Frage von hourriyah29, 100

Vertragsverhandlungen - wer weiß Rat?

Ich arbeite momentan bei einem Arbeitgeber, bei dem maximal an Angestellten gespart wird und die anfallende Arbeit auf die übrig gebliebenen Kollegen verteilt wird.

Mein Vertrag läuft ende Juni aus und ich will auch nicht mehr zu diesen Bedingungen arbeiten.

Es wird Probleme geben meine Stelle nachzubesetzen und die Kollegen stehen alle schon maximal unter Druck und Murren.

Ich könnte dem Arbeitgeber anbieten zu bleiben, aber nicht bei dieser Arbeitslast!

Kann ich bei Neuverhandlungen andere Konditionen aushandeln und fall ja, wie mache ich es geschickt? Ich möchte z.B. 50% statt 75% Teilzeit Eine festgelegte Zahl von Klienten betreuen und nicht immer noch mehr und noch mehr... Nur eine bestimmte Wochenzahl im Jahr Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen machen und nicht nahezu ständig.

Falls es mir gelänge wäre das ein Präzedenzfall. Die Kollegen wären entweder eifersüchtig oder würden sich dann auch um bessere Konditionen bemühen.

Ich bin auf diese Stelle nicht angewiesen oder könnte es mir erlauben erst einmal zu gehen und abzuwarten, wie es dem Arbeitgeber geht, wenn die Stelle ein, zwei Monate frei ist.

Wer kann mir Rat und Tips geben?

LG, Hourriyah

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Friedel1848, 63

In Deutschland gibt es die Vertragsfreiheit. Unter den Einschränkungen des Gesetzes können Verträge frei ausgestaltet werden.

Und niemand hindert dich daran, deinem Arbeitgeber ein solches Angebot zu machen. Mehr als ablehnen kann er nicht. Wenn du kein Problem hast, eine andere Arbeitsstelle zu finden, dann rate ich dir, versuche es einfach! Du hast schließlich nichts zu verlieren.

Allerdings würde ich dir raten, diese Bedingungen in einem persönlichen Gespräch anzusprechen. Dann kannst du auch gleich deine Argumente anbringen. Wenn er ablehnt, dann gehst du halt und vielleicht kommt er ja nach einigen Wochen oder Monaten auf dich zu und möchte dich unbedingt zurück. Dann sitzt du am längeren Hebel und kannst die Vertragsbedingungen zu deinen Gunsten aushandeln.

Antwort
von Ontario, 22

Wenn du nur zu anderen Arbeitsbedingungen bereit bist, deinen Arbeitsplatz weiter zu bedienen, dann sprich mit deinem Chef und erkläre ihm deine Vorstellungen. Entweder er akzeptiert sie, oder er lehnt ab. Vielleicht gibt es auch einen Kompromiss. Es kommt gar nicht so selten vor, dass Arbeitgeber aus Gründen der Personalkosten, keine Neueinstellungen vornehmen, sondern die Mehrarbeit unter dem vorhandenen Personal aufteilt. Das kann freilich dazu führen, dass das Pensum an Arbeit extrem anwächst, was auch die Möglichkeit Fehler zu machen, erhöht.Wenn du keine Einigung erzielen kannst, du unter solchen Bedingungen nicht in der Firma bleiben möchtest, dann geht eben nur ein Arbeitsplatzwechsel zu einer anderen Firma.

Antwort
von wobfighter, 44

Nicht gleich in die Vollen gehen... Und so formulieren was man damit genau bezwecken möchte wer direkt in die Haustür fällt hat schon verloren....

Warum wirkt sich die Umstellung auf 50 Prozent bei dir aus? Die Leistung verbessert sich dadurch erheblich, weniger krank und zufriedene Mitarbeiter leisten mehr und sind motivierter... Hoffe du weißt auf was ich mit dem Text hinaus will? Es muss nicht nur dir augenscheinlich nutzen sondern auch dem Arbeitgeber und das plausibel erklärt werden. Hab so damals meinen ersten Lohn von Angebot 1 auf das dreieinhalb Fache erhöht und hab als Neuling mehr verdient als Leute die schon länger dort beschäftigt waren, alles durch cleveres indirektes und hartes Verhandeln erreicht.

Tipps auch gerne per Pn wenn es ins Detail gehen soll..

Kommentar von Nightstick ,

(Zitat): "Hab so damals meinen ersten Lohn von Angebot 1 auf das dreieinhalb Fache erhöht..." (Zitat Ende)

Ich bin neugierig! Deshalb meine Fragen:

° In welchem Jahr war das?

° In welcher Branche / Firmensituation?

° Wäre dies aus Deiner Sicht auch heute noch möglich?

Gruß @Nightstick

Kommentar von wobfighter ,

Jahr 2008/ Lebensmittel und Verpackung/ schwierig aber nicht unmöglich. Kommt immer auf die Gegenseite und deren Motive an. Verhandeln und das beste herausholen konnte ich schon immer sehr gut...

Kommentar von Nightstick ,

Das ist ja auch eine gute Eigenschaft - der Arbeitnehmer "verkauft" ja seine Arbeitskraft - etwas Anderes hat er auch nicht...

Danke für die Rückmeldung :)

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 48

Ich bin auf diese Stelle nicht angewiesen oder könnte es mir erlauben erst einmal zu gehen und abzuwarten, wie es dem Arbeitgeber geht, wenn die Stelle ein, zwei Monate frei ist.

Das hat sich in der vorigen Frage, die Du eine Stunde früher gestellt hast, aber ganz anders angehört. Dort schreibst Du (Frage war: Einen Monat arbeitslos und dann zurück zum alten Arbeitgeber):

"Einen Monat ohne Geld kann ich mir nicht leisten".

Was denn jetzt?

Ich vermute mal, kein AG wird auf alle Deine Wünsche vertraglich eingehen. Stundenreduzierung ist machbar wenn die Voraussetzungen des § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz gegeben sind. Dass aber im Vertrag eine bestimmte Anzahl Klienten vereinbart wird und man Dir zusichert, dass Du nicht mehr als XX Tage Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretung machen musst, wage ich zu bezweifeln.

Dass Dein AG Dich zeitlich nicht mehr befristen kann, wenn diese "Pause" gemacht wird und auch bei einer Änderung der Konditionen bei einer Verlängerung nur noch ein unbefristeter bzw. mit Sachgrund befristeter Arbeitsvertrag möglich ist, habe ich Dir in der vorigen Frage schon geschrieben.

Kommentar von wobfighter ,

Kommt immer auf die Branche an... Flexibility ist das Stichwort heutzutage... Und ich denke wenn von allem etwas und mehr Lohn rausspringt wäre selbst.die Fragestellerin glücklich... Eins muss ihr auch klar sein nur fordern und auf komplette Umsetzung hoffen ist ohne späteres entgegenkommen ein hoffnungsloses Unterfangen. Geben nehmen....

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