Frage von Lizzy3382, 118

Völlig überfordert mit meiner ganzen Situation und Ehe, wie schaff ich das alles?

Ich bin zufällig auf dieses Forum gestoßen auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen und Menschen die mich nicht verurteilen. Zu meiner Situation: Ich bin 33, bin seit 11 Jahren verheiratet und mein Mann und ich haben vier kleine Kinder (unter 10 ) und haben miteinander einen Familienbetrieb. Mein Leben kann man eigentlich kurz zusammenfassen: Arbeiten, schlafen, arbeiten, schlafen. Ich habe keine Zeit für meine Kinder, nicht für mich, habe mittlerweile keine Freunde mehr, bin immer gestresst, dauermüde, überlastet, besorgt. … … Mein Mann hatte noch nie Zeit für mich und hat sich die letzten Jahre auch nicht darum gekümmert, dass wir ein Paar bleiben. Immer wenn ich Wünsche geäußert habe nach mehr Zeit miteinander, nach gemeinsamen Unternehmungen oder auch mit den Kindern, hat er immer abgeblockt. Keine Zeit, keine Zeit! Auch wenn ich mir ein Herz gefasst habe und ihm gestanden habe, dass mir alles zuviel wird, dass mich die Verantwortung für den Betrieb, die Mitarbeiter, die Kinder, den Erfolg vollkommen überlastet, wurde ich immer abgefertigt-es liege alles an meiner Einstellung, ich solle mich nicht so stressen, den Kindern fehle nichts usw. Nun kam es irgendwie zustande, dass ich mich in einen Mitarbeiter verliebt habe. Zuerst dachte ich es wäre nur Schwärmerei von seiner Seite (er ist 9 Jahre jünger als ich) aber über einige Jahre hinweg haben wir uns wirklich völlig ineinander verliebt. Er war einfach immer für mich da und einfach glücklich wenn er nur mit mir zusammen sein konnte. Mit ihm kann ich so sein wie ich bin. Mittlerweile mussten wir diese " Beziehung" aufgeben, nicht nur weil die Heimlichkeiten teilweise aufgeflogen sind ( was meiner Ehe natürlich einen Riesenschubs Richtung Katastrophe gegeben hat) sondern auch weil keiner von uns mehr so weiter machen konnte. Er fehlt mir entsetzlich und meine Situation ist für mich nahezu unerträglich geworden. Mein Mann bemüht sich nach einem schrecklichen zornigen Jahr für seine Begriffe um mich, aber ich musste mir eingestehen, dass ich ihn einfach nicht mehr liebe. Dabei hatte ich ihn so gerne- aber er hat mir immer wieder so wehgetan, mich enttäuscht, mich im Stich gelassen, mir alles aufgehalst und mich schuften lassen- ich kann nicht mehr. Nun stehe ich da und weiß zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt nicht mehr weiter. Alles in mir drängt mich fort von meinem Mann und aus diesem Leben. Wenn ich mir vorstelle, ich soll die nächsten 30 Jahre so weitermachen, bekomme ich Panik. Es geht hier auch gar nicht um den jungen Mann, den ich liebe, sondern tatsächlich um mich und mein Leben. Ich sehne mich so sehr nach mehr " normalem" Leben, ein Leben, in dem ich auch mal irgendwas unternehmen kann, in dem ich meine Kinder selbst zum Turnen fahren kann, ihre Geburtstag feiern, Zeit mit ihnen verbringen. Oder mit einer Freundin irgendwo hin fahren oder einfach mal Feierabend haben. Ich bin völlig ratlos, ohne mich läuft hier nämlich tatsächlich gar nichts. was kann ich nur tun?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Lizzy3382,

Schau mal bitte hier:
Trennung Ehe

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DanBam, 45

Hi, das ist eine schlimme Situation. Vorweg, das was Du schreibst ist nachvollziehbar, klingt wohlüberlegt, aber ist in Teilen emotionsgeladen.

Meine erste und wichtigste Frage wäre: Du schreibst etwas vom "normalen" Leben, aber was macht Dein Mann, damit es nicht "normal" ist? Dies ist leider eine katastrophale Aussage, denn wenn dies was er tut so grausam ist, dann würde ich Dir zur sofortigen Trennung anraten.

