Frage von Steven44, 25

Vertraglich 40 Stunden Woche was darf der Arbeitgeber?

In meinem Vertrag ist schriftlich vereinbart das meine Arbeitszeiten 40 Stunden (8h/Tag) Wöchentlich betragen. Nun will mein Chef zum Winter hin 3 Wochen lang, 1 Stunde Täglich mehr und Jeden Samstag innerhalb der 3 Wochen von 9 Uhr bis 16 uhr mehr machen! Das heißt, 51h die Woche.

Darf ich Rechtlich so viel arbeiten? Vertraglich vereinbart sind 40 Stunden die Woche.

Antwort
von Samika68, 17

Wenn sowohl im Arbeitsvertrag, einem bindenden Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung Überstunden nicht geregelt worden sind, besteht aus Deiner Sicht keine Pflicht.

Außer in betriebsbedingten Notfällen.

Die gesetzlich festgelegte maximale Wochenarbeitszeit liegt bei 48 Stunden - sie kann jedoch auf zehn Stunden pro Werktag, also 60 Stunden pro Woche, verlängert werden.

Jedoch nur, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Dein Chef bewegt sich also im gesetzlichen Rahmen.

Kommentar von hunos ,

Vertraglich vereinbart ist eine 40 stundenwoche von mo bis fr - da kann der Chef keine 6-Tagewoche draus machen, die höchstarbeitszeit pro Woche wäre demnach 50 Stunden von mo bis fr, sofern wie geschildert der Abbau erfolgt.

Kommentar von Samika68 ,

Als Werktage gelten im Sinne des Arbeitszeitgesetzes alle Tage von Montag bis einschließlich Samstag.

Das heißt, dass bei allen Berechnungen im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes eine Sechs-Tage-Woche zu Grunde zu legen ist.

 Hieraus folgt weiter, dass ein Betrieb für die Berechnung der Arbeitszeit auch dann auf den sechsten Tag der Woche zurückgreifen kann, wenn in dem jeweiligen Betrieb nur eine Fünf- oder gar Vier-Tage-Woche üblich ist.

Antwort
von toomuchtrouble, 16

Grundsätzlich gelten die im Arbeitsvertrag gezogenen Arbeitszeitgrenzen. Ob allerdings eine vorübergehende, möglicherweise durch Freizeitausgleich zu einem anderen Zeitpunkt ausgeglichene Mehrarbeit in Deinem Fall zulässig ist, wird niemand ohne Kenntnis der näheren Umstände beantworten können:

Gibt es wie so häufig eine Überstundenklausel im Arbeitsvertrag, gibt es einen Betriebsrat, mit dem eine Überstundenrelung abgekaspert wurde?

Lies vielleicht erst einmal die Basics, dann bist Du vielleicht in der Lage, eine präzisere Frage zu stellen.

http://www.hensche.de/Ueberstunden\_Arbeitsrecht\_Ueberstunden.html#tocitem3

Antwort
von MuttiSagt, 12

Naja, wenn du zB Verkäufer bist und es geht um das Weihnachtsgeschäft oder die betriebliche Auftragslage macht das vorübergehend nötig, dann darf er schon Mehrarbeit verlagen

Antwort
von wilees, 12

Womit begründet er diese Mehrarbeit? Wie soll sie abgerechnet werden?

Antwort
von Funfroc, 10

Hallo,

ja, dein Chef kann Überstunden anordnen. Und ja, du hast im gewissen Rahmen die Verpflichtung dem nachzukommen.

Die reguläre maximale zulässige Wochenarbeitszeit beträgt 48Std., die kurzzeitig maximal zulässige Arbeitszeit beträgt 60Std./Woche. Daraus ergibt sich, 51STd. über einen kurzen Zeitraum = zulässig.

Die anfallenden Überstunden müssen natürlich ausgeglichen werden. dAs kann durch Freizeitausgleich oder durch Bezahlung erfolgen, wobei für alles was über 48 Wochenstunden hinausgeht unbedingt Freizeitausgleich zu gewähren ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wochenarbeitszeit

Überstunden verweigern kannst du dich nur mit sehr wichtigem Grund. Eigene Hochzeit, Beerdigung im engen Familienkreis, ...

http://www.kanzlei-ek.de/aktuelles/arbeitsrecht/item/10-fragen-zum-thema-%C3%BCb...

LG, Chris

Kommentar von Familiengerd ,

Überstunden verweigern kannst du dich nur mit sehr wichtigem Grund. Eigene Hochzeit, Beerdigung im engen Familienkreis, ...

Das ist völliger Unsinn!

Kein Arbeitnehmer ist - von konkreten Notfällen, Katastrohen, Unglücken abgesehen - verpflichtet, wenn es nicht vertraglich vereinbart wurde.

Und selbst bei vertraglicher Vereinbarung müssen Überstunden nur geleistet werden, wenn sie betrieblich notwendig sind - also nicht schon alleine deshalb, weil der Arbeitgeber sie "einfach so" anordnet.

Außerdem müssen Überstunden - wieder mit Ausnahme von Notfällen - mit einem Vorlauf von 4 Tagen angekündigt werden!

Kommentar von Funfroc ,

Gibt es wirklich Arbeitgeber, die so deppert sind, in den Vertrag nicht reinzuschreiben, das bei betrieblicher Notwendigkeit Überstunden zu leisten sind. Kann ich mir fast nicht vorstellen...

Vorlauf von 4 Tagen ist ja lt. Fragesteller schon erfüllt... "zum Winter hin".

