Frage von kathaaa123456, 101

Wie kann mein Pferd Vertrauen zu mir bekommen?

Ich habe eine 8 jährige Friesen Stute seit einem Monat. Ich weiß nicht was mit ihr los ist sie legt dauerhaft die Ohren an ist dort auch sehr empfindlich, lässt sich nicht mehr von der Weide einfangen und galoppiert und buckelt sobald ich nur das Halfter hochhalte, das ist aber erst seit der letzten Woche so. Longieren lässt sie sich auch fast gar nicht da sie einen dann über den ganzen platz zieht und vor Peitschen/Gerten hat sie auch total Panik. Ich weiß was ich machen soll. Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen. Vielen Dank schon mal im voraus.

Antwort
von sukueh, 60

Ich würde auch raten, dir jemanden vor Ort zu suchen, der dir bei diesen Problemen helfen kann, bevor noch mehr Probleme entstehen. Parallel dazu kannst du wie von Hupsipu geraten mit dem Pferd "arbeiten". Aber nur in kleinen Schritten und nicht gleich das größte Problem innerhalb kurzer Zeit lösen wollen.

Wie bereits erwähnt, ist ein Monat kein Zeitraum, um Vertrauen zu erlangen. Andererseits ist es aber auch ausreichend Zeit für ein Pferd, dich einzuschätzen. Beim ersten Pferd "macht" man dann aus den unerwarteten (falschen) Pferdereaktionen ein "Problem". Der erfahrene Pferdemensch übergeht bzw. korrigiert solches Verhalten gleich. Bis man soweit ist, vergeht aber einige Zeit. Deshalb ist es eben hilfreich, sich Hilfe vor Ort zu holen, damit man selbst Sicherheit im Umgang gewinnt, das unerwünschte Verhalten des Pferdes jedoch gleich korrigiert werden kann, bevor eben noch weitere unerwünschte Verhaltensweisen entstehen.

Pferde benehmen sich nicht einfach so, sondern werden quasi von ihren Menschen dazu gemacht und es hängt sehr viel von der jeweiligen Mensch-Pferd-Kombination ab. 

Lass dich auf jeden Fall von dem Verhalten deines Pferdes nicht entmutigen. Versuch bei dem Ärger, den manche Verhaltensweisen eventuell bei dir auslösen, im Umgang mit dem Pferd trotzdem ruhig zu bleiben. Glaub mir, dass es sehr vielen Pferdebesitzern so geht wie dir, die wenigsten geben sowas aber zu :-)

Antwort
von hupsipu, 84

Ok also sie ist seit 4 Wochen bei Dir, daher nun eine ausführlichere Antwort. Ich weiß nicht was Du bisher mit ihr gemacht hast, aber nach 4 Wochen ist sie allmählich angekommen. Das heisst: sie wird sicherer in ihrer Umgebung, hat vermutlich einen (vorläufigen) Platz in der Herde, kennt Dich und kennt die Abläufe. Das macht es einerseits leichter, weil Du schon ein bisschen was von ihr verlangen kannst, andererseits schwerer, weil Du jetzt die Grundlagen schaffen musst für euer Zusammenspiel.

Das allerwichtigste dabei ist Ruhe und Konsequenz. Wenn sie sich nicht einfangen lässt musst Du jetzt am Anfang alles an Tricks aufbieten was Du hast - mehrere Personen, notfalls Futter, abspannen mit E-Band, völlig wurscht, aber sie darf kein einziges Mal mit dem Davongerenne durchkommen. Halfter drauf (probier mal, es am Backenstück aufzumachen, falls sie ein Problem mit den Ohren hat), Lobenlobenloben, Stimmung auf Null (soll heissen: sobald sie eingefangen ist ist alles Theater von davor vergessen, nicht genervt weiterarbeiten!).

