Frage von annablanka, 79

Vogel gestorben, was beim nächsten mal anders machen?

Hallo Zusammen,

Gestern Abend gegen 23 Uhr habe ich einen Vogel gefunden, der apathisch da saß und nicht weggeflogen ist. Oberflächlich sah er unversehrt aus (hab nur so drüber geschaut), aber er hat auf nichts reagiert. Sein Vogel-Partner war auch die ganze Zeit dabei und hat nach ihm geschaut. Ich habe zwar null Bezug zu Vögeln, habe ihn aber mitgenommen und in eine Kiste auf den Balkon gelegt. Die Kiste habe ich nur halb zu gemacht, damit er in der Nacht jederzeit raus kann falls er sich erholt und habe Wasser und ein Handtuch reingelegt.
Heute Morgen hat er leider nurnoch tot drin gelegen. Er hatte noch den Rand von der Kiste angepickt/angefressen und versucht raus zu klettern?! Das tut mir so leid und mache mir jetzt Vorwürfe ich hätte etwas anders machen sollen. Heute ist mir erst eingefallen, dass ich hätte Maden an der Biotonne sammeln können und ihn versuchen zu füttern. Was kann man ihnen sonst noch geben? Hatte kein Brot, kein Gemüse/Obst, keine Wurst...nur Käseschabletten, aber wollte ihm nicht schaden. Ich hätte ihn mir auch nicht so gründlich von allen Seiten angeschaut, weil er so eine Laus auf sich sitzen hatte und ich mich ehrlich gesagt vor diesem Parasit ziemlich eckel und Angst hatte dass er auf mich klettert 😖. Ich wollte einfach nicht, dass eine Katze ihn erwischt falls er doch noch eine Chance hat.
Was hätte ich beim nächsten mal besser machen können?

Vielen Dank schonmal!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Goldsuppenhuhn, 24

Hallo annablanka,

ich kann verstehen, dass Du helfen wolltest. Du hast es gut gemeint und solltest Dir keine Vorwürfe machen. Mir tut der Partner leid, der das Tier jetzt wahrscheinlich vermisst und nicht weiß, was passiert ist.

Du hast den Vogel erstmal aus einem Gefahrenbereich gebracht. Dies war jedenfalls Deine Einschätzung.

Die Unterbringung in einem Karton auf dem Balkon war bestimmt in Ordnung. Der Vogel ist sicherlich nicht deshalb gestorben, weil er nichts zu fressen bekommen hat. Wasser ist wichtig, das hast Du ja gegeben.

Das Mitnehmen hat eigentlich nur Sinn, wenn danach auch Hilfe erfolgt. Nachts bei irgendeinem Tierarzt anrufen, bringt nicht viel; die meisten Tierärzte kennen sich mit Vögeln ohnehin kaum aus.

Es gibt Auffangstationen für Wildvögel. Diese haben auch einen 24-Stunden-Notdienst. Wenn nicht sowieso auf der Homepage, dann wird spätestens auf dem Anrufbeantworter eine Nummer mitgeteilt, unter der man immer jemanden erreicht. Diese Auffangstation hätte Dir konkrete erste Tipps geben können. Du kannst einfach mal nach Wildvogelhilfe o. Ä. googeln:

http://www.vogelundnatur.de/vogel-auffangstation/

http://wildvogelhilfe.org/altvoegel/altvoegel.html

http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/01946.html

Unter dem zweiten Link findest Du auch eine Liste nach PLZ sortiert.

Jungvögel bitte nur mitnehmen, wenn sie offensichtlich verletzt sind! Ansonsten in unmittelbarer Nähe des Fundortes an einen geschützten Platz (Dickicht, Gebüsch) setzen. Die Eltern werden sich darum kümmern.

LG Goldsuppenhuhn.

Kommentar von annablanka ,

Danke für deine Antwort und die Links.
Habe heute schon versucht bei einer Station anzurufen, aber da geht nur eine spanische Mailbox dran 😳
Hast du eine Idee woran er gestorben sein könnte?

Kommentar von annablanka ,

Oje wie traurig 😞
Das mit den Menschen drumherum ist immer so eine Sache. Manchmal ist es so, dass wenn der einer kommt und Dir hilft, dann kommen mehrere dazu. Wenn der erste aber abwinkt und sagt "ach, die Katz erledigt das" dann kommt meistens auch kein anderer mehr. Kann man zwar nicht pauschalisieren, aber ist so mein Gefühl manchmal.
Aber so einen Notfall-Nummern-Zettel mache ich mir auch 👍 gute Idee

Kommentar von Goldsuppenhuhn ,

@annablanka: Danke für das Sternchen. Ich hatte hier doch noch einen längeren Kommentar gepostet, dieser wurde gelöscht (natürlich nicht durch Dich). Das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, ich werde mal nachfragen :(

Antwort
von wvmko, 31

Bei Wildtieren gilt eigentlich erst einmal beobachten: Wird der Vogel noch von anderen besucht, so sollte man dran wegbleiben. Gibt es nun akute Gefahr durch Katze, Hund oder Autos kann man den Vogel an einen sicheren Ort in der Nähe des Fundortes setzen (Astgabel eines Baumes, etc.; es empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen, da menschliche Bakterien dem Tier schaden können). Fraglich ist, ob er überhaupt noch eine Überlebenschance hatte.Auf alle Fälle hat er in dem Fall in der Hand des Menschen eine geringere Chance.
Mach dir aber keine Vorwürfe, so ein regungsloser Vogel am Boden sieht halt sehr traurig und hilfesuchend aus.