Im anderen Fall, selbst wenn die negativen Emotionen überwiegen, dann rate ich Dir, die Freiheit auf eine Auszeit zu nehmen. Park' mal die Kinder bei den Eltern u. versuche etwas Ruhe und Abstand bei einer schönen Reise oder Besuch allein oder mit einer Deiner besten Freundinnen zu finden. Mindestens 2 Wochen, besser sind 3 Wochen. Du musst wirklich zuerst zur Ruhe kommen, nochmal etwas Abstand gewinnen, über die Beziehung/Ehe zu Deinem Mann nachdenken, möglicherweise sogar mit Deinen Freunden darüber reden.

Aus Erfahrung weiß ich, dass es beiden Partner sehr hilft von Stuhl und Bett getrennt zu sein. Diesen Ratschlag gebe ich Dir mit, weil es 4 Kids gibt und Du weder die Beziehung zum jüngeren Mann, noch die Beziehung zu Deinem Ehemann in Deiner offensichtlich bestehenden emotionalen Verwirrung gelassen einstufen kannst.

Die Hormone der Liebe und Verletzungen des Ehemanns sind so krasse Gegensätze, dass Du wirklich sehr aufpassen musst, nicht vollends durchzudrehen. Wenn es wirklich zuviel wird, dann empfehle ich Dir sogar den Besuch bei einem Psychologen oder Arzt.

In allen Lagen wünsche Dir ganz viel Kraft und innere Stärke, Du wirst es brauchen können.

Kommentar von Lizzy3382 ,

Meine erste und wichtigste Frage wäre: Du schreibst etwas vom "normalen" Leben, aber was macht Dein Mann, damit es nicht "normal" ist? Dies ist leider eine katastrophale Aussage, denn wenn dies was er tut so grausam ist, dann würde ich Dir zur sofortigen Trennung anraten.

Mein Mann ist nicht grausam, er weiß es einfach nicht besser und hat nie ein Familienleben kennengelernt. In diesem Haus zählt nur Arbeitsleistung, fleißig sein, was schaffen. Zur Info , wir führen eine Gastronomie und ein Geschäft zusammen, es ist immer zuviel zu tun. Wenn dann tatsächlich mal Ruhe ist, vielleicht einmal in 2 Wochen, bin ich derartig erschöpft, dass ich mich am liebsten in Luft auflösen würde. Wir haben Hilfe mit den Kindern, aber die benötige ich schon für die vielen Anlässe, zu denen ich arbeitsmäßig keine Zeit habe und alleine irgendwo hin fahren darf ich ohnehin nicht. Soviel zu deinem guten Rat, mir eine Auszeit zu nehmen- unmöglich . Und ein normales Leben, darunter verstehe ich gemeinsame Mahlzeiten ohne Hektik und Unterbrechungen, nicht immer übermüdet sein, abends fernsehen oder miteinander spielen, am Wochenende beim Fussball zugucken oder die Kinder ins Schwimmtraining fahren. Mein Mann hält z. B. Sport für reine Zeitverschwendung und würde nie auf die  Idee kommen, mit den Kindern sowas zu unternehmen.

Kommentar von DanBam ,

Du hast komplett Deine Bedürfnisse und Deine Persönlichkeit in den Dienst der Ehe und Firma gestellt.  

Du schreibst, wie sehr Du verletzt wurdest, wie sehr Du Dich in einer neuen Beziehung wohlgefühlt hast. Mit den Sätzen bekräftigst Du klarer, wie sehr Du das Leben in Harmonie und Ruhe vermisst.

Alles läuft schlussendlich auf zwei Fragen hinaus, die nur Du aber erst mit dem nötigen Abstand zu allem beantworten solltest:

Bin ich stark und bereit genug, meine altbekannte Ehe für eine unbekannte Zukunft aufzugeben?

oder

Kann ich in den nächsten Jahren damit rechnen, dass ich in meiner Ehe doch noch glücklich werde?

Das sind Gewissensentscheidungen die man in Ruhe trifft, darum habe ich von Abstand und Ruhe gesprochen.

Ich habe in meinem Bekanntenkreis mehrere solche Ehekrisen oder auch Scheidungen erlebt. Ich kann nur sagen, bei mir bekommt keine Seite Recht, weil beide meistens ordentlich Dreck am Stecken haben :-).

Nimm Dir also die Zeit und Ruhe. Ich kenne Dich nicht, aber es hilft ungemein, wenn Deine engsten Freunde oder Verwandte Dich auf dem Weg begleiten - das gilt übrigens auch für den Ehemann.

