Frage von Mensch27, 186

Verwahrlostes Pferd retten?

Ein Pferd im Stall meiner Freundin, welcher absolut kein "Billig Stall" ist, ist am verwahlosen. Das Veterinäramt wurde laut Auszubildender auf dem Hof schon eingeschaltet, wir wissen allerdings nicht was dabei herauskam. Vom Hof her wird die Box noch gemistet, das Pferd gefüttert und eine halbe Stunde am Tag in der Führanlage bewegt. Sie ist nicht mager, hat allerdings auch nicht sehr viele Muskeln. Wir wissen nicht genau, wie wir auf die Hofbesitzer zugehen sollen und was mit dem Besitzer ist. Wir wissen auch nicht ob es Krankheiten o.ä. hat. Nur Schweif und Mähne sind etwas verfilzt. Das Fell glänzt aber noch. Wir wissen aus verlässlichen Quellen dass sich ansonsten niemand um das Pferd kümmert. Wie kann man am besten auf die Hofbesitzer zugehen und sagen, dass man helfen möchte? LG

Antwort
von VanyVeggie, 67

Hallo, 

nichts für ungut, aber woher wollt ihr wissen das nie jemand vorbei kommt? Ihr steht sicher keine 24h/7d am Stall und wartet. 

Wo seht ihr hier eine Verwahrlosung? Das Pferd hat einen sauberen Stall, wird ausreichend gefüttert und bewegt. Offensichtliche Symptome, die für eine Krankheit spricht seht ihr auch nicht. Muskeln braucht ein Pferd nicht, wenn es nicht dementsprechend trainiert wird. 

Es gibt hier kein Anlass für´s Veterinäramt ier einzuschreiten. Für euch genauso wenig. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 45

Ich finde es schön, dass Ihr Euch Sorgen um ein Pferd macht und nicht einfach wegguckt. Doch das Veterinäramt ist für diese Art von Verwahrlosung - seelische Verwahrlosung- nicht zuständig, solange das Pferd sauber steht, genügend Futter bekommt, Bewegung hat und keinen kranken Eindruck macht.

Das, was Du beschreibst, habe ich schon mehrfach erlebt. In der Regel steckte sehr oft ein Besitzer dahinter, der die Box nicht mehr gezahlt hat. Anfangs kommen die Besitzer immer noch, auch wenn sie nicht zahlen und ab einem gewissen Punkt - der Schuldenberg ist zu hoch um ihn abzubezahlen, der Stallbesitzer hat bereits mehrfach nachgefragt, sie genieren sich und es wächst ihnen so oder alles über den Kopf, kommen sie Anfangs zu komischen Zeiten - nämlich dann, wenn sie davon ausgehen, den Stallbesitzer nicht anzutreffen und dann werden auch diese Besuche immer weniger, bis sie ganz aufhören. Irgendwann übersteigen die Schulden beim Stallbesitzer den Wert des Pferdes und er kann, wenn er möchte von seinem Vermieterpfandrecht Gebrauch machen und das Pferd für sich und seinen Gebrauch beanspruchen, oder sogar verkaufen, sobald er die Eigentumsurkunde erhalten hat.

In anderen Fällen hat das Kind, dem das Pferd gehörte, die Lust verloren, ist einfach irgendwann nicht mehr gekommen, Mama und Papa haben weitergezahlt, weil sie das gar nicht mitbekommen haben, dass das Kind/ die Jugendliche nicht mehr zum Stall ging (guuuuuuute Eltern) oder es war ihnen egal, was auch immer.

Und in zwei Fällen, die ich kannte, ist der Besitzer jeweils gestorben und es dauerte endlos, bis das Nachlassgericht den Erben ausfindig gemacht hatte und alle Besitzverhältnisse geklärt waren.

Was bei Euch der Fall ist, weiß ich natürlich nicht. Aber trotzdem würde ich den Stallbesitzer ansprechen, ob ihr zum Beispiel das Pferd zum Putzen rausholen dürft. Vielleicht wird daraus ja sogar mehr. Wer weiß das schon im Vorfeld....

Antwort
von sukueh, 37

Die Frage ist, vor was glaubt ihr, dieses Pferd "retten" zu müssen. Es steht in einer sauberen Box, wird gefüttert und offensichtlich kümmert sich auch jemand ein bißchen darum, dass es bewegt wird.

Wie sinnvoll die Unterbringung in der Box und ein 30-stündiger Aufenthalt in der Führanlage sind, das ist ja eine andere Diskussion.

Schweif und Mähne sind "etwas" verfilzt und das Fell glänzt. Also dürfte das Pferd auch keine Krankheiten haben.

Nicht fehlende Muskeln: Mein Gott, dann müsste vermutlich der größte Teil aller Pferde vom Vet-Amt gerettet werden, weil es auch sehr viele als Reitpferd eingesetzte Pferde gibt, die kaum oder keine Muskeln haben.

