Frage von DBKai, 78

Verwendet ihr in Gesprächen Absolutismus?

Immer wieder kommt es vor, dass ich mich mit Leuten unterhalte, die absolute Annahmen haben, von denen ich nicht überzeugt bin.

Sie gehen davon aus, dass sie immer zu 100 % richtig liegen und jeder, der ihnen mal widerspricht liegt automatisch falsch. Beispiele:

"Das wird sich NIEMALS verändern." Sie sprechen von der Zukunft, obwohl man kaum wissen kann, ob es sich wirklich niemals verändern kann... sie machen auch Aussagen wofür ihnen einfach die Beweise fehlen.

"Jeder Mensch will und braucht Fleisch." - obwohl das ja nicht unbedingt stimmt... denn es gibt ja die vegetarische und vegane Bewegung. Sie verallgemeinern häufig.

Wenn ich sie nun darauf anspreche, dass sie etwas ja gar nicht wissen können und einige Dinge auch ganz sicher nicht stimmen, da es ja Gegenbeweise gibt, dann bleiben sie aber trotzdem stur dabei.

Wie kommt das? Wann neigen Menschen dazu so zu sprechen?

Jedenfalls geht es darum, dass ein Mensch wohl eine fixe Überzeugung im Leben haben kann, bei der er bleiben möchte bis in den Tod... im Idealfall sollte man anderen durch diese Überzeugung nicht schaden.

Ich verwende auch öfter mal Sätze mit "nie", wo es sein kann, dass ich in späterer Zeit meine Meinung dazu ändere... " Das schaffe ich nie." "Das will ich niemals probieren." "Ich will dich nie mehr wiedersehen." Hab ich auch schon alles gesagt... und es hat nicht immer gestimmt... Doch meine Aussagen betreffen meist nur mich und mein Leben. Die Aussagen von anderen sprechen oft für die Allgemeinheit - also auch für andere Menschen, obwohl ja jeder eine eigene Stimme haben sollte. Auch lasse ich mir wohl auch widersprechen und sage dann eben wie ich es sehe und das ich dabei bleiben möchte...

Antwort
von EagleAbaddon, 23

Und grad bei Diskussionen mit solchen Leuten sehe ich das als Herausforderung diese dazu zu bringen einzulenken. :)

Ich sehe das einfach als Betonung wenn Leute "immer, nie, jedesmal" etc verwenden um die Festigkeit ihres Standpunktes zu verdeutlichen. 

Achte mal drauf- Du sagst bestimmt selber manchmal Sachen wie: "Du gehst NIE ans Handy"

:D

Kommentar von DBKai ,

Richtig - ich verwende auch häufig mal absolute Aussagen...

Doch wenn ich absolute Aussagen verwende, betreffen sie meist nur mich.... und ich verändere meine Meinung auch mal...

Wenn ich sage: "Du gehst nie ans Handy." Dann sage ich das wohl deshalb, weil die Person wirklich in letzter Zeit oder den letzten Jahren sehr selten oder auch wirklich nie ans Handy gegangen ist... Es kann aber auch sein, dass sich das nochmal verändern wird...

Ich bin da eher offen für Widerspruch... vielleicht bleibe ich auch nicht fest und für immer und ewig dabei... weil die Worte in einem Streit gefallen sind... weil ich mich geärgert habe... weil ich mich geirrt habe... usw. - oder ich meine es gar nicht ernst - eine Spaß- und Fopp-Aussage... Kommt auf die Situation an.

Es gibt aber auch Verallgemeinerung, wo man inzwischen weiß, dass das ja gar nicht stimmt... "Jeder Mensch will Fleisch essen." ist nicht aktuell... denn es gibt ja die vegetarische und vegane Bewegung, die das widerlegt. Nun könnte die Person, die das zuvor gesagt hat sagen: "Ja - stimmt ja - daran hab ich noch gar nicht gedacht - das ist mir noch gar nicht aufgefallen." und könnte ihren Satz so verändern: "Viele Menschen essen noch Fleisch." und schon wäre es wieder ziemlich richtig. Doch viele Menschen bleiben trotzdem dabei, dass es weiterhin so ist - obwohl es ja nun schon viele Gegenbeweise gibt.

Es gibt auch die Aussage: "Das war so, das ist so und das wird auch immer so sein." Auf was ist das bezogen? Sehr viele Dinge auf der Welt, waren nicht immer so und werden auch nicht immer so sein, weil die Welt laufend im Wandel ist. Es hat sich immer schon etwas auf der Welt verändert.

Solche Aussagen kann man eher über persönliche Überzeugungen machen aber man kann sie nicht für andere Menschen/die Allgemeinheit machen - denn nicht jeder denkt überall gleich wie man selber.

