Frage von gartengruen,

Versicherungszusage zur Übernahme von Übernachtungskosten. Am Ende wars doch nicht so. Ist das OK?

In unserer gemieteten Wohnung haben wir einen Wandinnenliegenden Rohrwasserschaden entdeckt. Nachdem ein Teil der Wand und des Fussbodens geöffnet wurden, es wurden Feuchtigkeit und Schimmelbefall entdeckt, teilte die Hausverwaltung uns mit, dass die Wohnung für einen längeren Zeitraum nicht bewohnbar sein wird. Das haben wir unserer Hausratversicherung gemeldet, die uns eine Zusage zur Übernahme der Hotel- bzw. Übernachtungskosten gab: *".....über Ihren Hausratvertrag erstatten wir Kosten für Hotel- oder ähnliche Unterbringung ohne Nebenkosten, wenn Ihre Wohnung unbewohnbar wurde und Ihnen auch die Beschränkung auf einen bewohnbaren Teil nicht zumutbar ist. Dies trifft in Ihrem Fall zu und wurde von dem Regulierer der Gebäudeversicherung auch bestätigt. Wir entschädigen Ihen Hotelkosten je Versicherungsfall pro Tag maximal bis zu dem im Versicherungsschein vereinbarten Entschädigungsbetrag bis zum dem Zeitpunkt, in dem Ihre Wohnung wieder bewohnbar ist, jedoch längstens für die Dauer von 100 Tagen. Bitte reichen Sie uns nach Abschluss der Reparaturarbeiten die Hotelrechnung zur Prüfung ein."

Während der Renovierungsarbeiten wurden noch Schwammbefall an Holzbalken im Boden entdeckt. Jeder von uns ist dann zu seinen Eltern gezogen.

Nach 9-monatiger Renovierung konnten wir endlich wieder einziehen! Wir informierten unsere Hausratversicherung über das Ende der Renovierung und teilten unsere private Übernachtungsmöglichkeiten für die Übernahme der Kosten mit. Nun haben wir folgendes Schreiben erhalten: ".*....Gemeldet wurde uns der Schaden als Leitungswasserschaden. Nach Rücksprache mit dem Gebäudeversicherer handelt es sich hierei jedoch nur um einen Teil des Schadens. Eindringende Feuchtigkeit wurde als Ursache auch lokalisiert. Die ist kein Leitungswasserschaden und nicht versichert. Genauso wurde ein Schwammbefall festgestellt, aufgrund der das Gebäude weiträumig entkernt werden musste. Schwamm ist ohne Rücksicht auf die mitwirkende Ursache vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Somit ergibt sich nach wohlwollender Prüfung nur !/3 der Ursachen für den Auszug als versicherter Leitungswasserschaden. "

Ist die erste Zusage der Versicherung für die Übernahme der Übernachtungskosten nicht bindend?

Antwort von siola55,
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Übernachtungskosten gibt es nur für max. 100 Tage und nur durch Vorlage von entsprechenden Übernachtungsbelegen! Dann ist eigentlich egal was dies jetzt wirklich für ein Schaden war ...

Gruß siola

Antwort von jona968,
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Nein, ist sie nicht.

Vermutlich hat Hausratversicherung aufgrund Eurer Schadensmeldung angenommen, es handele sich um einen Leitungswasserschaden. Da aber in der Phase der Renovierung sich herausgestellt hat, dass u. a. eindringende Feuchtigkeit die Ursache war, war der Leitungswasserschaden nicht mehr zu 100 Prozent gegeben.

Während der Renovierungsarbeiten wurden noch Schwammbefall an Holzbalken im Boden entdeckt. Jeder von uns ist dann zu seinen Eltern gezogen.

Dafür können eher keine Hotelkosten abgerechnet werden. Es sind ja keine Kosten für die Unterkunft selber entstanden.

Kommentar von Klammlosewelt,

Das sehe ich ganz genauso.

