Frage von Steffi000001987, 78

Vertrag Fitnessstudio, Sonderkündigung wegen Umzug?

Hallo Leute,

zur Vorgeschichte: mein Freund hat im September einen Vertrag im Fitnessstudio abgeschlossen. Da seine Deutschkentnisse bis dato brutal schlecht waren, war er sehr auf die Beratung, angewiesen. Der Azubi, der die Beratung und den Vertragsabschluss allerdings durchgeführt hat, hat ihm allerdings viele Sachen nicht oder falschgesagt. So kam es, dass mein Freund den Vertrag gutgläubig unterschrieben hat - ohne ihn richtig zu verstehen. Gut, soweit ist er auch echt selber Schuld und hat auch schon einen Einlauf von mir bekommen,

Hinzu kommt, dass das Fitnessstudio einen Fehler beim SEPA-Lastschriftmandat gemacht hat. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich alle Unterlagen eingesehen habe und ich Bankkauffrau bin, Trotzdem werden von ihm jetzt die gesamten Gebühren für die Rücklastschriften gefordert - über 20 €, ich finde es echt ne Sauerei!

Jetzt zum eigentlichen Problem: Wir sind am 01.12. umgezogen. Zwar nur 15 km weiter weg, jedoch hat er kein Auto und die Lage der öffentl. Verkehrsmittel ist so schlecht, dass er

a) über 2 h unterwegs wäre, um das Fitnessstudio zu erreichen und b) mtl. sehr hohe Kosten aufkommen würden, wenn er das Studio 2-3 Mal wöchentlich benutzen will.

Ihm wurde im Dezember die Sonderkündigung verwehrt, allerdings hatte er o.g. Punkte nicht erwähnt. Haben wir eine Chance, dass er doch ein Recht auf Sonderkündigung hat?

Lt. eihem Gerichtsbeschluss (Aktenzeichen: Oberlandesgericht Frankfurt, 6 U 164/93) darf man sonderkündigen, wenn die Entfernung zu weit und damit der Anfahrtsweg und die Benzinkosten zu hoch sind. In unserem Fall wäre der Weg an sich ok, aber die Anfahrtszeit durch die schlechten Verbindungen unzumutbar und auch die Kosten unverhältnismäßig hoch.

Antwort
von johnnymcmuff, 40

Lt. eihem Gerichtsbeschluss (Aktenzeichen: Oberlandesgericht Frankfurt, 6 U 164/93) darf man sonderkündigen, wenn die Entfernung zu weit und damit der Anfahrtsweg und die Benzinkosten zu hoch sind.

Ich habe noch was besseres,  BGH-Urteil-vom-08.02.2012-XII-ZR-4210

Laut dem Urteil kann man unter bestimmten Voraussetzungen kündigen.

Allerdings wenn es eine Kette ist die eine Zweigstelle in der Nähe des neuen Wohnorts hat, ist keine vorzeitige Kündigung möglich.

Hier mal ein Link:

www.aboalarm.de/blog/fitnessstudio/kuendigung-fitnessstudio-umzug-sonderkuendigu...

MfG

Kommentar von Steffi000001987 ,

Super, vielen Dank!

Es ist eben keine Kette, sondern eben nur in der einen Stadt vertreten, sonst hätten er oder ich den Vertrag fortgeführt.

Antwort
von franneck1989, 29

Die SEPA-Geschichte ist klar. Die 20,- für die Rücklastschrift sind erstens völlig überzogen, und zweitens auch nicht statthaft wenn der Fehler beim Gläubiger liegt. Die sollte man also schonmal grundsätzlich nicht zahlen.

Die Sache mit dem Umzug ist schon schwieriger in meinen Augen. Bei 15km sehe ich noch keinen Grund für eine Sonderkündigung. Wenn der Betreiber das nicht akzeptiert bliebe euch nur die Klage. Ein Erfolg wird sehr fraglich sein.

Antwort
von Mikkey, 30

Ich würde die Sepa-Geschichte mal so dahingestellt lassen.

Setzt ein Schreiben mit einer erneuten Sonderkündigung (ohne auf den ersten Versuch einzugehen) auf, in dem die Punkte zur Unzumutbarkeit aufgeführt werden. (Einen Hinweis zur Entfernung finde ich in Deinem genannten Urteil nicht).

Wie sieht es mit den Klauseln im Vertrag zu diesem Punkt aus? Ist dort eine Regelung getroffen, die möglicherweise Regelkonform ist?

Antwort
von RobTop96, 28

Ich habe mal gehört, dass eine unzumutbare Entfernung bei 30 km einfache Strecke anzunehmen ist. Das hilft euch leider nicht weiter. 

Alternativ könntet ihr versuchen , Euch mit dem Studio gütlich zu einigen. Wobei ich befürchte, dass man bei deinem Freund als Neukunden kaum kulant sein wird.

Dann gäbe es noch die Möglichkeit, eine Kündigung durch das Studio zu provozieren. 

Kommentar von AalFred2 ,

Die Provokation einer Kündigung endet im Normalfall damit, dass man den kompletten Betrag bis zum Ende der Vertragslaufzeit auf einmal zahlen muss. Das ist vielleicht nicht so schlau.

Antwort
von Johannisbeergel, 30

Fitnessstudio-Verträge sind nunmal nicht dazu da, nett zu sein, sondern laufende Einkünfte zu sichern. 15km sind ein ganz normales Einzugsgebiet, die ich auch noch mit dem Fahrrad erreichen würde. Das wird das Studio herzlich wenig beeindrucken. Bei mir waren es damals 500km und ich musste nachweisen, dass ich dort langfristig verbleibe also zB mit einem neuen Arbeitsvertrag kam ich da raus. 

Minimale Hoffnung könnte machen, dass dein Freund keine vernünftigen Deutschkenntnisse am Tage der Vertragsunterzeichnung hatte. Da es jetzt aber einige Monate stillschweigend angenommen wurde, dürfte auch das schwer sein, überzeugend rüberzubringen. 

Antwort
von AalFred2, 16

Ein Recht auf Sonderkündigung ergäbe sich allenfalls aus dem Umzug. Hierfür reichen aber 15 km nicht aus.

Antwort
von schreiberhans, 28

Selbst Schuld wenn er unterschreibt was er selber nicht versteht

Dann kündigt doch und sagt ihr umgezogen seid

Woher sollen die das denn wissen

Wenn dein Freund nichts versteht dann mach doch du das

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