"Ich liebe Früchtetee und das war so, das ist so und wird auch immer so sein." Davon kann man ausgehen - ev. wird man es aber später doch auch mal satt haben und von Früchtetee Abstand gewinnen wollen, weil man eine Überdosis abbekommen hat - sich später wieder zuwenden... Im Normalfall mag ich Früchtetee - nur in Ausnahmefällen mag ich ihn nicht...?

Was eher Absolutes an mir:

Ich bin an einer global guten Entwicklung interessiert, weil ich die feste Überzeugung habe, dass alles was global gut ist, im Endeffekt ja auch wieder gut für mich sein wird... und dass das daher der einzig richtige Weg ist... Das war bei mir so, das ist noch so und ich glaube wohl auch, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Denn jede andere Vorgehensweise würde ich schlecht finden - es bringt langfristig nichts Gutes, wenn man anderen schadet um sich selbst unfair zu bereichern. Kapitalismus hat keine gute Zukunft in meinen Augen. Wenn ich die Wahl zwischen diesen beiden Wegen habe, werde ich mich wohl im Regelfall immer für den Weg entscheiden, der global gut ist... und nur in Ausnahmefällen gegenteilige Entscheidungen treffen, wofür es dann sicherlich auch Gründe geben wird... 

Kommentar von MJ1107 ,

Ein sehr gutes denke was ich zu 100% unterstütze wenn es mehr menschen geben würde die auch nachaltig denken wäre die welt um einiges besser ! Schau mal auf der seite vorbei sie wird dich begeistern www.Wissensmanufaktur.de 

Antwort
von Manioro, 34

Soweit ich weiß neigen Menschen zu diesen Absolutismen, weil sie Sicherheit geben. Eine Welt die eigentlich nicht so viel Klarheit mitbringt, wird dadurch klarer und somit erträglicher. Absolutismen schaffen ausserdem Verbindungen zwischen Menschen. Während ein intelligenter Mensch davon manchmal abgeschreckt wird, ist es bei vielen anderen Menschen so, dass sie sich damit sehr schnell auseinander einstellen können.   

Kommentar von DBKai ,

Das glaube ich auch, dass es mit dem Wunsch nach Sicherheit zu tun hat. 

Antwort
von muelli21, 22

ich habe ein leichtes beispiel.

du bist mit einer gruppe unterwegs und ihr habt euch verlaufen. von mir aus im wald. und jemand sagt: "hier könnte es langgehen. ich weiß nicht genau. hmm also ja eventuell gehts hier lang."

und ein anderer sagt: "hier gehts lang. das ist der richtige weg!"

wem würdest du eher folgen? (wir lassen hier mal das nachhaken, dass die leute auch noch begründen sollen warum der jeweilige weg genommen werden soll. es geht nur um den satz an sich und die tonlage)

Kommentar von DBKai ,

Schwierige Situation:

ICH persönlich würde entweder der Person folgen, die angibt den Weg zu wissen... je nachdem wie glaubhaft sie mehr erscheint... weiß sie es wirklich oder tut sie nur so? Eine Begründung ist mir ja schon meist sehr wichtig.

Oder ich würde mich der anderen Person anschließen... die es auch nicht genau weiß... 

Kommt ganz auf die Situation an und auf mein Gefühl, was ich dabei hab.

Doch im Grunde wäre es in diesem Fall ja komplett egal - denn die andere Person weiß es ja auch nicht genau und für irgendeinen Weg muss man sich letztlich ja doch entscheiden... Irgendwann kommt man dann hoffentlich aus dem Wald und gerät nicht immer tiefer hinein. Man könnte sich auch aufteilen, wenn es eine größere Gruppe ist - und wenn die einen den Weg gefunden haben, versuchen sie die anderen zu erreichen... 

Kommentar von muelli21 ,

ich meine ja ohne zu hinterfragen. es ist meist so dass man eher jemandem sein vertrauen schenkt der mehr oder weniger weiß wovon er spricht, als jemandem der unsicher klingt

Kommentar von DBKai ,

Das stimmt. Aber es könnte auch eben sein, dass die Person nur so tut als ob sie wüsste, wovon sie spricht... deshalb wäre es toll, wenn sie sich erklären könnte.

Ich vertraue in diesem Fall meinem GEFÜHL. Habe ich den Eindruck, dass die Person wirklich weiß wovon sie spricht, folge ich ihr... sonst nicht... bzw. ev. folge ich ihr trotzdem, aber gehe davon aus, dass sie falsch liegt... kommt auf die Situation an.

