Frage von Glibberkeks, 72

Verteilung von Ware = Zusammenbruch der Wirtschaft?

Nabend zusammen,

ich hatte kürzlich eine sehr interessante Diskussion darüber, dass irgendein Land, ich meine sogar Frankreich, nicht verkaufte Ware gesetzlich quasi "verschenken " lässt . So genau weiß ich das leider nicht, da ein Freund mich darauf angesprochen hat.

Falls die Aussage von ihm so also falsch war, bitte ich trotzdem um Antworten zu meinen Gedanken :)

Ich mache momentan ein duales BWL - Studium, mein Kollege eine Ausbildung im sozialen Bereich.

Während er von diesem sozialen Engagement total beeindruckt ist und sowas auch für Deutschland fordert, bin ich total schockiert gewesen. - Nicht weil mir Menschen egal sind, sondern weil ich mich frage was das für Auswirkungen haben wird!

Wie wird bewerkstelligt, das überhaupt noch Leute etwas kaufen, wenn die Ware doch auch gratis verfügbar ist?! Was bedeutet das für die Wirtschaft?! Wenn wir davon ausgehen dass Lebensmittel frei zugänglich sind, wer bezahlt dann alle Mitarbeiter die an der Produktion und des Verkaufs des Produktes beteiligt sind? Wo kommt das Geld her?

Ist es auf der anderen Seite überhaupt noch notwendig zu arbeiten, wenn man seine Kaufkraft " geschenkt" bekommt? - Wieso sollte ich um 19:59 20€ für meinen Einkauf zahlen, wenn ich die Produkte 1Minute später gratis erhalten kann?

Verfallen wir dadurch nicht in kommunistische, DDR ähnliche Umstände, wenn etwas essentielles seinen Wert verliert?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interesierter, 36

Das darfst du nicht so eng sehen. Sobald es hier nicht mehr um unbedeutende Restmengen geht sondern um marktrelevante Mengen, werden die Händler die Reissleine ziehen. 

Diesem Angebot liegt ein einfacher Gedanke zugrunde. Die Entsorgung von abgelaufenen Lebensmitteln kostet Geld. Verschenken kostet kein Geld. Daher ist kurzfristig gedacht, verschenken billiger als entsorgen. 

Allerdings wird Ware, die verschenkt wird, nicht mehr zum regulären Preis gekauft und es entsteht an anderer Stelle ein Einnahmeausfall. Wie schon ausgeführt, wird diese Praxis spätestens dann wieder zurückgenommen, wenn die Mengen zu groß und die Einnahmeausfälle offensichtlich werden. 

Antwort
von FlyingCarpet, 37

Da handelt es sich um Lebensmittel, die eigentlich aufgrund der Haltbarkeitsgesetze weggeschmissen werden. Hier wird das zumeist an die "Tafeln" weitergegeben.

Antwort
von voayager, 23

Wer ist schon groß an Lebensmitteln interessiert, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Das ist nur für wirklich arme Leute interessant.

Antwort
von BigBen38, 27

Typischer BWL'er...

Nicht bös gemeint, aber...

Es geht nur um Lebensmittel, und nur um die, die von Firmen entsorgt werden, da sie nicht mehr verkäuflich sind.

Das ist eh in der Preisfindung doppelt einkalkuliert.

Nun, richtig ist, das dann diese Lebensmittel anderen zur Verfügung stehen, die dadurch bedingt diese nun nicht mehr kaufen müssten...

Nur haben die Zielpersonen so bitter wenig Geld, das man diesen Wirtschaftsausfall vernachlässigen kann.

Heute bereits werden Lebensmittel kurz vor Ablauf des MHD um 10 - 50% reduziert - ich kennen einen Markt, dessen Besitzer reduziert sogar am letzten Haltbarkeitstag auf 0,00€.

Das reduziert die Menge dessen, was entsorgt werden muss erheblich - aber auch die Entsorgungskosten.

Allerdings kann das dann jeder kaufen, auch der Millionär mit Stacheldraht in der Tasche...

Das schadet der Wirtschaft dann mehr, denn der Reiche hätte die Ware auch zum vollen Preis erworben - der Arme aber hätte billige Ersatzware gekauft.

Übrigens - würde man die Sachen weiterhin lieber wegwerfen kostet es die Entsorgung aber auch mehr an Steuern - da man dann den Armen mehr Geld geben müsste...was die Kaufkraft senkt - und mehr Menschen letztlich veranlasst den NoName Kram zu kaufen...

NoName-Ware findet man aber fast nie im Müll, da es sich seeeeehr schnell rausdreht - ein Indikator dafür, wie ernst die desolate Lage bereits ist...das Teure Zeug hingegen wird tonnenweise entsorgt


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