Frage von hauptklaeger,

Verzugszinsen wenn Rechnung nicht bezahlt wird

Hallo,

mal angenommen man hat vor 30 Tagen einem Kunden eine Rechnung von 300 Euro Netto für eine Designerstellung zugeschickt. Diese wurde noch nicht bezahlt. Nun möchte man den Kunden eine Zahlungserinnerung (Mahnung) zusenden. Kann man hier schon zusätzliche Verzugszinsen verlangen auch wenn es nicht explizit im Vertrag steht? Wieviel % wären angemessen und werden die vom Brutto oder Nettobetrag berechnet?

MfG

Hilfreichste Antwort von PGInkasso,

Fraglich ist, wie deine Rechnung ausgesehen hat. Sofern der Schuldner auf § 286 Abs. 3 BGB hingewiesen wurde, befindet er sich nun (30 Tage) in Verzug. In Verzug befindlich kannst du die Forderung mit 5,00% über dem Basiszinssatz, also aktuell 5,12% verzinsen (bei Unternehmen 8,12%).

In Verzug befindlich bedarf es zudem keiner weiteren Anmahnung der Forderung. Du kannst nun ohne jegliche weitere Anmahnung das gerichtliche Mahnverfahren auf Kosten des Schuldners einleiten. Die Kosten hierfür belaufen sich, sofern du das alleine machst, auf 23,00 Euro (=Gerichtskosten), da deine Forderung <900 Euro ist.

Wurde der Schuldner nicht explizit darauf hingewiesen, dass er sich nach 30 Tagen in Verzug befindet, würde ich eine kostenlose Zahlungserinnerung versenden mit einer kurzen Zahlungsfrist (5-7 Tage). Danach befindet sich der Schuldner ebenfalls in Verzug.

Kommentar von Mausi1701,

mittlerweile 8,27% bei unternehmen und 4,27% bei Privaten

Grund: Gesetzesänderung (Von 8 prozentpunkte auf 9%) & Änderung Basiszinssatz: -0,73 p.a.

Antwort von NegierigEr,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Zinsen Erben sich entweder aus dem Vertrag oder aus dem Gesetz, hier aus § 288 BGB.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__288.html

Kommentar von NegierigEr,

Sie Erben sich natürlich nicht, sie ergeben sich aus dem Gesetz

Antwort von gulaschkonone,

Hallo, Verzugszinsen kannst Du nur verlangen wenn Du den Käufer anmahnst und diesen somit wirksam in Verzug setzt. Die Verzugszinsen betragen in der Regel 5 % über dem Basiszins pro Monat.

Antwort von kevin1905,
  • Nach 30 Tagen tritt Verzug automatisch ein, die Mahnung könntest du dir also schenken.
  • 5,12% bei Privatkunden, 8,12% bei Unternehmern, auf den Tag genau gerechnet an dem Verzug eingetreten ist (wenn die 30 Tage heute abgelaufen sind, ab heute).
Kommentar von PGInkasso,

Aber nur dann, wenn der Verbraucher in der Rechnung darauf hingewiesen wurde, dass er sich spätestens nach 30 Tagen in Verzug befindet.

Siehe hierzu § 286 Abs. 3 Satz 2 BGB:

(3) Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist.

Kommentar von kevin1905,

danke für die Ergänzung.

Antwort von taxdoc,

Zuerst einmal die Frage - Nettorechnung - Hast du die Rechnung einem Unternehmer geschickt? Wenn ja, sollte die Leistung (Designerstellung) nicht länger als 6 Monate zurückliegen (Möglichkeit der Verjährungseinrede). Vielleicht ist das aber auch in dem Vertrag anders geregelt. Verzugszinsen sind generell im Gesetz geregelt, deswegen DH für NegierigEr. Basiszins + 8% (wenn es ein Unternehmer ist) = z.Zt. 8,12%

Antwort von holgerholger,

Die erste MAhnung ist kostenlos. Und Mahngebühren gehen nach Aufwand und nicht nach % der Rechnungssumme, üblich sind einige Euro.

Kommentar von NegierigEr,

Ach ja? Interessantes Rechtsverständnis.

Kommentar von Dirk001,

Die erste Mahnung kann auch schon berechnet werden. Allerdings sind das nur ein paar Euro.

Kommentar von PGInkasso,

Eine Mahnung kann gem. aktueller Rechtssprechung mit maximal 2,50€ berechnet werden. Höhere Mahnkosten werden nicht anerkannt, selbst wenn dies in AGBs geregelt ist.

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