Kommentar von Lizzy3382 ,

Danke für deine Antwort. Du hast meine Lage richtig erfasst und auch zusammengefasst. Und Recht kriegen muss ich nicht- es gehören immer zwei dazu :)

Antwort
von 2012infrage, 35

Ich verurteile Dich nicht, man rutscht so in das Leben rein und das tut man größtenteils unbewusst. Das ist das Dilemma. Und dann muss man die Suppe auslöffeln.

Doch ist es so: Ein Familienbetrieb UND 4 Kinder, das ist Stress! Du hast zu allem einmal JA gesagt und das ist die Konsequenz. Ich gehe mal davon aus, dass Dein Mann genauso hart arbeitet, um die Familie zu versorgen. Ganz abgesehen davon, dass es ein "normales" Leben mit 4 Kindern auch so nicht gibt.  Da hat man niemals Feierabend. Daran ist auch Dein Mann nicht Schuld. 4 Kinder waren auch Deine Entscheidung. Wenn Du Dich scheiden lässt und allein bist mit 4 Kindern, dann kommen andere Probleme. 

Natürlich hast Du Bedürfnisse, auch Dein Mann hat Bedürfnisse, jeder hat Bedürfnisse. Und sie stehen hintenan, solange man Kinder hat, die alle noch klein sind. Und kommt noch die Verantwortung für ein Betrieb hinzu, stehen die Bedürfnisse noch weiter hinten in der Schlange.

Grundsätzlich verstehe ich Dein Problem schon. Doch glaube ich eben auch nicht, dass nur Dein Mann allein an Deiner Situation Schuld ist. Du läßt an ihm kein gutes Haar, doch hast Du ihn gewählt. Da musst Du Dich fragen, was wolltest Du von ihm, dass Du so oft Ja gesagt hast? Wir wollen immer etwas. 

Fatal ist natürlich, dass Du Dich auf eine Beziehung mit einem Kollegen eingelassen hast. Du wolltest da wohl etwas zurückholen, was es nicht mehr gibt. Auch das war Deine Entscheidung, obwohl Du indirekt auch dafür Deinem Mann die Schuld gibst. Das macht das Auskommen mit Deinem Mann nicht einfacher. Würde es umgedreht auch nicht, oder? 

Du willst nicht mehr mit so viel Stress leben, das kann ich verstehen. Grundsätzlich habt Ihr ein Beziehungsproblem und das wirkt sich irgendwann auch auf die Arbeit aus. Und wenn Ihr es nicht schafft, an Eurer Beziehung zu arbeiten, dann geht diese den Bach runter. Irgendwann habt Ihr Euch einmal getroffen und verliebt. Dann geht die Verliebtheit und die Arbeit an der Liebe beginnt. 

Ihr müsst Euch zusammen setzen und darüber reden, was für Euch wichtiger ist: die Beziehung oder der Betrieb. Oder wie beides unter ein Dach zu quetschen ist, ohne dass einer daran Schaden nimmt. Und das unter der Prämisse, dass diese Ehe auf dem Spiel steht. Ihr müsst wieder gemeinsam an einem Strang ziehen. Wann habt Ihr Euch voneinander entfernt?

Du sagst, dass alles in Dir von diesem Mann und diesem Leben fortdrängt. Das wird nicht gehen, Selbst wenn Du Dich scheiden lässt, bleiben 4 Kinder und noch viele Jahre Verantwortung für sie bei Dir und auch ihren Vater kannst du nicht wegzaubern. Du hast Dich für diese Art zu leben entschieden, man kann nicht wegrennen. Das eine wie das andere hat Konsequenzen. 

Aber Du solltest Dir konsequent eine Auszeit nehmen. Habt Ihr keine Verwandten für die Kinder in dieser Zeit? Oder eine Mutter-Kind-Kur? Da solltest Du Dich vielleicht einmal beraten lassen. Es geht auch ohne Dich im Betrieb, das muss es ja, denn was, wenn Du wirklich krank wirst?

Ich kann jetzt nur so allgemein schreiben, ich kenne Euch ja nicht wirklich. Es ist auch so, dass, wenn sich einmal solche Gedanken festgesetzt haben, nämlich dass Du ein Opfer bist, man da immer tiefer reinrutscht. Der "Täter" steht fest  und wird immer unerträglicher. Das ist eine Geschichte, die Dir das Leben vergiftet. Und das wird immer schlimmer. 

