Frage von Sunny54, 146

Verzugszinsen bei Privatkauf?

Im Oktober 2014 kaufte eine Freundin Privat ein Elektrogerät von einem Bekannten .Vereinbart war das Sie dieses bis Mai 2015 in Raten abzahlt ; Bis auf 150 ist die Kaufsumme bezahlt. Nun konnte Sie 6 Monate keine Raten zahlen ,wegen Arbeitslosigkeit usw. Nun verlangt der Verkäufer Verzugszinsen und mtl. 10.-€ wenn keine Rate eingeht. Die Zinsen jedoch hat er auf den vollen Kaufpreis berrechnet und nicht auf die 150 die noch offen sind. Es gibt einen Kaufvertrag und nun soll meine Freundin einen neuen Vertrag unterschreiben in dem Sie die Zinsen und die 10.- € Gebühr anerkennt. Als Zinsen hat der gute Mann 98,50 € in Rechnung gestellt. Meiner Meining nach ist das nicht ok oder ?

Antwort
von DODOsBACK, 113

Es gibt schon einen Vertrag - sie braucht keinen neuen zu unterschreiben. Trotzdem kann er natürlich einen Mahnbescheid und später sogar einen Vollstreckungsbescheid beantregen und ihr das Leben schwer machen.

Aber 6 Monate nicht zu zahlen, ist wirklich unter aller Kanone! 150€ kann man auch mit Putzen verdienen. In EINEM Monat!

Antwort
von TomRichter, 66

Wenn Deine Freundin es nicht schafft, binnen 6 Monaten eine Schuld von gerade mal 150 Euro abzuzahlen, sollte sie ganz schnell professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Auch wenn das ihre einzigen Schulden sind, sollte sie das machen - um zu vermeiden, langsam aber sicher in die Schulden reinzuschlittern.

Natürlich keinen neuen Vertrag unterschreiben. Schon gar nicht so einen. Zinsen werden natürlich nur auf den offenen Betrag berechnet; selbst das Finanzamt begnügt sich mit 6% pro Jahr, wären gerade mal 6 Euro in diesem Fall. Aber zumindest guten Willen zeigen, dem Gläubiger die Situation schildern und etwas zahlen, auch wenn sie sich das tatsächlich vom Mund (eher wohl von der Mobilfunkrechnung als vom Essen) absparen muss.

Wenn sie von Mai bis heute nichts bezahlt hat, sind das übrigens nicht 6 Monate, sondern acht!

Antwort
von franneck1989, 59

Nein, das ist nicht ok.

Wenn vertraglich der Mai 2015 als Rückzahlungsdatum benannt ist, ist deine Freundin seit Juni in Verzug. Natürlich aber nur mit der noch fehlenden Rate von 150,-.

An Verzugszinsen ergeben sich somit etwa 4 Euro.

Auf sonstigen Verzugsschaden hätte der Gläubiger nur Anrecht , wenn er auch tatsächlich entstanden wäre. So kann er z.B. für eine einfache Briefmahnung 2,50 drauf schlagen. Auch die Einschaltung eines Anwalts wäre erstattungsfähig, ist hier aber offenbar nicht passiert.

Im Ergebnis sollte deine Freundin 150,- plus 10,- als pauschalen Verzugsschaden zahlen und damit wäre die Sache erledigt.

Antwort
von Kandahar, 70

Das ist auch nicht in Ordnung. Es gibt einen Kaufvertrag und selbst wenn noch Raten offen sind, kann der Verkäufer den Vertrag nicht einfach so einseitig verändern.

Kommentar von HaraldSchD ,

Der Vertrag wurde doch schon durch die Nichteinhaltung der Ratenzahlung verändert.

Kommentar von Kandahar ,

Nein, er wurde nicht verändert, sondern nicht eingehalten. Dem Verkäufer bliebe dann die Möglichkeit einen Mahnbescheid zu erwirken. Aber den Vertrag in dieser Form zu verändern, steht ihm nicht zu. Wobei ich der Meinung bin, dass es so weit nicht kommen sollte. Auch einem Arbeitslosen sollte es möglich sein, einen so kleinen Betrag in 6 Monaten zu begleichen oder zumindest mit dem Verkäufer zu sprechen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Einfach nicht zahlen ist nicht die feine Art!

Kommentar von franneck1989 ,

@HaraldSchD Was für ein Unsinn...

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