Frage von Wonderhorse02, 70

Vertreten/Stolpern auf der Hinterhand?

Hallo liebe Community, mir ist gestern bzw. schon vor ein paar Tagen aufgefallen dass mein Pferd sich beim Reiten des öfteren (2-3x) auf der Hinterhand vertritt, bzw. stolpert sowohl auf Platz als auch im Gelände. Meistens im Schritt, selten im Trab und nie im Galopp.

Woran kann dass so plötzlich liegen?

Sind das Folgen von Bockhuf?

Könnte ich das mit bandagieren unterbinden? Reite bisher mit Gamaschen an der Vorhand.

Sollte ich das weiter im Auge behalten oder kann das vorkommen?

Vielen Dank für eure Antworten. LG Wonderhorse02

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 51

Huforthopäden kommen lassen, sowas kommt ganz oft von unphysiologischer Stellung der Hufe.

Gamaschen und Bandagen helfen gar nix, die kann man gleich in die Mülltonne verfrachten. Mit den Dingern machst du höchstens das Pferdebein kaputt, anstatt zu helfen.

Dann würde ich einen Osteopathen ans Pferd holen um mal die Muskulatur, die Bänder (besonders das Knieband) und die Gelenke untersuchen zu lassen. Besonders bei beginnenden Arthrosen kommt ein Stolpern der Hinterhand vor.

Kommentar von Viowow ,

dem ist nichts hinzuzufügen:)

Kommentar von LyciaKarma ,

Perfekte Antwort, wie so oft. 

Kommentar von Wonderhorse02 ,

Vielen Dank für die super Antwort! Aber kann ein Pferd im Alter von 8 Jahren trotz täglichem bewegen an Arthrose leiden?

Kommentar von Punkgirl512 ,

Natürlich, bei falscher Haltung kann auch ein 4jähriger bereits Arthrose haben. Ist auch ein wenig genetisch bedingt, meine ich. Möglich ist das durchaus - ich kannte mal ein 6jähriges Pferd, der vorne Arthrose in den Beinen hatte und hinten Spat. Und zwar hochgradig Spat!

Kommentar von Wonderhorse02 ,

oh oke :o also in seiner Box steht er auf Stallmatten von warco die angeblich gelenkschonend sein sollen und natürlich stroh...(Box 4x5m)

Kommentar von Baroque ,

Das schlimme ist, dass heutzutage nahezu alle Pferde, die grade mal 10 Jahre alt sind, schon das eine oder andere Arthrosezipperlein hat. Weil der Mensch zunehmend weniger von Biomechanik, Hufen (Stellung, Funktion, nicht ob das Horn halbwegs glatt ist), etc. versteht, sich immer mehr auf Dienstleister verlässt / verlassen muss - wo ist denn die Lehre noch umfangreich genug? Der Freizeitpferdebesitzer braucht sein Pferd wirtschaftlich nicht und soll gefälligst die Leistung kaufen und nicht so viel selber wissen. Aber dennoch sollten wir so viel wissen, dass wir in der Lage sind, selbst zu entscheiden, WEN wir WARUM engagieren.

Die meisten Boxen sind übrigens zu dick eingestreut und damit zu weich, um den Bewegungsapparat der Pferde zu schonen. Box an sich ist schon einer der größten Arthroseförderer der Pferde, weil sie da enge Kreise laufen statt gradeaus, wofür sie den Bewegungsapparat hätten.

Kommentar von friesennarr ,

Arthrose kommt ja nicht vom Alter des Tieres, sondern von Verschleiß - je mehr Verschleiß durch Fehlstellung der Hufe existiert, desto schneller entwickelt sich eine Arthrose.

Meine erste Stute hatte mit 7 leider schon schwere Arthrose - sie war im Fohlenalter zu schnell gewachsen (mein Fehler) und dann kam der Verschleiß der Vorderfußwurzelgelenke eben auch früh.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 15

Habe mal ein Pferd geritten, was öfter stolperte, da lag es dann am Nackenband. 

Du siehst, die Ursachen können vielfältig sein. Nimm den Tierarzt, und wenn der nichts findet, einen anderen...

