Frage von lucas1237, 280

Versteht jemand die Karikatur? (Aus dem Jahr 1959) Ludwig Erhard Wirtschaftswunder ..?

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Antwort
von Altersweise, 165

Ludwig Erhard war quasi der Vater des Wirtschaftswunders, seine Markenzeichen waren der Wohlstandsbauch und die Zigarre. So wird er in der ersten Karikatur zutreffend dargestellt. Seine Zigarre zeigt sogar die Buchstaben DM für die erfolgreiche Deutsche Mark.

Die zweite Karikatur beleuchtet die Hintergründe etwas genauer und richtet den Blick auf die Basis des Wirtschaftswunders: die Ruinen des nach dem Krieg zerstörten Deutschlands.

Wo es oben glänzt und der Wohlstand in die Augen sticht, liegen am Boden noch die Trümmer, in denen viele Menschen noch leben. Beileibe nicht jeder hat vom Wirtschaftswunder so profitiert, dass es für einen Bauch und für Zigarren gereicht hätte.

Antwort
von jerkfun, 137

Die DM hat es möglich gemacht.

Aus den Ruinen des noch nicht so lange zurückliegenden Krieges,

aufgestiegen ins Wirtschaftswunder ,wie der Phönix aus der Asche.

Antwort
von wilees, 130

Lies ein wenig über Ludwig Erhard und es wird Dir sicherlich zu dieser Karikatur etwas einfallen.

http://www.whoswho.de/bio/ludwig-erhard.html

Vielleicht fällt Dir im Zusammenhang mit dem nachfolgenden Satz von ihm (1960 ) etwas ein:
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse hat."

Antwort
von Reanne, 120

Das 2. Bild zeigt es, kraftstrotzendes Wirtschaftswchstum aus Ruinen des letzten Krieges

Antwort
von Machtnix53, 75

Der Wohlstand, den Erhard präsentiert, ist ein aufgeblasener Ballon und gilt nur für Oben.  Unten sind noch die Ruinen.

Antwort
von Hegemon, 77

Möglicherweise ist das Propaganda eines linientreuen Schreiberlings, der Erhards Leistungen überbewertete und ihm liebend gern in den Allerwertesten gekrochen wäre.

Die Leute, die 1948 einen Generalstreik gegen Erhards katastrophale Wirtschaftspolitik führten, sahen ihn deutlich kritischer. Und zwar so kritisch, daß man sie kurz vorher mit Panzern; Tränengas und unter Androhung der Todesstrafe einschüchtern mußte - später euphemistisch bezeichnet als "Stuttgarter Unruhen".

Marion Gräfin Dönhoff urteilte 1948 über seine neoliberalen Visionen:

"Wenn Deutschland nicht ruiniert wäre, dieser Mann mit seinem absurden Plan, alle Bewirtschaftungen aufzuheben, würde es gewiß fertig bringen. Gott schütze uns davor! Das wäre nach Hitler und der Zerstückelung Deutschlands die dritte Katastrophe."


Kommentar von earnest ,

Aber das Emporstilisieren dieses Mannes zum "Vater der D-Mark" und zum "Vater des Wirtschaftswunders" war immerhin ein propagandistisches Meisterstück.

Kommentar von Hegemon ,

Vielleicht war das auch eher Routine. Damit kannte man sich aus. Man hatte schließlich die Fachleute wie Paul Carell und Konsorten nahtlos übernommen. Dagegen wirkte die Propaganda des Osten immer etwas unbeholfen.

Kommentar von Machtnix53 ,

Möglicherweise ist das Propaganda eines linientreuen Schreiberlings, der Erhards Leistungen überbewertete und ihm liebend gern in den Allerwertesten gekrochen wäre.

Es sehe das durchaus als kritische Karikatur, als Kritik der Propaganda, gerade durch den zweigeteilten Aufbau. Wenn man nach unten blickt, sieht Deutschland ganz anders aus, als wenn man nach oben blickt.

Kommentar von earnest ,

Gut möglich.

Es gab damals ein Lied: "Das ist das Wirtschaftswunder, das ist das Wirtschaftswunder - der Bauch wird immer runder."

Hier erhebt sich der visuell besonders hervorgehobene Fettbauch wie ein heliumgefüllter Ballon über die (Noch-) Trümmerwüste Deutschland. 

"Otto Normalverbraucher", eine emblematische Figur der Zeit, konnte sich wegen Kohldampfs noch nicht sofort eine Plauze anfuttern. Die alten Eliten saßen schon wieder an ihren Trögen.

Es wäre interessant, herauszufinden, von wem die Karikatur stammt und was der Karikaturist sonst noch so gezeichnet hat.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für deutsch, 66

Erhard ist ein aufgeblasener Scheinriese?

Gruß, earnest

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