Frage von tim2000tim2000, 277

Verzweifelt, schwul, Gendefekt?

Hallo, ich (männlich, 16) weiß im Moment einfach nicht mehr wie es weitergehen soll: Ich habe eventuell einen Gendefekt, an dem der Sohn meiner Cousine dieses Jahr bereits im Alter von 6 Monaten gestorben ist. Ich muss noch mindestens zwei Monate warten, bis ich es weiß. Diese Ungewissheit zerfrisst mich innerlich immer mehr. Als wäre das nicht schon genug, habe ich aktuell auch noch Probleme mit meiner sexuellen Orientierung: Ich bin ziemlich sicher homo- oder bisexuell und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Auf der einen Seite habe ich ein Mädchen sehr gerne, aber auf der anderen Seite habe ich irgendwie auch Gefühle für einen guten Freund. Ich würde mich gerne einem Freund anvertrauen, da ich daran so langsam kaputt gehe, habe aber Angst davor. So, das war es aber noch nicht. Außerdem hat mein Vater eventuell sogar noch ein leichtes Alkoholproblem (er tut mir nichts und ist auch immer ok, aber trotzdem ist er abends schonmal betrunken). Wegen der gesamten Situation denke ich jetzt jeden Tag darüber nach, wie es weitergehen soll, ich habe sogar Suizidgedanken, auch wenn ich das nie übers Herz bringen würde. Ich habe wirklich tolle Freunde und eine tolle Familie, aber es ist so schwer, sich jemandem anzuvertrauen. Mein größtes Problem ist allerdings aktuell meine Sexualität, das zerfrisst mich.

Ich hoffe, ihr könnt mich verstehen und mir eventuell einen Rat geben. Liebe Grüße

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von conelke, 94

Es ist schwer zu sagen: Ruhe bewahren und abwarten bis das Ergebnis kommt, aber leider bleibt Dir nichts weiter übrig. Denke positiv Du bist 16 Jahre alt und es scheint doch, was das angeht alles im grünen Bereich zu sein. Oder nicht?

Was Deine sexuelle Ausrichtung angeht, kann ich schon irgendwie nachvollziehen, dass das nicht leicht ist. Obwohl die Akzeptanz heutzutage doch sehr viel größer ist, als noch vor ein paar Jahren, ist es wohl nach wie vor schwer sich zu outen. Ich kann auch verstehen, dass man das nicht für sich behalten will, sondern dass man das Bedürfnis hat darüber zu reden. Vielleicht begibst Du Dich erst einmal in ein Internet-Forum und sprichst mit Gleichgesinnten über ihre Erfahrungen und bekommst dadurch vielleicht auch ein bisschen Selbstbewusstsein. Vielleicht gibt es aber auch einen guten Freund in Deinem Kreise, von dem Du weißt, dass er zuhören kann und Verständnis aufbringt. Mit Deinen Eltern willst Du wahrscheinlich erst noch nicht darüber reden. Oder?

Du bist im Moment in einer schwierigen Situation, viele Dinge stürzen auf Dich ein. Da kann man schon mal resignieren, aber das ist noch längst kein Grund für Suizidgedanken. Alles wird sich irgendwie schon klären. Davon bin ich überzeugt.

Was Deinen Vater angeht. Mmmmh - hört sich nicht so gut an. Vielleicht suchst Du einfach mal ein Gespräch mit ihm, dann wenn er noch nichts getrunken hat und erzählst ihm von Deinen Beobachtungen, was ihn angeht und dass Du Dir große Sorgen um ihn machst. Ich kann nicht beurteilen, ob das schon in Richtung Alkoholismus geht, aber vielleicht kann man ihn ja mal anstoßen. Dir muss jedoch klar sein, dass viele Alkoholismus als solchen nicht erkennen oder erkennen wollen. Sie streiten es ab oder verharmlosen es. Beobachte es weiterhin und unterhalte Dich mal mit Deiner Mutter, wie sie dazu steht. Gibt es Probleme innerhalb Eurer Familie, die Deinen Vater zum trinken animieren?

Kommentar von tim2000tim2000 ,

Erstmal danke für deine Antwort.