Aber grundsätzlich hast du natürlich recht. "Völliger Unsinn" war es deswegen trotzdem nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Erstens hat das nichts mit "deppert sein" zu tun.

Zweitens ist eine solche Klausel keineswegs Standard.

Ich wollte dir mit "völliger Unsinn" nicht "auf den Schlips treten"!

Kommentar von Funfroc ,

Zweitens ist eine solche Klausel keineswegs Standard.

ok, hätte ich nicht gedacht.

Ich kann da nur für mich und meine Freundin sprechen... wir hatten in zusammen 5 Arbeitsverträgen immer drin stehen, dass Überstunden bei einer betrieblichen Notwendigkeit zu leisten sind... mag aber daran liegen, dass wir beide im Dienstleitstungsbereich arbeiten, wo das meines Erachtens manchmal gar nicht anders geht.

Kommentar von Familiengerd ,

Das mag allerdings so sein.

Antwort
von azmd108, 11

Laut Arbeitsschutzgesetz darfst du maximal 10h / Tag arbeiten.

Im 6-Monatsdurchschnitt musst du aber wieder auf 8h/Tag kommen. Das heißt dein Arbeitgeber MUSS dir die Möglichkeit geben, innerhalb dieser 6 Monate, irgendwann Überstunden abbummeln zu können. Wenn du Überstunden machst.

Grundsätzlich kansnt du aber nicht zu Überstunden gezwungen werden.

(Ich nehme jetzt einfach mal an, das für deinen Berufszweig das Arbeitsschutzgesetz gilt, eingie Berufe sind davon ausgenommen)

Antwort
von Schnoofy, 7

Ich verstehe Deine Rechnung nicht.

Täglich eine zusätzliche Arbeitsstunde wären bei einer 5-Tage-Woche 45 Stunden und bei einer 7-Tage-Woche 47 Stunden wöchentlich, niemals aber 51 Stunden.

Kommentar von Antitroll1234 ,

Du übersiehst den zusätzlichen Samstag in den 3 Wochen.

Kommentar von Schnoofy ,

Sorry Antwort streichen, wollte es noch retten war aber zu langsam.

Antwort
von Daniel079, 9

Du musst nicht. Alles, was über die normale Arbeitszeit hinausgeht, sind Überstunden und man kann/darf dich nicht dazu zwingen Überstunden zu machen, da er nur über die geregelte Arbeitszeit über dich verfügen darf. Alles nach den 40h ist deine Freizeit.

LG

Kommentar von Griesuh ,

Leider nein.

Es ist zu unterscheiden zwischen Mehrsdtznden, das ist das was der AG hier einfordert und den Überstunden.

Und ja der Cheff darf im gestzlichen Rahmen Mehr u. Überstunden anordnen.

Lese einmal diesen Link dazu:

http://www.hensche.de/Ueberstunden_Arbeitsrecht_Ueberstunden.html#tocitem3

Kommentar von Griesuh ,

Sollte Mehrstunden lauten.

Kommentar von Daniel079 ,

Ups, mein Fehler :/

Kommentar von Familiengerd ,

Und ja der Cheff darf im gestzlichen Rahmen Mehr u. Überstunden anordnen.

Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Ist im Arbeitsvertrag keine Verpflichtung zur Leistung von Überstunden enthalten, ist der Arbeitnehmer auch grundsätzlich nicht dazu verpflichtet - Ausnahme sind Situationen, in denen sich eine solche Verpflichtung aus der besonderen Treuepflicht des Arbeitnehmers seinem Arbeitgeber gegenüber ergibt: notwendige Überstunden zu Bewältigung eines konkreten Notfalls (z.B. bei Stromausfall muss ein Kühllager mit empfindlichen Lebensmitteln geräumt werden; kein Anlass ist aber das Entladen eines LKW, der kurz vor Feierabend Elektroartikel liefert), bei Unfällen, Naturereignissen usw.

Mit arbeitsvertraglicher Verpflichtung darf der Arbeitgeber Überstunden auch nicht nach eigenem Gutdünken oder willkürlich anordnen, sondern nur, wenn betriebliche Notwendigkeiten diese Überstunden erfordern.

Da zu kommt noch die Verpflichtung, Überstunden "rechtzeitig" (nach der Rechtsprechung mindestens 4 Tage vorher in entsprechender Anwendung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 2) anzuordnen, da der Arbeitnehmer sie sonst nicht leisten muss - von unvorhersehbaren Anlässen abgesehen.

Antwort
von Grautvornix, 9

Wenn du nein sagst ist dein Chef sauer, zwingen kann er dich nicht.

Aber freiwillig kannst du mehr arbeiten , wenn die Pausen und Freitzeitregelungen eingehalten weren.

Kommentar von Griesuh ,

zwingen kann er dich nicht.

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Das stimmt so pauschal nicht.

Lese einmal diesen Link dazu:

http://www.hensche.de/Ueberstunden_Arbeitsrecht_Ueberstunden.html#tocitem3

Kommentar von Grautvornix ,

meinst du jetzt die Notfallsituation?

Antwort
von Griesuh, 7

Innerhalb des Tarif und Vertragsystemes kann der Arbeitgeber Mehrstunden und Überstunden anordnen.

Diese müssen dann jedoch Zeitnah mit Freizeitausgleich oder mit Bezahlung, evtl. sogar mit Zulagen  abgegolten werden.

Hier einmal ein Link zu diesem Thema:

http://www.hensche.de/Ueberstunden_Arbeitsrecht_Ueberstunden.html#tocitem3

Hier wird auch der Unterschied zwischen Mehrstunden und Überstunden deutlich erklärt und was der AG anordnen darf und was nicht.

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