Dann geh putzen, betüddel sie nicht übermäßig (Leckerli-Gestopfe und Putzorgien zur Vertrauensbildung sind Wendykram und nicht hilfreich) sondern sei ruhig, lieb, konsequent. Und dann arbeite mit ihr. Wenn sie Dich beim Longieren über den Platz zieht lass das Longieren erstmal weg, zu viele Baustellen auf einmal sind nicht zu bewältigen. Mach Bodenarbeit mit ihr, Führtraining (megawichtig!!), reite, probier aus was ihr Spaß macht. Versuch sie zur Arbeit zu motivieren, so dass Du an schlechten "Einfang-Tagen" etwas hast wobei sie merkt, dass es schön ist, wenn Du da bist. Mach nicht zu viel, hör immer mit einem positiven Erlebnis auf.

Dann überbürsten, fertig machen, loben, ab auf die Koppel. So sollte sich ein Teil der Schwierigkeiten in absehbarer Zeit erledigen - und dann kannst Du ans nächste Problem gehen, wie z.B. das Longieren.

Kommentar von FelixFoxx ,

Super Antwort!

Antwort
von helfatia, 101

Also du musst vielleicht an deiner Körpersprache Arbeiten.. solltest du mittlerweile eine Verunsicherung ausstrahlen dann merkt sie das Sofort und nützt es aus. 

Es wäre auch sinnvoll wenn du dich über ihre Vorgeschichte Informierst und sie auch Ärztlich durch prüfen lässt. Möglicherweise hat sie ein Trauma das Speziell Therapiert werden muss oder ist krank oder hat schmerzen. alles möglich, am bester wendest du dich an spezielle Experten. 

Antwort
von Merceda99, 24

Dahika hat recht!
Ein Pferd erst 4 Wochen, also einen Monat zu haben ist gar nichts.
Denk doch mal daran wie viele schöne Jahre man mit so einem Tier zusammen haben kann :)
Dagegen ist 1 Monat nichts.
Vertrauen aufzubauen dass braucht seine Zeit :)
Bei dem einen geht's schneller, beim anderen dauerts länger.
Das ist bei Pferden wie bei uns Menschen auch.
Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Erfahrungen.
Vielleicht hat dein Friese ja mal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und reagiert deshalb so.
(zumindest wars bei meinem damals so)
Gib ihr Zeit.
Die braucht sie :)
Und wenn du dich nicht mehr richtig hintraust zu ihr, dann frag doch einen/eine deiner Stallgenossen ob sie mit rein gehen.
Rede beruhigend auf sie ein und versuche nicht panisch oder hektisch zu werden.

Hoffe ich konnte dir helfen
Merceda99

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 72

Du hast das Pferd seit einem Monat. Das ist nichts. Vertrauen braucht ZEIT. Unter einem Jahr läuft da gar nichts.
Du klingst allerdings überfordert und unerfahren. Das finde ich beim ersten Pferd übrigens relativ normal. Ich würde dir raten, keine eigenen Versuche zu machen, sondern dir einen guten Trainer zu holen. Ich bin kein Fan von Parelli, aber für den Anfang wird das gehen, damit du und dein Pferd die Basics erlernt.
Verarschen tut übrigens kein Pferd seinen Menschen. Es dürfte auf deine Unsicherheit reagieren, wird selbst unsicher, nimmt das Heft dann in seine Hände (Hufe). Aber mit einem geeigneten Trainer wirst du diese Unsicherheit mit der Zeit verlieren - und dein Pferd auch.
Ich habe noch vorgestern ein Pferd, das in unseren Stall umzog, verladen. Die Besitzerin war sehr, sehr unsicher, das sah man ihr schon von weitem an. Sie sagte zu mir, dass sich ihr Pferd weder führen noch verladen lasse.
So´n Quatsch. Ich habe das Pferd genommen, als es versuchte zu zappeln, habe ich streng gesagt: "es reicht!" und dann war es gut. Ab in den Hänger und losgefahren. Die Besitzerin hätte auf das Zappeln vermutlich mit "Huch, siehste, der tut  was, der lässt sich nicht führen" reagiert.
Ich habe aber auch sehr viel Erfahrung. Mein erstes Pferd konnte ich lange Zeit nur führen, indem ich ihm eine dicke Möhre vor die Schnauze hielt. LOL...