Nun zu deinen Fragen:

1. Es gibt beim Gendefekt drei Möglichkeiten (1: Ich bin gesund ; 2: Ich bin nur Träger  (nicht krank, aber evtl an Nachkommen weitergeben) ; 3: Ich kriege die Krankheit noch und sitze mit Pech mit 30 im Rollstuhl 

2. Ich denke ich werde mich wohl dazu zwingen müssen, mit einem Freund zu reden, denn wie du sagtest, will ich meinen Eltern das noch nicht erzählen.

3. Nun ja, meine Großeltern hatten demletzt einen Autounfall (es kommt eben alles auf einmal) und es geht ihm deshalb nicht so gut. Meine Eltern sind aber bereits seit über 10 Jahren getrennt.

Kommentar von conelke ,

Gern geschehen...

Geh erst einmal davon aus, dass Du gesund bist. Sollte die Diagnose wider erwarten positiv ausfallen, wird man mit Sicherheit alles tun, was in der Macht der Ärzte steht. Die Medizin entwickelt sich ja auch stetig weiter.

Dass mit Deinen Großeltern tut mir aufrichtig leid. Das mag ein Grund sein, für den Alkoholkonsum Deines Vaters. Nichts desto trotz - rede mit ihm darüber und sag ihm, dass Du Dir Sorgen machst um ihn. Haltet zusammen und zeigt es Euch. Sich stark zu geben oder so zu tun, als wäre nichts passiert, bringt keinem etwas. Weint und trauert gemeinsam.

Kommentar von MuseMelpomene ,

Wenn es dir schwer fällt, mit einem Freund über deine sexuelle Orientierung zu sprechen, kannst du ja auch darüber nachdenken, eine andere Kommunikationsform zu wählen. Du könntest auch eine E-Mail schreiben oder einen Brief schreiben o.ä. Aber schreibe am besten irgendwie mit rein, dass du auch sehr gerne noch mal persönlich mit ihm darüber sprechen willst. Sonst kann es sein, dass du auf ne Antwort wartest und keine Reaktion mehr bekommst.

Ich habe selbst der ersten Person, der gegenüber ich mich geoutet hab (die neue Frau meines Vaters) einen Brief geschrieben. Ich war schon ein Stück weit erleichtert, als der Brief weg war. Aber irgendwie hab ich dann ewig auf ne Reaktion von ihr gewartet und sie paar Wochen später drauf angesprochen. Sie hat total gut reagiert und danach hab ich auch nie wieder irgendwelche andere Kommunikationsmittel gewählt als das persönliche Gespräch. Aber für das erste Gespräch viel mir das sehr viel leichter, dass sie es einfach alles schon in dem Brief gelesen hatte. Aber auch, meine ganzen Gedanken dazu selbst einmal aufzuschreiben, hat mir echt geholfen.

Ich hab den Brief auch kopiert, bevor ich ihn abgeschickt habe. Den habe ich aufgehoben und hab ihn heute immer noch. ;)

Antwort
von MuseMelpomene, 14

1.) Sprech mit diesem guten Freund! Oder schreib ihm einen Brief oder
ne E-Mail oder was auch immer! Aber mach es! Es fühlt sich sehr viel
besser und befreiter an, wenn man mal mit jemandem reden konnte - vor
allem, wenn man auch noch positive Reaktionen darauf bekommt.

2.) Vielleicht würde es dir auch helfen, mit anderen schwulen (und lesbischen) Jugendlichen zu sprechen bzw. Kontakt zu haben, Dinge gemeinsam zu unternehmen... Ich weiß nicht, wo du wohnst. Aber in quasi allen größeren Städten gibt es in inzwischen entsprechende Jugendgruppen! Geb einfach mal den Namen der Stadt und LGBT und Jugendgruppe oder schwul und Jugendgruppe ein! Ansonsten kannst du auch schreiben, in welcher Stadt oder Gegend du wohnst. Vielleicht finden wirhier ja was an Jugendgruppen, Jugendzentren oder Beratungsstellen für lgbt-Jugendliche.

3.) Das Jugendnetzwerk Lambda hat eine peer-to-peer-E-Mail-Beratung. Da kannst du eine Mail hinschreiben oder neuerdings auch chatten. Und dir antworten Jugendliche, die selbst schwul oder bi oder ähnliches sind (und die spezielle Fortbildungen machen um andere beraten zu können). https://www.comingout.de/

Vielleicht hilft das weiter!? Wenn du damit alleine nicht weiterkommst, bitte suche dir professionelle Hilfe! Tipps dazu wurden ja schon gegeben. Ansonsten kannst du auch gucken, ob es in deiner Nähe eine spezielle
Beratungsstelle von einem schwul-lesbischen Verein gibt. Wobei ich auch
bisher die Erfahrung gemacht hat, dass zum Thema sexuelle Orientierung
auch die Menschen in ProFamilia ziemlich fit sind und gut weiterhelfen
können. Die können dir z.B. - nebenbei erwähnt - meistens auch sagen,
was es für spezielle LGBT-Anlaufstellen, Jugendgruppen o.ä. in deiner
Nähe gibt!