Kommentar von annablanka ,

Ich habe ihn nicht mit den Händen angefasst, sondern mit einem frischen Handtuch aufgehoben.
Es war auch ein anderer Vogel dabei, der sehr besorgt war. Das hat ewig gedauert bis ich den Vogel überhaupt mitgenommen habe- bestimmt 45 Minuten- in der Zeit wollte ich ihm Wasser geben, habe am Boden gekratzt etc. aber er saß nur da und hat sich nicht bewegt- auf einer Baumwurzel. Er sah aber nicht jung aus, sondern war schon groß

Kommentar von wvmko ,

Ich denke, dass es dann mit dem Vogel schon weitesgehend vorbei, ihm also nicht mehr zu helfen war, geschweige denn das es vorher ging.

Kommentar von annablanka ,

Sehr traurig 😔
Aber so ist der Lauf der Dinge leider.
Danke für deine Antwort.

Kommentar von annablanka ,

Tut mir jetzt sehr leid für seinen Partner der gestern so besorgt aufgepasst hat 😢😕

Kommentar von wvmko ,

Es ist zwar traurig aber auch schön zu sehen, dass sie sich umeinander kümmern.

Antwort
von Kuestenflieger, 29

                            kleintiere nicht anfassen !

Entweder die sind aussortiert von den Eltern , oder nur im Moment schwach und verschwinden von allein .

Kommentar von annablanka ,

Das war kein Kleintier. Er war schon recht ausgewachsen. Habe ihn mit einem Handtuch aufgesammelt

Kommentar von Kuestenflieger ,

die wachsen schnell !

da du nur vom vogel schreibst und nicht selbstverständlich den namen nennst , kannst das auch noch nicht differenzieren .  also in ruhe lassen - natur hilft sich selbst besser .

Kommentar von annablanka ,

Oh nein, ich glaube du hast recht...glaube es war ein größeres Amselküken 🙊 hab gerade gegoogelt. Da sind die Schnäbel noch grau/braun.
Wie hätte ich mich in dem Fall richtig verhalten sollen? Ich habe 2 Katzen die gerade draußen rumgerannt sind. Wollte nicht dass sie ihn erwischen.
Und warum ist er so schnell gestorben?

Kommentar von Abaton111 ,

Wenn in Fundnähe ein Fenster war, kann man davon ausgehen, dass er dagegen geflogen ist. Gerade bei Jungvögel passiert das oft, weil sie das noch nicht kennen. Bei den Älteren geschieht es wenn sie in Panik geraten und ganz schnell aus dem Gefahrenbereich kommen wollen. Ganz tückisch ist es, wenn sich Bäume in der Glasscheibe spiegeln.

In der Regel sind sie eine Zeit lang benommen und erholen sich dann aber wieder. Es kann nur ein paar Minuten dauern, oder ein, bis zwei Stunden. Versterben sie aber in den nächsten Stunden, dann war der Aufprall schon so schlimm, dass sie sich innere Verletzungen zugezogen haben. Manche sind auch auf der Stelle tot.

Wenn ich so einen Vogel fand, wo ganz klar feststand, dass er gegen eine Scheibe geflogen war, dann nahm ich ihn immer erst mal mit in die Wohnung und setzte ihn in einen leeren Vogelkäfig.

So konnte er sich erst mal in Ruhe erholen. So bald es ihm besser ging, wurde er munter und wollte aus dem Käfig heraus. Kaum draußen auf den Rasen gesetzt, da flog er auch schon davon.

Obwohl es im nachhinein gesehen ja eh nichts genutzt hätte, würde ich das nächste Mal das Tier auch mit in die Wohnung nehmen. Denn so ein Schuhkarton ist kein Hindernis für Igel, Katz und Marder. Drinnen kann man ihn beobachten und selbst auch nachts wieder frei lassen, oder notfalls mit ihm am nächsten Tag zum Tierarzt, wenn möglich einen Vogel kundigen.

Wenn kein Fenster an seinem Zustand Schuld war, hatte er vielleicht Gift aufgenommen. Gerade Amseln die ihre Nahrung am Boden suchen, nehmen ahnungslos Schneckenkorn, oder Rattengift auf, dass es auch in Form von roten Kügelchen gibt.

Aber auch andere Gifte kommen immer mehr zum Einsatz, wie z. B. gegen Unkraut, oder um Moos zu entfernen. Wenn es dann regnet, sammelt sich dieses Gift in den Wasserpfützen, wo von die Tiere trinken. Ohne nach zu denken, wird dieser Mist aus Bequemlichkeit eingesetzt.

Im seltensten Fall, war das Tier einfach nur krank.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community