Frage von Emilagreta14, 34

Verstecken sich schläfer (Terroristen) in unserer Gesellschaft und Wie leben sie vor ihren Anschlag?

Ich muss eine Hausarbeit Schreiben und finde nichts über Schläfer in unserer Gesellschaft. Wenn jemand etwas weiß, würde ich mich über eine Antwort freuen. Lg

Antwort
von Dxmklvw, 8

An Schläfer in der Definition, wie es von der Politik oder der Polizei definiert wird, glaube ich nicht.

Menschen, die geplant irgendwo eingeschleust werden oder sich selbst einschleusen, um zu irgend einem Zeitpunkt in der Zukunft Schaden anzurichten, die schlafen nicht und ruhen nicht, sondern sie bereiten sich stetig mindestens gedanklich auf den Tag X vor. Die Arbeitsweise ist lediglich dezenter als z. B. ein ausgeübter Gewaltakt.

Dagegen gibt es die gesamtgesellschaftliche Situation, daß Menschen bzgl. ihres Charakters und ihrer Denkweise sehr unterschiedlich konstelliert sind. Die meisten Menschen bleiben dabei zeitlebens unauffällig.

Doch bei entsprechenden schon gegebenen Konstellationen fehlt es mitunter nur noch an einem winzigen Detail oder Signal, um einen schon grundsätzlich bereitstehenden Trigger auszulösen. Auch da kommt bei den meisten Menschen zeitlebens ein entsprechendes Detail zeitlebens nicht dazu, so daß alles unauffällgig bleibt.

Doch in Sondersituationen (innere Unruhen, große Krisen usw.) werden Gesellschaften auch mit Signalen und Ereignissen ganz anderer Art durchflutet, und unter diesen sind dann mit erheblich größerer Wahrscheinlichkeit auch solche Details dabei, die als Funken an der Lunte wirken.

Ein vom Wirkprinzip her komplett anderes Thema ist die Bereithaltung geeigneter Personen für jedweden Eventuellfall, was im Ernstfall zu dem Eindruck führen kann, daß da Schläfer plötzlich aktiv werden.

Tatsächlich dürfte es sich dabei aber um ein ganz normales, wenn auch sehr unerwünschtes gesellschaftliches Geschehen handeln, weil es falsch wäre, lediglich aufgrund einer bestimmten Wirkungsart zu schlußfolgern und daneben zu vernachlässigen, daß jedwede entsprechende "Wirkung" lediglich diejenige Nuance aus tausenden möglicher Nuancen ist, die für einen beabsichtigten Eventuellfall die stärkste Wirkung erzielt.

Jede Menge Interessengruppen (Industriezweige, politische Parteien, Geheimdienste, ja sogar Mietern in Mehrfamilienhäusern) steht diese Art von "Schläfern" großflächig zur Verfügung, und die "Aufwecksignale" können idealistischer Natur sein, aber ebenso Geld, Neid, Rachegelüste, Eifersucht oder auch nur Angst davor, daß etwas verborgen Gehaltenes von anderen aufgedeckt werden könnte.

Genau daraus entstehen dann auch sehr individuelle Folgen. Das mag ein Nachbar sein, dessen vorhandenen Neid man ausnutzen kann, um ihn gegen einen anderen Nachbarn zu mobilisieren, es kann ein Arbeitnehmer sein, der plötzlich gemobbt wird, das kann innerhalb von Industriezweigen oder der Politik ein Schmiergeld sein usw. usw., und natürlich gibt es dann auch Konstellationen, die einen Menschen per passendem Triggersignal zum Ausflippen bringen, egal, ob dies nun ein Familiendrama nach sich zieht oder einen Bombenanschlag, und egal, ob vordem "nur" eine schräge Gesinnung vorlag oder ein fanatisch entarteter Idealismus.

Daß sich in Sondersituationen innerhalb der Gesamtgesellschaft auch recht schnell nach dem Trittbrettfahrer- oder Mitläuferprinzip gleichartig gestrickte Gruppen bilden, ist ein noch ungelöstes Phänomen, was es äußerst schwierig macht, zwischen "mutwillig gesteuert" und "aus Sondersituationen herausgewuchert" zu unterscheiden.

Ebenso schwer ist dann zu unterscheiden, ob schon vorab eine Interessengruppe Manipulationen bewußt vorgenommen hat, oder ob sich angesichts eines gerade aufbauenden Mißstandes Interessengruppen bilden, um derartiges für eigene Zwecke auszunutzen. Die Grenzen verwischen sich bei so etwas einfach viel zu sehr.

