Frage von Lumpi101, 42

Vollständige Lohnsteuerrückerstattung, wenn durch Steuererklärung das zvE des ganzen Jahres unter Grundfreibetrag gedrückt wird?

Hallo,

im Zuge meiner Steuererklärung sind mir einige Fragen gekommen: Nehmen wir an, ich finde nach einem Studium/Arbeitslosigkeit für die letzten 2 oder 3 Monate des Jahres einen Job und davor habe ich im ganzen Jahr nichts verdient. In diesen 2 oder 3 Monaten behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer gleich ein. Am Ende des Jahres ergibt die Steuererklärung (nach Abzug von Pauschbeträgen und co.) ein zu versteuerndes Einkommen (zvE) von unter 8472€, also unter den Grundfreibetrag der Lohnsteuer. Erhalte ich dann vom Finanzamt sämtliche gezahlten Lohnsteuern zurück?

Und nehmen wir weiter an, dass ich einen zeitweise beruflich bedingten Zweitwohnsitz und Umzugskosten geltend machen will. Dadurch drücke ich das zvE nochmals weiter nach unten (aber immer noch positiv). Da ich aber bereits sämtliche gezahlte Lohnsteuer zurück bekomme, erhöht sich die Rückzahlung vom Finanzamt nicht. Ist das richtig? "Verpuffen" dann diese (möglicherweise erheblichen) Werbungskosten einfach?

Schonmal Danke im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EdgarIll, 35

Du kriegst alles an Lohnsteuer und Soli (+evtl. Kirchensteuer) zurück. Die Werbungskosten (Kosten für die Arbeit - Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung, Umzugskosten, Gewerkschaft usw.) bringen nur was, wenn Du damit ins Minus rutschst. (Dann könntest Du den Überhang ins nächste Jahr mitnehmen.)

Also ja, die Kosten verpuffen, egal ob das zvE 8.472,--€, 6.000,-- € oder 50,--€ ergibt.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 15

Deine Annahmen sind alle richtig.

Wenn das z.v.E. unter 8.652,- ist, kommt die Steuer zurück.

Wenn das z.v.E. o,- oder höher, aber unter 8.652,- ist bleibt es bei Steuer null, denn nuller als Null geht nicht.

Antwort
von bcsaul, 11

Völlig korrekt. 

Du kannst dir somit unnötige Arbeit sparen indem du die"Vereinfachte Einkommensteuererklärung für Arbeitnehmer" ausfüllst. Das sind nur 2 Seiten, du musst nur die Allgemeinen Angaben, Bankverbindung und die e-tin (findest du auf der Lohnsteuerbescheinigung) angeben. Alle anderen Daten liegen dem Finanzamt elektronisch übermittelt vor.

Natürlich das Unterschreiben nicht vergessen.

Achtung: Solltest du durch deine Werbungskosten die Möglichkeit haben ein negatives zu versteuerndes Einkommen rauszubekommen, könnte sich das Lohnen da du im Rahmen eines Verlustvortrags den Verlust im Folgejahr vom zu versteuernden Einkommen abziehen kannst. 

Antwort
von kevin1905, 12

Wenn("zVE 2015"<= 8.472,- €;SUMME(ESt;Soli;KiSt)=0;"gibt nicht alles zurück").


Wenn("zVE 2016"<= 8.652,- €;SUMME(ESt;Soli;KiSt)=0;"gibt nicht alles zurück").


Antwort
von Traveller24, 20

Ja, das "verpufft", denn wenn Du bekommst maximal die Steuer des laufenden jahres zurück.

Die einzige ausnahme wäre, wenn dein zvE durch Werbungskosten unter Null fällt. Dann würdest Du einen Verlustvortrag bescheinigt bekommen ( Den Betrag unter Null ), denn Du dann im nächsten Jahr mit ansetzen kannst.

Antwort
von Helmuthk, 10

Hast Du Arbeitslosengeld bezogen?

Wenn ja: Diese Lohnersatzleistungen sind zwar nicht steuerpflichtig; sie werden aber im Rahmen des Progressionsvorbehalts berücksichtigt.

Und dann kann trotz einem zvE unterhalb des persönlichen Freibetrags durchaus Einkommensteuer anfallen.

Antwort
von petrapetra64, 10

Du liegst mit beiden Vermutungen richtig, du bekommst alles an gezahlten Steuern zurück, Sozialversicherungen aber nicht. 

Und, mehr als alles an Steuern kann es nicht zurück geben, alles, was du daher weiter abzusetzen hast, wird verpuffen. 

Und einen Verlustvortrag (ins kommende Jahr) wird derzeit nur beim Zweitstudium/Ausbildung akzeptiert.

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