Antwort
von Punkgirl512, 27

Neben firesennarrs Antwort habe ich noch 2 Fragen zum logischen Denken.

Das Pferd stolpert hinten - wenn du stolperst, wickelst du dir dann auch eine Bandage um die Wade? wie soll eine Bandage stützen? Wie soll das funktionieren? Es ist viel logischer, dass es stolpert, weil die Hufbearbeitung kein Stück stimmt oder aus den Gelenken Probleme kommen - aber was soll da jetzt eine Bandage helfen?

Die Gamaschen kannst du dir auch sparen. Beides erhitzt nur die Sehnen, wodurch sie verkleben. Da schützt erstmal nichts großartig.

Ob das vom Bockhuf kommt - das kann durchaus sein, wenn der Hufbearbeiter nichts taugt.

Ich würde da genauso vorgehen wie friesennarr:

Als erstes einen fähigen Huforthopäden hinzuziehen. Dann Gamaschen weglassen und einen Ostheo/Physio holen.

Kommentar von Wonderhorse02 ,

Danke für deine Antwort! Ich würde die Gamaschen ja weglassen wenn er sich beim Reiten nicht immer auf einer mit dem Hufeisen aufschneiden würde :/ Mit den Bandagen dachte ich dass diese in vllt zusätzlich stützen oder so

An einer falschen Hufbearbeitung wird es denke ich nicht liegen, da unser Schmied mir beim letzen Beschlagen alles genau erklärt hat wieso er was macht und so weiter und dass alles sehr logisch und richtig klang.

Er läuft hinten ein wenig nach außen aber der Schmied meint wenn man ihn jetzt umstellen würde, würde er zu 99% Hüft und Gelenkprobleme bekommen (lahmen).

Kommentar von Baroque ,

Wenn sich das Pferd streift beim laufen, stimmt aber was gravierend nicht. Und mir klangen die Argumente der Schmiede auch plausibel, bis meine Huforthopädin alles viel sinnvoller und einleuchtender erklären konnte.

Wenn der Schmied umstellt, lahmt er mit Sicherheit, denn der schneidet innerhalb seiner Bearbeitung zurecht und das Pferd muss mit dem neuen Gehen klar kommen. Die Arbeit der Huforthopäden ist so, dass der Huf angeregt wird, ganz langsam in die richtige Richtung zu wachsen und somit wird gelenkschonend umgestellt.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Klar, wenn der Schmied das Pferd umstellt, ist es platt.

Ein Eisen macht den Huf schonmal taub, wie eingeschlafen. Das Pferd KANN also schonmal gar nicht mehr den Boden fühlen. Der Strahl verkümmert, das Horn fault unter dem Eisen weg, der Huf wird brüchig, weil das Horn keinen Gegendruck durch verschiedene Böden mehr hat - d.h. ohne Gegendruck wird es weich, das Eisen wird auf Dauer nicht immer halten. Dazu kommen unentdeckte kleine Hufgeschwüre von Steinchen - die das Pferd ja gar nicht fühlen kann und mini-Prellungen am Horn verursachen.

Der Schmied hat gelernt, einen Huf so zu bearbeiten, dass ein Eisen drunter passt - aber nicht, wie der Hufmechanismus funktioniert und man einen Barhufer wirklich korrekt bearbeitet. Das haben wiederum Huforthopäden gelernt.

Man holt sich ja auch keinen Westernsattler zum Anpassen eines Englischsattels und umgekehrt.

Kommentar von Urlewas ,

Du sprachst di h nicht von Bandagen, sondern von Gamaschen? Eine korekt angelegte Bandage kann eine geringe Stützeirkung haben -  Gamschen nie.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Eine Bandage kann erst eine Stützwirkung haben, wenn man sie auch eng wickelt. Da man damit aber beim Pferd die Blutzufuhr stoppt, kann man sich überlegen, was mehr bringt...

Eine Stützwirkung können Bandagen also nicht haben, weil sie einfach zu locker gewickelt werden müssen - stattdessen hat man dann noch die Wärme dabei, die die Sehnen kaputt macht.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 33

Wie wäre es mal mit einem Ossteopathen? Hier kann man doch nur Rätselraten.

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