Wie bei vielen anderen, so sehe ich auch hier das Grundproblem in der Hauptsache darin, daß innerhalb einer Gesellschaft Positionen überwiegend nach erhofften Resultaten zugewiesen werden und daß Bewertungen von Menschen ebenfalls an Resultaten orientiert sind (egal, ob bei der Karriere oder in Gerichtsverfahren), daß aber gleichzeitig die dahintersteckende bzw. stark mitwirkende charakterliche Konstellation, die dann auch das Motiv für etwas ist, grob vernachlässigt wird.

Einfaches Beispiel: Wenn ein Haus gebaut wird, dann steht dort am Ende ein Haus. Es ist aber ein großer Unterschied, ob das Motiv dafür Habgier (spätere Mieterabzocke) oder ein Hang zum Perfektionismus (teuer, aber beste Qualität) oder Geltungssucht (hübsche Fassade, aber innen pfui) war.

Antwort
von HirnvomHimmel, 3

Es gibt sicher nicht den typischen Schläfer. Wenn es ihn gäbe, wäre er viel zu leicht zu identifizieren.

Wer die Absicht hat, einen Anschlag zu verüben, wird bis dahin ein möglichst unauffälliges Leben führen und sich hüten, eine grenzwertige Meinung lauthals zu äußern.

Unterscheiden kann man zwischen den Schläfern, die aus ideologischen Gründen "auf eigene Rechnung" handeln und auf eine passende Gelegenheit warten, denen, die nicht vor haben, einen Anschlag zu verüben, aber durch äußere Umstände dazu "motiviert" werden können und denen, die auf einen Befehl hin handeln.

Schläfer, die sich jahrelang für einen militärischen Befehl bereithalten, haben mitunter das Bedürfnis, ihre Fähigkeiten im Kampf frisch zu halten (Kampfsport, Schützenvereine, Survival-Trainings, Wehrsportgruppen, Klettern, Tauchen, etc.). Wer in den inlänsichen Militär- oder Geheimdienstkontext eingebunden ist, kann sich bei dabei auf eine gewisse politische Rückendeckung verlassen. Bekannt gewordene Besipiele eingebundener Schläfer sind die Werfolf-Organisationen der Nazis und die Gladio-Geheimarmee der NATO (Siehe u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Stay-behind-Organisation). Die übrigen werden noch vorsichter sein müssen und sich eine gute Legende zurechtgelegt haben, um nicht aufzufliegen.

Schläfer, die vorhaben, einen Anschlag zu begehen, können zudem versuchen, wichtige Schlüsselpositionen zu besetzen, um den angerichteten Schaden zu maximieren, z.B. in Atomkraftwerken, Flughäfen, Schiffahrt, Staatsdienst.

Antwort
von Daoga, 8

"Schläfer" sind Leute, die in ihrer Heimat von ihrem Imam, Prediger, Agentenführer oder sonstwem ideologisch darauf gedrillt wurden, sich erst mal harmlos zu stellen, einen Beruf zu ergreifen oder normale Dinge zu tun, bis sie von ihren Führern einen Befehl erhalten, loszulegen und böse Dinge im Aufnehmerland zu verüben. Ursprünglich kommt der Begriff von Schläfer-Agenten, also z. B. kommunistischen Agenten aus dem Ostblock, die auch im Westen eine harmlose Tarnung anlegten und zu bestimmten Zeiten dann aktiv werden sollten, etwa Anschläge auf militärische Einrichtungen zu verüben oder Geheimnisse auszuspionieren.

In der Zeit des Kalten Krieges waren z. B. die meisten westlichen "Friedensbewegungen" von Ost-Agenten unterwandert, weil der Ostblock (sprich Sowjetunion) hoffte, auf diese Weise den Westen zu schwächen. Hat aber nicht funktioniert, weil die östliche Planwirtschaft auf lange Sicht trotzdem nicht gegen den westlichen Kapitalismus anspucken konnte und der ganze Ostblock trotzdem den Bach ´runterging ("Wende"), war mit anderen Worten reine Geldverschwendung.

Deshalb findet man heute das meiste Material über "Schläfer" in Thrillern, also Romanen die sich entweder mit der kommunistischen Gefahr oder neuerdings mit der islamischen Gefahr befassen. Ich empfehle da z. B. alle Bücher von Tom Clancy, die sind zwar fiktional, aber gut recherchiert und absolut lehrreich.   

Antwort
von plaudererin, 17

Es gab doch vor ein paar Wochen erst den Fall von dem Terroristen aus Chemnitz. Der konnte ja erst fliehen, wurde dann von Syrern aufgenommen und an die Polizei übergeben. Al Bakr oder so hieß der. Such einfach mal, da findest du was.

Antwort
von TheAllisons, 19

Das weiß niemand, denn die "Schläfer" kennt man erst dann, wenn sie "aufwachen"

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