Antwort
von DCKLFMBL, 78

Mit Bodenarbeit,

z.B die 7 spiele von Pat Parelli 

Kommentar von Dahika ,

Parelli schafft unterworfene Pferde, aber gewiss keine vertrauensvollen Pferde.

Kommentar von hupsipu ,

doch, das ist doch gebisslos! ;o)

Kommentar von sukueh ,

Was hat Gebisslos mit Vertrauensvoll zu tun ? 

Kommentar von hupsipu ,

war nur ein Scherz in Erwartung der nächsten Diskussionsrunde um Parelli, Gebisse und sonstige Glaubensfragen...

Kommentar von sukueh ,

Sorry, ich hab überlesen, dass der Kommentar vor dir ist :-)

Kommentar von DCKLFMBL ,

Parelli war nur ein Beispiel man kann ja auch andere Bodenarbeit machen.

Kommentar von DCKLFMBL ,

ein Pferd kann auch Vertrauen haben wenn es sich Unterworfen ist!

oder würdest du wollen das dein Pferd immer austestet wer der Chef ist…?

man macht es ja nicht mit Schlagen oder Gewalt sondern auf Pferdesprache.

http://pferdekommunikation.org/ba/die-wichtigsten-bodenarbeit-uebungen-zur-pferd...

in einer Herde Unterwirft sich auch ein Pferd dem anderen! wenn das Pferd dann seinen Platz kennt dann kann es Vertrauen aufbauen, nicht wenn es nie weiß wo es steht! 

Antwort
von Shanice92, 68

es ist unfassbar wieviele Mitglieder bei Gutefrage einfach ein Pferd bekommen. Bevor man ein Pferd bekommt sollte man sich bewusst sein was ein "Pferd bekommen" heist und welche Verantwortung es mit sich zieht. Mir sieht es danach aus das hier mal wieder ein Pferd "verschenkt" "gekauft" whatever wurde ohne überhaupt wirklich Ahnung davon zu haben. Bevor man ein Pferd bekommt sollte man sich über die Vorgeschichte im Klaren sein und eine mindestens Kleine Ankaufsuntersuchung durch einen neutralen Tierarzt durchführen lassen um so weit wie möglich ausschliesen zu können das das Pferd irgendetwas hat.

-> Pferd anscheinend gesund -> Pferd verarscht dich -> such dir einen Trainer.

Wenn du das Pferd "bekommen" hast als Problempferd UM das Problem zu lösen, oder dir das Pferd als Problempferd gekauft hast um es wieder zu "korrigieren" solltest du dir im klaren sein wie sowas funktioniert.

Also gehe ich davon aus das hier mal wieder ein kleines unwissendes Mädchen von Ihren Eltern ein Pferd bekommen hat mit dem sie nicht umgehen kann

Kommentar von Shanice92 ,

und bevor es wieder falsch verstanden wird, mit Problempferd meine ich nicht das ein Pferd von Geburt an ein "Problem" hat sondern durch falschen umgang durch den "Problemmensch" entstanden sind.

Kommentar von Dahika ,

das finde ich jetzt etwas hart. Wenn man ein eigenes Pferd bekommt, das erste eigene Pferd, ist man sehr oft, meist, überfordert. Denn ein eigenes Pferd ist eine ganz andere Hausnummer als ein Reitbeteiligungspferd. Ich hatte sieben Jahre Unterricht in einem Reitstall hinter mir, aber als ich mein erstes eigenes Pferd bekam, war ich ein Jahr lang am Rande der Überforderung. Ich finde das relativ normal.
Man kann sich vorher aus Büchern etc.. informieren, aber das ist erst mal alles aschgraue Theorie. Ich war übrigens Mitte 20, als ich mein erstes Pferd kaufte.