Fragt den Stallbesitzer, ob er mit dem Besitzer reden kann, dass ihr dieses Pferd gerne putzen und ein bißchen betüdeln würdet und wartet ab, was als Antwort kommt.

Verzichtet auf Wörter wie "retten" und "verwahrlost", das trifft in dem Fall ja nicht zu.

Akzeptiert auch, sollte euch der Stallbesitzer nicht die Erlaubnis geben, euch ein bißchen um das Pferd zu kümmern. Nachdem du offenbar noch recht jung bist, kann es sein, dass er es dich aus Altersgründen nicht tun lässt. Schließlich würde er im Fall des Falles vermutlich Schwierigkeiten bekommen.

Kommentar von sukueh ,

Es muss natürlich heißen "30-minütiger" Aufenthalt in der Führanlage

Kommentar von beglo1705 ,

30 Stunden Führanlage... *lach*

Kommentar von sukueh ,

Ja, das wäre dann wirklich ein Fall für das Vet-Amt :)

Kommentar von beglo1705 ,

Allerdings ;-)

Antwort
von Leolynn14, 50

Deiner Beschreibung nach zu urteilen ist verwahrlost ein bisschen übertrieben. Die Grundbedürfnisse des Pferdes werden ja zum Großteil erfüllt, Futter, Wasser und Artgenossen sind vorhanden. Das mit dem nur in der Box stehen ist natürlich nicht so toll, aber da gibt es ja viele Pferde die nur in der Box stehen.

Ich unterstelle mal das keine 24 Stunden am Tag vor der Box des Pferdes verbringt um zu gucken ob jemand kommt oder nicht.

An deiner Stelle würde ich gar nichts unternehmen, das ist ja eine ganz schöne Unterstellung was du behauptest zudem nicht es wohl kein Stallbetreiber gut auf wenn man behauptet das ein Pferd bei ihm im Stall verwahrlost.

Antwort
von beglo1705, 23

Warum sollen bitte ständig irgend welche Menschen um die Pferde rum sein? Die Tiere bekommen ihr Fressen, dürfen in die Führanlage (da kümmert sich also doch jemand und schaut nach ihnen), werden gemistet, sind nicht verletzt oder verhungert. Darf ein Pferd jetzt auch nicht mehr dreckig werden? Da mein ich, wäre bei allen Pferdehaltern schon hundertfach das Vet.Amt vor der Türe gestanden. Das gehört dazu und es gibt Pferde, die hassen es regelrecht, wenn sie sauber sind und schmeißen sich mit Vorliebe in die nächste Matschpfütze

Mein Rat: hingehen und fragen, ob ihr die Pferde 2 Mal die Woche pflegen dürft. Ende. Mehr als ja oder nein kann der Besitzer nicht sagen.

Kommentar von Urlewas ,

Joooo vielleicht muss man manchmal die Pferde samt ihren Besitzern eher vor den übereifrigen Kindern retten, die zu viel Filme gesehen haben 😂

Kommentar von sukueh ,

Mir wollte einer mal das Pferd abkaufen, weil es ja "nur rumgestanden" ist (hat das Pferd offenbar öfter auf der Koppel stehen sehen). "Blöderweise" war es damals aufgrund seines Alters noch gar nicht reitbar.

Wie man es als Pferdebesitzer macht, ist es offenbar in den Augen solcher Menschen verkehrt. Wartet man mit der Ausbildung auf ein gewisses Alter des Pferdes, steht das Pferd nur rum, hätte man es früher eingeritten (damit man mich hätte Reiten sehen können), hätte es vermutlich wieder geheißen, warum das Pferd zu jung eingeritten wird.

Ein Pferd ist doch auch kein Plüschtier, welches ständig geputzt und betüdelt werden will. Die kommen ganz gut ohne uns Menschen aus.

Meiner schmeisst sich auch sofort nach dem Putzen wieder ins größte "Drecklock", das er finden kann.... sieht man den kurz nach dem Wälzen könnte er vermutlich auch als "verwahrlost" bezeichnet werden.

Kommentar von beglo1705 ,

Ja so nen Kandidaten hab ich auch und da ich momentan auch nicht reiten kann ist meiner derzeit mehr braun-grün, als schwarz-weiß... also auch alles "höchst merkwürdig" und "äußerst bedauernswert".

Manch einer mag sicher darüber diskutieren, wann der perfekte Zeitpunkt zum Anreiten ist. Gegen zu viel Zeit spricht aber eigentlich nichts, wenn man ein Pferd später (nach 3 Jahren) erst an Sattel und Gewicht gewöhnt.