Du kannst Deine Gedanken nur mit Deinem Mann teilen, vollkommen ehrlich und offen, und dann musst Du ihm klarmachen, was auf dem Spiel steht. Erinnert Euch daran, wer Ihr wart, Ihr müsst einen gemeinsamen Punkt finden, an dem Ihr anknüpfen könnt, um wieder miteinander ins GEspräch zu kommen. 

Vielleicht schaust Du auch mal unter Byron Katie und "The Work" in die Rezensionen bei Amazon. Das ist eine Methode, wie man seine Gedanken überprüfen kann, denn abstellen oder kontrollieren kann man sie eben nicht 

Ich wünsche Dir alles Liebe. 

Herzliche Grüße

Kommentar von Lizzy3382 ,

Danke für deine Gedanken. Ich sehe das meiste genauso wie du, auch diese " Täter-Opfer"-Theorie ist sehr nahe liegend. Ich bin nur momentan so erschöpft, dass ich keinen konstruktiven Gedanken fassen kann und allein der Gedanke an eine offene Aussprache verursacht mir Panik.Ich weiß es ist unvermeidlich. Ich weiß gar nicht wie ich darauf zu sprechen kommen soll und ich fürchte seine Reaktion. Er hat sich so verändert in den letzten Jahren, ist so hart und verbittert geworden (soviel zu deiner Frage, warum ich so oft JA gesagt habe-weil er anders war). Dass ich mich auf einen anderen Mann eingelassen habe ist nun natürlich sein stetes Argument- warum es bei uns nicht so läuft wie es soll. Dabei wäre es nie so weit gekommen, wenn wir glücklicher zusammen sein könnten und wenn er nur ein kleines bißchen auf mich eingegangen wäre.

Kommentar von rluechin ,

Es ist schon wichtig, dass ihr beide euch eingesteht, dass das nicht die Schuld von einem ist. Die Aussage: Er hat mich halt so vernachlässigt, dass ich fast nicht anders konnte - gepaart mit der Annahme, man verliebt sich halt, da kann man dann nicht viel dafür (was auf seiner Seite natürlich als Vorwurf rüberkommt, dass er höchst selber schuld dafür ist), greift auch zu kurz.

Ich denke, schlussendlich bringt es euch beiden nichts, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen über Dinge die in der Vergangenheit schief gelaufen sind. Genau wie du entscheiden musst, ob du eine Zukunft siehst, nach allem was schon vorgefallen ist - ob ihr euch zusammen wieder aus diesem "Loch" rausmanövrieren könnt, muss er selber wissen, ob er darüber weg sehen kann, dass du dich in einen anderen verknallt hast. Wenn ihr darüber redet, dann eher in Formen von, was hat dazu geführt, was können wir machen, dass wir - sollte eine solche Negativspirale wieder kommen, anders handeln können. Und ihr müsst wissen ob ihr das überhaupt noch wollt - ob ihr Vertrauen und Respekt füreinander empfindet.

Als Denkanstoss an ihn und auch dich. Wenn ihr Dauerstress habt und du ihm Vorwürfe machst, dass du das nicht mehr kannst/willst, wird er eure Beziehung nicht besser machen, wenn er dir dann diese eine Arbeit abnimmt. Die nächste steht ja schon bereit. Wenn ihr dann nur über diese Dinge redet, dann streitet ihr ja nur. Was du möchtest und was ihr beide wohl auch brauchen könnt ist eine kurze Auszeit, und wenn die nur 10 Minuten ist. In der ihr einander zuhört, lacht, Spass habt, ein Paar seid. Bloss weil er dir kurz vor dem Zusammenbruch eine kleine Arbeit abnimmt, wird eure Beziehung zueinander nicht besser. 

Für dich - wenn du ihm den definierenden Part übergibst, dann definiert er. So wie er es für richtig hält. Wenn du das nicht willst, dann musst du handeln und entscheiden. Und wenn du Romantik und Spass vermisst - dann solltest du das anreissen. Bei ihm den Ballast abladen und Romantik und Spass bei einem anderen suchen, ist die einfache Lösung, die aber nicht nachhaltig ist und auch langfristig nix bringt. Wenn du das ganze Leben auf den andern oder irgendeinen andern ausrichtest, ist der vielleicht auch nicht besser darin als dein aktueller Mann. Weil du dann den gemeinsamen Haushalt und die gemeinsame finanzielle verantwortung und alles mit dem auch organisieren musst und unter Umständen wieder an die selbe Stelle kommst, wenn du deine Seite nicht änderst. Problematisch ist, dass es schwer ist, wenns mal so grob verfahren ist, wieder raus zu kommen.

