Frage von CoRo1, 14

Verstorbener wegen nicht begangener Straftat beschuldigt, kommt der Täter mit der Falschaussage davon?

Wer wissentlich jemanden einer Straftat beschuldigt, die er nicht begangen hat, macht sich selbst strafbar! Soweit, so gut!

Was denn nun, wenn der Beschuldigte verstorben ist?

In einem Gerichtsgutachten wird behauptet, mein Vater hätte sich sexuell an seine Kindern vergangen. Dies geschah jedoch nie! Ich war sehr schockiert solche Anschuldigungen von einer Person zu lesen, die meinen Vater überhaupt nicht kannte.

Was geschieht, wenn ich das nun zur Anzeige bringe? Wird das Verfahren eingestellt, weil mein Vater bereits vor 8 Jahren verstorben ist?

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Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 3

Nach 8 Jahren ist eine solche Straftat zwar immer noch eine Straftat, wird aber wegen der Verjährung nicht mehr verfolgt.

Antwort
von SmilingShisha, 1

Eine Straftat erlischt nicht, wenn das Opfer einer Straftat stirbt. Sonst wäre auch Mord straffrei oder Körperverletzung mit Todesfolge. In erster Linie geht es auch darum, wer eine Straftat begangen hat.

Problematischer wird die Verjährung einer Straftat. Der Augenblick der Straftat bwz. das Eintreffen des Erfolges aufgrund der Straftat ist der Moment, an dem die Verjährungsfrist beginnt (außer bei Mord und Völkermord).

Bei uneidlicher Falschaussage ist die Verjährungsfrist i.d.R. 5 Jahre. Wenn also das Gerichtsverfahren länger als 5 Jahre her ist (wovon ich laut deinem Text Mal ausgehe), kannst du dir die Mühe sparen.

Antwort
von RobertLiebling, 6

Der Sachverhalt erfüllt evtl. den Tatbestand des § 189 StGB.

Die teilweise hier genannte Verjährung beträfe eventuelle Verfehlungen Deines Vaters, die aber sowieso irrelevant sind, da gegen Verstorbene nicht mehr ermittelt wird. Das Gutachten wird ja neueren Datums sein.

Nachdem Du als vermeintliches Opfer auch eine geeignete Zeugin abgibst, wird die Staatsanwaltschaft der Sache schon nachgehen, vermute ich.

Kommentar von CoRo1 ,

das Gutachten und somit die Tat der falschen Beschuldigung liegt wenige Tage zurück. Eine Verjährung kann also nicht vorliegen.

Antwort
von Still, 6

Die Falsche Verdächtigung liegt schon zu lange zurück: sprich ist verjährt.

Antwort
von ronnyarmin, 2

Wenn willst du anzeigen? Den Gutachter? Aus welchem Grund hat er das Gutachten erstellt? Wer ist die Person, die das behauptet? Anscheinend hat es bereits eine Gerichtsverhandlung gegeben? Kam es zu einer Verurteilung?

Ein Mindestmaß an Infos wären schon nötig.

Antwort
von CoRo1, 3

Der Sachverhalt ist schon konkret wieder gegeben.

Es handelt sich um ein Gutachten im Familienrecht. Der Wortlaut lautet genau: Herr xxx weiß zu berichten, dass Frau xxx von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde

Dies geschah jedoch nie und mein verstorbener Vater wird hier als Gewalttäter hingestellt,  was er nicht war. 

Kommentar von CoRo1 ,

das Gutachten ist gerade wenige Tage alt. Somit für mich die Tat der Falschaussage auch.

Kommentar von vitus64 ,

Dann hat Frau xxx sich strafbar gemacht. Dass das Opfer der Straftat nicht mehr lebt, ist egal.

Antwort
von Guekeller, 3

Die Frage und die damit verbundene Darstellung des Sachverhalts ist zu wirr, als dass man die Frage seriös beantworten könnte. Man müsste die genaue Formulierung in diesem Gutachten kennen und den Grund, warum es erstellt wurde.

Antwort
von feinerle, 1

Das ist auch strafbar.


§ 189 StGB
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener


Wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.



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