Und ja app. betüdeln: ich sag hierzu nur Wendysyndrom. Keine Euronen für einen gescheiten Sattel (man wählt dann Wintec oder ein Sattelkissen) übrig, ein guter RL ist auch oft viel zu teuer, weil man ja schon alles weiß über Pferde, aber die letzte Eskadronkollektion samt passenden Bandagen und Glitzerschischi-Stirnriemchen müssen her *hirnklatsch*. Ja da hat das Pferd unglaublich viel davon...

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 89

Hast Du nicht gesagt, du wolltest das Pferd kaufen? Dazu mußt du ja erst mal Kontakt aufnehmen, und as ist ja auch ein verständlicher Grumd, sich nach den Hintergründen zu erkundigen... ;-) 

Antwort
von Viowow, 56

das pferd wird gefüttert, bewegt und die box ausgemistet. es scheint zudem auch noch einigermaßen gut auszusehen, ausser das mähne und scjweif etwas verfilzt sind. abgesehen davon, das ich boxenhaltung schei55e finde sehe ich hier bis jetzt keinen grund fürs vet amt...
wird die boxenmiete noch bezahlt?
wie sehen die hufe aus?
kommt das pferd auch mal raus?
sozialkontakte?
ansonsten braucht das pferd keine menschen zur bespaßung. es muss nicht geritten werden o.ä. das oben gelistet ist das minimaß, aber sicher ke8n grund fürs vet amt, da aufzukreuzen

Antwort
von SuperB18, 76

Es wird gemistet, gefüttert und bewegt. So traurig das auch klingen mag, aber da wird das Vet-Amt nix machen. Was sollen die denn deiner Meinung nach machen? Beschlagnehmen?

Es gibt leider viel zu viele Tiere denen es schlechter geht. Und das Vet-Amt hat auch nirgends eine Anlage um 500 beschlagnahmte Tiere aufzupeppeln.

Da wird nix passieren... :-(

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 15

Ach....

Was sind das denn eigentlich für verlässliche Quellen, die kleine Detektive so gut mit Information versorgen?

Antwort
von netflixanddyl, 85

Redet einfach mit dem Stallbesi.

Kommentar von Mensch27 ,

Die Stallbesitzer lassen sich nicht so gern in sowas reinreden, und wir wissen wie gesagt nicht wie wir auf sie zugehen sollen...

Kommentar von beglo1705 ,

Na was ist da so schwierig: Guten Tag, ich heiße X, das ist meine Freundin Y. Wir wollten fragen, ob wir uns bitte ab und zu um Ihre Pferde kümmern dürfen, weil wir das eben gerne machen und uns für Pferde interessieren.

Wenn die Stallbesitzer zusagen, bedankt ihr euch und macht alles weitere aus, was wann zu tun ist.

Wenn ihr eine Absage erhaltet, bedankt euch trotzdem höflich.

Antwort
von Mayaaa2002, 82

Vielleicht kennt ihr noch jemanden auf dem Hof den ihr Fragen könnt&der sich euch anschliesst damit ihr nicht so alleine seit ;D 

Lg ;)

Kommentar von Mensch27 ,

Es gibt keine Menschen in unserem Alter, mit denen man ernsthaft reden kann. Eine Erwachsene allerdings, deren Pferd auch auf dem Hof steht, hat bestätigt, dass sich niemand darum kümmert und, dass ihr das Pferd leidtut.

LG

Kommentar von Urlewas ,

Auf diese Aussage hin habe ich jetzt mal genauer hingesehen - in Deinem Alter wird es wohl auch kaum Menschen geben, mit denen man " ernsthaft" über ein Problem reden könnte, was von Erwachsenen angegangen werden muss, falls es wirklich existiert.

Wenn Du was gutes für das Pony tuen möchtest, dann überlass deine Sorgen wirklich besser dem Stallbetreiber ( möglicherweise ist das nach Ausage des Azubi " eingeschaltete"  Veterinäramt nicht wegen dem Pony, sondern aus reiner Routine dort gewesen).

Höre auf, zu kritisieren, sondern frage den Hofbesitzer, ob er ein gutes Wort beim Eigentümer des Ponys für dich einlegen kann, damit du es mal putzen darfst oder so. Aber wenn Du mit Vorwürfen und Angriffen kommst, erlaubt die das sicher niemand. Also sei zurückhaltend und freundlich.

Die Sache mit dem " vieleicht kaufen " wollen ist wohl sowieso eher nicht drin - sonst würdest Du das alles nicht mit uns, sondern mit deinen Eltern besprechen.

So, und nun  hör einfach auf, hier " Kinderkrimi " zu spielen und tu was wirklich sinnvolles, in dem du dafür sorgst, dass du einen Streifel in die Hand nehmen darfst. 🐝

Kommentar von Mayaaa2002 ,

Dann sprecht nochmal mit der Frau, vielleicht hat sie eine Idee ;D

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