Kommentar von 2012infrage ,

rluichin, da gibt es nichts hinzufügen. 

Nur noch soviel Lizzy3382: Mit dem Ja-Sagen meinte ich, Ja zu einem Familienbetrieb und Ja zu jedem einzelnen Kind. Der Stress ist vorhersehbar gewesen, wenn man nichts davon auf die leichte Schulter nimmt. Und klar, wir verändern uns mit dem Lauf der Verantwortung, mit den Jahren, mit den Problemen, mit dem Stress, nicht nur er, sondern auch Du hast Dich ganz sicher verändert. 

Alles Liebe für Euch!

Kommentar von rluechin ,

Doppelpost

Kommentar von Lizzy3382 ,

Hallo zusammen! Das ist alles schon eine Weile her...es gäbe viel zu erzählen. Zusammenfassend kann ich berichten, dass ich mich entschlossen habe, mich zu trennen. Da mein Mann sich mit der Zeit immer mehr seinem Zorn und auch dem Alkohol hingegeben hat und die Situation irgendwann eskaliert ist, hat er mich körperlich angegriffen (vom psychischen nicht zu sprechen) . Jetzt versteht er die Welt nicht mehr und sieht nicht ein, warum ich keine Eheberatung mehr will. Weil es hat doch immer alles gepasst ... Soviel zum Thema, ich habe mich lange genug mit der Entscheidung abgequält. Jetzt ist Schluss und ich werde in zwei Wochen ausziehen

Antwort
von rluechin, 34

Was genau ist, ist so von aussen und mit einer Sichtweise sehr schwer zu sagen. Ich will jetzt nicht was von Burnout faseln, aber du scheinst tatsächlich gefangen zu sein in einem Strudel von negativen Gefühlen, Überlastung und keinem Spass an irgendeinem Aspekt deines Lebens.

Du hast dir ein Ventil gesucht und gefunden. Allerdings müsstest du dann auch vollkommen ehrlich sein und - sofern du eine Entscheidung fällst - dieses auch voll durchziehen. Denn wirklich "fair" ist das gegenüber deinem Ehemann auch nicht. Er ist sicher auch nicht in einer optimalen Phase, was er dir dann zu spüren gibt. Das ist nicht gut, aber zu Teilen nachvollziehbar - er sagt sich wohl, dass du nicht mehr Recht hast zu motzen, er ist ja in der "gleichen Situation".

Ich denke, dass du dir Hilfe suchen solltest. Eine Paar/Eheberatung und bestenfalls auch jemanden nur für dich. Du musst dir klarwerden, dass es so nicht weitergehen kann, da du daran kaputtgehst. Dein Mann muss sich bewusst werden, dass nur weil er eventuell besser psychisch mit etwas klarkommt, er das nicht automatisch von dir erwarten darf.

Überleg dir, was positives für ein weiteres Zusammensein spricht und ob es sich lohnt dafür zu kämpfen, unter der Annahme, dass - wenn du offen bist und ihr zusammenarbeitet - eventuell auch gewisse Dinge ändern können. Falls dir dann nix einfällt, hast du deine Entscheidung schon und haderst nur noch mit den Konsequenzen, die du dann halt auch tragen musst (Familie, Freunde, Geschäft). Falls es genug positives gibt, dann habt ihr viel Arbeit vor euch und du darfst dich nur mit einem nicht abfinden - Stillstand und Status Quo.

Viel Glück dir.

Antwort
von Alsterstern, 34

Es ist schwer hier etwas zu raten. Mit 33 Jahren 4 Kinder zu haben ist sicher nicht einfach. Wenn man dazu keine Unterstützung vom Mann hat, kann man schon mal die Fassung verlieren. Was als erstes gar nicht geht, ist eine Beziehung mit dem jüngeren Mann. Da hat also wirklich der Verstand bei Dir ausgesetzt. Lasse Dich mal beraten. Es gibt so Familienberatungen, auch von kirchlichen Einrichtungen. Mach Dich mal schlau, was da für Dich möglich ist. Da ist sicher fachkundliche Hilfe gefragt.