Kommentar von Merceda99 ,

jetzt mach sie doch nicht so runter! ich hab damals auch mit 15 einen Hengst bekommen der als problematisch galt und man kann das ändern!! mittlerweile bin ich 19 Jahre alt und bis vor paar Wochen als ich ihn einschläfern lassen musste waren wir das perfekte paar! Sie kann doch mal fragen, da ist doch nichts dabei...

Kommentar von Shanice92 ,

ja, man kann das ändern, aber nicht hier sondern mit einem Trainer der sich damit auskennt und das sollte man ebenfalls wissen, ich habe schon oft genug miterlebt das sich unwissende ein Pferd kaufen dann nicht mal auf die IDEE kommen sich nen Trainer zu suchen, und somit aus einem Pferd mit leichten "Defiziten" ein Pferd machen das sich weder reiten noch anfassen lässt. -> ab zum schlachter, das kommt heut zu tage leider mehr als häufig vor. und das ist einfach nur traurig und vermeidbar.

Entweder man kauft sich als nicht all zu erfahrener Reiter ein Pferd unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers oder man kauft sich als erfahrener Reiter ein Pferd und nimmt regelmäßig Reitunterricht. Aber man kauft sich kein Pferd hat keine Ahnung wie man mit umgehen soll und sucht sich dann nichtmal Hilfe von nebenan, sondern lieber bei Menschen die die Situation gar nicht beurteilen können (Gutefrage).

Kommentar von hupsipu ,

Sicher ist das der richtige(re) Weg - aber so aggressiv draufzukloppen bringt weder das Pferd noch die Fragestellerin weiter... und ich finde nebenbei, dass Du ganz schön viel reininterpretierst (Kind, keine AKU, verschenkt, ...). Wenn Du genauso viel Interpretation in die positive Richtung anwendest wird's gleich konstruktiver ;o)

Kommentar von Shanice92 ,

das war nicht aggresiv o_O die Fragestellerin bringt hier überhaupt nichts weiter ohne einen Trainer, ein Trainer + Hilfreiche Tipps von Gutefrage bringt bestimmt was, aber nur hilfreiche Tipps ohne die gewisse Grundkenntnis/Basis bringt Garnichts.

ich interpretiere in diese Frage Garnichts rein, das ist lediglich allgemein auf gutefrage bezogen wie ich hier: ->

es ist unfassbar wieviele Mitglieder bei Gutefrage einfach ein Pferd bekommen.

bereits sagte, und wenn man sich die selben fragen anschaut von anderen Mitglieder ist es nunmal eine Tatsache das diese fragen zu 90% von den Member kommen die 14 sind und fragen: wie überzeuge ich meine Eltern mir ein Pferd zu kaufen (das dann unreitbar wird aufgrund mangelnder Erfahrung) und ein paar Wochen später dann die frage kommt: ich habe meine Eltern überredet mir ein Pferd zu kaufen nun habe ich folgendes Problem: mein Pferd lässt sich nicht richtig reiten.

und das ist einfach vermeidbar.

Kommentar von kathaaa123456 ,

ich finde es unfähr von dir! ich habe normal gefragt und wer so lieb ist und mir helfen will der kann es gerne tun aber ich brauch mir hier nicht sowas durchzulesen....ich finde das echt nicht mich gleich so an zu fahren ....

Kommentar von Shanice92 ,

du fragst hier öffentlich nach Ratschlägen, dann hast du auch nicht das recht dich zu beschweren wenn du ratschläge bekommst die dir nicht passen, wenn dir jemand hilft oder helfen will ist doch gut.

Wenn du nicht gleich beleidigt wärst und den Kern meiner Antworten lesen würdest hättest du schon den besten Ratschlag den man dir geben kann nämlich:

TRAINER SUCHEN! oder halt jemand der sich besser/mit sowas auskennt.

Antwort
von hupsipu, 62

"bekommen" - heisst: seit wann hast Du sie?

Kommentar von kathaaa123456 ,

Ich habe sie jetzt erst seit einem Monat

Kommentar von Dahika ,

das ist nichts. Unter einem Jahr tut sich nicht viel. Das merkt man allerdings erst im Rückblick.

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