4.) Auch da würde ich mich einfach anschließen. Sprich mit deinem Vater. Sag ihm, dass er dir super wichtig ist und du dir Sorgen machst. Sag ihm, dass dir die Situation auch sehr nahe geht und es dir super wichtig ist, dass er gut auf sich aufpasst und sich ggf. auch Hilfe sucht.

Viel Erfolg dabei und alles Gute für dich!

Antwort
von claubro, 96

Hey,

also irgendwann wirst du dich deinen Freunden und deiner Familie anvertrauen müssen, denn es wird dir vorher nicht besser gehen.

Wenn du aber noch zu große Angst hast und deine Gefühle nicht so richtig einschätzen kannst, dann geh doch zu einer Beratungsstelle. Es gibt genügend, die für Jugendliche da sind. Auch speziell für homo- und bisexuelle Jugendliche. Du musst da nicht allein durch. Da kann man dir helfen mit der Situation umzugehen. Du bist da sicher nicht der Erste, dem es so geht.

Da dort auch Therapeuten sind, können die dir auch mit den anderen Dingen sicher weiterhelfen.

Mittelfristig kannst du dir auch überlegen, ob du dir einen Therapeuten suchst, da ist nix schlimmes dabei. Aber erste Anlaufstelle sollte eine Jugendberatung sein.

Alles Gute

Antwort
von monrey, 112

Hallo :)

ganz wichtig ist lass dir zeit und hör in dich rein wenn du dir sicher bist das du Homosexuell, Bi oder Hetero bist dann red mit deinen Eltern darüber, das wird nicht einfach für dich sein aber rede zuerst mit ihnen vielleicht auch als erstes mit deiner Mutter vielleicht unterstützt sie dich ja dabei mehr über dich selbst zu erfahren, wegen der Krankheit mach dir nicht all zu große Sorgen das macht dich selbst nur noch mehr kaputt warte die Zeit ab bis alles raus kommt versuch mehr Positiv zu denken auch wenn das Schwer ist. Aber du schafst das bestimmt, nimm dir zeit für dich selbst vielleicht hilft dir Entspannungs Musik oder ein Hobby um dich auf andere Gedanken zu bringen.

ich wünsch dir alles Gute und ganz viel Glück :)

Antwort
von Wuestenamazone, 50

Du bist geschockt von dem Tod des Kindes. Daher siehst alles was auf dich zukommt und weißt nicht was tun. Du bist 16 da kann sich das noch ändern. Bleib bitte ruhig. Du mußt nicht schwul sein. Das zeigt sich wenn du das richtige Mädchen findest. Solltest du schwul sein rede mit deinen Eltern. Man kann einen Menschen nicht einfach umpoolen das wissen deine Eltern. Du bist und bleibst ihr Sohn

Antwort
von Madamun, 13

Auch wenn das abgedroschen klingen mag, aber aus eigener Erfahrung und aus Erfahrung vom anderen Ende der Leitung, versuch eine Telefonseelsorge, wie bsw. die Nummer gegen Kummer.

Du bist anonym und musst keine Angst haben das irgend etwas ausgeplaudert wird. Du kannst frei reden und bekommst einen guten Zuhörer, der vieleicht auch den ein oder anderen Tipp für dich hat. Aber du wirst zumindest erstmal etwas Ballast los :)

Reden ist allgemein immer eine gute Option, bsw. bei deinem Dad. Wenn es dich belastet, sprich ihn doch einfach mal an, frag ihn warum er das tut, was ihm das gibt, erzähl ihm wie du das empfindest.

