Frage von hdsportsAT, 25

Vitamine und Nährstoffe in Obst und sonstigen Bodenprodukten?

Hallo liebe Ernährungsexperten,

häufig ließt man Studien das viele natürliche Produkte wie Obst, Gemüse oder Getreide deutlich weniger Nährstoffe oder Vitamine haben wie noch vor zig Jahren (bsp: science-at-home.de/referate/comments/Vitamine.php oder www.hdsports.at/themen/ernaehrung)

Allerdings habe ich noch keine wirklich zuverlässige Quelle gefunden die diese Sache neutral untersucht. Mich würde interessieren, ob Obst/Gemüse/Getreide, die auf natürliche Art und Weise (und nicht in Gewächshäusern oder ähnlichem Zeugs gezüchtet werden) tatsächlich deutlich weniger an Nährstoffen haben? Gibt es dazu irgendwelche zuverlässige, NEUTRALE Studien?

LG

Antwort
von Grobbeldopp, 6

Dieses Thema wurde untersucht und es ist wissenschaftlich gesehen klar wie es sich damit verhält:

- die Wildformen unserer Kulturpflanzen, falls sie noch existieren, enthalten oftmals mehr Mikronährstoffe als die Kulturformen, sehr frühe Kulturformen sind noch näher an der Wildform. Dafür sind sie aber auch oftmals ungenießbar oder fast ungenießbar und wegen des geringen Ertrages nicht sinnvoll anzubauen. Dass der Mensch jahrtausendelang Pflanzen in eine Richtung gezüchtet hat, die ihm gesundheitlich abträglich ist wäre sehr merkwürdig. Schon deshalb stellt der geringere Vitamingehalt wohl kein Problem dar.

- einen Rückgang des  Vitamingehaltes wegen angeblich ausgelaugter Böden oder neuester Züchtungen gibt es, seit man das testen kann, nicht. Siehe www.dge.de/presse/pm/gemuese-und-obst-sind-nicht-naehrstoffverarmt . Die DGE ist hierbei eine gute Quelle, weil sie eher in Richtung Alarmismus tendiert und ein Risiko selten übersieht.

Diese Idee von den wenigen Mikronährstoffen hat einen verschwörungstheorieähnlichen Charakter und ist z.B. im Umfeld der Bewerbung nutzloser Ernährungspräparate, überteurter alter Getreidesorten und der Propaganda gegen konventionelle Zucht und Landbau weiter ein Werkzeug um Leuten Angst zu machen und zum Kauf unsinniger Produkte zu drängen.

Überhaupt stellt der Mikronährstoffgehalt unseres Essens heutzutage in der westlichen Welt kein Problem dar, mit wenigen Ausnahmen. Der in deiner Quelle erwähnte Linus Pauling und die orthomolekulare Medizin sowie allgemein die Idee, ein mehr an Vitaminen würde gegenüber einer ausreichenden Versorgung was bringen sind komplett gescheitert. Der Kommentar auf science-at-home ist reine Verschwörungstheorie, unter aller Sau.

Eine einzelne Studie werde ich dir nicht nennen, denn die hilft dir nicht weiter und die kannst du auch selber finden. Eine zweite brauchbare Gesamtdarstellung oder wenigstens Metaanalyse finde ich auf die schnelle nicht.

Leider ist das Netz voll von der gegenteiligen Behauptung, vor allem im englischen Sprachraum.

Kommentar von Grobbeldopp ,

P.S. Sicher gibt es Unterschiede zwischen alten Sorten und Neuzüchtungen/Hybridsorten bei manchen Obst- und Gemüsesorten. Gewiss sind auch manche, potentiell gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe in alten Sorten mehr vorhanden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die kommerziell angebauten Sorten deshalb ungesund sind.

Kommerziell angebaute Apfelaorten z.B. sind in der Regel sehr süß und ballaststoffreich (Zellulose macht knackig), dafür weniger sauer und gerbstoffreich und auch weniger "apfelig" und weniger zum Kochen und Backen geeignet als alte Sorten. Frischer Apfelsaft aus Streuobstwiesen hat oft eine große Beimischung herber Apfelsorten und schmeckt mehr nach Apfel als manche Tafeläpfel, egal ob aus Bioanbau oder herkömmlichem Anbau.

Oder Erdbeeren: Ich habe hier eine relativ alte Erdbeersorte im Garten (vor 1940, keine Ahnung wie sie heißt oder ob es überhaupt einen Namen gibt) die ist extrem süß, aromatisch und weich. Wenn man die kommerziell anbauen wollte würde beim Verbraucher nur ein gärender Brei ankommen (auch aus Bioanbau), die Haltbarkeit ist extrem schlecht. Dafür ist sie lecker. Ist die nun wegen des höheren Zuckergehalts ungesünder als die handelsüblichen Erdbeeren und sollte man sie deshalb meiden?

Es ist alles nicht so einfach wie es die tendenziöse Berichterstattung haben will.

Antwort
von danielschnitzel, 10

Eine gute Quelle habe ich aktuell nicht, aber ich kann dir sagen, dass es so ist :D
Wäre ja auch doof, wenn ein paar Äpfel und gutes Sauerkraut und bisschen Ingwer die Erkältung schneller weg pusten als das Antibiotika 

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