Frage von champdaniel77, 64

Versicherung Differenzbetrag noch erhalten?

Hallo ich habe folgendes Problem. Mir ist wer gegen mein Auto gefahren und ich habe ein Gutachten machen lassen , Reparaturkosten 1850€. Nun habe ich von der gegnerischen Versicherung ein Schreiben mit einer Auflistung erhalten und sie überweisen mir nur 850€ und erkennen das Gutachten nicht an also muss ich das auch selber bezahlen.

Ich habe jetzt Kontakt mit dem Gutachter aufgenommen und dieser meint das ihnen ein Fehler unterlaufen ist das die Stoßstange nicht komplett gewechselt werden muss sondern nur repariert werden muss dies teilen sie der Versicherung auch mit aber die Schadenssumme bleibt gleich. Nun Habe ich einen Anwalt mithilfe des Gutachters eingeschaltet der um die Restlich Summe bittet. Was denkt ihr habe ich eine Chance dies zu bekommen ?

Antwort
von sonicdragolgo, 51

Wenn der Gutachter selber meint, dass er einen Fehler gemacht hat... nächstes Mal definitiv anderen Gutachter bestellen. Und am besten sofort einen Anwalt, der muss ja sowieso von der gegnerischen Versicherung gezahlt werden (wenn du wirklich 0% Schuld hattest).

Der Anwalt wird jedenfalls auch jetzt noch versuchen das Beste heraus zu holen und wenn die Schadenssumme gleich bleibt, sollte er es in der Regel auch schaffen. Bei anerkannten Gutachtern haben die Versicherungen praktisch keinen Spielraum. Solange man aber keinen Anwalt hat, versuchen sie einem alles runterzurechnen was geht.

Habe gerade etwas Ähnliches am Laufen.

Kommentar von sonicdragolgo ,

Aufgrund deines (vorbildlichen!) Bedankungsexzesses und mangels einer persönlichen Nachrichten-Funktion plaudere ich mal noch ein Bisschen aus dem Nähkästchen, falls es dich interessiert.

Hatte vor ca. einem halben Jahr einen 0%-Schuld-Auffahrunfall. Wurde bei der Auszahlung von der gegnerischen Versicherung um ca. 500€ beschummelt (Schaden laut Gutachten ca. 3000€). Wollte damals keinen Anwalt nehmen, denn ich wusste einerseits nicht, dass die gegnerische Versicherung seine Kosten übernehmen muss und andererseits war es mir den "Aufwand" nicht wert (der ist aber praktisch Null, was man nicht denken würde - sie regeln alles für dich bis zur Auszahlung).

Letzte Woche hatte ich dann wieder einen sehr ähnlichen 0%-Schuld-Auffahrunfall, nur 500m entfernt vom letzten Mal. Der Polizist hat gesagt in München hätten sie 180.000 Unfälle dieser Art im Jahr... Schaden laut Gutachter diesmal 7200€, nahe am wirtschaftlichen Totalschaden. Wenn es so abgelaufen wäre wie letztes Mal, hätten sie mir nach einigen Abzügen höchstens 5000€ ausbezahlt. Habe dann von einem befreundeten Anwalt praktisch schon den Befehl erhalten, sofort einen spezialisierten Verkehrsrechts(!)-Anwalt zu nehmen. Heute habe ich das Schreiben meiner Anwältin an die Versicherung in Kopie erhalten. Die zwei Seiten Anschreiben + Gutachten + Rechnungen zusammengefasst: wenn die auch nur 1 Cent weniger als die 7200€ überweisen oder irgendwie an meiner Unschuld zweifeln, reißt sie ihnen vor Gericht die Gedärme heraus. Und da hat keine Versicherung Bock drauf. Denn selbst wenn dann heraus käme, dass sie Recht hatten, wären die Personalkosten höher als die vermiedenen Auszahlungen. Und wenn die gegnerische Versicherung auch nur versuchen sollte mich direkt anzuschreiben oder anzurufen, passiert ähnliches. Denn sie hat die gegnerische Versicherung informiert, dass ich Sie per Vollmacht mit jeglichen fallbezogenen Verhandlungen beauftragt habe.

Zusammenfassung: wenn man keine Schuld hat, sollte man sich immer den schärfsten Verkehrsrechtsanwalt suchen, den man finden kann.

Kommentar von champdaniel77 ,

Danke für die Information habe jetzt auch einen sehr guten Anwalt zu dem Thema bin gespannt wie es ausgeht. Gegnerische Versicherunf ist die HUK Coburg.

Kommentar von sonicdragolgo ,

Die HUK ist halt seeehr günstig. Kein Wunder, dass die alle Geschütze auffahren. Mein Gegner ist dieses Mal die Allianz, arbeite selbst bei der VKB (die ist super aber kann man sich eigentlich nur mit Mitarbeiterrabatt leisten...)

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 43

Wenn ein offensichtlich falsches Gutachten erstellt wurde, dürfte es schwer sein hier noch durch Nachverhandlung mehr Geld heraus zu holen.

Kommentar von sonicdragolgo ,

"aber die Schadenssumme bleibt gleich"

Bei der niedrigen Gesamtschadenssumme dürften die Lackierungs- und sonstigen Arbeitskosten sowieso den größten Teil ausmachen, da ist es eigentlich unerheblich ob eine Stoßstange für vielleicht 150€ neu beschafft oder die vorhandene nur repariert werden muss.

Kommentar von sonicdragolgo ,

PS: "und erkennen das Gutachten nicht an also muss ich das auch selber bezahlen"

Was sagen Sie als Community-Experte dazu? Ich arbeite zwar selbst bei einer Versicherung, allerdings in der IT. Da scheint es doch fast schon kriminell, wie die gegnerische Versicherung versucht den Fragesteller über den Tisch zu ziehen.

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