Es gibt viele Leute, die nun dauernd so tun als ob sie wüssten,wovon sie sprechen und das sind in meinen Augen oft totale Vollpfosten... und ich nehme ihnen das überhaupt nicht ab...  ich fühle es... ich sehe es und merke es einfach, dass es nicht stimmt... 

Mir ist es 1000 mal lieber, wenn jemand sagt: "Ich mache das zum ersten Mal - ich bin mir noch unsicher..." oder "Ich weiß das leider auch nicht genau." als wenn jemand vorgibt, etwas mit Garantie zu wissen, wovon er eigentlich keinen Plan hat... 

Ich treffe mich eher mit jemanden der ehrlich ist aber nichts weiß und nichts kann, als mit jemanden, der ständig darüber lügt, dass er eigentlich nichts (vieles nicht) weiß und kann... 

Jemand der ehrlich ist, kann ja noch dazu lernen.... bei jemanden der dauernd lügt, kann man hingegen gar nichts machen... denn er ist ja gänzlich ohne Einsicht... er ist ja schon "fertig" und perfekt so wie er ist - braucht nichts mehr dazu zu lernen... 

Es gibt die Aussage: "Du bist gut so/ok so, wie du bist." Und das stimmt ja auch... würde ich mal meinen... Ich will andere Menschen annehmen wie sie sind... aber wenn sie mir durch ihr verhalten indirekt oder direkt schaden... dann will ich mich gegen sie wehren... und wenn sie dauernd lügen und das nicht die Ausnahme sondern die Regel ist, dann ist das ein großes Problem. Hingegen wäre es kein wirkliches Problem, wenn sie einfach ehrlich wären: "Ich mache das zum ersten Mal..." Jeder macht irgendwann mal etwas zum ersten Mal - komplett normal - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen... und wenn er das nun einige Male wiederholt und übt, wird er SICHERER darin werden... denn er sammelt dadurch ja Erfahrungen... "So geht es also nicht... und so geht es schon eher..." Das ist wertvoll. "Wen es noch nie geschmissen hat, der ist auch noch nie Ski gefahren." hat mein Opa immer gesagt und das stimmt ja auch... Man stellt sich nicht auf die Ski und fährt beim ersten Versuch eine schwarze Piste hinunter - es sei denn man möchte Selbstmord begehen... man fängt eigentlich klein an.. und übt und fährt erst mal einige Male ein blaue Piste... dann eine rote Piste und irgendwann, wenn man es sich auch zutraut mal eine schwarze Piste  hinunter... alles andere wäre ja Wahnsinn- im negativen Sinne.

Kommentar von muelli21 ,

ja klar muss man das hinterfragen und natürlich sagen es manche so obwohl sie keine ahnung haben bzw sich auch nicht sicher sind. dadurch wollen sie ihre leader position untermauern oder eventuell keine schwächen zeigen. im endeffekt muss man halt selber wissen ob man dem dann folgt oder eben nicht

Kommentar von DBKai ,

Ja... richtig... da muss man selber entscheiden, ob man folgt oder nicht... bzw. versuchen zu reden... manchmal klappt das gut und manchmal ist kein Gespräch möglich... das ist dann der "worst case"... ?

Kommentar von DBKai ,

Es gibt halt leider auch Momente wo man ins kalte Wasser geschmissen wird und schnell lernen muss, weil es nicht anders geht... 

Besser wäre es, wenn das immer weniger der Fall ist und man überall zuerst eine gute Einschulung erhält... sich nach und nach in etwas verbessert... klein anfängt... übt und groß wird... 

Antwort
von Badykey, 37

Du bist auf dem richtigen Weg.

Kommentar von DBKai ,

Denkst du? ^^

Kommentar von Badykey ,

Sonst würde ich es nicht schreiben :) Versuche deine Selbsterkenntnis aber nicht anderen auf zu zwingen. Jeder ist selber für sich verantwortlich, natürlich kann man es an gegebener stelle mal aufzeigen das es quatsch was sie da äußern. :)

Kommentar von DBKai ,

Ja... ich weiß schon... 

Ich will es eh niemanden aufzwingen und will jedem seine freie Wahl/die Entscheidung lassen. Darüber unterhalten will ich mich aber wohl. 

Kommentar von Badykey ,

Jaja das wollte ich dir auch nicht untersagen. Ich bin sehr froh darüber hier mal wieder eine ordentliche Frage zu lesen.

Kommentar von DBKai ,

Ja? Schön, dass du meine ordentliche Frage ordentlich findest... denn momentan lese ich oft, dass ich trolle... obwohl ich das nicht wirklich so sehe... Ich finde meine Fragen auch zum Großteil "normal".

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