Kommentar von Lizzy3382 ,

Was als erstes gar nicht geht, ist eine Beziehung mit dem jüngeren Mann. Da hat also wirklich der Verstand bei Dir ausgesetzt.



Vielen Dank, aber ich brauche niemanden, der mir sowas sagt und mich aburteilt. Ich sagte bereits, diese Entscheidung würde ich nicht von dieser Liebe abhängig machen. Überdies war das keine spontane Entscheidung oder ein simples Bettgehüpfe, sondern ist über Jahre gewachsen und ich konnte irgendwann nicht mehr leugnen, mich verliebt zu haben.
Kommentar von Alsterstern ,

Verlieben 'kann' man sich, aber alles weitere sollte dann keine Priorität haben. Ein jetzt 24 jähriger kann sicher nicht die Situation einer verheirateten Frau mit 4 Kindern einschätzen. Außerdem hast Du hier eine Frage gestellt, und ich habe nur geantwortet. Sicher will man dann die Wahrheit nicht hören. Aber wenn man verheiratet ist und 4 Kinder hat, hat man auch eine Verantwortung und kann sich nicht so benehmen, als wäre man Single-Frau.  

Antwort
von atzef, 31

Woher sollen wir das wissen?

Dein Leben, deine Entscheidungen.

Möglicherweise könnte dir helfen, dich von dem Anspruch final zu verabschieden, everybodies darling sein zu wollen. Entscheidungen produzieren auch immer unliebsame Konsequenzen für andere Menschen (z.B. deinen Ehemann).

Das sollte einen aber nicht davon abhalten, welche zu treffen, die guten Gewissens für einen selber notwendig sind.


Antwort
von LuckyStreik, 38

Ihr beide (Du und Dein Mann) bräuchtet mehr Zeit miteinander und auch mehr Leben mit Euren Kindern. Ihr scheint alle auf der Strecke geblieben zu sein.
Wie wollt ihr (Du, Dein Mann, Deine Kinder) wieder zusammenfinden, wenn ihr Euch keine Zeit dafür nehmt?

Und wofür? Für einen Betrieb, für eine Sache, die einerseits Euer wirtschaftlicher Lebensunterhalt ist, aber (so sehe ich das) ein großer Teil des Problems ist.

Es fragt sich nur, ob Dein Mann das auch so sieht, und ob er bereit ist mitzuziehen. Wenn nicht, dann könntest Du nur selbst die Reißleine ziehen, mit vielen Konsequenzen für den gemeinsamen Betrieb, Euren gemeinsamen Kindern.

Wenn Du nichts tust geht es so weiter wie bisher, und Du wirst/bist dabei unglücklich. Wenn ihr zusammen etwas dagegen unternehmt findet ihr vielleicht einen Ausweg zusammen. Wenn es nicht zusammen mit Deinem Mann geht, wirst Du es nur selbst für Dich regeln können. Anderenfalls bleibst Du unglücklich!

Frage Dich auch, ob Du mit Deinem Mann überhaupt einen Ausweg zusammen mit ihm suchen möchtest, oder ob Du überhaupt noch glücklich mit ihm werden möchtest. Vielleicht spielt das für Dich ja auch schon keine Rolle mehr. Wie stehtst Du also noch zu ihm?

Viel Glück bei Deiner Entscheidung, wie immer sie ausfallen möge.

Antwort
von Mignon2, 32

In der Tat bist du in einer schwierigen Situation. Du darfst aber nicht vergessen, dass du dich selbst in diese Situation hineingebracht hast. Du hast dir die viele Arbeit von deinem Mann aufbürden lassen, hast dich nicht rechtzeitig gewehrt. Außerdem profitierst du auch davon, was ihr beide gemeinsam finanziell erreicht habt. Eigentlich jammerst du auf ziemlich hohem Niveau.

Jetzt stellst du fest, dass du irgendwie auf der Strecke geblieben bist. Ich glaube, dein Ehemann ist es ebenfalls, denn ich vermute, dass er auch völlig überarbeitet ist. Am meisten sind wohl eure Kinder auf der Strecke geblieben.

Versuche zunächst einmal über einen Arzt, eine Kur für dich alleine (also ohne Kinder) zu beantragen, damit du andere Tapeten siehst. Während dieser Zeit kannst du dir ganz in Ruhe und entspannt überlegen, ob du deinen Mann verlassen willst und ob du die Kinder mitnehmen willst oder nicht. Wichtig ist sicherlich auch, wie eine Trennung finanziell aussehen würde. Wem gehört euer Betrieb usw. ?

