Viele Busfahrer fahren einfach aus den Bushaltestellen ohne auf den Verkehr zu achten. Wer wäre schuld, wenn es dabei zu einem Unfall kommen würde?

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8 Antworten

Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse haben einen eigenen Paragraphen in der StVO. § 20 regelt sowohl das nur mit Schrittgeschwindigkeit an haltenden Bussen vorbei gefahren werden darf, als auch das ihnen beim Einfädeln Vorrang zu gewähren ist. Demnach kann man wohl kaum von Vollbremsung sprechen. So würde die Schuld zumindest anfangs bei dem PKW Führer gesucht werden.

https://dejure.org/gesetze/StVO/20.html

Zitat:
Omnibussen des Linienverkehrs und Schulbussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen. Wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten.



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Kommentar von claushilbig
18.09.2016, 01:25

"Schrittgeschwindigkeit" gilt nur, wenn der Bus die Warnblinkanlage an hat (§20(4)), ansonsten reicht "vorsichtiges Vorbeifahren" (§20(1)).

Ansonsten gebe ich Dir Recht ...

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Der Busfahrer hat Vorfahrt wenn er blinkt?

OK, ich habe meinen Führerschein schon lange, aber das höre ich jetzt zum ersten mal. (Wurde das irgendwann mal geändert?)

Der Busfahrer (und jeder andere) muss warten bis er sich gefahrlos einfädeln kann. (Also aus der Haltebuch raus kann.)

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Kommentar von Lupulus
16.09.2016, 17:32

https://dejure.org/gesetze/StVO/20.html

(5) Omnibussen des Linienverkehrs und Schulbussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen. Wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten.

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Du musst dich bremsbereit dem Bus nähern und die Geschwindigkeit anpassen.
D.h., du kannst dich keinesfalls mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit dem Bus nähern. Das wäre so, als ob du mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf eine vorfahrtsberechtigte Straße zufährst und dich dann wunderst, wenn plötzlich einer quer kommt.

Nur wenn du auf ungefährer gleicher Höhe  mit dem Bus bist, kann der Busfahrer nicht mehr erwarten, dass du noch abbremst. Spiegel- und Schulterblick gilt auch da für den Busfahrer.

Und natürlich darf der Busfahrer wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch die Vorfahrt nicht erzwingen. Wenn er mit Blick in den Spiegel erkennt, dass Rudi Rauschestart niemals rechtzeitig zum Stehen kommen wird, darf er nicht einfach rausziehen.

Zehn Meter... bin mir unsicher, ist grenzwertig. Da ist es selbst mit 20km/h schwierig, noch zum Stehen zu kommen.

Kurz: Wenn es knallt, haben beide Parteien Spaß dabei.

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Kommentar von claushilbig
18.09.2016, 01:32

Da ist es selbst mit 20km/h schwierig, noch zum Stehen zu kommen.

(20/10 * 3) + (20/10)² = 6 + 4 = 10 ... Das passt genau!

Ansonsten: volle Zustimmung!

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Laut § 20 Abs. 5 StVO muss der fließende Verkehr Linien- und Schulbussen das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen ermöglichen, wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten. Allerdings kann von hinten kommenden Autofahrern nicht erwartet werden, dass sie eine Notbremsung hinlegen. Der Busfahrer hat das Abfahren rechtzeitig anzuzeigen und darf seinen Vortritt nicht erzwingen.

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Kommentar von Mojoi
16.09.2016, 17:34

Noch besser.

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Da du an Bussen ja sowieso nur sehr sehr langsam vorbei fahren darfst, müsste das reichen zum bremsen. Na klar macht das kein Mensch, aber trotzdem. Denke er wäre im Recht.

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Nennen wir es mal "eingeschränkte Vorfahrt"

So genau kann man das aber nicht sagen. Es kommt zum Beispiel auch darauf an ob er mit Warnblinker an der Haltestelle stand.

Der Autofahrer hat dem blinkenden Bus(fahrer) zwar die Einfahrt zu ermöglichen. der aber muss natürlich troztdem auf den Nachfolgenden Verkehr achten.

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Kommt auf die Ermittlungen über Sichtverhältnisse und deine Geschwindigkeit an.
Du würdest auf jeden Fall eine Teilschuld erhalten, da du bei einem am Rand stehenden Fahrzeug zu besonderer Vorsicht verpflichtet bist, besonders bei einem Bus. Wenn also was passiert hast du offensichtlich nicht genug aufgepasst.

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Busfahrer müssen Zeitpläne einhalten und sind deshalb oft auch ziemlich Rücksichtslos. Grundsätzlich wäre ein Unfall bestimmt schwierig, weil man sich bei einem haltenden Bus,auf aussteigende Menschen einstellen muss, die die Straße überqueren wollen. Um diese zu schützen, darf man meines Wissens nach garnicht oder nur im Schritttempo an einem Bus vorbei fahren. Wenn ein Unfall passiert wird, genaugeklärt ob du dieser Pflicht nachgekommen bist. Es muss immer so gefahren werden, dass eine Bremsung noch möglich ist. Solltest du also in einen Bus fahren, würden sicherlich oben genannte Argumente für den Bus und dessen Fahrer sprechen.

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Kommentar von claushilbig
18.09.2016, 01:36

Um diese zu schützen, darf man meines Wissens nach garnicht oder nur im Schritttempo an einem Bus vorbei fahren.

StVO, §20:

"(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

...

(4) An Omnibussen des Linienverkehrs und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht eingeschaltet haben, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn. Die Fahrgäste dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten."

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