Frage von hhjung2801, 13

Volljährigenunterhalt ( Titel )?

Moin Moin, so mein Kind wird nun 18 Jahre alt, habe bis Jetzt immer Fleißig Unterhalt bezahlt, allerdings wird mir keine Schulbescheinigung oder Ausbildungsvertrag oder ähnliches Vorgelegt, das Jugendamt teilte mir mit das der Unterhaltstitel im Original nicht mehr Existiert, als verloren gegangen gemeldet wurde ! meine Frage ist es Richtig das ich ab Jetzt den Unterhalt einfach einstellen kann ? Das Kind ab 18 mir gegenüber eine Bringschuld hat ? ( zum hintergrund es besteht leider kein Kontakt zum Kind , das hat die KM immer verhindern können :-( )

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, 8

Ab dem 18. Geburtstag ist das Kind für sich und seinen Lebensunterhalt in erster Linie selbst verantwortlich - du kannst den Unterhalt an den anderen Elternteil also einstellen.

Sollte ein unbefristeter Titel (der über den 18. Geburtstag hinausgeht) existieren bzw.wieder auftauchen, so hättest du Anspruch, diesen ggf.  "abändern" zu lassen, falls weiterhin ein Unterhaltsanspruch bestehen sollte.

  • Einen solchen hätte das Kind ggf. noch, wenn es noch zur Schule ginge oder wenn es sich in einer Ausbildung / Studium befände und dabei selbst wenig oder nichts verdienen würde...
  • Seinen Anspruch müsste das Kind aber erstmal entsprechend nachweisen (Schulbescheinigung, Ausbildungsvertrag, Immatrikulationsbescheinigung etc...)
  • Da ab dem 18. Geburtstag beide Elternteile barunterhaltspflichtig wären, müsste der Unterhalt auf beide "aufgesplittet" werden - anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander.
  • Mögliches Einkommen des Kindes und auch das Kindergeld und ggf. anrechenbares Vermögen des Kindes würden seinen Unterhaltsanspruch an die Eltern entsprechend mindern.
  • Es läge dann in der Verantwortung des Kindes selbst, von beiden Eltern die Einkommensnachweise anzufordern, seinen Unterhaltsanspruch zu ermitteln, diesen aufzusplitten und ggf. einen neuen Titel für deinen Anteil am Gesamtunterhalt ausstellen zu lassen.
  • Jeder Elternteil hätte den Anspruch, die Berechnungen nachverfolgen zu können (ggf. Offenlegung aller dazu verwendeten Unterlagen...)

Wendet sich das Kind also nicht selbst an dich (bzw. ein Anwalt in seinem Auftrag), brauchst du keinen Unterhalt mehr zu zahlen... 

  • Der andere Elternteil bzw. das Jugendamt sind nicht mehr berechtigt, etwas für volljährige Kinder einzufordern.

Gezahlt werden bräuchte generell erst ab dem Tag, an dem ein Anspruch geltend gemacht wurde.

  • Eine Nachzahlung für einen Zeitraum, in dem zwar bereits ein Anspruch bestand, dieser aber noch nicht eingefordert wurde, muss also nicht erfolgen.

Hat das Kind seine Schule bereits abgeschlossen oder wohnt nicht mehr beim anderen Elternteil, gilt es nicht mehr als "privilegiert, was bedeutet: der "Selbstbehalt" beider Elternteile steigt von 1080 auf jeweils 1300 Euro ... und alle anderen Ansprüche (minderjährige Kinder, Ehepartner...) hätten dann Vorrang vor dem des Kindes....

Kommentar von hhjung2801 ,

Moin Danke für den Fachlichen Rat, mal angenommen das kind geht weiter zur Schule , bringt die Schulbescheinigung aber erst 3 Monate nach dem 18 Geb. müsste ich erst wieder Zahlen ab zustellung der Bescheinigung und nicht Nachzahlen Richtig ? und wie ermittel ich meinen Unterhalt wenn die Mutter sich weigert Ihr gehalt offen zu legen ? behalte ich dann solange ein bis das Kind die Mutter auf Auskunft verklagt hat ?

Kommentar von DFgen ,

Du müsstest Unterhalt zahlen ab dem Tag, an dem das Kind seinen Unterhaltsanspruch nachgewiesen hat, z. B. durch eine Schulbescheinigung o. Ausbildungsvertrag. Wenn es diesen Nachweis z.B. erst im Dezember erbringt, müsstest du erstmalig wieder für Dezember zahlen.... 