Antwort von evalona,

rechne mal selber: 9 monate haben meistens mehr als 100 tage.....

außerdem müsst ihr doch sicherlich keine miete für den zeitraum bezahlen.

versuch doch, die differenz vom vermieter zu bekommen.

am besten mit hilfe eines anwalts für mietrecht.

Antwort von Gianna6,

Beide Schreiben der Versicherung sind inhaltlich korrekt. Im ersten ging sie noch davon aus, daß es sich hierbei um einen ausschließlich von der Leistungspflicht der Versicherung auch erfaßten Schaden handelte. Später "gesellten" sich andere Schadens-Ursachen (-Bestandteile) hinzu. Diese sind im Versicherungsvertrag als Risiken nicht mit eingeschlossen. Diese Anteile gehören dem Eigentümer der Immobilie, die nach § 535 ff. BGB für die zweckentsprechende Nutzung der Mietwohnung haftet. Dazu gehören auch alle Kosten, die im Zusammenhang einer nicht vom Mieter zu vertretenden Einschränkung dieser Nutzung hervorgerufen sind. Der Vermieter sichert sich weitgehend über die Gebäudeversicherung ab, haftet aber auch darüber hinaus für sein Eigentum, das hier eben zur Gewinnerzielung dient. Aus der Mieteinnahme (Grund- oder auch Netto-Kaltmiete genannt) hat der Eigentümer/Vermieter nämlich eigentlich 10...15 % an so genannter Instandhaltungsrücklage abzuzweigen, rückzustellen - eben für Maßnahmen plötzlich notwendig werdender Instandsetzungen/Reparaturen.

Also: Adressaten zur Erstattung der hier beachtlichen Aufwendungen des Mieters sind hier: - seine private Hausratversicherung, - die Gebäudeversicherung des Vermieters, die der Mieter aber nach BK-Umlageverordnung letztlich auch zahlt, - der Vermieter als Wirtschaftsbürger (Geschäftsmann in Vermietung/Verpachtung) im Rahmen der Schadensersatzansprüche des Mieters aus o.g. Rechtsbezügen zur Bereitstellung der Mietwohnung; hiernach hat - knapp ausgedrückt - der Miete nämlich gleich dreierlei Rechte: das der Mietminderung bei auftretendem/hinzunehmendem Mangel; Schadensersatzannspruch aus hierdurch bedingten Mehraufwendungen (genau auszuweisen) und zudem das Recht, selbst zur Behebung des Mangels eine Fachfirma zu beauftragen und die Kosten hierfür mit weiteren Mietzahlungen aufzurechnen...

Man braucht hierfür keinen Anwalt, eher Sachkenntnis zum Mietrecht. Dies kann sich jeder anlesen, z.B. gut möglich im Palandt zum BGB. Die Zahl des Preises hierfür ist völlig unbeeindruckend wenn man erst daraus partizipiert. Ich realisiere Einsparungen aus dem Mietverhältnis derweil, aus denen ich drei dieser Bücher monatlich anschaffen könnte. Gewiß: es war ein Stück Weg bis dahin, aber dümmer geworden bin ich dabei nicht. Und Anwälte suche ich i.d.S. nur noch, weil dies ab 2. Instanz gesetzlich (stringent) vorgeschrieben ist.

Antwort von baraba,

Die Reaktion des Versicherers ist korrekt und sollte Euch nicht verwundern. Erstens sind nur max. 100 Tage lt. Schreiben gedeckt, zweitens eindeutig aufgrund eines gemeldeten Leitungswasserschadens und drittens trifft beides nicht zu.

Ich würde mich am Vermieter, bei Eigentum am Bauherren schadlos halten. Sprich : eine schriftliche Schadenersatzforderung von einem Anwalt aufsetzen lassen und dort einreichen.

Weil einen Schaden habt Ihr erlitten und der muss bezahlt werden. Vorsicht, bei allzu hohen Forderungen, weil Ihr ja bei den Eltern gewohnt habt und das nicht unbedingt mit einem Hotelaufenthalt gleichzusetzen ist.

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