Zu der Sexualität, ja und wenn schon. Du hast die Wahl, verpönt und "anders" ist alles relativ, du bist jung und hast Zeit heraus zu finden was dir gefällt. Es kann zwar immer schief gehen auf jemanden zu zu gehen, aber das ist auch unabhängig vom Geschlecht, steh einfach zu dir selbst und such dir deinen Weg ;)

Zu deiner Gesundheit, was soll ich sagen, ich wünsche dir alles gute. Nicht mehr nicht weniger, denn alles schlaue was ich dazu sage, wäre daher gesagt, denn ich stecke da nicht in deiner Haut und für mich wäre es leicht gesagt! Lass dich einfach nicht unterkriegen

Madamun

Antwort
von PostMeUser, 25

Hi tim,
es gibt hier schon viele Antworten auf deine Frage, die mich sehr berührt...

Ich möchte nur noch hinzufügen:

Habe Mut, gib nicht auf und bleibe zuversichtlich!!

Herzlichst
PMU

Antwort
von cocostoertchen, 45

Hallo:)

Zu deiner Sexualität...Steh zu dir. Lass dir Zeit, aber mache dir nicht zu viele Gedanken, letztendlich bist du wie du bist und niemand wird das ändern. Es ist genauso akzeptiert Homosexuell zu sein...Bloß wurde uns eingetrichtert, dass es mehr Aufmerksamkeit benötigt und nicht in die Norm passt. Das ist Schwachsinn...Ob du nun das weibliche Geschlecht oder das männliche Geschlecht anziehend findest, oder auch beides dann ist das so und dann ist das auch kein Grund sich Gedanken zu machen und sich kaputt zu denken. 

Es ist traurig genug das alle glauben das es ein "coming out" geben muss, denn es ist doch völlig egal. Warum braucht es eine bestimmte Aufmerksamkeit und warum muss man es überhaupt jemandem erklären? 

Ich weiß, es ist schwierig nachzuvollziehen für Menschen die nicht in deiner Haut stecken, aber alle anderen Meinungen wären komplett Sexistisch. Ich hoffe du packst das alles:) Aber bin mir ziemlich sicher!

Antwort
von DanBam, 51

Das was Du beschreibst, sind keine kleinen Wehwehchen die Dir jemand in ein paar Zeilen wegtrösten kann. Wenn Du Hilfe aus dieser Gesamtsituation suchst, dann begebe Dich bitte sofort und ohne viel Umwege zu einem Fachmann. 

Rufe unter der Rufnummer 116 117 / deutschlandweit - den psychiatrischer Notdienst an - sie werden Dir in Deiner nächsten Nähe jemanden finden, der Dir in einem Gespräch viele dieser Lasten abnimmt.

Ist keine Schande - besser als grübeln!!!

Kommentar von tim2000tim2000 ,

Meinst du wirklich, dass ich direkt zu einem Experten gehen sollte? Wieso?

Kommentar von DanBam ,

Es plagen Dich ziemlich schwerwiegende Fragen die Du alleine nicht mehr geregelt bekommst. Lass Dir professionell helfen, dann plagst Du Dich nicht lange damit herum und es fügt sich alles wieder zu einem Sinn zusammen - wenn Du alleine weiter grübelst kommst Du keinen Schritt weiter! Also lass Dir von den Profis helfen, die sind super nett und haben alle voll was drauf.

Antwort
von WastedYout, 49

Also erstmal macht es keinen Unterschied ob man hetero oder homosexuell bist und zweitens das dein Vater sich ab und zu mal betrinkt ist nicht schlimm. Das einzige Problem was du hast ist der mögliche genfehler und an dem wirst du auch nichts ändern wenn du deshalb Angst hast.

Antwort
von queenoverwatch, 17

1. In dem alter kann sich immer noch was an der Sexualität ändern, können auch nur Phasen sein die dann wieder verschwinden. Selbst wenn du schwul wärst, ist es nichts schlimmes.
2. Rede mit deinem Vater, vllt sollte er sich Hilfe holen und sein Alkohol Problem unter Kontrolle zu bringen.
3. Klar hast du Angst wegen dem Gen fehler. Aber es steht noch nichts fest und wer sagst dass du auch daran sterben wirst. Ein kleines Baby ist viel schwächer da passiert sowas schneller.
4. Auf keinen Fall suizid begehem egal was passiert!

(w/16)

Antwort
von IIIREDIIIRATIII, 12

hier mal wat, falls wir hier nich de richtigen Antworten ham. Sorgentelefone können auch wat bringe.

Wuppertal nummergegenkummer: 116111

chris-sorgentelefon: 0800 120 10 20

sorgentelefon: 0800 554210

telefonseelsorge: 0800 111 000 111

the RED RAT

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