. 600 Euro im Monat

Abzüge: 165 Euro AOK + 125 Euro Lagerhalle meiner Ware + 10 Euro Riesterrente + 20 Euro Handy + 50 Euro Autoversicherung ________________________________ = 370 Euro Allgemeinausgaben

Rest: 230 Euro Privatentnahme

Sollte da dann auch noch alle 3 Monate die UsSt dazu kommen was dann auch wieder kosten bei meinem Steuerberater verursacht die dann auch noch mal dazu kommen (momentan ca. 50 Euro monatlich) wäre ich ja schon fast besser dran dann, wenn ich ein KLEIN-Gewerbe anmelde statt ein NEBEN-Gewerbe, nur bis 450 Euro dazu verdienen würde, dann über meinen Mann versicht bleibe und weder AOK noch Steuer bezahlen muß.

Wer kann mir da mal weiterhelfen, mir mal sagen, ob ich UsSt weiterhin bezahlen muß und mir einen guten Tip geben wie ich nach den 2 Moanten am Besten weiter machen könnte.

Dachte ich frag erst mal hier, bevor ich einen Termin beim Steuerberater mache um mich vorab schon mal bisschen zu informieren und um mir weiterhin dann überlegen zu können was ich dann in 2 Monaten machen könnte und vor allem wie am Besten.

Freu mich also über jede Antwort die mir weiterhelfen könnte. LG Miriam

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 36

Entschuldige, aber Deine Angaben sind unvollständig und unstrukturiert.

Was sind die 600,- Euro? Umsatz? Rohgewinn?

Du hast ein Lager für 125,- Euro gemietet. Also hast Du Ware zu lagern. Fällt die vom Himmel, oder kaufst Du sie ein?

Du zahlst Autoversicherung. Ist das, weil Du privat, oder für das Geschäft ein Auto brauchst?

Den Gewinn von 405,- Euro, der für die Krankenkasse wichtig ist, berechnet sich:

Betriebseinnahmen (Verkaufserlöse)

- Wareneinkauf

- Lagermiete

- Internetkosten

- Telefongebühren

- Verwaltungskosten (Bürobedarf usw.)

- Kosten für betriebliche Fahrten

Gewinn.

Die Frage mit der Umsatzsteuer stellt sich nur, wenn Du überwiegend an Privatleute verkaufst.

Wenn Du in einem Jahr unter 17.500,- Umsatz (Einnahmen) kommst, bist Du ab dem Folgejahr Kleinunternehmer und Umsatzsteuer wird bei Dir nicht mehr erhoben.

Kommentar von Mirade ,

Ja, ich kaufe und verkaufe, bin also quasie Händlerin. Ich kaufe von Privat und verkaufe auch wieder an Privat und hin und wieder bekomm ich die Sachen auch einfach geschenkt (Habe einen Second-Hand-Laden) und Ja, in meinem "Lager" staple ich die Sachen die neu rein kommen und in Zukunft auch die, die dann online stehen werden. Mein Auto brauch ich zwar um die Sachen zu holen, läuft aber nicht übers Geschäft, weils einfach schon zu alt ist und es nicht lohnt, bei mir wird dann momentan nur die km mit berechnet die ich von A nach B fahre dafür. Und das wird dann auch so bleiben. Die 600 Euro meinte ich, die ich dann Ohne meinen Laden schaffen könnte übers Internet da ich viele Stamkunden auch habe. Und sobald einer was sucht, versuche ich es ran zu bekommen und mich darum zu kümmern, das der Kunde bekommt was er sucht. Ich kann mein Geschäft nur leider nicht mehr finanzieren, weil die Miete zu teuer ist. Deshalb muß ich es aufgeben. Ausgaben die ich dann hätte, hab ich ja schon aufgelistet. Was müsstest du noch wissen? Was hab ich noch vergessen? Ich freu mich, das du mir geantwortet hast und hoffe mit meiner Antwort kannst du nun mehr anfangen? LG

Kommentar von wfwbinder ,

Die betrieblichen Fahrten kannst Du mit 30 Ct. pro gefahrenem Kilometer abrechnen.

Der wichtigste Ausgabenposten ist natürlich der Einkauf, auch wenn Du manches Geschenkt bekommst.

In den letzten Jahren hast Du vermutlich haufenweise Umsatzsteuer unnütz bezahlt. Wer mit gebrauchten Dingen handelt und von Privat einkauft, der kann gem. § 25 a UStG die Differenzbesteuerung in Anspruch nehmen. Ich denke nicht, dass Dein Vorsteuerabzug das ausgeglichen hat.

ich denke, dass Du unter den 405,- Euro bleiben wirst.

Kommentar von Mirade ,

ja da hast du recht, hab ein haufen UsSt zahlen müssen alle 3 Monate. Hab mich ganz schön "arm" gemacht. Also wird quasie nur der reine Gewinn, also das was ich dann Privat entnehmen kann gerechnet, und nicht das was ich verdient habe (die 600 Euro z.b)

Kommentar von wfwbinder ,

Du hast Probleme mit den Begriffen.

die 600,- Euro sind die Einnahmen. Der Umsatz sind die Einnahmen ohne die umsatzsteuer.

600,- = 119 %, netto Umsatz 504,20 Umsatzsteuer darauf 19 % 95,80.

Händler von Gebrauchtwaren, dürfen die Umsatzsteuer aus der Differenz berechnen (§ 25 a UStG Differenzbesteuerung.

Ich kaufe für 80,- Euro gebraucht ein, verkaufe für 199,- Euro. Differenz (Rohgewinn) 119,- Euro. : 1,19 = 100,- Euro Umsatz * 19 % = 19,- Euro.

Verdient hast Du das, was übrig ist, wenn Du von den Einnahmen alle betrieblichen Ausgaben abziehst. gerade beim Internethandel sind da Internet, Telefon, Paypal gebühren, Bankgebühren, eBay Gebühren, Ordner usw für die Belege, der PC das Notebook (ggf. Abschreibung). Da kommt schon einiges zusammen.

Antwort
von Geochelone, 16

Du schmeißt einen Haufen Dinge durcheinander und verbindest sie mit Begriffen, die es nicht gibt !

Es gibt kein Haupt- oder Nebengewerbe ! Auf den Gewerbeanzeigen wird nur aus rein statistischen Zwecken danach gefragt, ob das Gewerbe zum Zeitpunkt der Anzeige zum Haupt- oder Nebenerwerb dient. Eine rechtliche Bedeutung hat das Antwortkreuzchen nicht. Man muss auch nichts ummelden oder mitteilen, wenn sich daran etwas ändert.

Und es gibt auch kein Kleingewerbe. Es gibt nur eine Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG). Das ist aber nur ein Steuererleichterungsverfahren (auch nur für die MwSt) und keine Art von Gewerbe. Das kann man also beim Gewerbeamt weder an- noch ummelden.

Und die 450 €-Grenze gilt nur für Beschäftigte, für Selbständige hat dieser Betrag keine Bedeutung.

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