Alternativ könntet ihr vielleicht noch eine Paartherapie machen.

Alles Gute!

Antwort
von GerdHalle, 41

Versuch einfach mehr Zeit mit deinen Kindern zu verbringen.

Antwort
von meini77, 37

wow, das hört sich wirklich nach einer stressig Zeit, stressigen Ehe und stressiger Arbeit an. Wenn man dann auch noch mit seinem Partner gemeinsam arbeitet, wird der Alltag schneller grau als bei jemandem, der abends nach Hause zum Partner kommt.

Eine Trennung ist andererseits natürlich auch ein großer Schritt, den man nicht unüberlegt gehen sollte und will.

Wie wär's wenn Du mit Deinem Mann mal sprichst, daß Du kürzer treten musst. Um was für Dich zu tun und um mehr für Deine Kinder da sein zu können.

Vielleicht könnt Ihr ja (vorübergehend oder dauerhaft) vereinbaren, daß Du 2 freie halbe Tage einplanen kannst. Die musst Du dann aber auch ernst nehmen.

Ein freie halber Tag für DICH (Kulturnachmittag, Sportverein o.Ä.) und einer halber für Eure Kinder (Unternehmungen, Basteln oder was auch immer).

Ich denke, es wäre wichtig, daß Du eben auch mal nach Dir schaust, statt immer nur die Arbeit um Dich herum zu haben.

Es scheint mir, daß Ihr die letzten Jahre kein wirkliches Familienleben hattet. Das ist aber genauso wichtig - wenn nicht wichtiger - wie den Betrieb am Laufen zu halten.

ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Entscheidungen!

Kommentar von Lizzy3382 ,

Ich habe in den letzten 10 Jahren immer wieder gesagt ich brauch mehr Zeit, mehr Zeit für die Kinder, weniger Stress. Aber es ist alles noch schlimmer geworden und ich habe keinerlei Verständnis geerntet. Außer: Stell dich nicht so an, hatte ich auch nie, geht halt nicht anders.....etc. bekam ich nie was zu hören. Es ist mir nicht mal möglich eine Stunde in der Woche zum Sport zu gehen, weil er es jedes zweite Mal so hingedreht, hat dass ich nicht  mehr weg konnte. Wenn ichs doch mal schaffe, zum walken zu gehen, krieg ich zu hören: Ja wie jetz??? Zum Walken hast auch Zeit, dann...

Kommentar von meini77 ,

auch als Selbständige hast Du ein Recht auf Freizeit.

Ich selbst habe auch einen stressigen Job mit teilweise 12 - 14 Stunden (als Angestellter!). Aber freie Zeit ist unbezahlbar.

Lizzy, bitte nimm's mir nicht übel, aber ich glaube, das Problem ist ein Anderes:

Du kannst Dich gegenüber Deinem Mann nicht durchsetzen und für Deine Bedürfnisse einstehen. Das macht es ihm leicht, Dich so zu behandeln (ich würde fast von "Unterdrücken") sprechen.

Wie leicht kommen Dir Sätze wie "wenn Du immer arbeiten musst, ich muss das noch lange nicht", "ich gehe jetzt shoppen, übernimm Du das mal" über die Lippen?

Vielleicht ist auch ein bißchen Dein Selbstbewusstsein das Problem?

Möchte Dich nicht kränken - aber schließlich bist Du die Mit-Inhaberin des Ladens und genau das macht einen guten Chef aus: delegieren und auch mal nicht da sein zu können.

Antwort
von uknownyeahh, 39

Ich würde mich, so hart es klingt, scheiden lassen. Sowas verdient niemand und du hast auch deine Bedürfnisse.

Antwort
von MancheAntwort, 26

es tut mir schrecklich leid für dich,

aber bei dir kommt nur eine Trennung in Frage....

Du musst zu dir selbst finden, Kraft tanken... ein soziales Umfeld aufbauen,

um wieder positiv zu denken ( und zu handeln )

Ich weiß, dass es schwierig sein wird, aber wenn du den Schritt nicht machst,

wirst du daran zu Grunde gehen....

Du bist 33.... und sollst dein Leben genießen.... ( und das deiner Kinder )

Ich wünsche dir viel Kraft und Glück !

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