Frage von vedne, 136

Vollstreckungsbescheid bei Universum Inkasso?

Guten Tag,

ich habe vor 2 Woche einen Brief von Inkasso, war ein Vollstreckungsbescheid und verlangt eine Hauptforderung ( 61€ ) , Verfahrenskosten 85€ ( in dem Gerichtskosten 23€, Auskünfte 17€ und Rechtsanwaltskosten 40€ ) . Außerdem noch die Nebenforderung von ~ 50€ als Inkassokosten und Kontoführungskosten . Die Hauptforderung hab ich nachgesehen und zwar richtig dass ich eine Bahncard in der Vergangenheit nicht bezahlt habe ( zwar vor 3 Jahre) . Ich habe hier gelesen :

cyberwaves.wordpress.com/2015/07/03/illegal-inkasso-mit-der-angst-von-oma-das-geld-verdient/ und möchte die Hauptforderung an DB bezahlen und die andere Kosten ignorieren . soll ich so machen oder alle die Kosten bezahlen. Hat Inkasso so Recht , diese Forderung zu verlangen ? Wahrscheinlich hab ich den Mahnbescheid Brief weg geworfen da ich dachte es war Betrüge.

Vielen Dank im voraus für eure Hilfe .

MfG

Antwort
von kevin1905, 97

Also einen Mahnbescheid (in gelbem Umschlag von einem Amtsgericht) wegzuwerfen ist schon verdammt gehirnamputiert.

Gegen den Vollstreckungsbescheid ist ein Einspruch zulässig, er ist dennoch vorläufig vollstreckbar.

Von wann genau ist die Forderung, aus 2012?

Inkasso- und Kontoführungsgebühren kannst du in der Tat rausstreichen (hättest du beim Mahnbescheid bereits tun sollen).

Kommentar von vedne ,

also das heißt ich kann jetzt nichts machen und soll  dann alle Kosten ( außer der Nebenkosten von Inkasso ) überweisen ja ? Ich war in Urlaub und komme erst zurückt. Der Brief kam schon am 15.12 deshalb denke ich dass Einspruch zu spät ist. Die Hauptforderung ist vom 29.7.2012 . Danke für deine Antwort

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist, ist die Sache durch. Die Forderung ist rechtskräftig und kann vollstreckt werden.

Die Argumentation Urlaub wird ins Leere laufen, da du

  1. Auch im Urlaub verpflichtet bist deine Post zu empfangen, bzw. empfangen zu lassen, durch eine Vertrauensperson und die Gerichte hier in der Regel auch nicht von abweichen.
  2. Du dem Mahnbescheid hättest widersprechen können, da dieser nach deiner Einlassung wohl korrekt zugestellt wurde. Das Zusammen mit der verstrichenen Einspruchsfrist, lässt mich zum Schluss kommen, dass das Kind in den Brunnen gefallen und ertrunken ist. Sorry.

Wende dich an den Gläubiger bzw. Gerichtsvollzieher zur schnellstmöglichen Begleichung der kompletten Forderung, bevor dein Konto gepfändet wird.

Kommentar von vedne ,

na kann man nichts mehr was machen . selber Schuld. Ich musste mehr beachten . Troztdem  bedanke mich für die Hilfe . 

Kommentar von mepeisen ,

Kam am 15.12.2015 der VB per Post? Also vom Gericht. Dann hättest du heute noch Gelegenheit zum Einspruch. würde ich per Fax ans Gericht schicken und per Einschreiben das Formular hinterher.

Teilweise Einspruch gegen die Inkassokosten, gegen die Kontoführungskosten und gegen die Auskünfte. Sofern eine notwendige Adressauskunft wegen einem Umzug dabei ist, ggf. 10€ der Auskunftskosten akzeptieren. Anwaltskosten ebenfalls 15€ widersprechen, denn Inkassos dürfen nur 25€ laut Gesetz für den Mahnbescheid fordern.

Wenn du komplett bezahlen kannst (HF + 10€ Auskunft + 32€ Gerichtskosten + 25€ Inkassogebühr + Zinsen), dann bezahle es und erhebe kompletten Einspruch.

Davon abgesehen würde ich hier das Aufsichtsgericht des Inkassos anschreiben: Antrag auf Bußgeld wegen verbotenen Inkassogebühren (die darf es laut RVG nicht geben), sowie wegen absurden Auskünften. Daneben einen Antrag auf Lizenzentzug, denn die sind für das Stellen eines Mahnbescheides auf die Hilfe eines Anwalts angewiesen. Das beweist, dass sie sachlich und sachlich überfordert sind und keine Kenntnisse davon haben, wie man Mahnbescheide beantragt. Damit liegen die Zulassungsvoraussetzungen nicht vor.

Antwort
von Habenwill, 84

Weil du offenbar auf das gesamte Mahnverfahren nicht reagiert hast, wirst du um diese Forderungen nicht herum kommen. Meiner Ansicht nach solltest du den Gesamtbetrag umgehend bezahlen, andernfalls können weitere Kosten hinzukommen. Auch der Gerichtsvollzieher ist nicht mehr weit entfernt.

Antwort
von Zandvoort, 68

Ich würde dir raten die gesammte Summe umgehend zu bezahlen. Aus Fehlern lernt man ja und pass halt in Zukunft besser auf das soetwas nicht wieder passiert 😉

Antwort
von helmySch, 77

In der Regel trägt der Schuldner bei berechtigten Forderungen alle
Kosten, die durch das Inkassoverfahren verursacht wurden. Der
Inkassodienst darf aber die Kosten nicht unnötig in die Höhe treiben.

Gehe zum Verbraucherschutz und lasse die Gebühren durchrechnen.

DA die DB die Forderung an Universum abgetreten hat, wollen die dein Geld nicht mehr.

Kommentar von kevin1905 ,

In der Regel trägt der Schuldner bei berechtigten Forderungen alle
Kosten, die durch das Inkassoverfahren verursacht wurden.

Inkassokosten sind nur dann erstattungspflichtig, wenn diese zweckdienlich und notwendig waren (§ 254 BGB). Die DB ist ein geschäftserfahrener Gläubiger und braucht für sein Mahnwesen keine Hilfe. Ergo Inkassokosten sind mit 0,- € anzusetzen (§ 4 Abs. 5 RDGEG).

Ferner ist bereits höchstrichterlich entscheiden worden (VII ZB 53/05), dass in der gleichen Sache nicht zwei Rechtsdienstleister auf Kosten des Schuldners beauftragt werden dürfen. Die Inkassogebühren zusätzlich zu den RA-Gebühren einzufordern ist daher nicht nur rechtswidrig sondern ggf. auch bereits ein versuchter Betrug (§ 263 StGB).

DA die DB die Forderung an Universum abgetreten hat, wollen die dein Geld nicht mehr.

Eine Abtretung vor Titulierung ist äußerst unüblich und liegt hier vermutlich auch nicht vor, da es an der Abtretungsurkunde fehlt (§ 410 BGB).

Ergo ist die DB  weiterhin Gläubiger. Ebenso darf ein Inkassobüro, dass eine Forderung aufkauft und dann in eigener Sache handelt, keine Kosten verlangen, weil keine Kosten entstehen, wenn man sich selbst beauftragt.

Kommentar von mepeisen ,
DA die DB die Forderung an Universum abgetreten hat, wollen die dein Geld nicht mehr.

Würde es eine Abtretung geben, wird das Inkasso in eigenem Namen tätig. Dann erbringt es keine Rechtsdienstleistung mehr und darf keine Kosten verlangen. Andernfalls würd es Betrug begehen.

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