Wenn keine genaue Unterhaltshöhe festgelegt werden kann, weil die Mutter die Auskunft verweigert, könntest du einen beliebigen Betrag zahlen, ggf. auch erstmal garnichts. Denn eingefordert werden könnte von dir tatsächlich nur ein bestimmter Betrag, wenn dieser auch tituliert worden ist.

(Ein Titel wäre nur dann nicht nötig, wenn das Kind sich mit den Eltern einigen kann, diese einen vom Kind errechneten Betrag freiwillig zahlen...)

Da die Mutter erstmal nicht dir, sondern dem Kind gegenüber auskunftspflichtig ist über ihr Einkommen, müsste das Kind also die Auskunft von ihr einfordern.

Zwar könnte die Mutter dem Kind, wenn es weiterhin bei ihr wohnt, ihren errechneten Unterhaltsanteil in Form von Verpflegung und Unterkunft (statt Bargeld) erbringen, aber um deinen Anteil berechnen zu können, ist sie über ihr Einkommen auskunftspflichtig.

Antwort
von jerkfun, 4

Ja,in diesem Falle einstellen.Wenn das Kind noch in der Ausbildung ist,die Lehrlingsbeihilfe beantragt hat,bzw.kein Einkommen durch eine Schulbescheinigung nachweist ( Bringschuld ist nicht erheblich,weil Du keinen Kontakt herstellen kannst,würde sich das ja auch umdrehen.,bist Du je nach dem Einkommen des Kindes und Deiner eigenen Leistungsfähigkeit zum Unterhalt verpflichtet.Die Gesetzeslage ist so geändert das Leistungen nach SGB erst nachrangig gezahlt werden.Liebe Grüße

Kommentar von hhjung2801 ,

Danke

Antwort
von sassenach4u, 3

Dein Kind kann, bis es 21. Jahre alt ist zum Jugendamt gehen und eine Neuberechnung des Unterhaltes fordern. Dazu werden von dort dann beide Eltern angeschrieben, ihre Einkommensverhältnisse offen zu legen. Dann berechnet das Jugendamt und teilt dem Kind das Ergebnis mit, dann kann das mit dieser Quote auf beide Elternteile zugehen und den berechneten Unterhalt fordern.

Such deine Sachen schon zusammen, schreib deinem Kind, dass du die Zahlung einstellst, bis die Quote ermittelt wurde- denn zu viel gezahlten Unterhalt kannst du von deinem Kind nicht zurückfordern. Und verlange Nachweise, was es jetzt tut und ob es Einkommen erzielt und  in welcher Höhe!

Bedenke, wenn es einen Titel gibt und der über das 18 Lebensjahr hinaus Gültigkeit hat, dann musst du aktiv werden und dich ans Jugendamt wenden- sonst droht dir Pfändung.

Antwort
von Menuett, 5

Wenn die den Titel wiederfinden, dann kannst du gepfändet werden.

Wenn da nix kommt, kannst du den Titel abändern lassen ( bei Gericht liegt der garantiert noch vor).

Antwort
von TechnologKing68, 5

Selbstverständlich hast du Anrecht auf den Nachweis einer Ausbildung. Erfolgt dieser Nachweis nicht, kannst du die Zahlung nach Mahnung einstellen.

Dennoch, das Kind ist 18, die KM kann es nicht mehr verhindern. Ausserdem kannst du dich schon dadurch weigern, Unterhalt zu zahlen, dass du das Kind nie siehst, denn Unterhalt bewirkt auch ein Umgangsrecht.

Kommentar von hhjung2801 ,

Danke für die Antwort

Kommentar von DFgen ,

Ausserdem kannst du dich schon dadurch weigern, Unterhalt zu zahlen, dass du das Kind nie siehst, denn Unterhalt bewirkt auch ein Umgangsrecht

Unsinn, das Umgangsrecht und die Unterhaltspflicht gelten unabhängig voneinander....

Ab der Volljährigkeit entfällt mit dem Sorgerecht auch das Umgangsrecht für ein Kind.

Dann muss sich das Kind selbst um alles kümmern, also auch um seinen Unterhalt......

Kommentar von TechnologKing68 ,

Es stimmt eben nicht. Wer unterhalt zahlt, hat einen Anspruch auf Umgang. Wenn das Kind dem Elternteil dauerhaft den Umgang verweigert, verliert es irgendwann die Einklagbarkeit des Unterhalts.

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